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Die neue Welt · 1930-03-14 · Heft 130 (14.3.1930) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 130 (14.3.1930)
Date
1930-03-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seife 8 NE NEUE WELT Nt. ISO ff MAKKABI •f Ä KfttlS ÖSTERRCICM IM MAKKABI-WELTVBRBANDE Wettumen um dl« Makkablaialstarachaft von Ottamrtch Im Tarnan SooBtag. va9 uitr vorm.. im Saale du Hmsi. Jair. Bat" Schauturnen Hill anschließendem Tanx Entscheidung im Wetturnen (Preisverteilung) Freiübungsturnen // Rhythmisches und gymnastisches Turnen // Keulenschwingen Ml. 23.:Bi 8 Int aMs iB J8)ll!8Jlll! BegrüBunasabend zu Ehren des Maklltblwettverbsridl- Präsidiums und der auswärtigen Teilnehmer . . . _^^LA^1^^^^^_A^^ Kart** gttltlgMötdaa Sotteu ttraen ufid «tltllpfMH tum preis« von s 3.80. Los enaesleifiiAasM, X»f*tein pt dl« ffSttilrnefl (S 1.-. Jqgendlcht 50 Oroseh'o) «n folgenden Stellest Zion. ButeBUB, Wien, [.. KIrntnerstraße 28; Sportklub Hftkoat»; Caie" Atiaahof, Wien, I., WlealngwrMraBe; Schutihaus Dolliager, I.. WippHngett.raue; Jugendverein Erez Israel, II., '.irkusgasae 33: Tagestcaaae der Sophiensäle, III, Markergasse I); Caf< Lovrana, III., Löwengasse: Juwelier Eisinger, IV.,Favotitenalratie 6; Sporthaus Fischmann X., Favoritetiatrafie 122 sowie In allen Makkablverelnen und bei deren Mitgliedern Krestinski zu gunsten der Verhafteten zu intervenieren. Botschafter Krestinski hat dieser Bitte entsprochen und die Moskauer Regierung über die im Ausland mit Bezug auf das Schicksal der verhafteten Rabbiner entstandenen Besorgnisse informiert. Gestern nun hat Botschafter Krestinski Herrn Staatssekretär Weißmahn mitgeteilt, dafl die Intervention von Erfolg war und dafl die Verhafteten nicht nur aus der Haft entlassen wurden, sondern dafl auch das gegen sie eingeleitete Verfahren eingestellt wurde, so dafl es zu einem Prozeß nicht mehr kommen wird.. Das südafrikanische Einwanderungsgesetz in dritter Lesung angenommen. — Der 1. Mai ein Traüeriag der südafrikanischen Judenheit. Kapstadt, 4. März. (J.- T. A.) Der Gesetzentwurf zur Einschränkung der Zahl der aus Ost* und Südeuropa kommenden Einwanderer durch die Anwendung des Quotensystems ist im Abgeordnetenhaus in dritter Lesung angenommen worden. Er bedarf noch der Be* stätigung durch den Senat. johannisburg, 4. März. (J. T. A.) Der Sekretär des südafrikanischen Jewish Board of Deputies, Harry Kart er, hat in der Versammlung des Deputiertenrates den Vorschlag eingebracht, den 1. Mai 1930, an welchem Tage das gegen Juden Osteuropas gerichtete Einwände* rungS'Einschränkungsgesetz in Kraft tritt, als Trauer« tag für das südafrikanische Judentum zu proklamieren. An diesem Tage sollen in allen Synagogen spezielle Bußgebete gesprochen werden. ■ « Ii tl I .! I ■ Die jüdischen Proteste gegen die südafrikanische Quoten-Bill. Kapstadt, 5. März (J. T. A.) Das südafrikanische Parlament hat bekanntlich das Gesetz über die Einwanderungseinschränkung für Wanderer aus den ost- und sUdeuropäischen Staaten in dritter Lesung angenommen. Unmittelbar vor der Abstimmung erhoben die jüdischen Abgeordneten zum