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Die neue Welt · 1930-03-28 · Heft 132 (28.3.1930) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 132 (28.3.1930)
Date
1930-03-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seif« 2 DIE NEUE WELT Nf. 133 FÜR EIN sind die, nach einem speziellen Verfahren erzeugten, in Otttttimack ,• tut* BckftmmNchkait un«rr«icht«it STRUM - M AZZOTH und GRIESS die als voriüglich, schmackhaft, hygienisch eini wandfrei.erzeugt, bastbekannt sind! I Die runden Strum-Mazzoth sind eine besondere I Dellkatesset i Viele Tausende nehmen jedes Jahr nur die Qualitäts- Mazzoth „Strum" und lassen sich keine anderen Erzeugnisse auf d r ä n g e n Verlangen Sie überall — nur die vorzügliche Standard-Marke Strum - Mazzoth Die Mazzoth-Bäckerei H. STRUM, IL, Rotensierngasse 11, steht unter Aufsicht des ehrw. Rabbinats der Israelit. Kultusgemeinde Wien. Besonders in ritueller Hinsicht sind Strum-Mazzoth unbedingt einwandfrei. Die Erzeugung erfolgt mit eigens kon- § | struierten, patentamtlich geschützten Maschinen (Ofen) I auf elektrischem Wege von fachmännisch geschulten | judischen Arbeitern. Das ganze Maschinenmaterial | wird von eigens hiezu bestellten Vertrauenspersonen | des Rabbinats viertelstündlich vollständig gereinigt und ausgewechselt Wer Strum-Mazzoth kauft, weiß, daß er nur Irische Ware heuriger Erzeugung bekommt! Achten Sie auf die Stampiglie ,H. Strum*, die auf jedem Paket ersichtlich ist! MAZZOTH-BÄCKEREI H. STRUM, WIEN, II. Rotensterngasse 11 Telephon R-41-8-12 an diesem. Morgen erscheinen zu dürfen. Ich habe nicht mehr (hinzuzufügen au ß'cr tausendfachem Damk, in meinem Namen und in dem seiner Familie, für die Art, w i e Sie von ihm gesprochen 'haben." Die Lage im Zionismus. Von der Sitzung des Aktionskomitees. Vom 16. bis zum 22. März tagte in London die kon* trollierende Behörde■:der, Zionistischen. .Organisation, .das- Aktionskomitee. Zum ersten Male. nach p^en. blutigen Er*, eigriissen in Palästina ergab sich die Gelegenheit, mit der Gesamtvertretung des j ü d i s c.h e n Palästina Aus» 1 spräche über die Wirkung der traurigen Vorfälle auf das, Aufbauwerk zu pflegen. Das jüdische Palästina' steht Ungebrochen da! Soweit.es auf die Juden Palästinas ankam, sind alle Angriffe siegreich abgewehrt. Der Wille, das jüdische Nati.onalhetm" aufzurichten^, und der brünstige Glaube, daß das Werk gelingen muß, sind stärker als je. Was die Vertreter. Palästinas sagten, war männlicher Protest gegen erlittenes Unrecht. Keine weh* leidige Klage, kein Schrei um Hilfe I Die Juden Palästinas verlangen nichts für sich, nichts für die Opfer. Was sie fordern, fordern sie für das. Land, für seine; Entwicklung: Menschen und Boden! Mehr und mehr Jud.in sollen nach Palästina kommen ,und für diese neuen Men», sehen neuen Boden! Wer diese Männer — Vertreter aller wirtschaftlichen Klassen und geistigen Richtungen — sprechen hörte, begriff so recht, daß rohe Gewalt und stupide Ueberzahl dieses..Volk „auf ..seiner, Muttererde, nicht kleinmachen, nicht niederringen können.; Den wesentlichsten Inhalt der Tagung bildete die Aussprache über die Vorschläge, wie mit Hilfe des Jüdi« sehen Nationalfonds und entsprechender Anregung pru vater Initiative der Besitzstand an-Boden und Menschen in Palästina vergrößert werden kann. . So erhebend der Bericht über den Geist