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Die neue Welt · 1930-03-07 · Heft 129 (7.3.1930) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 129 (7.3.1930)
Date
1930-03-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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r SeKe 3 DIE NEUE WEIT Nr. 129 Willst Dich im Fasching in den Ehehafen retten Saraek liefert Dir die Betten 30 BQttwarenhaus BERTHOLD SAMEK Zontrala » VIII., LerchanfahUrstrat« #V T«l«phon A« tt« *• TS Filiale t XVn^ H«nta!tor Maiiptttrafi« if. / T«1«*hdn B«44*4«i4 Allfl Beitwafen, Bflttfedtfnfatnigung, Umarbeitung Ober den Tag! fanden Berufungen gegen diese Urteil« bis heute noch 1 nicht statt 17 Araber sind von den Kriminalgerichte«, zum Tode verurteilt worden; alle diese Ur10}# wurden vom B e r u f u n g s g e r i e h< &erfrit*fIre*':? stätigt Vom High Commissiöne* ht Mb heute kein einziges dieser Todesurteile bestätigt öde* in Gefängnis umgewano*elt worden. Wie ich erfuhr, haben mehrere, der Verurteilte» diu Aufschub des ür^^riä^"'«!^ an den P r i v y Council (Geheimer Staatsrat in London) zu appellieren. Inzwischen bleibt die Frage der Bestätigung oder Umwandlung solcher Ürteile unerledigt« Htakis Berufung vertdgt Jerusalem, 2. März. (J. T. A.) tiie Berufungsver». handlung wegen des Vom Jaffaer Gericht gegen den' jüdischen Polizisten aus . Tel*Awiw, Hinkis, ausge* sprochehe Todesurteil, die am 28. Februar vor derri Jerusalemer Berufungsgericht hätte stattfinden sollen, wurde um eine Woche verschoben. ,, -- Jüdische Volks* uw& Weftpölittfc; Wir bringen die Ausführungen oines bewährten iüdisch-nationalen Kämpfers und Schriftstellers, ohne seiner Nebeneinanderstellung von Zionismus und Paneuropngedanken durchaus beipflichten zu können. Zu Beginn des Jährhunderts glaubten viele Optimisten, besonders innerhalb des jüdischen Volkes, daß einerseits durch Schaffung von Nationalstaaten, andererseits durch die Verwirklichung der nationalen Autonomie und gf ö ßzügiger sozialer Reformen, insbesondere bei fortschreitender jüdischer Assimilation, die judenfrage gelöst sein oder mindestens der Antisemitismus parallel mit der Eiä-) blierung der Demokratie verschwinden' werde. ... Wir leben im Jahre 1930, zwölf Jahre nach dem gewaltigsten Weltkriege und zahlreichen inneren Umwälzungen. Welches Bild bieten uns nun Europa und die anderen'Weltteile, wie beschaffen ist derzeit die Lage des jüdischen Volkes? Keiner der aus dem Kriege hervorgegangenen Staaten ist ini Innern konsolidiert und nach außen ist fast jeder gezwungen, durch. Biiindnjsse seinen Besitzstand zu sichern. Parallel' mit '^^eW'Ybbein-,' den Natiorialitätenstreit unddem daraus resultierenden Rassenantisemitismus gestaltet sich' speziell in Polen und -Rumänien die wirtschaftliche Lage, der Jud^n durch!' den Ökonomischen" Antisemitismus immer trauriger. Der' N-ä"t'rönaIilä'ten Kamp fV a$r:'k"tf$fsemitisck üs und ^:der K l ä s s e*n s t jhfci t -rhabehl 'nun '-Europa'•"vge2 schwächt, von Amerikaökonomisch abhängig jgemädit' und gleichzeitig jene Strömungen in Asien''uivd Afrika gestärkt, die die Emanzipation vonden europäischen Großmächten, erstreben und sich - gegenüber der iionisü* sehen Kolonisation ablehnend verhalten. Diese Entwicklung wurde durch zwei fundamentale Irrtümer gefordert, durch den seit 1866 auch in jüdischen Kreisi-a eingewurzelten irrigen Glauben/ daß - die europäische Nationalitätenfrage durch den zentralistischen Nationalstaat lösbar sei, und daß man über 40 Millionen nationaler-Minderheiten, einschließlich der Juden, zur Tagesordnung übergehen könnet und zweitens durch die Meinung, daß sich auch in Asien und Afrika mit ähnlichen* Methoden . 