Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 132 (28.3.1930)
- Date
- 1930-03-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seife I die mm WELT Nr. 132 iVTaniKi^ff' v xV *F v?W \'v \ . N yswm m a*p MlOMiMiMMMMMM Die bekannt besten und bezüglich nntf d verläßlichsten SSSS&M A T 7QTH NISCHEN PI« Je JbW I rl in Wien fiberall erhältlich r Brauer w El HRE i" «im," n!*/Tdmrstr. 62 »13 iavi der Hafenstadt Va 1 paradso konzentriert. Der Einwanderersehutzverein In Buenos Aires entsandte dein Mitglied Josef Luzki nach Chfle zum Studium der Frag« der Tvinwandeiftingsmöiglichkeit für Juden in diesem Lande. Herr Luzki bildete aus den angesehensten jüdischen Persönlichkeiten von Chile sowohl in Santiago als auch in Valparaiso Einwandcrerschutzvcrcinc und besprach mit dem P r ä sli d e n t e n d e r. R e$u| b 1 ik undmehreren Manisterh die Frage einer Eirt^atf» derung von Juden. Er, kam zu dem (Schlüsse, .daß; J^r nicht qualifizierte Wanderer, k ei n ej Möglichkeit 'vorhanden ist, in Chile ihren Unterhalt teii vc.rdienen; mit Schwerarbeitern zu konkurrieren, ist taber in Chile für jeden Europäer unmöglich. jÖtag&gen. besteht' Bedarf nach ausgebildeten Handwerkern, .*wiez. B.. Zuschneidern, Damen- und Herrenschneidern. Schuhmachern, Tischlern, Malern, Schmieden, Glasarbeitern usw., ferner nach Elektrotechnikern, Zahntechnikern u. a. in. Auch für Sattler und Kürschner bestehen'gute Möglichkeiten. Das Kleinhändler- und Hausiercrtunv steht dort auf einer sehr niedrigen Stufe; Kaufleuten ohne Kapital ist die Einwanderung entschieden nicht anzuraten; solche werden auch vom Wandererschützvereän nicht gefördert werden. Dagegen werden gut qualifizierte Arbeiter moralische und materielle Hilfe, auch seitens der Behörden, erhalten. Ueber Einzelheiten des Reiseweges, der Reisekosten, der Beschaffung der Schiffskarte und der Visaformalitäten erteilen die Komitees von Hins-Tca-Emigdirect Auskunft. Fünf Araber wegen Ermordung der Familie Aboushdid zum Tode verurteilt. Jerusalem, 20. März. Das Kriminal-Assisen- Gericht, zusammengesetzt aus den Richtern C o r r i e und Def reit äs, hat nach zweistündiger Beratung das Urteil im Prozeß gegen neun Araber ' gesprochen, die beschuldigt waren, die Mitglieder der jüdischen Familie Aboushdid in H e b r o h .während der Unruhen im August 1929 e r m o r 4-0.- j^zu, habgn... % ü n f der . Angeklagten wurden zum .Tode verurteilt,'] die. vier! weiteren Angeklagten wurden wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. ...... - Kommunistische Synagogenschändung in Hannover. Berlin, 24. Märzt (J. . T.„ A.) In d;er Nacht mm Mittwoch, 4>&nl9. Mär.z,:wund«,— wie ans Hannover gemeldet wird,,— .am Hamptpfeüer der dortigien Syiiiagoge. folgende Inschrift in . weißer Farbe, angebracht: „H i e r s e g n e t d as Ka,pi(t a 1 heut e.: d en K r d e g." Eime Aufschrift ätoniMöhen Inhalts wurde an. dem Piarrhaus der toa'tjholiischen Glemens-Kirohe angeroa'lt. Sie lautet: ,JDie Kirche segnet den Krieg gegen die Sowjetunion." Nach pofeeiiehen Mitteilungen wurden auch PTOtesta«n't'iische Kirchen in derselben Stadtgegend. mit ilns^hriften, wie „Hier .segnet die Kiirphe den Krieg mit Rußland.",,bemalt. Ein zweiter Magnes-Fall? Albert Einsteins