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Die neue Welt · 1930-02-28 · Heft 128 (28.2.1930) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 128 (28.2.1930)
Date
1930-02-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. '128 DIE NEUE WELT Seite 3 TOB *?ttf WD ein QRU/r AU/ PALÄSTINA KARHEL-WEINE AUS MCHON-LI-ZION, DAS QUALI- TÄTSPRODUKT JÜDISCHEN WEIN¬ BAUES IN EREZ-ISRAEL MAN ACHTE BEIM EINKAUF GENAU AUF DIE HERKUNFTSBEZEICHNUNG RICHON-LE ZION. DA DIE HOHE QUALITÄT UND BELIEBTHEIT DIESER WEINE AUS DEN BARON ROTHSCHILDSCHEN KELLEREIEN VIELFACH ZU NACHAHMUNGEN GEFÜHRT HAI Crofivertrieb»Cutuv Wilder, Wien, IV., Blechturmiawe Ii Telephon: U 43-8-19 Telegrammadresse: Kamel Wien uns schlecht an, aus dem jungen südafrikanischen Volke einen Teil herauszugreifen und ihm zu sagen: Wir haben genug von euch, wir wollen Nordische. Wir Holländer in diesem Lande, schloß Smuts, waren den Juden niemals feindlich gesinnt. Warum sollen wir ihnen jetzt den Krieg erklären? Smuts trat dafür ein, daß das Quotensystem sich auf alle Länder ausdehne, in der Weise, daß aus jedem Lande fünf Prozent der Menschenzahl, die 1926 aus dem betreffenden Lande in Südafrika lebten, jährlich zugelassen werden. " Der -Innenminister Dr. M a 1 a n wandte sich gegen Smuts Verbesserungsantrag, der darauf hinausgeht, die Einwanderung auch aus nordisdien Ländern, wie Skandinavien und die Vereinigten Staaten, zu begrenzen, dafür aber einer großen Einwanderung aus den osteuropäisdien Ländern Spielraum läßt. Auch der Premierminister General Hertzog wandte sich gegen Smuts und führte aus, das Land stehe bereits vier nationalen Problemen gegenüber: Dem Eingeborenen-, dem Farbigen-, dem Indianer- und dem europäischen Problem; eine unbeschränkte Einwanderung würde ein fünftes Problem schaffen. Moi-ris Kentridge, eines der jüdischen Parlamentsmitglieder, wandte sich entrüstet gegen die Ausführungen des Premiermnisters, wonach die Juden das „fünfte P r o b 1 e m" in Südafrika darstellen, und erinnerte General Hertzog an seine Bemerkungen über die Juden Südafrikas bei Gelegenheit des Diners zu Ehren Reuben Brainins. Keineswegs hätten die Juden einen tieferen Zivilisationsstandard als die anderen Südafrikaner. Kentridge beschuldigte Dr. Malän der Heudielei und der Härte. Bei der Abstimmung wurde der von Smuts unterstützte Verbesserungsantrag Blackwell mit 66 gegen 46 Stimmen abgelehnt, dagegen wurde das Amendement der nationalistischen Regierungspartei, wonach das Quotengesetz schon am 1. Mai d. J. in Kraft tritt, wie gemeldet, mit 55 gegen 47 Stimmen angenommen. Kapstadt, 2t. Februar. Die Regierung der südafrikanisdieu Union gab ihre Zustimmung dazu, daß dem Parlament ein Zusatzantrag zum Einwanderungsquotengesetz unterbreitet werde, wonadi in den nächsten drei Jahren Frauen und Kindern von Männern, die jetzt in Südafrika leben, erlaubt werden soll, über die Quote von 50 Einwanderern jährlich aus jedem osteuropäischen Lande hinaus nach Südafrika zu kommen. Dafür aber soll die für diese drei Jahre festgesetzte Quote von 1000 wegen ihrer Qualifikation „erwünschten" Einwanderern, denen über die normale Quote hinaus aus der Gesamtheit der osteuropäischen Länder die Einwanderung gestattet werden