und die Arbeit des jüdischen Volkes in Palästina wirkte, -so niederdrückend war das, was ' man über die politische Leitung des . Werkes, über die Tätigkeit und die Erfolgei der Leitung der Zionistischen Weltorganisation hörte. Im Mittelpunkte des Interesses stand der Bericht über den Verlauf und das Resultat der Verhandlungen der b r i t. i* sehen Untersuchung s k o m m i s s i o n, welche die Ursachen der Augustereignisse zu prüfen hatte. Ussischkin gab ein zusammenfassendes Urteil ab:. Wir haben diesen Prozeß verloren! Auf unserer Seite war das Recht, waren die besten und teuersten Advokaten Londons, waren Zeugen mit höchsten menschlichen Qualitäten. Auf Seiten der Araber war das Unrecht, sie hatten schlechte Vcr* treter, sie waren mit Mord und Raub belastet, ihre Zeugen waren vielfach rohe und ungeschickte Menschen! -Und sie haben den Prozeß gewonnen} Die Politik der zionistischen Leitung trägt schwere Schuld an diesem Ausgange. Sie (ist ein Unglück. Warum es so gekommen ist, warum es so kommen mußte, ist kurz und einfach erklärt: Die Araber sagten gerade heraus, was sie wollen, ohne Umschweife, ohne Rücksicht auf irgend wen und irgend was. Die Zionisten bemühten sich, diskret zu sein, zu verschweigen,-was sie wollen, vorsichtig zu lavieren. Und die Geradlinigkeit der Primitiven siegte über die Gewundenheit der: Korn» plizierten. Die arabische Exekutive, welche ihren Leuten den geraden Weg, den Weg des Angriffes wies, zeigte sich der Zionistischen Exekutive, welche dämpfte und hemmte, gewaltig überlägen. Die Politik dieser Exekutive Ist > am besten durch die Erklärung des Präsidenten Weiz« mann chäfAkteflsfert, welche e*äni Deutschen Parteitag Iii Jena abgab. Dort erzählte er, er habe dem Zeugen Harry Sacher den Auftrag erteilt, der Frage über die zionistischen Ziele auszuweichen, eine Antwort zu geben, deren mutlose Unauftichtigkeit jeden Richter ab« stoßen mußte und niemanden günstig beinflussen konnte. Die Verzwicktheit hat bankrottiert. Ith Zuge dieser unglückseligen Politik läg es, auf die Einvernahme der stärksten, berufensteh Vertreter de*s zionistischen Willens — wie Ussischkin,' Jabotinsky u. a. — zu verzichten, ja, ihre Einvernahme zu hinter* treiben.. Die stärksten Männer des Zionismus, des -Landes wären nicht da. Die Schwächlichen führten das Wort. Und der Prozeß ging verloren. * .Die Berichte über Palästina ergaben, daß die anti* zionistischen und antisemitischen Beamten der Palästina« regierung weiter und, unbehindert wirtschaften. Nach wie vor gehen Uebeltäter ungestraft umher. Nach wie vor wird den Juden rechtlich erworbener Boden vorenthalten. Nach, wie vor . werden den Juden bei der Aufbauarbeit die größten Hindernisse in den Weg gelegt. Deri helden« haften Arbeitern in Palästina wird das schwere Werk noch schwerer gemacht. Bis heute — zwölf' Volle Jahro sind verflossen! — konnte es die Zionistische Exekutive, deren Weisheit und Tatkraft in allen offiziellen- Zei* tungen allwöchentlich gepriesen wird,; nicht durchsetzen, [ daß einer Vermessung" des/ Landes durchgeführt, also ' die einzige Sicherheit für üngestörtöti. Bodenerwerb und Bodenbesitz geschaffen wird! Einer von den vielen, vielen Fällen, die wahrlich keine hohen Anfofderungen an die politische Weisheit und Tatkraft einer Leitung stellen. Ist diese Leitung eine Stütze oder ist sie eine Last? » In