Korrespondenz mit den Arabern. Als unmittelbar nach den Palästinaunruhen vom August vorigen Jahres die Empörung über die arabischen Greueltaten im gesitteten Europa allgemein war, machten sich auf arabischer Seite Tendenzen bemerkbar, die Hintergründe 2tt verdunkeln und zu beschönigen. Die Drahtzieher schreckten auch nicht davor zurück, Persönlichkeiten internationaler Geltung, wie Lora* Melc h e 11 und Albert Einstein, in den Kreis ihrer Lügenkampagne zu ziehen. Lord Melchett entlarvte in seiner überlegenen Manier die Machenschaften. Auch Albert Einstein nahm Stellung.-Er tat es würdig, gemäß seiner Stellung und seinem Charakter. Unvergeßlich bleibt sein im „ManchestcrGuardian" veröffentlichter Brief vom Herbst 1929, worin er die Kulturwelt .ttxip Entscheidung aufruft, ob sie bereit ist, ein in der modernen Menschheitsgeschichte beispielloses Werk, das zionistische Palästina und das zu schaffende jüdische Nationalheim, zu schützen und zu verwirklichen oder Intriganten und politischen Abenteurern deren Zerstörung in die Hände zu spielen: ein Dokument, das Einsteins innerstem Wesen entsprach, seinem DES MORGENS sieht man in jedem Hause DIANA FRANZBRANNTWEIN MIT MENTHOL Iii Gebrauch. War um g e r a de diesen? 1; Weil die meisten 'Menschen gewohnt sind, ihren Körper-mitDianä-Franzbi-arintwein einzureiben und ihn damit für die Mühen, efesTages zu .stählen und die Tätigkeit der Haut anzuregen, dieBlützirkulation zu beleben und die Nerven der Haut zu kräftigen. 2. Wer leicht zum Schwitzen neigt, muß unbedingt des Morgens den, Körper mittels eines in Diana- Franzbranntwein getauchten Lappens frottieren, damit der geschilderte Ueoelstand behoben wird. 3. Bei Brüchigkeit des Haares; Schuppen etc. ist Dianav, Franzbranntwein von ausgezeichneter Wirkung. 4. Infolge /des angenehmen Geruches und . Geschmackes des TDiaria-Franzbfähntweines sowie dessen Eigenschaften 'gibt derselbe ein ausgezeichnetes Zahn- und Gurgelwasser. 5. Wer in der Früh einige Tropfen Diana-Franzbranntwein in Wasser aufschnupft; beseitigt die häufig auftretende Verstopfung der Nasenkanäle. DIANA-FRANZ BRANNTWEIN wirkt also kräftigend, abhärtend und kühlend. Oberall erhaltlich I jüdischen Bewußtsein, und das sich an seine großen Gedenkworte für Theodor Her/,1 auf der konstituierenden Sitzung der Jewisli Ageucy in Zürich würdig anschloß. In der Atmosphäre der Stellungnahme zu den Augustunruhen tummelten sich auch andere Faktoren. Brith Schalom hat in seinen Filialen Berlin W., Pr age r Altstadt und Rektorstuhl (Jerusalem) winselnd palästinensisches Staatsbürgertum mosaischer Konfession gepredigt und sich jenen anzubiedern versucht, die das jüdische Werk zerstören wollen. Rektor Ma g n e s ist sein geistiger Führer in Wort und Schrift, gerade jener Kanzler, dem Albert Einstein seinerzeit jede wissenschaftliche Qualifikation für den Rektorposten absprach. Seine „politische Qualifikation" hat man jetzt genügend genau erkannt, zumal seine den englischen Parlamentariern übergebene Broschüre „Gleich allen Völkern?" das Urteil über seine politische Weisheit gewiß nicht korrigiert hat. Leider hat es Albert Einstein bei seiner eindeutigen, früher gekennzeichneten Stellungnahme nicht bewenden lassen. Er