sollte, auf 500 herabgesetzt werden. * Das Eingreifen General Smuts hat sich also leider als erfolglos erwiesen. Aber wer ihn kennt, weiß, daß er nicht ruhen und weiter gegen das Unrecht kämpfen Wird, Jüdische Studenten müssen Hakenkreuzler unterstützen. Verfrühter Jubel. Im Wirrwarr nach dem Kriege haben die rassenantisemitischen völkischen Studenten vereine an den Hochschulen Deutschlands und Oesterreichs eine Organisation gegründet, die „Deutsche Studentenschaft", welcher es mit Hilfe der nationalistisch und antisemitisch orientierten Pröfessorenkollegien gelang, auf den Betrieb der Hochschulen bestimmenden Einfluß zu gewinnen. Die „Deutsche Studentenschaft" maßte sich das Recht an, zu bestirhmen, welche Studenten an die Hochschulen zuzulassen und welche abzuweisen seien. Tau sende jüdischer Hörer fielen diesem System zum Opfer. Selbstverständlich war die Einführung und Befestigung des Numerus clausus für Juden eine der Hauptangelegenheiten der „Deutschen Studentenschaft". Es gelang aber auch, auf die Besetzung der Lehrstühle Einfluß zu nehmen. Ihr Haupterfolg bestand aber darin, daß, alle Studenten, ohne Rücksicht auf ihre Nationalität, Religion und po- 4tv+*F~ Nur diese Schwedenktinge macht Rasieren zum Vergnügen Die führende schwedische Weitmarke litische Einstellung gezwungen wurden, der „Deutschen Studentenschaft" Beiträge zu leisten, und zwar in Form von Zuschlägen zu den Studien gel (lern, welche von den Universitätsbehörden eingehoben werden. Wer . nicht den Beitrag für die antisemitische „Deutsche Studentenschaft" erlegen wollte, wurde nicht an die Hochschule zugelassen, bekam keinen Aufnahmsschein. Auf diese Weise sind viele Hunderttausende Mark in die Kassa der „Deutschen Studentenschaft" geflossen, welche mit dem Ertrage dieser „Steuer" kontrollos wirtsdiaftet. Insbesondere werden mit diesem Geld Agitatoren und völkisdie Kundgebungen bezahlt, „schwache" Bruderorganisationen unterstützt. So erhält die durch ihren antisemitischen Radikalismus berüchtigte „Deutsche Studentenschaft" in Oesterreich namhafte Beträge. So schreibt das „Berliner Tageblatt" zu diesem Thema: „So werden von jedem Studenten in Bayern (neben anderen Beträgen) 20 Pfennige lediglich für den (österreichischen) Kreis VIII der „Deutschen Studentenschaft", das heißt zur Alimentieruug jenes kleinen Klüngels, der sich in Oesterreich „Deutsche Studentenschaft" nennt, und trotz seines Antisemitismus nicht dagegen hat, auch von Geldern zu leben, die in Bayern zwangsweise von jüdischen Studenten erhoben werden." Jahrelang wurde dieser Unfug .betrieben, bis endlich die deutsche Regierung einschritt. Insbesondere der vor kurzem ausgeschiedene preußische Unterrichtsminister Becker nahm den Kampf gegen die „Deutsche Studentenschaft" auf, erklärte sie für ungesetzlich und stellte die zwangsweise Eintreibung der Beiträge an den preußischen Hochschulen ein. In Bayern aber blieb es beim; alten und ergab sich r-Vk teile ööer0imon8brot"> 1. ®LnumftDr0t .betfrient ccU S3cMStw^T.itn3§mitfcI tat elften SRoitfl et^mfiflttn mt*> .(teilt, twty txxs SBcfte airf beih ©ebietc ber «%<forwtetnä^runa fcnr. 2. 