Erkenntnis der Sachlage stellte die Opposition den Antrag auf Einberufung eines Kongresses, welcher endlich Klarheit über die Kräfteverhältnisse in der Or* ganisation und ihre Ziele schaffen soll. Die derzeitig? Mehrheit machte sich die zweifelhafte Anschauung zu eigen, daß die Ereignisse in Palästina und ihre politischen; Konsequenzen keinerlei Acnderung in der Meinung der; zionistischen Massen über die, jetzige zionistische Führung hervorgerufen hätten. Sie lehnte demgemäß den Antrag, ab. Ob dieser Standpunkt noch lange zu behaupten sein wird, ist zweifelhaft. , DieTagung des Ädministrationsrates der Jewish Agency. London, 24. März. (J. T; A.) Heute um halb 11 Uhr wurde die Si'tziMig des. Administrative Committee der Jewish Agency eröffnet, an der die Mehrheit der Mitglieder',' 'die\Exekutive;" Vertreter' aus Amerika/ England und. d«nr europäischen Ländern teiihnaibirrten. Aus Amerika kamen: '• -Felix W a r'b u r g, Cynus Adler, ' Alexander K o hin, James B e c k e r, J. H e y m an n. Lord M e chei 11 soll Mittwoch; den 26. d* M. au« Südafrika eintreffen. ^.Warburg hielt ein ,Reiferat. über dte Aufgaben der Agency, die er folgendermaßen begrenzte: 1. Festlegung der allgemeinen W i r t s c h.a. f t s p o 1 i t i k und der Richtung der Arbeiten der Agency j>n Palläs-tina. 2. Verteilung der Fonds der Age;ncy im Rahmen des beschlossenen Budgets an die bestehenden Körperschaften. Nach dem Referat sollen die Funktionen der Agency folgend« sein: 1. Koordinierung der Tätigkeit der wirt- SÖhaf-tltohen > Körperschafteir •Palästinas unter die vom Administrationsrat festgelegte ökonomische Politik. 2. Zusammenarbeiit mit der Palästinaregieroing gemäß der allgemeinen Wirtschaftspolitik des Adiministrativkomitees. 3. Beratende Tätigkeit und Leitung des palästinensische n Judentums im ökonomischen Angelegenheiten zusammen ritit der Pälästinaregiierung. Warburg berichtete über die Tätigkeit des Adiministnati'vkomi'tees, über die in Amerika 'gesammelten Hilfst fortds nach den Augustereignissen sowie über die gemeinsame Kampagne des Joint und der Jewisih Agency zur .n,F=v Nach ÄGYPTEN und PALÄS' mit den Luxusdampfern a INA »11 WWW II III f|| Rundfahrten im Mlttelm««r Genua — Neapel — Sizilien — Aegypten — Palästina tt Syrien — Zypern -r- Konstantinopel — Athen — Neapel — Marseille — Genua zu besonders ermäßigten Preisen t Auskünfte: ,Sitmar\I. Karntnerrlng 18 (jgeke Schwaizenbergplatz) Telephon U-45009 Utas m WIEN VII.. KAISERSTRASSE 123 IX.. ALS ERSTRASSE 6 FERNSPRECHER B-38-0-43 Sammlung von 6 Millionen Dollar, wovon auf die JewAsfa Agency 2,5 MMil'ioen Dollar entfallen seilen. Hierauf hielt Präsident W e i z m a im ein politische» ExposS. Nach Einsetzung der Kommissionen begann naohimlM&g« die Debatte über die Verfassung der Agency und über die Funktionen der Exekutive in der Agency. An der , Debatte nahmen Dr. Arflosproff, Leonard Stein, N, S o k o 1 o w und Cynu-s Adler teil., Ueber 52.000 Pfund Eingänge für den Paltisünu- Aufhnufonds im Februar 1930. Jerusalem, 00. März. (J. T. A.) Die Eingänge beim Hauptbüro des Keren Hajessodin Jerusalem betrugen im Februar 1930 52.305 Pfund. Von den Ländern, die zu dieser Summe beigesteuert haben, stehen an erster Stelle die Vereinigten Staaten von Amerika mit Pf. St. 24.876, es folgen Polen mit Pf. St. 8505, Argentinien mit Pf. St. 5910, Südafrika