'auf längere1 Dauer die Hegemonie der Großmächte aufrecht, erhalten» lasse. - * Da'nun die letzten zwölf Jahre'deutlich beweisen, daß diese europäische und-diese asiatische Politik ntif der* ganzen Linie entweder' gescheitert ist oder zu' scheitern im Begriffe steht; so ist nichts natürlicher als die 'Uieberprufung der Lage des jttd iseh en Volkes und der allgemeinen Weltlage. Das Ergebnis dieser Prüfung ist darum so traurige weil statt einer Klärung eine immer menr zunehmende Verwirrung und Zersetzung innerhalb und außerhalb des jüdischen Volkes fast in allen fünf Weltteilen zu konstatieren ist- Obwohl der-Antisemitismus allüberall sich in der Form der Rassen Verhetzung und desökonomischen Boykotts steigert, gibt es bis heute kein Programm, das die jüdischen Minderheiten, soweit sie national,-sind,' sowohl innerhalb ihrer Wohnsitze als auch als Gesamt» heit auf eine gemeinsame Basis bringen würde. (Wenn man vom Basler Programm absieht, das ja nur ein Wegweiser für unsere palästinensische Politik ist.) Zwecks Wahrung der jüdischen nationalen Minderheitenrechte sitzenallerdings, Vertreter der zionistisch gesinnten Juden im Exekutivkomitee der nationalen Minderheiten. Ein durchgreifender Erfolg dürfte der Minoritätenpolitik im allgemeinen und der jüdischen im besonderen aber erst dann beschieden sein, wenn die heutigen unhaltbaren europäischen Verhältnisse und besonders die Wirtschaftskrise die .europäischen Staaten zum' wirtschaftlichen Zusammenschluß nötigen und in weiterer Konsequenz auch den Zusammenschluß der nationalen Minderheiten, einschließlich der jüdischen, beschleunigen. Einen wichtigen geistigen Wegweiser zur Ueberwindung der Assimilation und auf der anderen Seite einer assimilatorischen Nationalitätenpolitik stellt das paneuropäisebe Programm dar, auch wenn es derzeit noch nicht in seiner Totalität realisierbar ist, sondern nur schrittweise! und 'die westeuropäischen Juden von den Paneuropa-Führern nur „als taste** betrachtet -werÄett. Efai geeignete« Päneuropa erhtöglicht euch eine e fnheitl i e h e j« d i s c h e P o 1 i t ik und wird auch den Widerstand Asiens gegen die jüdische Position '.iä Palästina bedeutend abschwächen. Ümgekehrt würde die Entstehung Paneuropas auch ein Gegengewicht gegen die panasiatischen Bestrebungen bilden find die jüffls^e%lissiö» eitler Vermittlung zwischen Europa und Asien bedeutend erleichtern. Es ist nicht zweifelhaft, daß «od* auf lange Zeit die Mehrheit der Juden in Europa verbleiben wird, da der Immigration nach Palästina natürliche Grenze« gesetzt sind, ebensowenig aber, daß dieser Teil des jüdischen Volkes sein1© staatsBürgeflicKe,^ jiäii'oriaW religiöse, politische und soziale Gleichberechtigung äni sichersten in einem föderativen Paneuropa dank einer jüdisdien Vollespolitok erlangen kann. Es ist daher Aufgabe der jüdischen Volkspolitik, zum paneuropäisehen Problem Stellung zu nehmen, am besten auf einem Parteitage, auf dem die Probleme der Landespolitik aufgerollt und ihre Bedeutung für den Zionismus im Zusammenhange mit der Lage in Palästina gründlich erörtert werden. NUSSOL fPEZIAL Gelb, geschmeidiges Pflanzenfett!.: II « b e r a 11 er halt lieh! 100 Prozent Fettgehalt feine neue Definition? Um tfen Juilenstaat , Die zionistische. Organisation, im, E lo ren z hat der. Exekutive, der" zionistischen l}W«ltorgam"aatiott hv. London .eine. Bes0h|t|onv,üher^ Satze