Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1930-03-14 · Heft 130 (14.3.1930) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 130 (14.3.1930)
Date
1930-03-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2711613-2711736-2711748--1709-2714944
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Preis 35 Groschen V« ba ba BEZUGSBEDINGUNGEN. Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljahrig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15 —; Jugöslawlen monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. REVU E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—. Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Redaktion and Verwaltang: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgans 4 Freitag, den 14. März 1930 Nr. 130 36run<3e. •Neueste/WsHe •Niedere Preis kQ(t «{wecken finden DETAILYE&k-ÄUF nu*mmr FABRIK \W.jeklsu*6>.46, &&ocA~ Revision im Prozeß Hinkis. — Das Todesurteil in eine fünfzehnjährige Gefängnisstrafe umgewandelt. Jerusalem, 11. März. (J. T. A.) Das Jerusalemer Appellationsgericht hat am Dienstag, den 11. März, das Urteil in dem Revisionsprozeß Hi n k i s verkündet. Das Appellatiottsgericht hob das vom Jaffaer Distriktsgericht gegen den Tel-Awiwer jüdischen Pojizi^ Achtung! Bei der Kinder*Purimfeier am Samstag wird keine Tageskassa eröffnetI Es empfiehlt sich daher, die wenigen restlichen Karten für diese und die sonn« tägige Wiederholung der Kinderfeier vorher rechtzeitig bei Frau Else Nebenzahl und Frau Paula Stricker (Adresse und Telephonnummer siehe Inserat) zu bestellen oder bei der Kassa des Caf6 Produkten» b ö r s e, IL, Taborstraße, zu kaufen. sten Simcha Hinkis gefällte Todesurteil auf und verurteilte Hinkis zu 15 Jahren Gefängnis. Das Jaffaer Gericht nahm auf Grund von Aussagen arabischer Zeugen und von Sachverständigengutachten an, daß Hinkis während der Unruhen im August 1929, bei welchen eine Anzahl Juden aus Tcl-Awiw von Arabern getötet wurden, in das Haus einer arabischen Familie zwischen Jaffa und Tel-Awiw eingedrungen war und fünf Glieder dieser Familie niederschoß. Das Appellationsgericht hat sich der Annahme einer vorsätzlichen Handlung nicht angeschlossen, glaubte aber, daß die Beweise für die Täterschaft Hinkis' hinreichend seien, um ihn zu einer Gefängnisstrafe zu verurteilen. Die jüdischen Kreise Palästinas halten 4linki% für vollkommen "unschuldig. w .■ •■ .^*|^..v .•-.-V > "M'^ , . ' ••r •>•. ■. - -t.i-j- ■ f '• U^.-' jr'J.i. - - .. <•.' Jüdischer Antisemitismus. ."^sig? Antisemitische Kamp res weise der österreichischen Sozialdemokratie, — Die Juden als Blutsauger und Volksbedrücker. Man sägt den russischen Zaren nach, daß sie sich der Judenfrage als letzten und wirksamsten Mittels bedienten, um aus gefährlichen innerpolitischen Verwicklungen heil herauszukommen. Wenn die Unzufriedenheit der Massen nicht mehr anders überwindbar schien, lenkte man ihren Zorn ab, indem man auf die Juden als den Urgrund alles Uebels hinwies. Die Zaren haben so gehandelt. Aber es w.äre unrichtig, wenn man behauptete, daß diese Mjethqde. vom Zarismus erfunden und nur von ihm angewendet worden sei. Das Ablenken der Aufmerksamkeit unruhiger Massen auf die Juden ist weder zeitlich noch örtlich begrenzt, es ist weder ein ausschließlich russisches, hoch ein ausschließlich „christlich-reaktionäres" Mittel. Es wird gelegentlich von politischen Führern und Organisationen gebraucht, welche mit Rußland und zaristisdien Tendenzen, aber auch nicht das geringste gemein haben. So zum Beispiel in unmittelbarer Gegenwart von der ö s t e r r eichischen Sozialdemo kratie. Die österreichische Sozialdemokratie hatte in den letzten Jahren schwer zu kämpfen, um die von ihr nach dem Weltkriege eroberten gewaltigen Machtpositionen zu behaupten. Zuerst ging es gegen das von ihnen eingerichtete System des weitestgehenden . Mieterschutzes, welcher durch Entwertung der Wohnhäuser diese schließlich aus dem Besitze der Privaten in den Besitz der von ihnen beherrschten Gemeinde überführt. Als der Widerstand aufs: höchste gestiegen war, griffen die österreichischen Sozialdemokraten zum letzten Mittel. Sie gaben die Parole aus: „Der Kämpf gegen den weitgehenden Mieterschutz, welcher von den christlidien und* deutsch völkischen Parteien geführt wird, dient Juden hetzen gegen Juden. nur den jüdischen Kapitalisten und wird von diesen geschürt und bezahlt! Christliches Volk, lasse dich nicht von Juden mißbrauchen!" Im Parlament und in den Parteizeitungen wurden immer und immer wieder die Namen „jüdisdier" und besonders gern „ostjüdi- Nur diese Schwedenklinge macht Rasieren zum Vergnügen Die führende schwedische Weltmarke scher" Hausbesitzer aufgezählt und die Sadie so dargestellt, als ob