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Die neue Welt · 1930-03-07 · Heft 129 (7.3.1930) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 129 (7.3.1930)
Date
1930-03-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 Gr , «tan BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 4Ö.~; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R V« b« b« U' E BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.— , Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweiler Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSOf B;|Rt ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82— Erscheint jeden Freitag Jahrgang 4 FreUag, 7. März 193ß Nr. 129 Verband demokratische r Z1 on 1 s te n . . . ' Voranzeige 2 große Purlm-Kinderfeiern Zur Aul I ü hm ng an baidin Tagen gelang tt tm*mww^w*1M0 iiijj^^ Alle Sprech- und Tanzrollen von Klndern ausgeführt. :, das diesjährige Kinderfest an zwei Tagen mit gleichem Programme zu veranstalten. Vormerkungen für Ii-Nummer Ut|$2?16, und bei Frau Paula Stricker, IL, Hollandstraße 10, Tdephon-Nummer R-45-6-89. Der große Andräng zu seinen Kinderfesten hat den Verband yera Karten bei Frau Elsa Nebeniahl, III., Rasumofskygasse 1, Tel r__________________,______________ . _.. KinderkäwS'l.--, Karte für Erwachsene ^2.-. Die Zuteilung erfolgt in der Reihenfolge der Vormerkung Jedes Kind .erhält nach Schluß der Feier gegen Abgabe der Eintrittskarte ein Geschenk l ........................................................* SBetra Stfjmersen____ Sootttöubletten! Zo^aUZaWtttn Rnb unübertroffen jur Seiärntifung rheumatischer, gichtischer und nervöser Schmerzen, Kopfschmerzen, Erkältungskrankheiten. SoflaI fdjrtöet bie#atnfäure au« unb ge^it batjer bireft $uE>S#ur|eI beS Uebel« l SBenn Soufenbe üb* GeratenWeife*?2Wittel üerorbnen, fömten audj ©ie e* betttauendooll tqufen. fragen ©ie Sjjtert Ihgf! 3n allen Äpot&eten. «ßrei* S 2.40. ö 83/84 ■■ttMMMMMlMMMMMMMBBMaMMKMHMBM ^acb^jadte jüd m V nach Palästina. Im Jahre 1929 ein -Zuwachs von 7000 Seelen. Das Jahr 1929 war ein Jahr siohtbaren Autschwunges der Einwanderung. Die jüdische^ Immigration erreichte mit 5109 Einwanderern eine Ziffer,; die seit d rei Jahren nicht mehr erzielt wurde und wurde ohne Schwierigkeiten im Lande absorbiert. Die Auswanderung von 1746 Personen war um 422 Personen geringer als im Jahre 1928 und um 3324 geringer als im Jahre 1927. Bemerkenswert ist, daß gerade in den Monaten nach den Unruhen die Auswanderung sank' und die Einwanderung sich verstärkte. Die nichtjüdische Einwanderung betrug im Jahre 1929 1317 Personen, darunter 584 Immigranten und 733 Touristen, die die Erlaubnis zum dauernden Aufenthalt im Lande bekamen. Auch die Zahl der nichtjüdischen Immigranten war. in der zweiten Hälfte des Jahres 1929 größer als in;der ersten Hälfte,-ebenso überstieg sie die entsprechenden Ziffern im Jahre 1928. In den nicht jüdischen Einwanderungsziffern sind auch 194 britisch e P o 1 i z i s t e n enthalten. Die jüdische Einwanderung im Jahre 1929 weist 2453 Männer, 1937 Frauen und, 859.Kinder auf. Eine besondere Rolle spielt naturgemäß die Einwanderung auf Grund von Zertifikaten, die im Jahre 1929 allein 3585 Einwanderer, gleich 8,3 Prozent aller Immigranten, - ins, Land hrachte. Der Anteil der Einwanderer, die unmittelbar zur Arbeitsaufnahme ins Land gekommen sind, betrug 2274, gleich 43,3 Prozent aller Einwanderer. Nach ihrer sozialen Zusammensetzung verteilen sich die jüdischen Einwanderer auf folgende Kategorien: Bemittelte, unabhängige Einwanderer 16,3 Prozent Inhaber von Zertifikaten ..... 