Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 129 (7.3.1930)
- Date
- 1930-03-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nt. 1« DTE NEUE WELT Seite« AUS PALXSTINA. Jaffa bezieht noch immer Ruthenberg-Elektrlzltfit. Jerusalem, 2a Februar. (J. T. A.) „Jamea el Arabia klagt, daß der Magistrat von Jaffa seinen Beschluß, das Ruthenberg-Werk zu» boykottieren und Lux-Lampen ein . zuführen, nicht durchführt und daß die Straßen Jaffas noch immer elektrisch beleuchtet sind. Wie die J. T. A. erfährt, hat sich der Magistrat entschlossen, die Straßen und Aemter auch weiter mit Ruthenberg-Elektruität beleuchten tu lassen, da die Kosten der Einführung der Lux-Lampen zu hoch sind und überdies sich die Ein nahmen infolge des Wegzuges vieler Juden aus Jaffa nach Tel-Awiw vermindert haben. Bau der Straße von Hadar Hakarmel auf den Karntel endgültig beschlossen. In der letzten Sitzung des Stadtrates von Haifa wurde definitiv beschlossen, den Bau der Straße von dem großen jüdischen Stadtviertel Hadar Hakarmel auf den Karmel mit einem Kostenaufwand von 12.500 Pfund durchzuführen. Frau Dizengoff gestorben. Jerusalem, 28. Februar. (J. T. A.) Unter ungeheurer Beteiligung der Judenschaft von Tel-Awiw wurde die vor einigen Tagen verstorbene Frau Dizengoff, die Gattin des Bürgermeisters Von Tel-Awiw, zu Grabe getragen. Aud verschiedenen Städten und Kolonien hatten sich Abordnungen zum Begräbnis eingefunden. Zahlreiche britische Beamte, auswärtige Konsuln und sehr viele Araber schritten im Trauerzüge. Der Stadtrat ließ eine Sitzung zum Zeichen der Trauer ausfallen. Die Mordanklage gegen den Kolonisten Brösa aus Moza fallen gelassen. Jerusalem, 28. Februar. (J. T. A.) Der Untersuchungsrichter hat die auf Aussagen von Arabern beruhende Anklage gegen den Führer der Kolonisten von Moza, Brösa, wegen angeblicher Tötung von Arabern in dpr Zeit der Unruhen mit der Begründung fallen gelassen, tluß die Aussagen der arabischen Zeugen nachweisbar falsch seien. Brösa wurde, wie erinnerlich, schon im September v, J. gegen Leistung einer Geldbürgschttft auf freien Fuß gesetzt. Zwei Araber zum Tode verurteilt, vier von Mordschuld freigesprochen. Jerusalem, 2. März. (J. T. A.) Das Jerusalemer Distriktsgericht hat die beiden Araber Raschid Fauhah und Darwisch H a m u d i unter der Beschuldigung, einen arabischen Polizisten in Petach Tikwah ermordet zu haben, zum Tode verurteilt. Von den zwölf Arabern, gegen die die Untersuchung wegen Ermordung der jüdi» sehen Familie Aboushdid in Hebron und der Ausplünde» rung ihres Hauses schwebt, wurden vier wegen Mangels an Beweisen vom Gericht freigesprochen; die Verhand» lung gegen die übrigen acht Beschuldigten wurde äuf den 4. März vertagt. 15 Jahre Gefängnis für das Attentat auf Bentwich. Jerusalem, 28. Februar. (J. T. A.) Der junge Polizeibote Abdul G h a n i, der vor einigen Monaten das Attentat auf den Chef des Justizdepartements der palästinensischen Regierung Norman Bentwich verübt hat, wobei Bentwich nicht unerheblich verletzt wurde, wurde wegen versuchten Mordes zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Gegensatz zu den ausschließlich aus Engländern zusammengesetzten Gerichten, die über Aufruhrfälle in Palästina urteilen, war dieses Gericht aus dem Engländer Tute, dem Juden Valero und dem Araber Budeiri zusammengesetzt., Geldstrafen für die Redakteure des „Dawar" und des „Palestine Bulletin". Jerusalem, 28. Februar. (J. T. A.) Am 27. Februar fand die Gerichtsverhandlung gegen den verantwortlichen Redakteur der hebräischen Arbeiter/Tägeszeitung „D a w a r'\ Berl Katzeneteon, und den verantwortlichen Redakteur des „P a 1 e s t i n e B u 11 e t i n", S. Schwarz, wegen Uebertretung der Pressevorschriften und Herab» setzung des Gerichts statt. Inkriminiert war ein im „Dawar" erschienener und vom „Palestine Bulletin" in seiner „Presse«Schau" auszugsweise wiedergegebener Artikel, in welchem an dem freisprechenden Urteil gegen die Araber, die der Ermordung der