Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1930-03-14 · Heft 130 (14.3.1930) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 130 (14.3.1930)
Date
1930-03-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2711613-2711736-2711748--1713-2714948
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 130 DIE NEUE WELT 50 Dollar erhalten zu haben. Baskin hat auch eine wirk« liehe Frau und zahlreiche Kinder. Die Warschauer Polizei befaßt sich auch mit Anzeigen, die gegen den Konsul der Vereinigten Staaten in Warschau, G. K. Davis, einge» laufen sind. Es wird ihm zur Last gelegt, daß er die Machenschaften seines Vizekonsuls nicht nur geduldet, sondern an ihnen sogar teilgenommen habe. Das freie Bekenntnis zur jüdischen Nation in der Tschechoslowakei gewahrt. Prag, 9. März. (J. T. A.) Der J. T. A.-Vertrcter erfahrt aus Regierungskreisen, dafl der Antrag des statistischen Rates auf eine Novellierung des Durchfuhrungsgesetzes zur Volkszählung insoweit Gehör fand, als bei der nächsten Volkszählung iin Dezember dieses Jahres Nationalität und Muttersprac he gesondert erhoben werden sollen. Das Bekenntnis zur Nationalität wird dabei dem Bekenner vollkommen freigestellt sein. Dadurch scheint der von den Juden so stark bekämpfte Antrag des statistischen Staatsrates, Mitgliedschaft der jüdischen Nationalität nur solchen Personen zuzuerkennen, die Hebräisch und Jiddisch als Muttersprache sprechen, «us der Welt geschafft und ein Ausgleich gefunden zwischen den wissenschaftlichen Bedenken des statistischen Staatsrates und den Notwendigkeiten einer nationalpolitisch einwandfreien Zählung der Minderheiten im Staate. * Damit ist der in der letzten Nummer der „Neuen Welt" besprochene und von den deutschen und tschechischen Assimilationsjuden freudigst begrüßte Ansehlag gegen die Freiheit des Bekenntnisses zur jüdischen Nation abgewehrt. Seite 5 Zwei Juden wegen Förderung des Privathandels zum Tode verurteilt. Moskau, 4. März. (J. T. A.) Moissej Lewin und Jakob R a c h 1 i n, zwei Leiter der Arbeiter«Konsum» genossenschaft in L u y a n s k, wurden zum Tode durch Erschießen verurteilt, weil sie Warea aus dem Lager der Konsumgenossenschaft an private Händler veräußert haben. Mehrere andere Angestellte der Konsumgenossenschaft wurden wegen des gleichen Delikts zu Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis m fünf Jahren verurteil'-":. Die Verurteilten wurden nicht einer geschäftlich unredlichen Manipulation ange» klagt,, sondern der Unterstützung des verbotenen Privat* handels. , Henderson über. 'die. kommunistfeche Propaganda in ,r , ' Palästina!.,'' V..; London, 6.;;.März; (J- 'T. A.) Das konservative Urit^hau^fnitglicd*. Sir Kingsley Wob d * richtete \m Unterhaus ah "den Staatssekretär für' auswärtige Ahge» legenlleiten Arthur H e n d e r s o h die Frage, ob ihm der Inhalt der soeben' veröffentlichten'Proklamation des Prä* sidiums des Zentralexekutivkomitccsin Moskau bekannt sei, in der davon die Rede ist; daß in Indien das Ter* rorregimc verstärkt würde,, daß in Südafrika die Neger unterdrückt werden und daß in'Palästina Pogrome gegen die Araber organisiert wer d en; ob. der Außenminister beabsichtige, bei der Sowjetregierüng. Vorstellungen wegen dieser Pro*" klamatibn zu erheben. Außenminister N. Henderson erwiderte: Ich habe einen Pressebericht