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Die neue Welt · 1930-02-28 · Heft 128 (28.2.1930) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 128 (28.2.1930)
Date
1930-02-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. m DfE NEUE WELT StitelM her in Paris und in New York veröffentlicht hat, — Unter den r erhafteten Rabbinern befinden sich auch solche, die vor etwa einem Jahre den bekannten Brief der 31 Rabbiner WeiflruQlands unterzeichnet haben, den damals die Sowjetpresse als Beweis dafür, daß selbst die Rabbiner zugeben, daß die Religion in Sowjetrußland nidit verfolgt wird, der Oeffentlidikeit übergeben hat. * Von der Außenwelt abgeschnitten. — Ohne Licht. Moskau, 22. Februar. (J. T. A.) Jüdische Gemeinden, Synagogen, Rabbiner und religiöse Funktionäre des Kreises Kiew werden gemäß einem Beschluß des Verbandes der Postbeamten in Kiew keinerlei Verbindungen mit der Außenwelt mehr unterhalten können. Briefe, Tetegramme und Geldanweisungen, die an die Gemeinden, Rabbiner usw. anlangen oder von diesen abgeschickt werden, bleiben von jetzt ab unerledigt. Alle B r ief,t r ä ge r der Stadt und des Kreises Kiew sind angewiesen, an religiöse Anstalten oder Beamte adressierte Briefe, und andere Sendungen mit dem Stempel „Boykott" zu versehen und an den Absender zurückgehen zu lassen. Die Führer der jüdischen Gemeinde in Kiew haben sich erbötig gemacht, das Dreifache der normalen Posttarife zu leisten, wenn der Boykott aufgehoben wird; ihr Ersuchen wurde zurückgewiesen. Laut Öeschluß der Gewerkschaft der Elektriker wurde allen Synagogen, Rabbinern und religiösen Funktionären in Kiew und in den Städten des Kiewer Kreises die Lieferung elektrischen Lichtes gesperrt. * Die große Moskauer Synagoge — ein Arbeiterklub. — Alle Synagogen im Moskauer Rayon beschlagnahmt. — Die Tempelgeräte werden von der Sowjetbehörde geraubt und als „Ramsch" ins Ausland verkauft. Moskau, 22. Februar. (J. T. A.) Der Moskauer Stadtsowjet richtete an die Moskauer jüdische Gemeinde die offizielle Aufforderung, binnen 14 Tagen die große Chorsynagoge dem Arbeiterklub der Fabrik „Sichel und Hammer" zu übergeben. Die Moskauer Chorsynagoge ist die größte Synagoge der Sowjetunion. Sie besitzt mehr als 200 Sif r e-Thora; und eine riesige B i b 1 i o t h e k. Aus verschiedenen Städten und Städtchen treffen Meldungen ein, daß in den letzten Tagen massenhaft S ynagogen beschlagnahmt worden sind. Die Moskauer Zeitung „E m e ß" druckt heute eine Liste von mehreren Dutzend in der allerletzten Zeit beschlagnahmten Synagogen ab und teilt dabei mit, daß in dem Städtchen der kollektivisierten Rayone a u sn ah ms los alle Syna g o g e n „ohne viel Federlesens" beschlagnahmt werden. Die Charkower jiddische Zeitung „Stern" teilt mit, daß gegenwärtig in der gesamten Ukraine unter der jüdischen Bevölkerung Gebetutensilien (Tephilin, Talithim) und religiöse Bücher abgesammelt werden, damit sie als „Ramsch" nach dem Ausland verkauft werden; der Erlös wird dem Industrialisierungsfonds zugeführt Angeblich wurden Sc hu lki nder für diese Sammelaktion mobilisiert. Im Kreise Schepetowke wird laut „Stern" der Erlös für die verramschten religiösen Bücher zur