Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 130 (14.3.1930)
- Date
- 1930-03-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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r Seite 2 "~" UIIRIII1IHIIMIIIIIIHIIIHIIIJ DIE NEUE WELT Nr. 130 nnniiminniiiiiiiiiiiiiiiintiiiiifiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiniL: FÜR EIN GENUSS! sind die, nach einem speziellen Vertahrtln erzeugten, in Geschmack intet Bekömmlichkell unerreic Ii tili STRUM- und GRIESS die als vorsUg.ich, schmackhaft, hygienisch einwandfrei erzeugt, beetbekannt sind I Die runden Strum-Mazzotn sind eine besondere Dellkatesse!. Viele Tausende nehmen jedes Jahr nur die.Qualitäts- Mazzoih „Strum** und lassen sich keine anderen Erzeugnisse aufdrängen Verlangen Sie überall — nur die vorzügliche Standard-Marke Strum - Mazzoth Die Mazzoth-Bäckerei H. STRUM, II., Rotensierngasse 11, steht unter Aufsicht des. ehrw. Rabbinats der Israelit. Kultusgemeinde Wien. Besonders in ritueller Hinsicht sind Strum-Mazzotli unbedingt ein-, wandfrei. Die Erzeugung erfolgt mit eigens konstruierten, patentamtlich geschützten Maschinen (Ofen) auf elektrischem Wege von fachmännisch geschulten jüdischen Arbeitern. Das ganze Maschinenmaterial wird von eigens hiezu bestellten Vertrauenspersonen des Rabbinats viertelstündlich vollständig gereihigt und ausgewechselt Wer Strum-Mazzoth kauft, weiß, daß er nur frische Ware heuriger Erxeugung bekommt! Achten Sie auf die Stampiglie „H. Strum", die auf jedem Paket ersichtlich Ist! MAZZOTH-BÄCKEREI H. STRUM, WIEN, II. Rotensterngasse 11 Telephon R-41-G.12 I dakteur!" Und der Herr Kommerzienrat legt die Telephonmuschel aus der Hand'und nimmt seine Zigarre wieder in den Mund. Er ärgert sich noch ein bißchen und murmelt: „So ei ri'meschuggenerChammer! Die Löhne! Na, er hat mich schon verstanden! Schließlich brauchen die Leute unsere Inserate. Na, er wird es den Leuten schon klar machen mit der Gesinnuhgsfreiheit und der . Gewissensfreiheit und dem „Christentum" . .;. Sie sagen Christus und sie meinen Kattumv. ." „Und den Herren ICommerztenräteh^ ctie den Feldzüg leiten; ist es wirklich nicht — wieviele ' von ihnen sind*denn tiberhaüpt Chri4sten? -■ üm die: Freiheit des' Christenmenscheh zu tun!" \•"'' -. " r" '■ * ■;• , 7 ,v. . •. •: V Sp .schreibt die „Arbeiter-Zeitung", das Organ einer, der mächtigsten Gruppen der Internationale. So glaubt sie, einer guten SächVam besten dienen zu können. Der jüdische Blutsauger — und nur der jüdische, mit dem gierig' schmatzenden Maule — ist an allem, schuld! Was ist giftiger, aufreizender und gefährlicher? Wenn man den Juden, wie es die Hakenkreuzler aller Sorten tun, als Christusmörder, Blutabzapfer und Landesverräter darstellt? Viele glauben daran, aber manche!nicht" Wir leben'ja' doch in einer unfrommen Zeit. Oder aber wenn man sie als scheinheilige Parasiten schildert, die. mit modernsten Instrumenten dem Christenvolke das Mark aus den Knochen ziehen? . Und wenn man diese verlogene Schilderung einem Volke wie dem österreichischen vorführt, einem Volke, das an Hunger und Arbeitslosigkeit unendlich zu leiden hat. * Wie viele von den österreichischen kapitalistischen Blutsaugern sind denn überhaupt Christen? . So frägt die. „Arbeiter-Zeitung". Und wir fragen: Wie viele von ihren Redakteuren sind, überhaupt Christen? Die „Arbeiter-Zeitung" wird fast ausschließlich von Juden gemacht und. der antisemitische Schandartikel ist von einem Juden geschrieben! Wieso das kommt? Weil diese Softe von Juden, Assimilationsjuden, alles tun, um nur voll genommen zu werden. Um voll. genommen zu werden, werfen sie ihr Judentum weg. Um voll genommen zu werden, tun sie deutscher und .christlicher und sozialistischer als die Deutschen, die Christen und Sozialisten. Und antisemitischer als alle anderen! Die Juden haben alle Ursache, vor den Antisemiten auf der Hut zu sein. Aber noch mehr Ursache, vor diesen Juden auf der