über die in Rede stehende Resos' lution des Präsidiums der Komintern gelesen, aber wie 19h schon in meiner Erwiderung vom 17. Februar ausführt?, glaube ich nicht, daß solche Statements irgend eine erns stere Aufmerksamkeit verdienen. Die Deutschnationalen schlagen vor: statt Notopfer Beschlagnahme jüdischer Vermögen. Berlin, 8. März. Der deutschnationale Landtagnabgeördnete'.Gieseler weist in einer kleinen Anfrage an das preußische Staatsministerium am 5. März darauf hin, daß,.;üra das Defizit im Reichssäckel zu decke«, von sozialdemokratischer Seite ein No topf er der Fcstbesold.eten in Vorschlag gebracht worden ist. Er ersucht das Staatsministerium, statt dieses Notopfeis bei der Reichsregierung eine Gesetze-svorlagc in Vorschlag zu bringen, wonach »die Vermögen der nach dem Kriege eingewanderten und a iV's der deutschen Not reich gewordenen Ost- Juden für. dieses Notopfer beschlagnahmt werden spl.len". Der „Judenwolf" des Landgerichtsdirektors. Berlin, 8. März. (J. T. A.) Im Hauptausschuß des preußischen Landtages führte am Dienstag, den 4. März gelegentlich der Beratung des Haushaltes der Justizver* waltung der sozialdemokratische Abgeordnete Heilmann Beschwerde über den Landgerichtsdirektor Sperling in Lyck (Ostpreußen), weil dieser in einer Urteilsbegrüh» dung einen Zeugen namens Wolf als den „Judenwolf' zitiert hatte. Der preußische Justizminister Schmidt er» widerte, dieser Fall sei ihm noch nicht bekannt, er werde ihn sofort nachprüfen lassen und das Erforderliche vc#« anlassen. Julius Jewelowsky weiterhin Danziger Handelssenator. Danzig, 6. März. (J. T. A.) Der führende Hqb> industriell© Herr Julius Jewelowsky, der, wie im> geteilt, zum Ehrengeneralkonsul der Türkei für den Fre> Staat panzig ernannt wurde, ist nach einer Pause, die durch den unerbittlichen Kampf der Deutsch« nationalen und Völkischen gegen ihn bedingt war, seit zwei Jahren bereits wieder Mitglied des Danziger Senats, und zwar übt er das Amt des Senators für Handel und Gewerbe aus. Er ist auch Mitglied des Danziger Volks* , tages. Forderung nach Enthebung des Rektors Magnes. Dr. Simon Rosenbaum fordert die Abberufung Magnes' von der Kanzlerschaft der Hebräischen Universität. *■• Jerusalem. 3. März. (J. T. A.) In verschiedenen jüdischen Kreisen Palästinas wird das Vorgehen von Dr. Magnes, Kanzler der Hebräischen Universität, der seine Broschüre „Like all the Nation?" (Alle Nationen gleich?), in der er seine Araberpolitik darlegt, allen Mitgliedern des englischen Parlaments zugehen liefl, als ein Bruch des Versprechens an-, gesehen, das Dr. Magnes kürzlich dem Waad Leumi gegeben hat und mit welchem er sich verpflichtete, sich jeder isolierten politischen Betätigung zu enthalten.. Der greise Zionist Dr. Simon Roscnbanm, früher Minister für jüdische Angelegenheiten in Litauen und jetzt litauischer Generalkonsul in Palästina, fordert in einem an den Präsidenten des Aktionskomitees Leo Motzkin gerichteten Schreiben die Abberufung von Dr. Magnes von seinem A rate als Knnz 1er der Universität. Auch in Amerika wird die Enthebung gefordert. In der amerikanisch-jüdischen Zeitschrift „Reflex" (New York), welche bisher sehr energisch für die Erweiterung der Jewish Agency eingetreten ist. schreibt Dr. S. Melumed: Bevor wir weiteres veranlassen, brauchen wir eine Erklärung über