lein*; ■geleitet;,wird: ,v. •? * .:■■■■>'■!; : »,Die zionistische Ortsgruppe in Fl ö-r.e n z, welche in ihrer Versammlung am 16. Jänner 1930 von den schäd» liehen' Tendenzen des;,Brith Schalom" Kenntnis ge* jnotnmen hat, spricht ihre Ueberzeugung aus, daß das •Ziet des Zi onismus die 'Schaffung eines J»uden* s t-^a a t e s in Palästina ist, und verurteilt jede5 Stellung*;nahme,-welche-dieses Ziel nicht klar anerkennt Die zionistische Exekutive hat in einem Schreiben vom 22. Jänner 1930, von Herrn Kap 1 a n s k y gezeich* net, wie folgt erwidert: „Zum Punkte 1 Ihrer Resolution möchten wir be* merken, daß das Zier des-Zionismus im Basler Programm, und' in der Balfour*DekIaration, welche dem Mandate einverleibt ist, niedergelegt'ist.und; daß. -die Exekutive der» Meinung ist, daß es* z w;e c k 1 o s ist, n e ue D e f i n i* tionen des Zionismus aufzustellen .., ,"-. Den Judenstaatsgedanken als eine plötzlich herein« geschneite „neue Definition des Zionismus" zu' erkeiihen, das ist eine 'geistige Kraftleistung, welche D ES MO R G E N S sieht man in jedem Hause FRANZBRANNTWEIN HIT MINTHOL ,. in. Gebrauch. Waru m g«r *d« d iasant U Weil 4ie meisten M^nschü»! gewohnt sind» ihren Kdrper mitDiaha-Pranzoranntwein einzureiben und J ihn damit für die Mühen des Tages zu stählen und dieTätißkeit der Haut anzuregen, die Blutzirkulation zu beleben und die Nerven der Haut zu kräftigen. 2. Wer leicht zum Schwitjjea .neigt, muß unbedingt des Morgens den Körper mittels eines In Diana- Franzbranntwein getauchten Lappens frottieren, damit der geschilderte Uebelstand behoben wird. 3. Bei Brühigkeit des Haaren Schuppen etc. ist Diana- Franzbranntwein von ausjgezelchneter Wirkung. 4. Infolge des angenehmen (ieruches und Qe«'?. schmackes des Diana-FranzbranntWeinea sowie aessea, ögeoschaiten jribt de^^ ein auige* 'uamfrw Ähtt- ^^J5ttrgelwawerv 5. Wirih-der Frtth einlgeiTröptenDiana-Pranzbrartntwein in Wasser aufschnupft, beseitigt die häufig auftretende Verstopfung der Nasenkanale. ■ DIA HA» FRANZ BRANNT WEl N wlifkt also kräftigend, abhärtend und kühlend. ^JfcHMWPÄI ^M^'^ttlW^^*^ begreiflich erscheinen laßt, was bis nun vielleicht nicht ganz begreiflich war. Sd schien es manchen Kurzsichtigen nicht ganz begreiflich, warum eine Zionistische Exekutive aus sage und schreibe, dreizehn M e n s c h e n, mit dreizehn Köpfen Und dreizehn Gehirnen drin, bestehen muß. Der Brief der Exekutive an die judenstaatlerischen Ketzer von Florenz mit seinem Uebermaß an geistigem Inhalte wird den kurzsichtigen die Äugen aufreißen. Um so was hervorzubringen, müssen dreizehn Gehirne tätig sein. Nicht eines weniger! * i ' Also gar so „neu" ist die Definition wirklich nicht. jSie stammt von Theodor Herzl, einem Manne, der in Wien gelebt hat und dessen Namen in den Archiven der zionistischen Bewegung noch aufzufinden sein muß, aller* dings nur in den älteren Jahrgängen. Man sollte in London nachschlagen. Es kann allerdings nicht verlangt werden, daß sich einer der Dreizehn bemühe. Beileibe nichtl Ihre Zeit ist zu kostbar. Aber ein Schreibfräulein oder ein Untersekretär könnte ein Viertelstündchen opfern. Man würde den Namen finden. Und dieser besagte Jude aus Wien, dieser Theodor Herzl, hat vor vierunddreißig Jah* ren den Ruf erhoben: „Ein Volk! Ein Staat!" Da schrie das jüdische Volk auf, da horchte die Welt auf, da strömten die Massen herbei, da entstand die zionistische Welt« Organisation! Theodor Herzl hat das Glück gehabt, daß es damals keine dreizehngliedrige Exekutive der zionistischen Welt* Organisation gab. , Sonst