hat seinerzeit bereits in einem Interview des Pariser „L'Oeuvre" erklärt, daß die Kolonisation Palästinas nur mit Zustimmung und nicht gegen den Willen der Araber durchgeführt werden könne. Das ergäbe also für einen Zionisten den Schluß, mit der Aufbauarbeit in Palästina Schluß zu machen. Nun, hat sich zwischen Einstein und dem nationalarabischen Blatte „Falastin" ein Briefwechsel entsponnen, der die jüdisch-arabischen Beziehungen zum Inhalt hat. Einstein macht Vorschläge betreffs einer arabisch-jüdischen Verständigung. Er schreibt an den Redakteur des arabischen Blattes ip Erwiderung eines an ihn gerichteten Briefes: , „Ich habe mich sehr über Ihren Brief gefreut Denn er beweist mir, daß auf Eurer S e i t e g u t e r W i 1l e vorhanden ist für eine unserer beider Völker würdige Lösung der obwaltenden Schwierigkeiten. Ich glaube, daß diese Schwierigkeiten mehr psychologischer als s a c h I i c h e r Natur sind, und daß sie gelöst werden können, wenn auf beiden Seiten ehrlicher guter Wille mitgebracht wird. Unsere jetzige Situation ist dadurch eine so ungünstige, weil Juden und Araber als streitende Parteien einander vor der Mandatarmacht gegenüberstehen. Dieser Zustand ist beider Nationen unwürdig und kann nur dadurch geändert werden, daß wir unter uns einen Weg finden zu Vorschlägen, auf die sich beide Parteien geeinigt haben. Wie ich mir die Realisierung einer Aenderung der sprung vergessen haben und sich heilte als Turkmenen betrachten. .... Tief wurzelnde Sehnsucht nach ihrem Ursprung lebt in diesen vereinzelten Stämmen, die sie immer wieder zur Urquelle ihrer Abstammung hinleitet. In vielen Fällen zwingt sie ihre Lage inmitten der fanatischen Mohammedaner, bis zum" heutigen Tag als Marahnen zu leben. Am krassesten zeigt sich das bei den Juden von Mischahad in Persien. Diese'Juden nahmen, da sie unter den Anklagen wegen Verletzung der mohammedanischen Religion furchtbar viel zu leiden hatten, den Mohammedanismus an, da ihnen widrigenfalls die e rbarmungs Tose Ausrottung der ganzen Gemeinschaft angedroht worden war. Bereits seit etwa sechzig Jahren, werden sie als Muselmanen betrachtet, aber im Geheimen halten sie alle jüdische Sitten, Gebräuche und Kültvorschriften. Sie haben geheime Bethäüser, eigene Schulen und auch sonstige Einrichtungen einer jüdischen Gemeinde.' Oft schön hat der Großteil dieser Marannengemeinde den Versuch raachen wollen, öffentlich zum Judentum zurückzukehren, aber die Führer der Gemeinde verhinderten aus Angst vor Massakers die Durchführung eines solchen Vorhabens. Obgleich diese Komödie, oder vom Gesichtspunkt der Juden, Tragödie dieser Maiannen heute auch unter den Mohammedanern kein Geheimnis mehr ist, nehmen sie die ganze Sache bereits gleichgültig hin und' beruhigen sich mit dem mohammedanischen Lehrsatz, daß jeder der sich öffentlich als Anhänger Mohammeds bekennt, als Müsemiann zu betrachten ist. Dieses stille gegenseitige Dulden der gegenwärtigen Situation, führte die Führer der Maj-annengemeinde, da£U auch weiterhin ihr Maj annentum aufrechtzuhalten, da sie nur auf diese Weise in der Lage sind, nach ihrem wahren Glauben zu leben. Schon nach diesen im ganzen Orient zerstreuten Ueberresteh" ehemaligen pulsierenden