Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 131 (21.3.1930)
- Date
- 1930-03-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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JJ« ,I..JlHM*b HIWB^Tj^' r Seite 6 DIE NEUE WELT Nr.131 Eine neue Verschleißstelle der streng oiih. i»3 Selchwarenfabrlk PETYAN&CO. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiiiii Wien, XX., Wallensteinstr. 45 (vorm. Lazar) // Ztt Jeder Tageszeit kalte und warme Selchwaren zu konkurrenzlos niedrigen Preisen t trag von Pfund 26.500 bestimmt. Ein weiterer Betrng von Pfund 10.000 wurde für den gleichen Zweck zur Verfügung gestellt, da auch die Regierung für den Bau von Verbindungsstraßen der abseits gelegenen Siedlungen mit den Hauptchausseen einen entsprechenden Betrag ausgeworfen hat. * Der Hilfsfonds, der seine Tätigkeit, soweit Sie die dringliche allgemeine Hilfe betraf, nahezu abgeschlossen hat« behandelt nunmehr die weiteren Fragen der Rekonstrufctionsarbeit, insbesondere das Problem des Wiederaufbaues der zerstörten Siedlungen und städtischen.Viertel. Ein Betrag von Pfund 25.000 wurde für die Aufbauarbeit in Saf ed bestimmt; Pfund 65.000 sollen für die Wiederaufrichtung der zerstörten landwirtschaftlichen Siedlungspunkte — Moza, Artuf, Ber-Towiah ü. a. — und zur Umsiedlung der Flüchtlinge aus diesen Kolonien in andere Siedlungen dienen. Pfund 50.000 wurden für Anleihen zwecks Häuserbau in Jerusalem, und Haifa und zur Stärkung der bestehenden vorstHdtischen Viertel in diesen Städten bereitgestellt. •. AUS PALÄSTINA. Ein Laboratorium für OrangenforsehuDg in Palästina. Die landwirtschaftliche Versuchsstation der Zionistischen Organisation hat bekanntlich vor einiger Zeit beschlossen, die Erforschung der Zitruskulturen und die Anlage von Versuchsorangenpflanzungen neu in den Bereich ihrer Tätigkeit aufzunehmen. Der Sitz der neuen Zitrusaibteilung wird ebenfalls in Rechowoth sein, wohin alle anderen Laboratorien der jetzt noch in T e 1- Awiw befindlichen Stationen verlegt werden. Durch einen Sonderbeitrag in Höhe von 750 Pfund, den Mr. A. I. Kasteliansky dem Keren Hnjessod zur Verfügung gestellt hat, ist die Errichtung eines besonderen Gebäudes für die Laboratorien der Abteilung für Zitrusforschung möglich geworden. In dem in Zürich beschlossenen Budget wurde ein Betrag von 1500 Pfund aus Keren-HajessodrMitteln für die laufenden Arbeiten des Laboratoriums ' bestimmt. Der neue Pavillon der Versuchsstation ist das erste einer Reihe von Gebäuden, die während dieses Jahres errdditet werden sollen, um die Uebersiedhing des Zentralbureaus und der Laboratorien der Versuchsstation sowie des Instruktionsdienstes zii ermöglichen. Die Beamten der Station werden so in näheren Kontakt mit dem landwirtschaftlichen Leben kommen. Die Pflanzenkulturäbtedlung und die Tierzuchtabteilung befinden sich bereits in' Rechowoth. Die Uebersiedhing ist durch den vom Keren Kajemeth im Jänner durchgeführten Zukauf eines Bodenstückes von 50 Dunam für die Anlage der Felder der Station möglich geworden. Der jüdische Boden in Palästina stammt zu 90 Prozent aus früherem Großgrundbesitz. Jerusalem. 10. März. (J. T. A.) Die Leitung des Jüdi* sehen Nationalfonds tritt den von arabischer Seite er« hobenen Beschuldigungen, daß als Folge der jüdischen Kolonisation arabische Bauern von ihrem Boden vertrie« ben wurden, mit einer Erklärung entgegen, in .der nachge» wiesen wird, daß 90 Prozent der von Juden in Palästina in den Jahren 1920 bis 1927 erworbenen Böden aus frühe» rem Großgrundbesitz der Effendis stammen. Wo Boden von arabischen Bauern gekauft wurde, geschah dies nur zum Nutzen der Bauern, die mit Hilfe des erhaltenen Kaufpreises den - in ihren Händen, noch ver* bliebenen Bodenbesitz besser entwickeln konnten. Die auf dem von Juden erworbenen Großgrundbesitz widerrecht« lieh angesiedelt gewesenen Araber wurden entschädigt,, so daß sie sich in den Nachbardörfern ansiedeln konnten. („F e 1 e s t i n" gibt diese