68,3 „ Abhängige (Verwandte u. Angeforderte) 15,4 * Mit dem natürlichen Bevölkerungszuwachs und den neuen Einwanderern kann die Zunahme der jüdischen Bevölkerung im Jahre 1929 auf 7000 Seelen geschätzt werden. (Ziko.) 17 Araber und 2 Juden bisher in Palästina zum Tode verurteilt. London, 28. Februar. Der Antizionist Golonel Howard Bury richtete im Unterhaus an den Staatssekretär für die Kolonien die Frage,, wieviele Juden , und wieviele Araber im Zusammenhange mit den Palästina-Unruhen xom August 1939 zum Tode verurteilt worden sejen und welche dieser Urteile in Gefängnis umgewandelt wurden. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien Dr. Drummond S h i e 1 s erwiderte, es wurden zweiJuden von den Kriminalgerichten zum Tode verurteilt; laut der mir zugekommenen letzten Information KURORT BADEN bei Wien. Winterkurort, radioaktive Schwefelbäder gegen Gicht, Rheumatismus, Neuralgien. Trinkkuren mit. ausgezeichneten! Erfolg gegen Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, der Gallenwege, der Niere und Blase. Juden am unrechten Orte. ■:■>;;An';4er Münchener Universität kam esvor; einigen 'Tagen :#i/;&n$m-'Kra^aiJi natürlich einem ' -Ju%^i*^Wafl.:,''Äbe;r zu-^ei^'!^eMH^&t 'r%(^l^i^Kft'W^^Sm''^ Hörsaale i<J& akädemi* 1 sehe Or-ts'grijpije. des ,,-V e, £%i.n.e s für. - d a 's';s.ch,tuin im .Äus 1.a nde" jhre Jahresver.T sammluijg ab. Bieser Verein ist: seinem Zwecke nach ein .rpin' 'nationaldeütscher' Verein. Er soll die gei-. sfigen, sittiiehen und politischen Beziehungen zwischen, .dem Mutter volke in . Deutschland und . den im". Auslände lebenden Deutschen,' den Sachsen in., Ungarn,, Rumänien und Serbien,, -den Sudetendeutschen, den $üdtirolern, den; Deutsch-Amerikanern'usw.,' pflegen und stärkeriv er arbeitet' auf die gejstige yereinheitMchung des Deutschen Volkes hin." iWohl eine,der intimsten n'atiqnatd^utschen Aufgaben.. .. Als,. Vorsitzender. der' Ohsgruppe. eröffnete der Universitätsprofessor N a w i ask,y,L. ein Jude, die. Versammlung. Kaum hatte .er eiiiigö * Worte gesprochen, , so brach auch schon ein Sturm los. Die anwesenden deutschnationalen Stu;dehten fingen an?u . schreien, daß. der Verein' für' das.Deutschtum. im! Auslände kein Betätigungsifeldiiüf 'Jird e n sei.. Sie erzwangen einem ihrer Führer <las Wort und. dieser schloß, seine Rede mit der1 ^üffqrderüng, die „Sau-' juden," .aus dem Vereine .W/'eijtfe/raenl. Ein wüster Rummel war das Ende. Ab^r'nÄ "das Geschimpfe! des ^bierfesten Hakenkreuzlers war bezeichnend.' Bezeicfjnerid war das Schweigen der /anwesenden Pro-; fessören, das .giftige Schweigen.' Mawiasky hatte' nämlich' mehrere seiner Kollegen flür, '„Feier" geJaden, ünäf die,säßenk da, 'seelenruhig;' ichweigsam,' und' je. rüder. ihr jüdischer Gastgeber besudelt wurde, /desto,' rotiiger blieben sie. Ihr Schweigen war Zustirnirjung öbtenziertester Art. Sie' hatten nic:lit! .genug Mut!und' Takt aufgebracht, die Einladung.1 ihres' jüdischen Kol-,' I^gen. abzulehnen, weil ihnen seitie Führerschaft in einer. deutschen, rein nationalen.' Angelegenheit nicht ahi' Plätze schien. Aber sie freuten, sich inniglich, als*, ihm die Studenten' ihre, der Herren Professoren Meinung mit Unrat vermischt ins