jüdischen Familie M a k 1 e f f: in Moza angeklagt waren, Kritik geübt wurde. Das Gericht verurteilte den Redakteur von „Dawar" zur Leistung einer Geldbuße von 3 0 Pfund und den Redakteur des „Palestine Bulletin" zur Leistung einer Geldbuße von 10 Pf und. Die höchste Strafe für Delikte, deren dte Redakteure angeklagt waren, ist 100 Pfund oder BLAIMSCHIINS PFLANZEN - Margarine TERrVO Unerreicht In Qualität und Preis! Eraeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Obirrabbiners S. Pttest Darf in keinem JOdltchen Haushalt UMM rtDß hl» W3 Ueberau erhältlich KARL BLAIMSCHEINS Vereinigte Margarine- und Butterfabriken, Wien, XIV., Diefenbachgasse 69 iiiiiiiyiiiii^^ ein Jahr Gefängnis. Das Urteil ist endgültig, eine Appel» lation dagegen ist unzulässig. Es ist dies der erste Fall in Palästina, daß wegen Herabsetzung des Gerichtes ein Urteil gefällt wird. Wiederaufnahme der Arbeit bei der Silikatfabrik in Tel-Awiw. Die Leitung der Silikatfabrik in Tel-Awiw hat beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung des Betriebes sind nahezu beendet. Der jüdische Nationalfonds kann noch immer nicht Über den Vadi Havarit-Boden verfügen. Jerusalem, 28. Februar. (J. T. A.) Hier herrscht die Meinung vor, daß irgendwelche Kräfte mit im Spiele sind, die die Juden daran hindern, von bereits er» worbenem Boden Besitz zu nehmen. So kann der Jüdische Nationalfonds noch immer nicht über den mit Geldern kanadischer Juden im Tale Sharon erwor» beneh sogenannten Vadi HavariteBoden verfügen, da er von den früheren arabischen Pächtern r e o k* kupiert wurde, obwohl der Nationalfonds ihnen eine angemessene Entschädigung gezahlt hat und obwohl die Gerichte den Anspruch des J. N. F. auf diesen Boden bestätigt haben. Der J. N. F. hat den Pächtern ein weiteres, von der Regierung als außerordent» lieh edelmütig bezeichnetes Angebot gemacht, ist aber noch immer nicht in der,; Lage, von dem Boden Be* sitz zu ergreifen. Arabische Zeitungen berichten, daß von einer Seite den Pächtern 40.000 Pfund zum Ankauf des Bodens in Aussicht gestellt wurden, obwohl der Boden ja bereits vom J. N. F. angekauft worden ist.'Man; nimmt an, daß die arabische Exekutive 'Öder^ der ^ösfe^oit^iche Oberste Rat die Okkupanten durch'Geldversprechen ermuntert, Wider« stand zu leisten. 1 '; AU dessen ungeachtet setzt der Jüdische National» fonds seine Arbeit fort und erwirbt weitere Bodenflächen südlich der Vadi HavaritiBödenjv'so ist er; im Begriffe, mit den von den Juden Südafrikas zwecks Erwerbung von 15.000 Dunam Boden in der Orangenzone zur Verfügung gestellten 75.000 Pfund weitere große Bodenflächen in Be» sitz zu nehmen. 2000 Dunam sind bereits angekauft wor» den. 500 Dunam Boden sind für eine Ansiedlung von Arbeitern auf Lord Melchetts Besitztum, Tel Mond, voni Jüdischen Nationalfonds bewilligt worden. . Eier Mufti hält sich eine Leibwache. Jerusalem, 2. März. (J. T. A.) Die hebräische Arbeiter-Tageszeitung „Dawar" teilt mit, daß 1 der Großmufti von Jerusalem s|6h seit einiger Zeit in der Ocffentlichkeit nicht anders als in Begleitung einer aus vier bewaffneten Männern bestehenden Leibwache zeigt; diese Maßnahme soll beweisen, daß es nötwendig sei, den Mufti gegen jüdische Anschläge zu schützen. Gleichzeitig, so berichtet „Dawar" weiter, be-. reist der Leiter des Büros der. arabischen Exekutive Sübhi K h a d r a die Dörfer und verbreitet unter den Fellachen die Legende, daß sich: die Juden gegen das Leben des Großmufti verschworen haben. Er sammelt Unterschriften für eine Petition an den Oberkommissar Sir John Chancellor, in der gegen ein angebliches zionistisches Komplott gegen das Lebendes Groflmufti protestiert wird; Die Streiks in Palästina 1929. Im Jahre 1929 fanden in Palästina 4 5 A r b e j t e rstreiks aus wirtschaftlichen Gründen statt, an denen 679 Arbeiter beteiligt waren. Tel-Awiw hat; die meisten Streiks aufzuweisen gehabt, nämlich 17 mit 278 Streikenden. In Haifa war die Zahl der Streiks und der Streikenden