Erklärung . ohne Kommentar wieder, da er sie. durch keinerlei Tatsache widerlegen kann.) Verschlechterung der Wirtschaftslage Jaffas. Jerusalem, 13. März. (J. T. A.) Der Jaffaer Kor* respondent der Jerusalemer arabischen Zeitung „Sowt Ashab" berichtet'seinem Blatte, daß sich die Wirt» sohaftslage in Jaffa andauernd verschlechtert und heute kritischer sei als während des Krieges. Die Kaufleute haben wegen der niedrigen Preise für Getreide und Orangen empfindliche Verluste erlitten. , Von jüdischer Seite wird erklärt,.daß eine der Häuptursachen der schweren Wirtschaftsdepression in Vorzügliche, täglich ofenfrische, feinst«, «MlnntMi AVISO! MAZZOTH UND GRIESS bekommen Sie nur aus der I. Wr. orth. Mazzothfabrlk Israel VORTREFFLICH. Wi«n II, Ober« AtigarUnstraM 92 Verfangen Sie überall ausdrücklich Voitrefflich-Mazzoth Dl« waltberühmten amerikanischen Manisdievitz-Mafaos Gries, Farvel. Matzot Cracker* sind baralt* «inaatrollan und wardan In allan bastaran labansmlttalgatcliBftan arhälflich tain Manischewitz Matzos-Vertrieb rwny^'aKa Wien II, Fuabachgasse 24 rönw*»»n Talapbo» ft*2S*-aa und R*4t*0-82 tlVim Filiale: t«. Frost, N, Haldgaaaa 9, Telephon A-41-8-64 »aWMMIIH............I Jaffa der antijüdische Boykott der Araber sei, der den Wegzug der jüdischen Bevölkerung aus Jaffa verschuldet hat. Nicht nur Handel und Gewerbe leiden, sondern auch die Einkünfte des Magistrats gehen ungeheuer zurück. Durch die Errichtung eines jüdischen Schlachthauses in TeUAwlw, begründet durch die Bedrohung der jüdi« sehen Schlächter im Jaffaer Sehlachthaus, wird der Jaffaer Magistrat eine weitere Einbuße von 2000 bis 3000 Pfund jährlich erleiden. NUSS0L fPEZIAL Gelb, (fcschmeidl-' ges Pflanzenfett! U a b a r a I 1 rh« Irlich! 100 Prozent Pttttgohalt Persische Juden vv^pllen ^nach Palästina. Konstantinopel, 9. Mfjrz,,.(J. T. A.) In der letzten Zeit trafen in Kdnstanttn'öpel,Taüf dem Wege nach Pa# lästina, etwa 200 Juden aus Persien in verschiedenen Gruppen ein. Sie haben sich' im Stadtviertel Balat nieder« gelassen und warten hier den Erfolg ihrer Bestrebungen bei der Zionistischen Executive in Palästina und bei der Emigrationszentralen H i a s-* I c a *E m i g d i r e c t ab, an die sie sich mit der Bitte, gewandt „haben,, ihnen zu der Einreise und zur Ähsibdfung in Palästina zu verhelfen. Sie erzählen, daß weitere sehr zahlreiche jüdische Familien in Persien ' sich zur Auswanderung nach Palästina vor« bereiten. Amerikanische Chaluzim in Palästina. Jerusalem, 14. März. (J. T. A.) Die hebräische Arbeiter»Tageszeitung „Dawar" begrüßt die soeben in Palästina eingtroffenen amerikanischen Chaluzim, die die Ueberfahrt mit der „Mauretünia" gemacht haben, und schreibt:„Indem die amerikanischen Juden ihr persön» mmalimmmmmi^^ Wien, It., Taborstr. 1 Tel. 1M1-2-4* Q«s Filmtheater der guten .Gesellschaft zeigt täglich: LIANE HAID - GUSTAV FRÖHLICH ■ in dem großen deutschen Sprecpu. l'onfllm der Joc-May«Prov. dukilon der Ufa DER UNSTERBLICHE LUMP mit H. A.SohUttowu OaH Garhardt. Manuskript: Robert LUbmann u. Karl Hartl nach Fe.Ix Uuermann u. Edmund Eysler. Regie: BUSTAV UCIOKT. Musik: Ralph Betmtzky PrMMvoll» Qri|inalaufnaliman aus ßm Oatarr. Alpanländern und WIm I Beginn: Wochentag 5, 7 9 Uhr — Sonn- und Feiertag 3,5,7,9 Uhr liches Leben mit' Palästina verketten, wie dies die russi» sehen, polnischen, yemenitischen und persischen Juden tun, wird das Gebot, Palästina aufbauen zu helfen, für sie vital zwingend. Die Brücke, die diese 24 Mauretania*Cha« luzim zwischen Amerika -und Palästina schaffen, ist stärker eis irgend ein Kapitalzuschuß oder ein Arbeits« Programm.", Wiederaufrichtung vpn Ber-Towiah. Am 11. März begab sich die erste Gruppe der neuen Siedler von Ber-Towiah, das während der August- Unruhen »erstört wurde, dortbin zurück. Die Böden sind inzwischen auf den Namen des Keren Kajemeth überschrieben worden. Der neue Kolonisation*« plan wurde vom Hilfsfonds bestätigt. Zunächst sind fünfzehn Siedler nach Ber-Towiah