das jüdische Kapital den gesamten österreichischen Hausbesitz an sidi gebracht hätte und nun das christliche Volk durch Mietwucher zur Verzweiflung treiben wolle. Dann kam es zur Gründung der Heim wehr, einer völkisch-christlichen bewaffneten Trutzorganisation mit fasdiistischem Einschlag. Um das Ansehen dieser Organisation herabzusetzen und sie dem Volke verhaßt zu machen, wußten die Führer der österreidiischen Sozialdemokratie wieder kein besseres Mittel, als die Verbreitung der Behauptung vom christlich-völkischen Scheincharakter der Heimwehr, welche tatsächlich nur dem jüdischen Kapital dient, von Rothschild und den anderen Groß juden aufgestellt und bezahlt ist. Jetzt hat die österreichische Sozialdemokratie Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen'sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. - Simonsbrot--• nodj immet unerreicht alt ©efunbfjetts« unb Selthatebbtot fJtcitfl an «Räbtfalaert unb SSitamtnen. «eraäljrt 6el tStu^tderftopfutta, SKifl«nIdbftt utto Sucfettanfljcit. $aJ «rftf SBrot in bttutentidier Oer« paAung! @et)r bequem: SmionSbtoi in Sdjei&en (Stamiiolparfung)* #11 f)abm in fluten jJetnfjfltianbluHaen unb Qdcfercten, SiuionSötollnbrtn 20icit<&agratt U ■ 3:«flii««rV«>f»ö«faMb — (Sspoxt ■ einen dritten Entscheidungskampf auszufechten. Den Kampf gegen das geplante Antiterrorge s e t z, welches den Einfluß der Arbeiterorganisationen tatsächlich aufs schwerste bedroht. Die Führer haben lange Reden gehalten und die Parteizeitungen lange Artikel gebracht, in welchen theoretisch nachgewiesen wurde, daß dieses Antiterrorgesetz Unsinn und Verbredien am arbeitenden Volke bedeutet. Aber man sdieint der Sdilägkraft der geistreidisten Theorien der geistreichsten Führer nicht mehr redit zu trauen. Man ist im letzten Augenblick audi hier zur ordinärsten Praxis übergegangen, zur Praxis der Aufreizung gegen die J u d en, indem man das Antiterrorgesetz als Judens a ch e und Judenmach e darstellt. In der letzten Sonntagsnummer des sozialdemokratischen Zentralorgans „A rbeiter-Z e itung" ist unter dem Titel „Sie sagen Christus..." ein Leitartikelerschienen^ welcher die Schreibkunst v ö l k i s c h - a n t i s e m i t i si c h e r Blätter in den Schatten stellt. Der ganze lange Artikel stellt das Antiterrorgesetz als Sieg des j ü d i s c h en Mammons über die Ideen des E r- 1 ö s e r s C h r i s t u s dar. Es heißt: „Oh, sie haben es immer vortrefflich verstanden, von Christo zu reden, wenn, sie ihre Profite meinten. Wir erleben jetzt ein Schulbeispiel ausbeuterischer Maskierungskunst. Die österreichischen Kapitalisten versuchen es, die starke Front der Gewerkschaften zu durchbrechen. Und schon kalkulieren sie mit schmatzendem Mund: „Der Fabrikant wirft zehn von hundert auf die Straße, stellt statt ihrer zehn Unorganisierte ein und zahlt ihnen um zwanzig Prozent niedrigeren Lohn... Und der Fabrikant zündet sich eine didie Zigarre an und lächelt: Ca ira! In ein paar Wodien sind alle Löhne um zwanzig Prozent gesenkt..." „Aber halt! Noch können sich die Arbeiter gegen Lohndruck wehren. Die gottverfluchten Marxisten halten im Justizausschuß Obstruktionsreden! Auf das schon so frohe Gesicht des Herrn Kommerzienrates fällt ein Schatten» Er geht zum Telephon. Er ruft die befreundete Zeitungsredaktion an: „Herr Redakteur! Sie müssen doch noch einmal gegen den marxistischen Terror schreiben! Wie? Was sagen Sie? Die Löhne? Was gehen Sie die Löhne an? Die sind ohnehin zu hoch! Das marxistische Pack lebtohnehinzugut! Jetzt geht es um höhere Dinge als darum, ob das Gesindel höhere oder niedrigere Löhne hat! Das kann doch in einem christlichen Staate nicht geduldet werden, daß ein Arbeiter von der Arbeit ausgeschlossen wird, weil seine christliche Gläubigkeit es ihm unmöglich macht, sich den gottlosen Sozi anzuschließen! Na also... Jetzt verstehen Sie mich! Sie werden also schreiben, Herr Redakteur! ... Ja, ja, so ist es recht! Gute Nacht, Herr Re- Verband demokratischer Zionlsten VoranzelQe Zur AwIlUhrung n n btldin Tagen gelangt* 2 große PurSm ■Kinderfeiern am 15. und 16. März 1930 „Purim In Tel-Awlw" Alle Sprech« und Tanzrollen von Kindern ausgeführt. Oer große Andrang zu seinen Kinderfesten hat den Verband veranlaßt, das diesjährige Kinderfest an zwei Tagen mit gleichem Programme zu veranstalten. Vormerkungen für Karten bei Frau Uta NebeniaM, III., Rasumofskygasse 1, Telephon-Nummer U-12-2-16, und bei Frau Paula Stricker, II., Hollandstraße 10, Telephon-Nummer R-45-6-89. Kinderkarte S!.-, Karte für trwachsene S 2-. Die Zuteilung erfolgt in der Reihenfolge der Vormerkung Jedes Kind erhält nach Schluß der Feier gegen Abgabe der Eintrittskarte ein Geschenk! m» i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.