Hut 2u sein, denn sie sind gefährlicher als alle. Wie ein "Geschwür, so fressen sie am jüdischen Volksjtörper. Und wa« ist der Lohn, der diesen Helden blüht? Ist Anerkennung der Preis dafür, daß sie unjüdisch und antijüdisch tun? Das Schicksal dieser Juden, die von* den anderen für volle Nichtjuden genommen werden wollen, ist so traurig wie ihr Handwerl;. Vor wenigen Tagen starb in Deutschland so ein Führer , jüdischer Herkunft, der sein Judentum abgelegt hatte, der sozialdemokratische Abgeordnete Paul L e v y. Er wollte nicht Jude sein, nur Deutscher, Führer der Deutschen. Ueber seinen Tod schreibt der „Stürmer": „Der Fememordjude ist tot. Der Jude Paul Levi, der bekannte und Jtertichtigte Fememordhetzer, ist toi Vergangenen Sonntag vormittags; ist er zu seinen Vätern heimgegangen^Es War morgens um 5 Uhr, da machte Paul lievi;vder an; Grippe erkrankt war, einen Sprung aus seinem Fenster. Das hielt seine Wirbelsäule n i c h t a n s. Sie brach auseinander und das yer« anlaßte ihn, s c i h e n T a 1 m il d g eist auf i n* geben... Nun aber hat ihn sein Gott... zu sich geholt. Ueber die Ursache seines Todes ist man verschiedener Meinung. Die einen sagen, Paul Levi hätte den eigenen Rassegeruöh - nicht mehr ertragen könhen, er sei zum Fenster hinausgestürzt^ um frische Luft zu schöpfen, und dabei, sei er h i öausgö f 1 ogen. Andere meinen wieder, das stetige und gewaltige Anwachsen der nationalsozialistischen Bewegung habe ihn so in Verzweiflung gebracht, daß er es vorgezogen hat, in Ab,rahanV&3choß zu flüchten. Auch wir bedauern lebhaft, daß Paul Levi tot ist. Wir bedauern es, daß der kommende nationalsozialistische Staatsgerichtshof sich nicht mehr mit ihm befassen kann. Paul Levi wäre zweifellos an einen der höchsten Galgen gehängt worden." * Der „Stürmer" ist das Orgah einer Partei, welche bei den letzten Wahlen 500.000 Stimmen in Preußen allein erhielt, welcher Professoren, . Beamte, Studenten, die Repräsentanten des deutschen Geisteslebens angehören. Der „Stürmer" häuft Unrat über dem Grabe des toten Juden, der sich im Leben so sehr bemühte, unjüdisch, antijüdisch zu sein. Die jüdischen Führer der österreichischen Sozialdemokratie und die jüdischen Redakteure, die Austerlitz, Adler und die anderen können sicher sein: Das Schicksal des Paul Levy. ist ihr Schicksal! Sie mögen vom Judentum noch so weit abrücken, es noch so giftig, bekämpfen, sie werden es nicht los. $ie bereiten dem j üdischen Volk unendlichen Schaden, aber ihnen bringt es keine Ehre. Dort, wo der Name Jude in Ehren genannt wird, dort schweigt man von ihnein-. Dort, wp >man ,vom Juden mit Haß und Verachtung, spricht, dort'. werden ihre Namen genannt. mmm in. - Mb f=V ■ ■ ■.. Nach ÄGYPTEN und PALÄSTINA; ttilt den Liwasdarapfenr; .....[Uk ffllWWWHlll ffl Rundfahrten Im Mittelmeer Genua — Neapel — Sizilien — Aegypteir — Palästina — Syrien — Zypern — Konstantinopel -- Athen — Neapel — Marseille, — Genua zu besonders ermäßigten Preisen ' Auskünfte: »Sittnar*. l Kflmtnerrlng 18. (Ecke Scnwaizenbergplätz) Telephon U-45009 ws ' 1 ' \\t { =gl wisser Hinsicht die Haltung Wassermann^' bestimmt za haben scheint. Er zftierte den Inhalt eines Blattes aus Herzls „Tagebüchern": 9. April 1902. Auf sonderbare Weise bin ich dazugekommen, den folgenden Brief an Lord Roth» schild zu' entwerfen/ Ich sah heute:das neue Werk eines offenbar begabten Schriftstellers, . von dem ich mich bisher etwas zu lesen w eigert.e, weil er vor Jahr und Tag über eine Hintertreppe und durch abstoßende Ränke in die;;Neue Freie Presse" zu gelängen und meine Protektion durch seine An» freundung mit seinem. verstorbenen Schwager zu er* gattern versuchte. Talent kann er darum doch haben, und ich bin vielleicht gegen sein Werk ungerecht, wenn ich auch gegen ihn gerecht bin. So legte ich mir die Frage vor, wie der Mann hätte auftreten müssen, um mich zu gewinnen, der ich doch so vielen pro* tektionslosen Leuten helfe und geholfen