gezogen, wo sie mit der Anlage eines Brunnens, mit Pflügen und Bauarbeiten beschäftigt sein werden. Ein Teil der neuen Siedler besteht aus ehemaligen Angehörigen der jüdischen Legion, die übrigen sin'l Landarbeiter mit langjähriger Ausbildung. Ein neues Wohnviertel in Jerusalem, Zu den neuen jüdischen Wohnvierteln in Jerusalem, die in den letztes Monaten ob Folge der August- Unruhen gegründet werden, tritt jetzt ein neuer Siedlungsblock in der Nähe des Buclmnischen Viertels im Norden von Jerusalem. Das Viertel soll zunächst 45 Häuser umfassen, doch besteht eine Option auf Zukauf eines Bodenstückes, so daß die Möglichkeit für eine Erweiterung des Viertels gegeben ist. Jüdischer Vorschlag zur Kalenderretorm. Wien, 8. März. (J. T. A.) Bekanntlich sind gegen die Kalenderreform, welche die Umbildung des Jahres in 13 Monate zu 28 Tagen und einen zu keiner Woche gezählten Neujahrstag vorsieht, eine Reihe von Widerständen aufgetaucht. Durch Entstehung eines zu keiner Woche gezählten Neujahrstages ergäbe sich eine jährliche Verschiebung des Sabbat, wogegen sich Juden und Sabbatarier auflehnen, da die Beobach* tung der Sabbatruhe an den Kalendersametagen eine dau* ernde Entweihung des wirklichen traditionellen Sabbat bedeutete und umgekehrt sie aus wirtschaftlichen Grün« den nicht jedes Jahr an einem anderen Kalenderwochen* tag ihre Sabbatruhe pflegen könnten. Auf katholischer Seite will man ebensowenig von einer Verschiebung der Wochentage wissen, da es keinen traditionellen Oster« und Pfingstsonntag gäbe. Ueberdies muß festgestellt wer« deb, daß die geplante Reform, für die w i r t s c h a f t» Ii che Erwägungen maßgebend sind, nicht alle Kom» plikationen des gegenwärtigen Kalenders restlös zu be« seitigen vermag, denn es müßte, um den Kalender mit der Zeit nicht unbrauchbar werden zu lassen; ein Ersatz für den 29. Februar eingeführt werden, was doch wieder nur in Form eines zu keiner Woche gezählten Schalttages möglich wäre. Um die oben angeführten Konflikte und Nachteile zu beseitigen, hat der Schriftsteller Marcus Silber« schätz aus Wien dem Völkerbund folgende Mo d i f'« kation vorgeschlagen: Bildung des Jahres aus nur 13 Monaten zu 28 Tagen; Einführung einer Schaltwoche, die in Intervallen von sechs und fünf Jahren einzuschie« ben wäre. Dadurch würde keine Verschiebung 'der Wochentage eintreten. Das Jahr bestünde dann aus 364 Tagen, während der 365. Tag sowie der Schaltag (29. Fe* bruar) durch die Schaltwoche vollkommen aufgesogen würden. Selbstverständlich brauchte die Schaltwoche kei* neswegs vor Neujahr, sondern könnte ebenso ungefähr in die Jahresmitte eingeschoben werden. Es ist klar, daß es auch im Wirtschaftsleben, bei Terminfestsetzungen und 'Zinsenberechnungen, umständlicher wäre, alljährlich den Neujahrstag und eventuell einen Schalttag zu berücksich» tigen, als nur einmal in fünf oder sechs Jahren eine Schalt» iwoche. Wohl erscheinen alle Wünsche der Internationalen iLlga für festen Kalender, die auch eine dauernde Fest» 'legung der Osterfeiertage auf einen bestimmten Jahres* tag wünschen, nicht berücksichtigt, aber gerade der Vor» schlag von Silberschatz zeigt, daß es für die Liga keinen Zweck hätte, starr auf ihrem Standpunkt zu beharren, sondern daß sie im Wege des Kompromisses sich den Wünschen der Gegner anpassen könnte. Auf den Vorschlag von Silberschatz hat der Völker* bund am 19. Februar 1930 unter Zahl' 9 AI 17634/294 fol» gende Antwort gegeben: „Ich habe die Ehre, den Empfang Ihres Briefes vom 4. Februar 1930, enthaltend einen Vor« schlag zur Kalenderreform, zu bestätigen. Das Spezial»Studienkomitee für die Kalenderreform hat seine Arbeiten beendigt, Jch werde es, jedoch nicht unterlassen, Ihren Vorschlag heranzuziehen, sobald in Montag* den 24. März 1930 um 7,9 Uhr abends Im Cal« „Arkaden**,!., Universitätsstraße, eine Versammlung Thema: Balfour * Peklaratlon und Nlflatfiuh Mandat. s Referent; Or. SaUMüttfi Wölk s AnwhUefiend DttkitMion, Oiste willkommen.