Anschaffung von Musikinstrumenten für das Orchester der Jungkommunisten verwendet. * Die große Leningrader Synagoge beschlagnahmt. Moskau, 20. Februar. (J. T. A.) Nachdem das Zentralexekutivkomitee der Union der Sowjetrepubliken, das Oberste Legislative, Exekutive und Administrative Organ der Sowjetunion, in einer am 15. Februar abgehaltenen Sitzung der Umwandlung der Leningrader großen Synagoge in ein Arbeiter-Kulturhaus offiziell zugestimmt hat, ist am Sonntag, den 16. Februar, diese Umwandlung vollzogen worden. Die Leningrader Judenscfaaft verfügt über keine offentliche Synagoge mehr. Der erste Schritt zur Beschlagnahme der Leningrader großen Synagoge, einer der größten und schönsten Synagogen ganz Rußlands, wurde Anfang Oktober 1929 getan, als die Mitglieder des Vorstandes der Leningrader Jüdischen Gemeinde unter der Beschuldigung, Gelder für die Renovierung der Synagoge gesammelt zu haben, was widerrechtlich wäre, verhaftet wurden. Zu dieser Geldsammlung sah sich der Vorstand der Gemeinde aber dadurch genötigt, daß ihm vom Stadtsowjet mitgeteilt wurde, daß die Synagoge, wenn sie nicht unverzüglich renoviert wird, der Beschlagnahme verfallen werde. In diese Klemme gebracht, wußte die Gemeinde nicht mehr ein noch aus, und schon damals rechnete man mit der Beschlagnahme der Synagoge. - für einen tüchtigen Herren* und Damenfriseur, Alter bis. 40 Jahre; durch Einheirat in lange bestehendesgutes Geschäft in aufstrebender Provinz* stadt Niederösterreichs. — Auskünfte erteilt Rechtsanwalt Dr. Karl Jellinek, VII,; Mwiahilferstr. 113. Tel. m B<25-l-U, . , Die Moskauer jüdischen Kommunisten fordern immer stürmischer die Beschlagnahme der Moskauer großen Synagoge, In einer am Sonnabend den 15. Februar abends abgehaltenen großen Versammlung wurde eine Resolution angenommen, in der gefordert wird, daß die große Synagoge der Vereinigung der Atheisten tibergeben werden solle, die in den Räumen der Synagoge ihr Hauptquartier aufschlagen will. * Neue Zionistenverhaftnflgen. Moskau, 20. Februar. (J; T. A.) In den letzten Tagen wurden in Leningrad wiederum zahlreiche frühere Mitglieder der verschiedenen Richtungen innerhalb der zi6nistischen Bewegung verhaftet. Eine bedeutende Zahl Verhaftungen von ehemaligen Zionisten kamen in den letzten Tagen auch in Moskau vor. Sehr viele der Verhafteten haben schon lange keine Beziehung zur zionistischen Bewegung mehr. Don Pines, der Führer des vor längerer Zeit verbotenen „Hechaluz" in Rußland, hat soeben von der Sowjetregierung die „Erlaubnis" erhalten, nach Palästina auszuwandern. * Der greise Rabbi Katzenellenbogen mußte Leningrad verlassen. Berlin, 21. Februar. (J. T. A.) Von einer russischjüdischen Persönlichkeit erfährt die J. T. A., daß der Leningrader Rabbiner Rabbi Kazenellenbogen, einer der ältesten und angesehensten Rabbiner in ganz Rußland, von den Sowjetbehörden den Befehl erhalten hat, sofort Leningrad zu verlassen. Rabbi Kazenellenbogen, d e r im 84. Lebensjahr steht, war früher Rabbiner in Suvalky und wurde im Jahre 1907 als orthodoxer Rabbiner nach Leningrad berufen. Er ist ein hervorragender Gelehrter und Seelsorger und hat sich mit Politik niemals abgegeben. * Einfuhrsperre