geringer, aber durch den langdauernden Streik in der Fabrik P a e c h t e r & H o f m a n n überstieg die Zahl der Streiktage die von Tel-Awiw. Die Zahl von 13 Streiks und 198 Streikenden in Haifa schließt auch 77 arabische Arbeiter in der Zigarettenfabrik „Mawr.uk" ein. In Jerusalem waren fünf Streiks und 150 Streikende, in Petach Tikwah 9 mit 3>3 Streikenden zu verzeichnen. In Tel-Awiw endigten 15 Streiks günstig für die Arbeiter, in Haifa wurden 9, in Jerusalem nur 2 erfolgreich, resp. durch einen Ausgleich beendet Gegen den „zionistischen" Zement. Die französische Regierung in Beirut hat die Statuten für die in Damaskus zu errichtende Zementfabrik bestätigt. Die Gesellschaft wird 24.000 Aktien im Nennwert von 5 türkisdien Pfund pro Stück herausgeben. Die Fabrik soll, wie die syrische Presse meldet, im Laufe dieses Jahres errichtet werden und der Preis für die Tonne Zement um ein Pfund billiger sein als der nach Syrien eingeführte Zement. Die Propaganda für das neue Unternehmen wird in der arabischen Presse unter dem Stichwort der Förderung des „arabischen" Zements gegenüber dem „zionistischen" Zement geführt Der Wert des jährlichen Bedarfs an Zement in Damaskus wird auf 100.000 Pfund geschätzt, Das Blutbegräbnis in Hebron. Der palästinensische Schriftsteller M. Y. ben G a v r i e 1 gibt im „N. W. Journal" eine packende Schilde» rung eines ganz eigenartigen Geschehnisses in der Stadt Hebron. Er schreibt: Diese Stadt Hebron ist aus zweierlei Ursachen in aller Welt bekannt. Einmal weil hier die Höhle Mach« p e 1 a h liegt, das Grab Abrahams also, und. das anderemal, weil ihre Bewohner an Fanatismus jenes höchste Maß erreichten, das au dem schrecklichen Blutbad im August des vorigen Jahres führte. Die Höhle Machpelah war bis vor kurzem durch alle die Jahrhunderte muslimischer Herrschaft eifersüchtig ge< hütetes Heiligtum des Islam, in die man keinemNicht« mohammedaner den Zutritt gestattete — bis im vorigen Jahre der fanatische Glaubenseifer der Hebroner sich entschloß, sich durch eine Abgabe von fünfzig Gurusch (das ist etwa zehn Mark) per Touristen in dieser Hinsicht besänftigen zu lassen. Als ihnen aber im August des vorigen Jahres die Agenten einer gewissen arabischen Partei erzählten, daß die Juden in Jerusalem die sogenannte Omarmoschee mit Bomben angegriffen hätten, packte sie der Blutrausch. Sie griffen das jüdische Quartier — den Stadtteil jener Mensehen, die seit vielen Jahrhunderten mit ihnen in tiefstem Frieden und bester Brüderlichkeit gelebt hatten — an und schlachteten in einem Tag siebenundsechzig Menschen. (Hebron war eine von den drei unbewaff« neien Judensiedlungen Palästinas.) Was dann kam, ist in diesem Zusammenhang un* interessant. Begräbnis der Opfer, Auszug der Juden aus Hebron — zum erstenmal.in der Geschichte dieser , ä,l testen -Stadt- -— Verhaftungen,, Urteile, und KorÄribütionen, wie es vorauszusehen war.' In den allerletzten Tagen aber, also beinahe ein halbes Jahr nach dem Ueberfall, geschah etwas, das in seiner unerhörten Tragik vielleicht erschütternder ist selbst als das Begrab* nis der Opfer. Die Juden, die oft und oft von den Hebronern zurückgerufen Worden waren, kamen für einen Tag in die Stadt, um das Blut ihrer Lieben zu begraben. Man wird diese, dem Europäer wohl ein wenig merkwürdige Handlung verstehen, wenn man hört, daß das jüdische Gesetz es vorschreibt,' daß. der > Tpte,; wie >. auch das vergossene Blut, so schnell Wie nur mög* lieh der Erde übergeben werde. Sechs Monate aber mußten Wochen-Kalender März 1930 TiN mn Schebath 5690 ' 7 . Freitag 7-i Sabbateingang 5.40 8 Samstag 8-n , Sabbatausgana 6.27 »n iüh na 'tson n»? 'o »nonn. 9 Sonntag 0-tö; ■ 10 Montag 1IH» 11 Dienstag ll-ÄV ■ 12 Mittwoch U-» .. -. ' ., . 18 Donnerstag 13-* : 'nrtD'TOÄttOT SBS5TH71 i""TiSÖ tatiümtß. Die beKanftt besten und bezüglich mWa verläßlichsten AMERIKA- NISCHEN In Wien Vertretung für Oesterreich: . r Brtlder UEMREB, Wien, IL Tnborstr. 62 ssss IM aHSMMMMMSl^BM»«.«« MAZZOTH