Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1930-02-28 · Heft 128 (28.2.1930) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 128 (28.2.1930)
Date
1930-02-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2711613-2711736-2711746--1688-2714921
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

R^TJ * Sefte 8 DU NEUE WELT Nr, 128 winnmnmiHmini SIE GM. KORNMEHL anoiinttscHNAutiiii Zentrale IX., Bcrgga«ge 19, Telephon 17-3-99 u. 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen für | ^^^rigitch unter Aufsteht des Ehrwürdigen Kabbinata der Isr. Kul* tusgemeinde Wien Aittosuatellimg kostenlos IX., aUrggais« IS , XVIII., Wlhringtrstr. tf perialisten" gibt, ist ganz ungeheuerlich. Wer hat Herrn Max Warburg eingeblasen, den Zionismus so falsch zu denunzieren? Diesen freundschaftlichen Bemühungen der Nichtzionisten, den Zionismus reinzuwaschen, sollte schleunigst ein Ende gemacht werden. Diese Liebenswürdigkeiten könnten verhängnisvoll werden. Krise in der amerikanisch-zionistischen Organisation. New York, 25. Februar. Die Verhandlungen zur Herbeiführung eines Uebereinkommens zwischen der jetzt an der Leitung befindlichen L i p s k y - W e i zmana-Gruppe und der oppositionellen M a c k- B-andeis-Gruppe sind, wie die Ita meldet, nach langwierigen Aussprachen endgültig gescheitert. Die Mack-Brandeis-Gruppe wird in kurzem ihr Programm veröffentlichen und einen eigenen Parteitag einberufen. Sie beschuldigt die Lipsky-Weizmann-Gruppe, die Organisation materiell und moralisch völlig heruntergebracht zu haben. Das wahre Gesicht der amerikanischen Demokratie. Antisemitischer Boykott. In der angesehensten New Yorker Kirche, der „Fi f t h Avenue PresbyterianChutc h'\ hielt der wohl berühmteste Geistliche und Kanzelredner New Yorks, Dr. Henri Howard, vorige Woche eine Sonntags» predigt, die aus Anlaß der Londoner Flottenkonfe» renz ursprünglich dem Thema des Weltfriedens gewidmet war, in Wahrheit jedoch ausschließlich mit der Friedens lüge im Zusammenhang mit der Juden* frage behandelte. Diese Kirche in der aristokratischen Fifth Avenue zählt die sogenannte aristokratische Elite von New York zu ihren Mitgliedern. Desto größeres Auf» sehen erregte es, daß Dr. Howard seinen Anhängern eine scharfe Predigt hielt, die von dem Grundgedanken aus» ging, daß von einem Frieden zwischen den einzelnen Völ» kern insolange nicht gesprochen werden könne, als zSvir sehen den verschiedenen Nationalitäten und Kon* fessionen innerhalb der einzeihen Länder noch immer der Unfriede, offene oder Verschleierte Ver» folgung herrscht. Ganz besonders treffe dies in Amerika zu. Amerika werde nur dann als . ehrlicher Partner für einen Weltfrieden der Völker 'gelten konen, wenn es vor* erst einen währen inneren Frieden mit den Juden schließt. Bevor wir uns an das; Problem des Völker« friedens heranwagen, müssen wir — ruft Dr. Howard aus — erst mit Jerusalem einen wahren Frieden schließen. Dem Ausländer, führte Dr. Howard weiter aus, springen, wenn er in das wirtschaftliche * und gesellschaf t» liehe Leben in Amerika tiefer eindringt,.die peinllc h» sten Widersprüche in die Äugen: "Auf der einen Seite gibt die amerikanische Demokratie den Juden samt* liehe Bürgerrechte, bietet ihnen alle Möglichkeiten auf öko* nomischem Gebiet, auf der anderen Seite jedoch peinigen wir die Juden mit allerlei gesellschaftlichen Hemm ünge n,x die wir ihnen in den Weg legen. Aber wir haben es hier mit einem alten, in jeder Beziehung vor* nhmen Volk zu tun, mit einem Volk von scharf ausge* prägtem Charakter, das Jahrtausende'hindurch