hätte auch er einen strengen Brief aus London bekommen: „Wir möchten bemerken... neue Definition . . . zwecklos . , ." Wenn Herzl nicht seine „zwecklose Definition" ge« geben hätte, wo und was wären die gescheiten Dreizehn? Leiter einer Weltorganisation wären sie sicher nicht Sie säßen nicht als Bevollmächtigte einer großen Volks« bewegung in London und Jerusalem, weil es eine Volks« bewegung nicht gäbe. Besten Falles säßen sie im Aus* schusse eines Vereines zur Hebung der jüdischen Lite* ratur oder Unterstützung notleidender Israeliten in Palästina und anderswo. Eine Ehrenpflicht. Ini Zusammenhang mit der im englischen Parlament von einigen Zionisten^ feinden geforderten Verhaftung Jabotinskys charakterisiert, der bekannte zionistische,; £ Publizist J. S c h echt m a n n (Paris) die 1 , . .; sonderbare .Haltung; 4er.^Zionistischen.; Exe-; "kuti've. ' .- ,,- -,Tvr.:- Die Abgeordneten Hovard Bury und Captain. Benett haben bekanntlich im britischen Parlament die, Regierung , betreffs Jabotinsky interpelliert. Die Tendenz der Interpellation ist kfer. Beide Herren sind, als verbissene Gegner des Zionismus bekannt,. wollten daher einen der angesehensten zionistißdien Führer diskreditieren. In den .Kreisen, die Jabotinsky nahestehen, und über die im Parlament behandelte Frage aufs ger naueste orientiert sind, ist man sehr erregt, nicht nur der gehässigen Interpellation wegen, mehr nochüber die vollständig passive Haltung, welche die Londoner Zionistische Exekutive in dieser Sache an den Tag legt. . In der Tat stellt die Attacke gegen Jabotinsky, im Parlament eine Intrigüe dar. Zürn Objekt ihres Angriffes haben die zionistenfeindlichen Abgeordnenten gerade die Rolle Jabotinskys in den bekannten Ereignissen vom März 1920 gewählt. Sie erklären, daß Jabotinsky zu 15 Jahren Gefängnis wegen eine*1 ,JH e t z r e d e" verurteilt, spater auf Grund einer Amnestie freigelassen und aus dem Lande gewiesen wurde, mit der klaren Bedingung, n i e wieder zurückzukehren. Der erste und der dritte Teil dieser Erklärung sind einfach Lüge. Das englische Militärgericht verurteilte Jabotinsky nicht wegen einer „Hetzrede", sondern wegen Organisierung und Leitung des jüdischen Selbstschutz e s, der den Jischuw gegen arabische P o g r o mbanden heldenhaft verteidigte. Die Bedingung, nie ins Land zurückzukehren, wurde nicht gestellt. Das Wichtigste aber ist der mittlere Teil der Beschuldigung: Die Interpellanten wissen nidit oder wollen nicht wissen, daß der Fall Jabotinsky durch die Amnestie nicht erledigt war.' Unabhängig vor ihr hat später, zu Beginn 1921, der englische Militärische Rat die ganze Gerichtsprozedur des englischen Kriegsgerichtes kassier 1 Jabotinsky wurde also nicht nur amnestiert, sondern auch vom formellen englischen Gesichtspunkt rehabilitiert Das haben die Gentlemen, die Jabotinskys guten Namen zu diskreditieren versuchen, verschwiegen. Jabotinskys politische Freunde werfen' der Zionistischen Exekutive vor, auf diese Intriguen nicht reagieren zü wollen. Sie erinnern daran, daß nicht zum erstenmal der Versuch gemacht wird, Jabotinsky im Zusammenhang mit den Ereignissen von 1920 zu kompromittieren. Im selben Geist wie die beiden Abgeordneten hat vor der englischen Untersuchungskommission in Jerusalem kürzlich Major Sanders die „politische Biographie" Jabotinskys dargestellt: verurteilt zu 15 Jahren, amnestiert, ausgewiesen! Der Vertreter der Jewish Agency in der Untereuchungskommission dementierte Sanders Behaup-

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