letzten Male Protest gegen die Bill, die »ich, wenn auch uhattsgesprochen, gegen das jüdische Element richtet. Der Deputierte Morris Kentridge widerlegte die Behauptung des Innenministers Dr. Malan, daß 80 Pro» zeht der Meuschenschicbt, die durch die Bill von der Einwanderung ausgeschlossen werden sollen, als Parasiten auf de,m Rücken der Produzierenden leben, und wies nach, dafl von den 1664 Jüden, die 1929 ins Land gekommen waren,?49 Frauen Und Kinder und 915 Männer waren, von denen alle, bis auf 91, der produzierenden Schicht angehörten. Emile Nathan, ein zweiter jüdischer Abgeordneter, klagte die Regierung an, dafl sie sich von Vorurteilen leiten lasse. Er nannte die Bill ein elendes Stück Gesetzgebung und warf dem Premierminister General H e r t z o g schärfste Inkonsequenz vor. Beim Empfang Reuben Brainins nannte er die Juden einen wertvollen Bestandteil der Nation, und heute tritt er für ein Gesetz ein, das die Juden stigmatisiert. Die Zeitung „Zionist Record" fordert die Regierung auf, klar zu sagen, daß sie mit diesem Gesetz eine D egradierung der Juden beabsichtigt, statt sich kläglich hinter Formeln zu verstecken. Radio-Ausstellung I BIs Katlf Lichtnetzempfänger 20 Monate ™* Batterie- Kredit, 10*/» ohflÄ Empfänger Anzahlung und TrjJr Lautsprecher!•/• monatl. Zinsen GGICi Grammophone „Zum Radio-Amateur" Elisen Goldschmied Wien, VII., Neubaugassä 19, Tel. B-32-5-75 Eine versäumte Gelegenh-^il:. Wie uns Tranejordanien verloren ging. — Das Jordantal war unser. — Zerschlagene Verträ\ge Unter dem Titel „Auf dem Wege nach dem Lande unserer Väter" S'bt der Mitbegründer und langjährige riter der A. P. C. (Anglp-Palästine Bank), iMitbegründer der Kolonie Reschon-le-Zion 8. D. Levoritin seine Memoiren in hebräischer Sprache heraus. Wir bringen eines der spannendsten Kapitel, welches traurige Lehren enthält. Nach Eröffnung der Filiale der Bank von Jerusalem (A. P. C.) bot sich mir im Winter 1905 die günstige Gelegenheit, dank der guten Beziehungen zur Lokalregierung, welcher wir eine Anleihe gewährt hatten, Konzessionen zu erwerben. Der Pascha , von Jerusalem Raschid hatte sich im Interesse der Auffüllung der Regierungskassen ernstlich Mühe gegeben, - uns den Erwerb einer großen Konzession zu ermöglichen. iA&zvv. •>.. -*¥B.. ..•. . - ' ' '«*; Zu jener Zeit war der Bodenerwerh mit besonderen Scdiwie)x%lceiteq; .verbunden; Und, ich erkannte^r daß es für uns von größtem Vorteile sein könnte, wenn, w|r:tfn die Lage kämen, die K r o n 1 ä n d e r e i e n auf beiden Seiten des Jordans zu erwerben uud^ wejjoi möglich, das Recht der B e in ü 4 z"u n g d<ej;, J'Ö r d a n s und des Toten Meer es in die Vertr^||i einzu beziehen! , :$$f Das To^e ty[eer ^enthäh... bekanntlich wichtig^ Mineralien t$p|Un|fe gende Thej^Bäu$H©^ **k* ■*•" ■■>.