die hoch* sten menschlichen Ideale in sich verkörpert. Wir glauben an Jesus — und daran, daß wir einst vor seinem Richter* stuhl erscheinen werden, ruft Dr.» Howard seiner, Ge* meindemeinde zu. Wie wollen wir das verantworten, daß wir während unseres ganzen Lebens dem Judentum, dem Jesus entsprossen ist, mit Verachtung begegnen. Doktor Howard führte dann seine aufsehenerregende Kanzelrede mit einem historischen Rückblick auf die großen Ver* dienste, welche das Judentum um die Gesamtkultur der Menschheit sich erworben hat, zu Ende. Dr. Henri Howard sprach eigentlich zu der söge» nannten amerikanischen Aristokratie, die in den letzten Jahren eine tief beleidigende gesellschaftliche Exklusivität gegenüber den Juden an den Tag legt und auch in den IffltipWIW» Hl STAPRUTH IWRITH Sonntag, den 2. Marz um 10 Uhr vorm. im Theatersaale der „Jud. Kunstlersptele", IL, Praterstraße 34 (zum Erscheinen der ersten Nummer der Monatsschrift der Histadruth) unter Mitwirkung bekannter Künstler und 4er Klein-Kunst-Bühne „Die Harfe" Festredt: Dr. D. Rothblum Karten bei allen Ausschußmitglledern und an der Kassa Unser Jugend« und Verbandsheim. Nach langen Bemühungen ist es gelungen, ein großes, eigenes Heim zu sichern. Das Heim bietet große Vortragssäle, Lehrzimmer, Büroräunte usw. in ausreichender Zahl, um einen wirklichen Sammelpunkt jüdischen Lebens zu schaffen. Vor allem aber werden wir in der Lage sein, die Wiener jüdische Jugend zu erfassen, sie in eine Umgebung zu bringen, welche Schutz gegen die fortschreitende Entjudung bietet. Unser Ideal ist es, aus unseren Jungen und Kindern treue Träger des Judentums zu machen, Juden mit Würde und Bescheidenheit, jüdische Vollmenschen. Unser Heim gibt uns die Möglichkeit, diesem Ideale zu dienen. Die Erhaltung des Heiroes ist durch unseren Ver* band gesichert. Aber die Einrichtung erfordert größere Mittel. Wir streben ja an, das Heim behaglich und allen Anforderungen entsprechend auszustatten. Wir bitten daher alle, die unser Bestreben gutheißen, alle, denen die Zukunft unserer Jugend am Herzen Hegt und denen die Schaffung eines würdigen, der Pflege des jüdischen Gedankens geweihten Heimes als gute Sache gilt, rfnen einmaligen Beitrag zu leisten. Spenden nehmen der „Verband demokratischer Zionisten" und die Verwaltung ,,Die Neue Welt", Wien, IX.. Universitätsstraße 6—8, entgegen. Wir haben auch Bausteine zu 1 S und 2 S in Blocks zu je 10 Stück herstellen lassen. Wer durch Verkauf dieser Bausteine unsere Sache fördern will, kann bei den oben bezeichneten Stellen Blocks erhalten. Für den Verband demokratischer Zionisten: Robert Stricker, Obmann. Vll. Spendenansweis. G. Helwung S 20. Dr. W. Werfel S 5. Klausner S 3. Dr. A. S. S 5. Nußbaum S 20. Dr. David Taubes, II. Rate S 20. Bernhard Grünhut S 3. Nebenzahl M. E. S 20. S. Halpern S 5. Ing. Kramer, II. Rate S 20. Sammlung Nebenzahl S 32. Dr. S. Schäf- 1 e r spendet eine Buße, die seinem Gegner in einem Prozeß auferlegt wurde S 330. Sammlung Brüder Schiffmann, II. Rate S 300. Zusammen S 803. Bisher insgesamt S 7820. anderen Bevölkerungsschichten systematisch propagiert. Viel böser, als daß reiche Juden nicht in bestimmten Klubs Aufnahme finden oder in vornehmen Hotels nicht unterkommen können, ist die immer auffallender zutage tretende Tatsache, daß auch Juden des Mitte 1* 31andes und der arbeitenden Klasse unter dem gesellschaftlichen Und wirtschaftlichen Boykott zu lei» den haben. Wie krass die Verhältnisse in dieser Beziehung heute in Amerika liegen, ging erst vor kurzem aus dem Bericht der jüdischen