Gesicht warfen.' .; Der ' Jude' N a w i a s k y 'hat. sich an den unrechten' Platz begeben.' Er ist 'einer' Täuschung 'zum' Opfer ' gefallen, 'jener alten Täuschung»' welcher alle Assimilationsjuden' verfallen," die da' glauben, daß: sie1 vollwertige' Nationaldeutsche sind und sich einreden,\ daß irgend wer sie als solche anerkennt.''SieBreden' sich 'das gegenseitig ein, ein Assimilationsjude redet das dem anderen ein.' Der gesittete^ ■ gerecht 'denkende' Deutsche wird das volle Bürgerrecht »desjüdischen' Angehörigen des Deutschen' Reiches Anerkennen. Aber gesittete und ungesittete: Deutsche sind''sich darin einig» daß der Jude nicht berufener Vertreterin "internen nationaldeutschen Angelegenheiten sein kann, nichtberufener Vertreter, wenn es sich um geistige, nationaldeutsche Dinge handelt. Professor Nawlasky ist gewiß ein sehr gelehrter Herr, der vieles we|& Kannte er nicht die Stimmung seiner Kollegen? Wußte er nichts davon, daß speziell die Auslanddeutschen, die Sudetendeutschen, die Deutschamerikaner, die Siebenbürgersachsen und alle, anderen, jene, - denen er seine Mühe widmete, besonders stark antisemitisch orientiert sind und Juden nie als ihre nationalen Berater und Führer anerkannt haben und anerkennen werden. Mußte er sich in diese schmählichej^b|ge versetzen? Mußte er sich an den unrechtenbegeben, wo ihm mir Schimpf .und Schande'bfühen? Ja, er mußte,» weil er ein Assimilationsijude ist, einer, der national' etwas anderes als Jude sein will.r ^ssimilatioiisiiidentum führt; linhaltsam' an-den": unrechten Ortl r:»^^<€rele1)Tt'eV"4&WsäbMj drang itibör das TäcÄhe^ ^h|nausgejit,^ bietet steh eim weites Gebiet würdiger; Arbeit, das'jüdische. . Warum, gerade den Auslandsdeutschen ^dienen?, Wanum, nicht den Äuslandsjuden? Da können sie,, nützen. Nicht nur, das jüdische Volk wird sie ehren, auch.die Deutschen werden Männern, die der eigenen Nation treu dienen, die Achtung-nicht versagen. Anderswo: sind ^^sie, am. unrechten Orte und Schimpf und Schande ist ihr. Lohn.. . ■ : r. st. . ' Josef Trtifmpeläor. v . Zum 10. Todes tag. Am 11. Adar vor zehri Jahren wurde dem jüdischen' Volk ein Held entrissen: Josef T r ü m p e 1 d o r, der mit äieben seiner Freunde auf den Bergen Galiläas der Uebor* macht der/feindlichen Angreifer trotzte und fiel. Er 'fiel' auf dem Boden Palästinas, der durch die Arbeit der judi*' sehen- Arbeiterjugend geheiligt war. Josef Tru'mpeldor bedeutet eine leuchtende Ge** stalt in der an Helden nicht armen jüdischen Geschichte. Er.wac es,, der während des Weltkrieges mit seiner jüdi* s.chen Legion auf Gallipoli kämpfte, während der blutigen russischen Revolution den „H echatuz", gründete, der; sich "zürn Arbeitsheer für den Aufbau Erez'Israels! ents* wickelte und hier das Pflichtbewußtsein in die Herzen der ' jüdischen, Jugend pflanzte.5 Der Mann; der überall, wohin1 das Schicksal ihn verschlug, unter den jüdischen'Kol'onisteni« in der Krim, unter den Arbeitern inv Jordantal, unter den. ' Verteidigern von Tel'/Gjiiaj, seiner Todesstätte, aufopfernd' ■wirkte, ist ein. Beispiel yon Edelmut^ Tatendrang und : Menschenliebe für alle, die sich zu' einer für Palästina schaffenden 'Gemeinschaft geformt haben. der FABRIK \W.J(ais!errfr>A6.^fo<*„ Alle im redaktionellen Teil beflncilichen entgeltlichen NoUwn sind durch ein beigefügte* E bwelctwet,

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