für Mazzoth. Moskau, 2t. Februar. (J. T, A.) Die in der Liquidation stehende „Je.wsekzija" richtete an das Hanm UFA-TON-KINO Wien, II., laborstr. re. R-42-3-41 m^metmmvpmm Oai Filmtheater der fluten Gaaellachaft selgt: 4» Woche ür- und AlleinaullUhrung OER NBUt UPATON-QROSSFILH Der weiße Teufel nach, Leo T^Istpl^^H^döchi Murat* Produktion: Bloch-Rablnowltsoh Hauptdarsteller: T „ »^Ä?lif'®'iSJMKW „. fcttf Mhbm LIL DAGOVER BETTY AMANN Reglet ALEXANDER WOLKOFF Der weltberühmte Don-*osakenchor in Ton u. BIM! Beginn: Wtichentag 5, 7 9 Uhr — Sonn- und Feiertags, 5,7,9 Uhr delskommissariat der Sowjetunion die strikte Aufforderung, in diesem Jahre, jede Einfuhr;von Mazzoth für die Juden in Rußland zu sperre n. In der in Form einer Warnung ausgesprochenen Forderung Wird gegen das Handelskommissariat der Vorwurf erhoben, daß es durch die Förderung der vorjährigen ausländischen Mazzoth- Aktion der Konterrevolution'.gedient hat. In der Stadt P a s t o w wurden alle dort vorhanden gewesenen fünf Maschinen für Mazzoth-rlerätellüng zugunsten des Industrialisierungsfonds beschlagnahmt * Und C9 wird weiter gesammelt. London, 20. Februar. Der Direktor des „Ort" (Verband zur Förderung des jüdischen Handwerkes in Rußland), Dr. D. Lvovitsch, ist nach London gekommen, um dort neues Geld für den „Ort" zu bekommen. Jetzt soll eine Verwandtenhilfe (!) organisiert werden« Der gesdiäftige Herr Doktor erzählt den Pressevertretern u. a.: Die in Westeuropa und in Amerika lebenden Verwandten von Deklassierten in Sowjetrußland werden gemäß einem jetzt erwogenen Plan Gelegenheit haben, ihren Verwandten dazu zu verhelfen, Mitglieder von Produktionsgenossenschaften zu werden, Es ist nach den jetzt «bwaltenden Umständen der beste Weg, den Juden in Sowjetrüßländ zu helfen, indem man die Lieferung von Masdiinen und Rohstoffen an sie erhöht und ihnen dazu verhilft, sich in produzierenden Organisationen zusammenzuschließen. 1929, fuhr Dr.'Lvovitsch fort, wurden mit Hilfe von „Ort" 13 0 6 M a s c h i n e n und R o him a t e r i a 1 i e n im Werte von 100.000 Pfund nach Sowjetrußland gesandt. Ueber 75 Prozent dieser Maschinen sind bereits in Betrieb, die restlichen 25 Prozent ruhen noch, wefl die notwendigen Rohmaterialien, wie Garn, Baumwolle usw., fehlen. Es wird geplant, die Tätigkeit dar Verwandtenhilfe zu e» weitern, und zwar in der Weise, daß in Westeuropa Und Amerika lebende Verwandte von Juden in Polen, wo die Lage der jüdischen Bevöl« kerung ebenfalls eine sehr ernste ist, Gelegenheit er* halten sollen, ihren Verwandten durch Sendung von Maschinen unter günstigen Bedingungen und gegen Ratenzahlung zu einer selbständigen Arbeitsexistenz zu verhelfen. D«s SMtMiinirtilJlfi das Ersten allgemeinen Beamtenvereines Wien Katafioplen sowie an Pensionisten tu den gtin> •tlcjaleii ■•dlHflUfiaen und gegen höchst annehmbare RfioluahTunosmodalltlten langfrlfttlge Perionalkredlte ohne Lebensverslcheriingspollzztt Die monatlichen Rückzahlungen er erden bei derilntenberechnung berücksichtigt Die monatliche Rate beträgt für ein Darlehen von S1O0O»- S23.- rc%l ■ ■ ■ ■ ■ ■ Die Erteilung von Auskünften Über Spareintagen und Etlt- Jegennahme von Darlehrnsansuehen erfolgt voran*seh* rel durch die Zentrale: Wien XVIII, Weltnarerstr. 