Frauenorganisation in Amerika hervor, der im vollen Bewußtsein der Verant» wortlichkeit feststellte, daß gegenwärtig mehr als zehntausend jüdische Mäd* chen in Amerika arbeitslos sind, weil sie als Jüdinnen nirgends Arbeit erhalten, und das Bedenklichste daran ist, daß die Abweisung dieser arbeitswilligen Frauen und Mädchen schon ganz offen mit der Begründung erfolgt, daß Juden und jüdische Frauen als Arbeits, kräfte nicht erwünscht seien. Dasselbe wurde Von anderen jüdischen Organisa* tionen hinsichtlich der Unterbringung von Juden in den freien Berufen und Öffentlichen Aemtern festge» stellt, und auch jüdische Gewerbetreibende haben immer mehr Ursache, darüber Klage zu führen, daß sie bei den gröTßereh Unternehmungen we^ettflh^ Judentum gegenüber nicht jüdischen Bewerbern ^offenkuh« di£tM#w&$ii faxten. fM cj^k^pfc gj^-pf^ wirtschaftlichen und gesellschaftlichen, Antisemjtismüs im demokratischen Amerika ^irfl auf judischer Seite haupt» sächlich unter IderiRührung iDjTyS'tep btii ä^Wi führt. Nun scheint Dr. Henri Howard auch seinerseits im. Kreise seiner;sehr einflußreichen Gemeindemitglieder diesen Abwehr kämpf der Juden unterstützen zu wollen? < ' , " J ::' '•",(;"'i' jf'l Der Betrug in Rußland dauert an Tiotz des Zusammenbruches der Üfdlschen Krlm-KolonisaÄ-flrd ^el^i liidlscKes Öefd l&Mk^tmVW tofgungen mehren sich.'— Neuer Synagogenrattbi -^ Ve?» hftfttmgen und Verschickungen. Um den im Atotstöe« befindlichen Zionismus zu diskreditieren und'gldchaeitig England zii treffen, hatten die Sowietleute seinerzeit den Plan einer Jüdischen Massen« Siedlung in Rußland lanciert. Und reiche antlziondstteche Juden hatten sich bereit erklärt, jüdische DoWaranlhMonen dafür w opfern. Die Sowjetleu t-e haben das Geld triumphierend in Etnpiaine genommen. Jahrelang wurde die Täuschung aufrecht erhalten, wurden Lügenberiohte über rasch aufblühende Judertkolonden in alle Welt gesendet. Die jüdischen Beamten des amerikanischen Jolnts, welche mit der Sache beschältiigt waren, haben *hr Möglichstes zur Förderung des Betruges an der amerikanischen Judenschaft und dem Weltjudemtum Beten. Der Stosamtiwrtbruch der Juderokolonj*ation ist Jetzt allen klar geworden. Die Spwjetfeute logen gar keinen Wert mehr darauf, d!e Täuschung aitfredtt m erhalten. Jetzrt ist die amerikanische.,Joint-Bürokratie an» scheinend daran hvteressterf, die gektbringende Täai« schung fortzusetzen, Und sie tut es. In einer Pressekonferena in New York hat der Direktor des Agro- Joint — so heißt das jüdische FinanderuwasinstWit der KolonlsatiionÄfarce — Dr. Joseph Rosen angekündigt, daß das ,,Aufbaufprogramm" fortgesetzt wird, das heißt, daß weiter Iudlsohes Geld vergeudet werden soll. Der Präsident des Agro-Joint N, Rosenberg fügte hinzu: „Das jüdisch« Aufbauwerk in Rußland wird nicht mit verminderter, sondern mit erhöhter Energie fortgeführt werden. Es soW also mit „unverminderter Energis" der Sowjetaregierun* geholfen werden, die Welt zu täuschen und die Juden Rußlands ganz unglücklich tu machen, Wie vermessen dieser Zynismus Ist, erkennt man, wenn man die täglich aus Rußland ednMenden Berichte liest. * Verhaftung der Rabbiner und jüdischen Führer in Minsk. Moskau, 18. Februar. (J. T, A.) Nachdem die G. P. U, (russische politische Polizei) in allen Synagogen der Kreise Minsk und Mosyr Hausuchungea durchgeführt hat, verhaftete sie in Minsk fünfzehn führende Mitglieder der jüdischen Gemeinde, unter ihnen den Pewsner Rabbi Ascher Kirstein und Rabbi Gluskis. Den Verhafteten wird vorgeworfen, daß sie Beziehungen zu dem im Auslande weilenden