Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 126 (14.2.1930)
- Date
- 1930-02-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2711613-2711736-2711744--1663-2714894- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
r Niv 138 DIE NEUE WELT Seils t TRINS SchntlisugsUffen Slatftath am BfMner. WuntftneMfmcSIclfltWnMmtlfiOmtistn | Sehnaavaritlftnltatn von Hütt« Oaxarnbar | bta SM« MM. Skikurs», Wodilbatrn, El»-1 laufplatz. SaHtgttchtt Atifanthatt im HOTEL UND PENSION TBINSEBHOF tai4m0.d.M,m Mnntgaf lag«, n«u «r» baut, inotftm «M gadfeftn «IngcHeliM, 60 Batten, flteBMdM Kalt, w* Wann* «MNf, Zantratfiahung tmtf Büdar. traf. kta*»tga Wlenar KOch«. pamlontprats ab Mk. 7,90. Auf Vwtarte*» PretaaMa. fahren sie? Sollen sie kommen aus Amerika und dorthin fahren, wo es ihnen selbst beliebt, so werden sie wissen, was sich heute fort. Von Tag zu Tag wird es {irser. Schweiget nicht! Rettet uns in unserer großen Not und befreiet uns von unserem großen Leiden! Mit Blut schreibe ich, nicht mit Tinte! ..." Palästina-Debatte im englischen Parlament. Der antizionistische Abgeordnete Howard Bury fordert die Verhaftung Jabotinskys und beschuldigt die Regierung der Willkür gegenüber den Arabern. — Die Lügen des Colonel Bury. London, 6. Februar. (J. T. A.) Graf Winterton richtete im Unterhause an den Unterstaatssekretär für die Kolonien, Dr. Shiels, die Frage, ob die Regierung bei Veröffentlichung des Berichtes der Palästina-Untersuchungskommission oder nachher eine Erklärung über die Ursachen der Palästina- Unruhen im August 1929 abgeben wird. Dr. Shiels erwiderte, diese Frage werde nach Erhalt des Berichtes erwogen werden. Coloucl Howard Bury fragte, ob die Aufmerksamkeit der Regierung auf die von Herrn Jabotinsky am 23. Dezember in Tel-Awiw gehaltene Rede gelenkt worden sei und ob hinsichtlich dieser Rede nicht Schritte gemäß dein Seditious Offences Ordinance Act (Verordnung betreffend aufrührerische Akte) ergriffen worden sind. Dr. Shiels erwiderte: Ein Bericht über die Rede lag mir vor, es ist mir nicht bekannt, ob die lokale Behörde eine Aktion erwogen habe. Ich höre, daß Herr Jabotinsky zwei Tage nach seiner Rede Palästina verlassen hat. Howard Bury fragte weiter, ob bekannt sei, daß 1920 Jabotinsky wegen ähnlichen Vorgehens ins Gefängnis gebracht wurde. Darauf . erwiderte Shiels, er sei der Meinung, daß es für Juden wie für Araber von Nutzen wäre, wenn sie freundschaftlich nebeneinander leben könnten. ist es nicht eine Tatsache, fragte Sbillaker (Labour Party), daß Herr Jabotinsky im Jahre 1920, nachdem ihm eine 15jährige Gefängnisstrafe erlassen wurde, sich verpflichtete, Palästina zu verlassen und nicht mehr zurückzukehren? Mir ist davon nichts bekannt, erwiderte Dr. Shiels; ich werde hierüber Erkundigungen einziehen. Howard Bury fragte den Unterstaatssekretär, ob er wisse, daß Scheich El Muzaffar, Ehrensekretär der Moslem and Christian Association, ein früherer Mufti der türkischen Armee und neun führende Moslemiten aus Jaffa in der Nacht zum 23. November 1929 verhaftet und dann nicht etwa von einem Richter, sondern' von der Verwaltungsbehörde von Jaffa abgeurteilt wurden, daß ihnen kein Anwalt bewilligt wurde, daß sie alle mit zwei überführten Mördern zusammen, an den Händen gefesselt, nach dem Gefängnis in A.kko gebracht wurden, daß Scheich El Muzaffar und Mu'dhat Effendi noch heute infolge der damals .ihnen zuteil gewordenen schlechten Behandlung krank im Spitale liegen. Dr. Shiels erwiderte, er habe über viele Punkte, die der Fragesteller vorgebracht hat, keine Informationen und sef deshalb nicht in der1 Lage, sie als Tatsachen zu akzeptieren. Er wisse,' daß eine Anzahl Personen, die sich mit politischer Agitation befaßten, verhaftet und gemäß der Prevention of Crimes Ordinance abgeurteilt Wurden. Diese Ordinance sieht Gefängnis für jene Personen vor, die, obwohl hiezu aufgefordert, keine Sicherheit für weiteres gutes Betragen geben wolle», Ich habe keinen Grund, eine weitere Untersuchung zu veranlassen. .