-*,. ••ugl, VjH aeheu Sirrin, . . . . Im Einverständnisse mit «dem MAtowretf Jerusalem Raschid Pascha,hatte ich mit Dr. Le'yll um| Eliohu S a p i r der Regierung folgenden Vorscl unterbreitet: < „Die Verwaltung der Kronländereien Ubergibt eftrfge P a c h t fünf Muchtareii (Gru'ndbesitzejni) aus iffi Kotanien Judäa*-«ämtliehe Böden,-welche ihr$j| jfoifrantal gehören- Gleichzeitig damit wird die Herfen} die fon^ession. zp Benutzung d|tj Iq'Vdans für Zwecke der IrHga^ioÄ' mv ttird Mt riohtuag einer elektrischen K r a f t q U e $) verliehen. Ebenso die Konzession zur Ausbeutung Mineralien des Toten Meeres. K Die Muohtare ihrerseits verpflichten sich, auf diesem Gebiete 5'Dörfer zu gründen, mit Je 100 Familien per Dorf, Es'steht ihnen frei, Bahnen und Chausseen zu hauen; sie können nach Belieben eine Dampfbahn oder eine elektrische Bahn einerseits nach 4 Jerusalem und nördlich bis zum Genezarethsee führen. Die Pächter sind verpflichtet, den Boden zu bearbeiten und das Land aufzuforsten, der Regie- BLAIMSCHBINS "WD PFLANZEN-Margarine TERIVO Unerreicht In Qualität und Preist Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner EhrwUrden des Herrn Oberrabbiners S. Fürst Darf Im kalnom jüdischen Haushalt MMss nee bv Uebtrall erb lltlieh KARL BLAIMSCHEIN8 Vereinigte Margarine- und Butterfabriken, Wien, XIV* Diefenbachgasse 69 rung jährlich 20 Prozent aller Einnahmen zu zahlen* Ale Entgelt für die Finanzierung wird der A. P. C. da« Reellt eingeräumt, bestimmend bei der Auswahl der Siedler zu wirken." . Nach langwierigen Verhandlungen, wie in der Türkei Üblich, erhielt der Mutessari ff von Jerusalem seitens der Verwaltung der Kronländereien in Kon« , stantinopel die Voll i%ft q h t, uns die oben genannten Ländereien zu verpachten. I Auf Grund dieser Vollmacht hat der Mutwsariff | mit" uu« 2 Verträge abgeschlossen. Der eine Vertrag war mit den Muchtarender jüdischen Kolonien, welche die Kronländereien pachten, und mit der A. P. C., welche die finanziellen Mittel bereitstellte, abzuschließen. Der zweite Vertrag sollte zwischen der Verwaltung d e r Kronländereien und der A. P. C. GUTER HERD- IST GOLDES WERT Dte tostfcaomnffefte I. Wiener orthodoxe Mastothfabrtk tSRAfL VOATRIFFLICH gibt bekaant. das Üb«rill taglkh ffrlsch a«bnck«n« Mazzoth uimi Mazzothgrieß mit SUmp«! ,Vd R TR ■ F ■ LI C H< ertilllHch »lad zum Zwecke der Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft zur Ausbeutung der Mineralien des Töten Meeres geschlossen werden. '• Die beiden Verträge sandte der Mutessariff von Jerusalem nach Konstantinopel und hat seinerseits zwei Berichte hinzugefügt. Mir ist es gelungen; eine Kopie des zweiten zu erlangen. Der Bericht lautet: Bericht des Mutessariff Raschid Bey an das Ministerium der Krongüter in Konstantinopel, 5. Jänner 1905. In meinem ersten Bericht habe ich die großen Vorteile auseinandergesetzt, welche man aus der Ur b a rmach ung des Jordantales für die Krongüter ziehen kann! Ich habe Ihnen auch den Text des Vertrages zugestellt, den ich mit den Kolonisten und dem Direktor der Anglo Palästina Comp, abgeschlossen habe. Dieser Vertrag enthält nur gute Bedingungen zum Nutzen der Krongüter. Wenn wir aber diese Güter in die Hände von unfähigen Menschen übergeben werden und sie nicht erprobten Agronomen anvertrauen, wird alle unsere Mühe verloren sein. Die Bauern, welche heute auf diesem Gebiete die Landwirtschaft ausüben, bedienen sich primitiver Mittel, so daß der Boden nicht ordentlich ausgenützt