Rabbi Schneersohn (Lubawitscher Rebbe), zu Rabbinern in Amerika und in Polen unterhalten haben. Angeblich sollen hektographierte Aufrufe, die für jüdisdie Organisationen im Auslande bestimmt waren, gefunden worden sein. * Moskau, 20. Februar. (J. T. A.) Ueber die aufsehenerregende Verhaftung der Rabbiner und der Führer der jüdischen Gemeinde in Minsk, der Hauptstadt der weißrussischen Sowjetrepublik, ist noch mitzuteilen: Verhaftet wurden alle aktiven Führer der jüdischen Gemeinde in Minsk, unter ihnen der bekannte Minsker Rabbi P e W s n e r, die Gemeinderabbiner As eh e r, Kerstein und Gluskin, die „Maggidim" (Prediger) Benjamin Schakowitzki, Mosdie Chajim L e w i n und David Rabinowitsch, ferner die Gemeinde- Neue Sprachschule Montajr den 3. März _________________ ......_____ ______________ konzessionierte Schule für die englische und französische Sprache für weibliche Personen im ..Dr. Krüger-f Tel. R.43-5-40 (10 bis 12 Uhr Und 3 1930 wird die neue, vom Wiener Stadtschulrat Dr. Krüger-Helm". Wien. II., Malzgasse 7, : bis 5 Uhr), eröffnet. Kurse für Anfünger und Vorgeschrittene, an Nachmittagen und Abenden. Spe- Billlge Kursführer Schimeon Iwianski. Sohimeon Kabakow, tDavid S a c h e r, der einstige jüdische Bankier $ B r a ud o, David S a Im a n, Mosche Ga b r i e l o^, Jakob M a s i r und Mosdie R e s n i k, sowie einige andere Gemeindemitglieder. Die G. P. ife (Politische Polizei) in Minsk teilt mit, tteijefoer. in den Wohnungen der Verhafteten vorgenommenen Haussuchung;|wurdfeh. mehrere an j ü d i s c h e Org a n iVa Ii o n e rt! i m Au stand e adress i e rte , Briefe gefunden, die nach Meinung der G. P. U. einen antisowjetistischen Charakter tragen, weil in ' deri^ftriefen das ausländische Judentum aufgerufen Wird, dje Juden"in der Sowjetunion vor dem Untergang zu retten. Bei der in einigen Synagogen in Minsk vorgenommenen Haussuchung wurden hektographierte Berichte und Dokumente vorgefunden, aus deren Inhalt die G. P. U. schließt, dafl die jüdische Gemeinde in Minsk eine konterrevolutionäre Organisation ist, die den antisowjetistischen Organisationen im Ausland Informationen liefert Gegen Rabbi Pewsner, in dessen Haus ebenfalls eine eingehende Haussuchung stattgefunden hat, erhebt die G. P. U. die Beschuldigung, daß er eine direkte Verbindung mit dem im Auslande weilenden „L u b a w i t s c h e r Rebbe" (Rabbi Sdhneeursohn) unterhalten und von diesem Briefe und Instruktionen Über Organisierung ungesetzlicher Chadarim (religiöse Kinderschulen) und Jesdiiwoth (religiöse Hochschulen) und wegen Führung einer religiösen Erziehungsarbeit unter der Jugend empfangen hat Die Verhafteten Jakob Mazir und Mosche Resnik werden beschuldigt, illegale Jeschiwoth in Weißrußland geleitet zu haben. Die G. P. U. stellt in ihrem Bericht weiter fest, daß die verhafteten Minsker Rabbiner eine ungesetzliche Konferenz mit dem New Yorker Rabbiner Simon Glaser, der im August 1939 in Minsk geweilt hat, abgehalten haben und dem New Yorker Rabbiner antisowjetist i s c h e Informationen gegeben haben, die dieser nach- G\(HN ITZTAITIROL SehnelUugsUtlon SUtnwh am trmntf. Wimtoraontfne* SMf «Wim»» mit geMttfM SchnMwrMftniMfn von MW« DtnatiMr bis End* Mars. Sklkurw, RMMIb^h*, «Ja. laufplats. BahatHchw AutanU|«l| Im HOTEL UNO PENSION TßlNSEDHOF ,18t4 m 0.4. NU hi Mnnls«r Mft, nvt fh baut, modtm und wtitg.cn aingtrtohtet, 00 ittttn, riMandw tCaH> «m« Wanw wasitr, ZwrtramatavRf mt) Bftftr. In* kltHlf« Wl«nw KOfhf, Pt«Mi«ntBi«lt ab Mk. 7^0. Auf Vwtanftn frn»ibia,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.