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Herr Goldenberge r hat es sich überlegt. Er hat in der Vorwoche seine Verfügung wieder zurückgezogen und die Beiträge werden den Studenten wieder abgezwungen. Die Linkspresse bezeichnet das mit Recht als einen „Affront gegen Preußen", der nicht geduldet werden kann. Aber wer die Reaktion an den deutschen Hochschulen kennt, weiß, daß dieser Alarm wenig nützen wird. Die jüdischen Studenten in Bayern werden weiter für jene zahlen müssen, welche den Juden der Ehre bar erklären und danach behandeln. Reichspräsident HJndenburg — ein Judenkiiecht Leipzig, 2)1. Februar. (J. T. A.) Der nationalsozialistische Abgeordnete Theodor F r i t s c h schreibt in seinem „Hammer": „Es ist begreiflich, daß dfe - Wettfinaaz diesen einflußreichen Mann dicht umstellt hat und ihm alle wichtigen Vorgänge nur in einem ihr genehmen Lichte zeigt. So ist Hindewbur« über die Pläne und Machenschalten der jiidi sahen Bami'kokir a(t4e sicher falsch unterrichtet. Es würde uns nicht verwundern, wenn er heute noch die Juden für das Volk Gottes hält und an die jüdische Abkunft Christa glaubte. Von den unsittlichen und staatsiUllllllllllllllllllllllllllllllllllllltllllllllMllllllllllllllilllllllllg | Verband demokratischer Zionisten j 2 Mittwoch, den 4. März 1930 um halb 9 Uhr abends s im Caf« Produktenbörse, IL, Taborstr. 10 s (Versammlung f s . Gegenstand: jjjj | Künstlerisches Gestalten und Wirk- -s | lichkeit bei Theodor Herzl | s Referent: . s | Dr. Th. Nussenblatt | ^IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlip fewbd'lfolien Lehren der Rabbiner ist ihm ganz gewiß nichts bekannt. Und darum auch nichts von dem geheimen jüdischen Gegenstaat — nichts von der ernsten Warnung Fichtes, die dieser vor 135 Jahren an alle Staatsmänner Europas richtete. Wer es fertigbrächte, dem Reiohspräsideiniten über diese Dinge die Augen zu öffnen, der würde nicht mir dem deutschen Volke, sondern auch Hindenburg selbst einen unermeßlichen Dienst er^ weisen. Er würde ihn davon abhalten, seinen Namen für alle Zeiten mit u n s ü h n b a r e r Schande zu beladen: mit der Schmach, sein eigenes Volk - dn ewige Knecht* schalt verkauft zu haben — durch Billigung dos Youwg- Pianes." Schächten ist keine Tierquälerei. Berlin, 20. Februar. (J. T. A.) Im Strafrechtsaussdiuß des Reichstages wurden in der Sitzung vom Dienstagabend die Tierquälereiparagraphen des neuen Strafgesetzbuches (366 und 412) verhandelt, insbesondere Vivisektion und rituelles Schäditen. Abgeordneter Dr. Bell (Zentrum), ehemals Reichsjustiz« minister, beantragte, dem § 412 folgenden Absatz 2 anzufügen: „Handlungen an Tieren dürfen nidit mit Strafe bedroht werden, soweit sie zur Verfolgung ernster wissenschaftlicher Zwecke oder zur Erfüllung der Gebräuche einer Religionsgemeinschaft des öffentlichen Rechtes geboten sind." Nach Annahme der beiden Paragraphen in der Fassung der Vorlage wurde über den vom Abgeordneten Dr. Bell beantragten Absatz 2 zum § 412 abgestimmt; der Antrag Dr. Bell wurde mit 25 von 27 Stimmen (von den 4 Deutschnationalen stimmten 2 gegen, 2 enthielten sich der Stimme) angenommen. * Während der Aussprache Uber den Autrag Bell in der Sitzung des Ausschusses am Freitag den 14. Februar haben bekanntlich Ministerialdirektor Schäfer vom

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