28 und durch die Stadtbüros: Wien l, Kärntnerstr. 20 (Eingang Schwangasse l) l, Uranlastr. 2 _5$ Höher geht's wohl nicht mehr! Dr. Lvovitsch erzählt wohlweislich nichts davon, daß Maschinen und Rohmaterial der Juden in der Regel beschlagnahmt und nichtjüdischen Korporationen zugewiesen und die armen Betrogenen als „Konterrevolutionäre" verhaftet und verschickt werden. Wie lange noch wird die jüdische Öffentlichkeit diesen Betrug, welcher heute schon g ewerbsmftßig betrieben wird, dulden? Zweite Palästinareise. 1. bis 29. April 1930. Veranstalter: Verband Demokratischer Zionisten und Palestine Touring Club Wien. Die Mitteilung über die Verlegung der diesjährigen Palästinareise auf den Monat April, wodurch den Keiseteilnehmern die Gelegenheit geboten wird, die Pesachwoche in Erez Israel zu verbringen, wurde mdt großer Befriedigung aufgenommen. Einige Reisegruppen, die ihre Gesellschaftsreisen nach Erez Israel für Pesach geplant hatten, haben den Anschluß an die Reisegesellschaft des Verbandes Demokratischer Zionisten angemeldet. Das Zentralkomitee der Zionistischen Organisation in Polen hat ebenfalls den Beschluß gefaßt, eine große Gesellschaftsreise nach Erez Israel für Pesach zu veranstalten und die Führung der Reise der Reiseleitung des Verbandes Demokratischer Zionisten übertragen. Die Anmeldungen für die Pe&aclireise können nur bis zum 20. März ent- Segehgenomtnen werden. Es Hegt im Interesse der Leiseteilnehmer, ihre Teilnahme ehestens anzumelden. Auskünfte und Prospekte durch Frau Paula Stricker, Wien, IL, Hollandstraße 10, Tel. R-45-6-89, und Frau $erta Taubes, Wien, IL, Böcklinstraße 92, Tel. R-45-905. Purim-Kiilderf eier. Der große Erfolg der C h a n u k k a h - Kinderfeier hat den Verband demokratischer Zionisten veranlaßt, aüch eine Purim-Kinderfeier zu veranstalten. Frau Else Nebenzahl hat auch für diese Kinderfeier ein neues Stück „Purim in Te 1 - Awi w" verfaßt, welches ausschließlich von Kindern dargestellt wird. Auch die verschiedenen Tanzeinlagen werden nur von Kindern ausgeführt Uni dem großen Andrang gerecht zu werden, wird die Aufführung wiederholt. Die erste Vorstellung findet Samstag, den 15. März 1930 um 4 Uhr nachmittags, die Wiederholung Sonntag, den 16. März 1930 um 2 Uhr nachmittags im Theater Reklame, II., Praterstraße 34, statt. Auch bei diesen Kinderfeiern erhält jedes Kind ein Geschenk. Kinderkarte 5 1, Karte für Erwachsene S 2. Palästina Wanderung von und über Oesterreich. Am 25. d. M. um dreiviertel 8 Uhr abends reiste vom SUdbahnhof eine Gruppe Chaluzim und Ghaluzoth aus Oesterreich nach Erez Israel, nachdem schon im Vormonat eine Anzahl von hier die Reise angetreten hat. * Seit Beginn der neuen Wanderung im Vorjahre geht die Wanderung aus Polen nach Erez Israel, die friiher Uber Rumänien geleitet wurde, jetzt hftupt- Wochen-Kalender Febef 1990 .w nn Schebath 5690 2* Freitag 3(H> Sabbateingang 5.2? rw r»n 'm lMärz Samstag l^MTIH Sabbatausjgang 6.17 ÖW JDV-p O'bpV'C ,QT5DVD % . 8pnntag 2~3 , ' % Montag ' ■ > 4 Dienstag 4-n 5 Mittwoch l-n Donnerstag e-i

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