> Howard Bury fragte, ob der Grund für die Verschiedenheit der Behandlung des Scheichs El Muzaffar und des Herrn Jabotinsky darin Möge, daß der eine Araber, der andere Jude ist. Dr. Shiels erwiderte: Ich muß eine solche Insinuation strikte zurückweisen; der Fragesteller muß wissen, daß diese Angelegenheiten unter der Kontrolle des High Commissioner stehen, er darf es nicht erwarten, daß wir hier uns in die Einzelheiten einmischen. Wir sind vollkommen überzeugt, daß da» durchgeführte Verfahren richtig und den Umständen angemessen war. « Herr Marcus, eines der jüdischen Unterbausmitglieder, fragte, ob die Regierung die Gelegenheit der demnächst erfolgenden Ankunft einer arabischen Delegation aus Palästina ergreifen wolle, um •miorlUtive arabische and jüdisch« Führer au einer gemeinsamen Konferenz unter Leitung der Regierung einzuladen nnd so einen Versuch zu machen die schärferen Differenzen freundschaftlich beizulegen Dr. Shiels erwiderte, die Anregung werde aufgenommen werden, er könne aber nicht sagen, ob die Umstände es erlauben werden, die Anregung auch durchzuführen. Marcus fragte weiter, ob der Unterstaatssekretär mitteilen könne, wie viele jüdische Ein wandercr in den vier Monaten vor den Augustunruhen nnd wie viele in den folgenden vier Monaten nach Palästina kamen. Dr. Shiels erwiderte: In den Monaten Mai bis August 1929 kamen 631 neue jüdische Einwanderer nach Palästina. 367 als Touristen Eingewanderten wurde die Erlaubnis erteilt, im Lande zu bleiben. Insgesamt wanderten also in diesen vier Monateh998 Juden ein. In den Monaten August bis November (für die folgende Zeit stehen die Zahlen noch nicht zur Ver fügung) wanderten in Palfistina 2309 Juden ein, darunter 2059 Einwanderer und 250 Reisende, denen die Erlaubnis gegeben wurde, im Lande zu bleiben. Marcus fragte weiter, ob der Unterstaatssekretär mitteilen könne, wie viele Juden In den letzten zehn Jahren sich in Palästina angesiedelt haben und wieviel jüdisches Kapital im Lande investiert würde. Dr. Shiels erwiderte: Vom 1. September 1920 bis zum 30. November 1929 betrug der Ueberschuß der jüdischen Einwanderung über die Auswanderung ungefähr 70.000 Personen. Es besteht kein Zweifel darüber, daß während dieser Zeit sehr große Summen jüdischen Kapitals in Palästina investiert wurden; ich bin aber nicht in der Lage, offizielle Zahlen diesbezüglich zu nennen. * Alles, was Colonel Bury vorgebracht hat, ist er logen oder tendenziös gefälscht. Jabotinsky hat weder eine strafbare Rede gehalten, noch in irgend einem Zeitpunkte das Versprechen gegeben, Palästina nicht mehr zu betreten. Grotesk mutet es an, wenn B^ury die Palästinaregierung beschuldigt, gegen die Araber par teiisch vorzugehen. Dieselbe Regierung, die durch ihr Verhalten die Araber zu Unruhen förmlich ermutigt hat und schließlich doch nicht umhin konnte, einige der ärgsten Hetzer, welche offen die Ermordung der Juden gefordert hatten, einzusperren. Beileibe nicht alle, nur einen kleinen Teil! Ein- und Auswanderung Palästinas Im Dezember 1929. Jerusalem, 3. Februar. (J. T. A.) 517 Juden, 66 Christen und 29 Moslemiten kamen während des Dezember 1929 nach Palästina; 128 Juden, 34 Christen und 29 fMosleraiten verließen in dem gleichen Monat das Land.; ' Im November v. J. kamen 620 Juden nach Palästina, 204 Juden verließen das Land. In dem gleichen Monat wanderten 102 Christen und 8 Moslemiten ein, 109 Christen und 47 Moslemiten wanderten aus. Im Oktober v. J. wanderten 1086 Juden ein und 204 Juden wanderten aus. Im September v. J. zählte man 603 jüdische Einwanderer und t30 jüdische Auswanderer. Beginn der Arbeiten zur Ausbeutung der Tote Meer« Salze. Jerusalem, 7. Februar. (J. T. A.) Die Inhaber der Tote-Meer-Konzession und Bevollmächtigten der Wirtschaftsgruppe, die sich die Ausbeutung der Salze des Toten Meeres zum Ziele gesetzt hat, der jüdische Ingenieur N o v o in e y s k y und der englische Major- Tu Hoch, weilen in Palästina und bereiten die Arbeitspläne für die nächste Zukunft vor. Die zur Ausbeutearbeit notwendigen großen Maschinen sind bereits eingetroffen und weiden demnächst aufmontiert werden. Major Tulloch siedelt sich in Palästina an und wird sich später um die palästinensische Staatsbürgerschaft bewerben. Novomeysky ist bereits palästinensischer Staatsbürger. Der Bau eigener jüdischer Wohn- und Geschäftsviertel in Jerusalem macht weitere Fortschritte. Jerusalem. 