wird. Die Vorbereitung und Ausnutzung nach unseren Plänen erfordert große Kapitalien. Aus diesem Grunde habe ich mit den jüdischen Kolonisten gesprochen und sie ersucht, dafl sie uns aus der Mitte ihrer Reihen ihre Besten für die Siedlung in Jericho geben mögen. Es ist kein Bedenken, Juden in dieser Gegend anzusiedeln, weil die Elemente, welche in Betracht kommen, derjenigen Kategorie angehören, welche schon lange im Laude ansässig ist. Ich kann meinen Bericht nicht schließen, ohne einige Worte über das Verbot der jüdischen Siedlung in Palästina zu sagen. Dieses Verbot betrifft nur die Juden, welche von neuem ins Land kommen. Aber die Juden, mit denen ich den Vertrag abgeschlossen habe, gehören nicht zu den Neüeingewanderten.; . Ich halte eS daher für meine Pflicht, E. Exzellenz zu bitten, dem Antrag aus meinem ersten Bericht zuzustimmen! Raschid Bey, Mutessariff von Jerusalem. Als der Mutessariff die Verträge zur Bestätigung nach Konstantinopel sandte, hat er mich ersucht, 1000 türkische Goldpfund als Garantie in der Kassa der Verwaltung der Krongüter zu deponieren. Ich tat, wie er wünschte, und habe 1000 türkische Pfund Herrn Fernandez, dem Direktor der Bank de Salonique, zwecks Deponierung lt. Gesetz überwiesen. Ebenso habe ich 20.000 Franken für event. Spesen zur Verfügung gestellt. Wir waren aber überglücklich, als die Lokalregierung die Erlaubnis und Vollmacht zum Abschluß der Verträge bekam, und waren froh, als der Mutessariff den Vertrag mit uns abgeschlossen hatte und ihn zur Genehmigung nach Konstantinopel sandte. Wir glaubten doch einen sichtbaren Erfolg errungen zu haben: 1. 250.000 Dunam Boden ohne Geld, 2. Konzession der Ausnutzung der Jordangewässer lind des Toten Meeres, 3. die Erlaubnis, 500 Familien anzusiedeln. Beinahe ein kleiner Charter! In meinem Berichte an das Direktorium der Bank fand ich es nicht für nötig, mich auf viel Erläuterungen einzulassen. Ich habe meinen Bericht unter Beifügung der Verträge an den Präsidenten Wolfsohn gesandt. Auch er war zufrieden und drückte mir seine Zufriedenheit in seinem Briefe vom 9. Jänner wie folgt aus: „Gebe Gott, er möchte auch zustimmen (der Sultan)." Wolfsohn ersuchte mich, ihn auf dem Laufehden zu halten und teilte mir mit, dafl er meinen Bericht an Prof. War bürg nach Berlin sandte. Die Sache des Vertrages nahm in Konstantinopel den normalen Instanzenweg. Indessen bekam ich am 11. März 1905 ein Telegramm von Wolf söhn: „Ziehen Sie sofort Depot Fernandez zurück. Tun Sie solche Sachen nicht ohne meine Erlaubnis" In einem Brief, welcher dem Telegramm folgte, drückte Wolfsohn sein Erstaunen darüber aus,; daß ich zur Deponierung einen Mann wie Fernandez herangezogen habe. Er schrieb: „Sie haben damit viel bei der Ica und Rothschild verdorben! (Unsinn! — Bemerkung des Herausgebers.) Ich bitte Sie, nichts zu tun, was irgendwie etwas mit der Politik zu tun hat. (Unsinn!) Ich habe Ihnen heute telegraphische Order gegeben, das Depot von Herrn Fernandez zurückzuziehen." Ich war gezwungen, mich seiner (Wolfsohns) Order gu fügen und das Depot zurückzuziehen,

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