die Absichten der amerikanischen A g u 11 c y - F Ii h r c r. Besagt diese Erklärung, daH die Agency-Führcr in Amerika nicht mit Magnes sympathisieren, dann haben sie das logisch Nächstliegende zu tun und den Exil a bbi ner von seinem Platze zu e 111fer.nen. um damit die jüdische Einheitsfront in Palastina wiederherzustellen. Sollte die Erklärung jedoch ergeben, dafl die amerikanischen Agency-Führer riiri t, Magnes s y m p ä t h i s i cr e n, so würde den, Ziohisten nichts übrig bleiben, als die Ver-, einbarung für gebrochen zu erklären und die A g 0 n c y a u f z u 1 <i s o ri. Wir dürfen nicht dulden, df$; das Krebsgeschwür weiterwuchert. Es muß entwerdeu." Das „Jüdische Nationalheim" — totgeschwiegen^ v.i^In Amerika hat,' 'wie bereits gerneidet, die .•■Erweiterung der, Jewish Agency —durch Nieh tz i o h i s i e n dahin; geführt* daß des Keren Hajessod in Amerika liquidiert'würde: Die Sammlungen für den Palastinaaufljau werden nicht mehr separat, sondern gemeinsam mit der Sammlung für die wohltätigen Zwecke des Joint-Komitees geführt werden. Die Leitung dieser Gemeinschaftsaktion hat nunmehr den ersten Aufruf erlassen, gegen dessen Fassung das Organ der amerikanischen Zionistenorganisation MNew Pälestihe" Verwahrung einlegt. Das Organ berichtet, daß in diesem Aufrufe die Bezeichnung „Jüdisches Jjf a t i q n a 1 h e i m" einfach weggelassen ist und nur;,ft g r ä'r is c.he Kolonis.a.tion" — üd.i sche Ean'wand e r ü n g" —: „h eb r üi sch e^ Sp ra ch c" als Zweck der erweiterten Jewish Agency und der Sammlung bezeichnet wird. Das Blatt erinnert daran, dafl . die Errichtung des „Jüdischen N a t i 0 n a 1hV^im es" der einzige, ausdrückliche Zweck der B\ldiuttg der erweiterten J. A. war. Ihn zu verschweigen, sei; unzulässig. Wenn auch nur ein „Zufall" oder unbeabsichtigte Auslassung vorliege, müsse dagegen Einwand erhoben werden. ' \ * , J Nachdem in dem Komitee auch Zio nis ten sitzen, erscheint die Unterlassung umso auffallender, ßbr v»#ufaH" scheint der Ausfluß' eines;Systemäki?uysein, dessen" weitere Entwicklung den Weiterbestand der erwfeltei^Bri J. A. schwer bedroht. Dieses ^System.vvvürde B'r. u''i$jp d es g e s c h 1 o s s e rite-n P a k t e s bedeuten. F|jix ,M. Warburg erklärt, daß er das Agency- Sehema im Einvernehmen mit der Zionistischen Exekutive aufgestellt hat. g.- .New York, 10. März. (J. T. A.) Herr Felix M.;Warbiirg, 'Vorsitzender des Administrative Committee der Jöwish Agency, tritt in einer Erklärung den Ausführung g&rdes Londoner „Jewish Chronicle" vom 21. Februar entgegen, in welchem ihm vorgeworfen wurde» c|; habe, ohne die Zionistische Exekutive zü-R'ate zu ziehen, ein Schema der internationalen Wirksamkeit der Agency Und eine Einteilung der Afgency-Mitglieder in Kommissionen ausgearbeitet. Hätte' „Jewish Chronicle", erklärt Warburg, Interesse gehabt, die wirklichen Tatsachen zu erfahren, so hätte di^se Zeitung doch bloß beim Londoner Zionistischen Büro nachzufragen brauchen und sie wäre von jenen Zibnisten eines besseren belehrt worden, ' die bevollmächtigt waren, die zionistischen Freunde für diese versuchsweisen Beratungskomitees zu nominieren; Wir haben, schließt Warburg, das Schema der Zionistischen Exekutive in London zur Prüfung t unterbreitet und erhielten postwendend ihre Vorschläge undErapfehlungen. * IV.; IJas „Sehenia", von welchem Herr Felix Warhurg redet, war in der „Neuen Welt" besprochen. Es beinhaltete neben der Ausschließung der Zjpnistisjbhen Exekutive von den einflußreichsten Stelleu direkt liefern ihr nahrhafte« Fett zur Kuherolerzeugung. Vom Pressen der Früchte bis zum Verpacken des gebraudttferHgen Kunerols steht die Hersfellunjg unter streng ritueller Aufeicht des Herrn BezirksrabbinersS.Ehrenfeld zuMattersburg. Kunerol kann von jedem Strenggläubigen ohne Bedenken zur Zubereitung von Milch- und Fleischspeisen verwendet werden. sP UNEROL 100% REINES KOKOSNÜSSFETT groteske Besetzungen (Reehtsgelehrte als Sachverständige für Impfung, Arbeiterführer für Synagogenba 11 etc.). Das alles soll also im Einverständnis mit der Zionistischen Exekutive beschlossen worden sein. Da ist es wohl notwendig, daß die Exekutive selbst das Wort ergreift! Der ungarische Kultusminister uiimiÜiert eine Rabbinerwahl. Aus Oedcnbnrg wird gemeldet: Als der rangälteste Rabbiner Ungurns, der Oberrabbiner Emanuel Grün w a 1 d von Öedenburg, Ende Oktober vorigen Juhres plötzlich starb, hat der in Ungarn gesetzesglcichen (Jebcrliefcrung entsprechend die Familie des Verstorbenen ihr Vorrecht auf Besetzung des Rabbiner* postens durch eines ihrer Mitglieder, den ältesten Sohn, Rabbiner Julius G r ü n w<a l d in Luzern^ Anspruch erhoben. Die Gemdihdeleitung versuchte , jedoch eine andere Kandidatur und widersetzte sich, den Instr.ujktionen der Orthodoxen Landeskanzlei in Budapest, welche den Fall der ^ejj.et^ejig^niU|len- Rabbinerkommission in BudapestÄ' ünXerl)reiten befahl.v ÖietGemeinde- . . •. ,tt ..' •' .k^rtjA^Kf«?.______ leitung ordnete eine .WAW';.'bia.ae^t:4^:^t$^§. on, aus welcher der v'qw M>u\n;k^ Privatlehrer Simon plö^ der Gemeindemitglieder übte Wahlenihältung;'©ie Gemeindelei'tung setzte die Installierung des neuen Rabbiners für 9. März fest. Nun hat aber der Kultusm i n i s t e r übpr Einspruch .der Tamil:ie;;'iG'r:.ü;n w a 1 d die Installierung un te'r äag'tJ' " . v'/; ' Erfolgreiche Berliner Intervention', zn gunsten der Minsker Rabbiner.*1 > .; Berlin, März. (J. T. A.) Wie'ü schon niitgeteilt, wurden die wegen angeblicher Konspiration mit dem Aaislande in Minsk verhafteten sechs RabJ^ner und acht Gemeindeführer nach Interventionen ausländischer politischer Kreise — bekanntlich hat in der -Angelegenheit ein Depesclienw^echsel zwischen dem amerikanischen Senator Borah und dem gegenwärtigen i Leiter; der auswärtigen Angelegenheiten, Rußlands Litwinqw/eine Rolle gespielt — aus der Haft entlassen/ Wie der j; T. A.-Vertreter erfährt, ist dieser Erfolg nicht zum wenigsten auf eine Aktion, Berliner Kreise zurückzuführen. Führende jüdische Persönlichkeiten Berlins wandten sich an den Staatesekretär t>t( W.e 19 m a n n mit der Bitte, beim russischen Botschafter Herrn Wetterharte Menschen fürchten keinenRegen, keinen Sturm, keine Anstrengung, denn sie , ,•; verwenden ständig zur Pflege und zur Stählung ihres Körpers den vielfach bewährten FRAMQSBR AN NT-VfEIN Mit ttdltllOl Kräftigt durch tägliche Einreibungen (Massagen) Muskeln und Sehnen, erhöhtElasti^t.und Ausdauer, erfüllt mit verjüngender Frlsichi. Ebenso wertvoll zur Hund* mihI H«*f|ilt««« ÜBERALL ERHVLTUCHI Wertlose Nachahmungen sind energisch zurück- . zuweisen 1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.