mit Pf. St. 2000, Deutschland mit Pf. St. 1473, Tschechoslowakei mit Pf. St. 1220, Belgien mit Pf. St. 1000 und eine große Reihe Länder mdt Beiträgen von weniger als 1000 Pf. St. Zum ersten Mal? seit Beginn des neuen Budgetjahres ist eine Ueberweisung aus den Vereinigten Staaten eingegangen, obwohl die Kampagne dort erst am 8. März begonnen hat. Die Gesamteinnahmen des Keren Hajessod betragen bis 28. Februar 1930 Pf. St. 4,098.009. Jabotinsky von den Generalen Hertzog und Smuts empfangen. , Kapstadt, 22. März. (J. T. A.) Wiliadianlr Jaibotinsky, der Führer der Zioniisien-Revisioniisten, wiurd-e vom Ober-. Haupt der südafriikainisohen Regierung., Generai H e r t z o g, und dem Führer der Oppostion, General Smuts, empfangen und unt erhielt sich mit ihnen eingehend über die Lage in Palästina und die politischen Problenre des ZionismiU'S. ' Schwere Bedrückung;der Juden in ,der Türkei,,. >, Konstontinopel, 20. März. (J. T. A.) Das Gericht in. Konstantinopel hat neu n Konstantinopler j ü d i s c h e Bürger, die beschuldigt waren, im Sommer 1927 bei der Bestattung des von dem Türken Osman Ratiw Bey getöteten jüdischen Mädchens Elsa Niego gegen das Türkentum feindliche Rufe ausgestoßen zu haben, z u j e einem Jahr Gefängnis verurteilt. Das Urteil hat unter den Juden der Türkei starke Verwunderung und Empörung hervorgerufen; Der Fall Niego hat seinerzeit großes Aufsehen erregt. Elsa Niego, eine junge jüdisdie Büroangestellte, wurde von dem berüditigten Lebemann Osman Ratiw Bey, Spjoß einer einflußreidien türkisdien Familie, mit Liebesanträgeh verfolgt und, als sie dieselben konsequent zurückwies; von ihm in einer öffentlichen Anlage durch Schüsse getötet. Die Behörden schritten nicht gegen den Mörder ein und ließen es zu, daß er in einem Sanatorium Zuflucht suchte, wo er als nervenkrank behandelt wurde. Das Gericht schritt gegen ihn nicht mehr ein. Bei der Bestattung der unglücklichen Elsa Niego haben einige Juden auf dem Friedhof die Schonung des Mörders durch die Geridite gebrandmarkt und wurden nach einigen Tagen wegen angeblicher Beschimpfung des Türkentunis verhaftet. Nach längerer Haft wurden sie gegen Geldbürgschaft auf freien Fufl gesetzt und erst jetzt zu der schweren Gefängnisstrafe verurteilt.. Antijüdisehe Ausschreitungen polnischer Hochschüler. Lemberg, 20. März. In der Universität sollte beute 8 Uhr abends eine vom Rektorat bewilligte Versammlung jüdischer Hochschüler in Angelegenheit der Anerkennung der jüdisch*nationalen Fot* derungen abgehalten werden. Als die jüdischen Stu* denten die Universität betraten, war der zugewiesene Saal bereits von einer großen Gruppe polnischer national« demokratischer Hörer der Technik besetzt. Diese über* fielen die jüdischen Studenten, mißhandelten sie, wobei auch einige jüdische Studentinnen sehr schwer attackiert wurden. Die Rettungsgesellschaft mußte intervenieren. Die Angreifer begaben sich sodann vor die Universität, wo sie jüdische Passanten überfielen und auch Frauen nicht verschonten. * Lemberg, 23. März. Die Vorgänge vom 21. d. fanden heute ihre Fortsetzung. Es sollte eine Sammlung „W oche des G'esundheitsheims der jüdi# sehen Hochschüler" stattfinden. Diese Aktion steht unter dem Protektorat des Departements des Ca» sundheitsministeriums,: des Wojwoden und der Rektoren /

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