habe. Offen und gerade hätte er sich meiner Loyalität > anver» trauen müssen ..." Der Mann, dem diese Worte, galten, ist Jakob Wassermann. Der Vortragende berichtete, daß ihm dies von absolut vertrauenswürdigen Freunden Herzls mit« geteilt wurde. Der von Herzl erwähnte Schwager ist der erste Herausgeber der „Welt", Naschauer, ein Bruder von Herzls Frau. >W fahr VifaUl mnwmffll/Qm /^lßaidniin>MM rill III il Eine lehrreiche Reminiszenz. Herzl über Jakob Wassermann. Im Rahmen des Verbandes demokratischer Zio* nisten Oesterreichs hielt der jüdische Historiker und Herzl*Forscher Dr. Tulo Nussenblatt, der Verfasser des vor kurzem erschienenen Buches „Zeitgenossen über tterzfeinen Vortragt welcher - "dem „Menschen" Herzt gewidmet -war, seinem., kristallklaren Gleist und Gemüt. Er schilderte, wie Herzl allem Großen und Guten rück» haltlos zu dienen bereit war, wie er Kleinliches und Ge» meines mit vornehmer Entschiedenheit von sich fernhielt. In diesem Zusammenhange erinnerte Dr. Nussenblatt an das Urteil der „Neuen Welt" über einen jetzt lebenden und wirkenden Zeitgenössen Herzls, den Romanschrift* steller Jakob Wassermann, welcher einen giftigen Kampf gegen den Zionismus und auch gegen die Ost* jüden führte. Der Vortragende hob eine bisher nicht be* kannte Tatsache hervor, welche das Urteil der „Neuen Welt" über Jakob Wassermahn, als Menschen, durch ein Urteil Herzls bestätigt erscheinen läßt und auch in ge» Inhaber: IHiril I., Adlergosse S Rlcnard Herzog WfCll TtfESS»1» .. -7. T«I.A<4f.«.54 SprecNaoDarate jwjwte Radio* und RunafujikaerBte ieder Art ferner Jüdische und tiebrflUche Stnallplatten sowie alte modernsten T«n2- und Qesahgsschlager in relch»t«r Auswahl auf Lager l : ■ < Auch Teilzahlungen! Ptovinzversandi Die Judenhekehrer werde:; zuversichtlich. Vortrag eines Jesuitenpaters über den Zustand der europäischen Juden. — Die Entartung der Juden macht sie missionsreif.— In Wien soll eine neue Arbeitsperiöde der Judenmission einsetzen. In Wien hielt Pater Georg Bichlmair von der Gesellschaft Jesu einen Vortrag über „M issioniorung des Judentums" und führte u. a. aus: Im Jahre 1857 machten die Juden Wiens noch 2 Prozent der Gesamtbevolkerung Wien's aus, im Jahre 1880 schon 10 und errichten im Jahre 1900 bereits 11 Pro» zent. Nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts konnte man bereits deutliche Verfallserscheinungen des Juden tum s beobachten. Rückgang der Heiraten, Geburtenrückgang, zunehmende Anzahl der Ehescheidung gen sind die hauptsächlichsten Verfallserscheinungen. Durch das freie Leben haben die Juden gerade die Stärke eingebüßt, die sie durch mehr als tausend Jahre zusam* mengehalten hat: das konservative, religiöse und natio* nale Leben. Auch in geistiger Hinsicht sind Verfallserscheinun* gen bemerkbar, Oberflächlichkeit, gefördert durch platten Materialismus und -gedankenlose „Aufklärung", haben ein geistiges Proletariat erzeugt, das unverkennbare Merkmale der Dekadenz trägt. Dieses geistige Proletariat ist eine Gefahr geworden, denn es beherrscht heute den größten Teil der Politik und der Presse. Man hat es hier mit einer heidnischen Presse zu tun, denn diese Leute greifen nicht nur die Sitten und die Religion der anderen an; sie haben selbst Religion und Sitte ver* loren. Man darf aber dieses geistige Proletariat nicht; mit dem Judentum identifizieren. Der orthodoxe Jude ist gläubig und konservativ. Die Christen müssen sich nun bemühen, das Volk Israel vor dem geistigen Untergang zu retten, sein Ver« trauen zu gewinnen und das Werk der Missionierung eines Volkes zu vollenden, für das es reif geworden ist. Gewiß erschweren noch manche Umstände die Missio« nierung größerer Massen, wie die zerstreute Ansiedlung der Juden und die seelische Verhärtung vieler einzelner« Aber man darf nicht aussetzen an diesem Werke. Man darf sich nicht von falschem religiösen und poIi* tischen A n ti 8 e mit i s in u s blenden Uwes« Jeder,