jüdischen Lebens kann man ermessen, wie stark der Einfluß des Judentums hier in alten Zeiten war, sowohl vom Gesichtspunkt ihrer Zahl als auch ihrer geistigen Macht. Die jüdische Musik, Ein neues Werk von Dr. L auko. Mit Ausnahme der Veröffentlichungen von ldelssohn, stammen die umfassenden. Arbeiten über jüdische Musik bis jetzt von Nicht.juden, von Heinrich B er 1, „Das Judentum in der Musik", und von L. Ssabanjew, der durch persönliche Berührung mit den jüdischen Musikern in Rußland und in. Kenntnis ihrer Werke eine wesentlich andere, lebendigere Beziehung zur ganzen Entwicklung gewonnen bat. Er überschreibt sein Buch gleich „Die nationale j üdische Schule in der Musik". Audi der Verfasser des hier zu besprechenden Buches (1926 erschienen*) ist ein Nichtjude. Ohne überschwengliche Worte sucht Dr. Lauko in seinem verdienstvollen Beitrag zur Erforschung der jüdischen Musik die historische Linie, die Wurzeln der musikalischen Begabung der Juden klarzulegen. Mit welch erstaunlicher Sachlichkeit hat ein Nichtjude das Material zusammeniretraeen und überzeugend darzulegen versucht. Viele Stellen der heiligen Schrift dienen als Beweis dafür, daß die drei Musen (Musik, Poesie und Tanz) in den alten Zeiten Arm in Arm gingen, sowohl bei rituellen wie auch bei anderen Festlichkeiten. „D a s Volk Israel war im höchsten Grade ein Musik volk: sein ganzes Leben war mit *) Dr. Lauko: „Die jüdische Musik", Bratislava. Musik verwoben.1' Vom gründlichen Studium der synagögalen Gebräuche und Melodien zeugt das Aufzeichnen des Entwicklungsganges von der Musik der Propheten, der alten hebräischen Gesänge bis zu deren Assimilierung in der Diaspora. „Die heutigen jüdischen Synagogengesänge sind leider nicht mehr ganz die ursprünglichen oder wenigstens nur in geringer Anzahl solche, deren hebräischer Ursprung wissenschaftlich nachweisbar . ist. : Einzig die Cantillationen, die „N e g i n o t h" dürfen als authentisch angesehen werden." Interessant und einer ernsten Forschung wert ist der Gedanke, daß das sogenannte „Leitmotiv" Wagners mit dem Prinzip der „Neginoths" in eine engere Beziehung zu bringen ist. Die erstaunliche Uebereinstimmung der charakteristischen Merkmale der „Neginoth" mit dem Charakteristikum der Leitmotive gibt jenen Enthusiasten, welche jede andere Musik auf die .jüdische Musik zurückzuführen geneigt sind, Grund und Gelegenheit, die Ahnen von Wagners Leitmotiven direkt bei den Neginoth zu suchen.".Bei Besprechung der alten Tonsysteme bemerkt Lauko ganz richtig, daß die alten Juden auch auf dem Gebiete der Musik sich keinen spekulativen Ueb er legungen hingaben und stellt sie als „Prototyp der sensitiven, auf jeden äußeren Eindruck sofort reagierenden, das Schöne, von wo immer es auch komme, mit Bereitwilligkeit aufnehmenden intensiven Musiker" dar. So lange der Verfasser sich in historischen Bahnen bewegt, sagt er viel Treffendes. Auch in seinen Aeußerungen über die Volksmusik (chassidischen Gesänge), ist viel Richtiges. Seine Stellungnahme zum Orgelproblem in der Synagoge ist als die eines Nichtjuden höchst bemerkenswert. Sobald er sich jedoch der Gegenwart der neuen jüdischen Musik zuwendet, verlieren seine. Ausführungen an Stichhältigkeit. Hier fehlt