7. Februar. (J. T. A.) Die Bewegung der bei Arabern zur Miete wohnenden Juden in den palästinensischen Städten, besonders in Jerusalem, zur Uebersiedlung in rein jüdische Viertel, hält unverändert an. Die „Palestine Land Developinent Company Ltd." hat von ihren am Merkas-Mischari gelegenen Grundstücken, auf denen bekanntlich eine große Anzahl Lüden schon ausgebaut sind, auch inrjUnner wieder einige wertvolle Parzellen verkauft. Verhandlungen wegen weiterer Verkäufe schweben. Die Mehrzahl der Käufer schreitet unverzüglich zum Bau. Von dem der Palestino Land Development Company Ltd. gehörenden Gelände des Merkas-Mischari (Handelszentrum) in Jerusalem sind in der 1. Februar-Woche zwei weitere Plätze im Werte von 1600 Pfund an Ivaiifleute in Jerusalem abgesetzt wordeu. Die Bewegung zum Ausbau dieses Handelszentrums hält an. Aber nicht nur in den jüdischen Zentren der Stadt (Merkas-Mischari und Antimosgarten) wird gebaut, auch in den Vorstädten ist eine Verstärkung der Baubewegung in den letzten Wochen unverkennbar. So werden unter anderem in der «ehr schönen Jeruealenier Vorstadt Rechawiah wieder eine Anzahl Neubauten in Angriff genommen« BgC MT T » SITMAR. Nach ÄGYPTEN und PALÄSTINA mit den Luxusdampfera JIM" •» iSPEKir Rundfahrten Im Mlttelm«*r Genua — Neapel — Sizilien — Aegypten — Palästina — Syrien — Zypern — Konstantinopel — Athen — Neapel — Marseille — Genua zu besonders ermäßigten Preisen Auskünfte: .Sltmar*. I. Kärntnerring 18 (Ecke Schwatzcnbergplatz) Telephon U-45009 IS Das neue Orangenpackhaus In Rechowoth. Das neue Orangenpackhaus in Rechowoth, das erste in seiner Art, wird demnächst fertiggestellt werden. Für den Betrieb des Packhauses wird eine neue Genossenschaft, an der die Kooperative „Pardess" maßgebend beteiligt. ist, errichtet. Der Bau kommt auf etwa 3600 Pfund zu stehen und enthält sämtliche modernen maschinellen Einrichtungen für die Verpackung von Orangen. Ein Sachverständiger aus Amerika, der die Aufstellung der Maschinen und ihre Arbeitsweise in den ersten Monaten überwachen wird, wird in Kürze eintreffen und die Arbeiter des Packhauses anlernen. Das Packhaus befindet sich neben der Bahnstation in Rechowoth und wird mit ihr durch ein besonderes Geleise verbunden werden. Palästinensische Melonen in England. In der Reihe der vom Departement für Landwirtschaft herausgegebenen Broschüren für Landwirtschaft und Forsten erschien soeben in Serie 4 als Heft Nr. 20 ein Bericht des Empire Marketing Board über den Absatz palästinensischer Melonen aus Palästina nach England. In den Monaten Juni, Juli, August und September ist nach dem Bericht ein Export von Melonen aus Palästina nach England, entsprechende Verpackung vorausgesetzt, möglich und verspricht gute Ergebnisse. Die Palästina-Regierung bestätigt die Wahlordnung der jüdischen Nationalversammlung. Jerusalem, 6. Februar. (J. T. A.) Die Palästina- Regierung hat die ihr vorgelegten Bestimmungen über die Wahlen zur Assefat Haniwcharim (Jüdische Nationalversammlung Palästinas) gutgeheißen. Die Jüdische Nationalversammlung ist eine legale Vertretung der palästinensischen judenheit auf Grund der 1927 beschlossenen und am 1. Jänner 1928 verkündeten Verordnung über die Organisation der Jüdischen Gemeinden. Gemäß der Wahlordnung hat jedes Mitglied der jüdischen Gemeinschaft (Knesseth Israel), das ein Alter von 20 Jahren erreicht hat, aktives, jedes Mitglied über 25 Jahren passives Wahlrecht zur Nationalversammlung. Wahlrecht haben auch nichtpalästinensische Staatsangehörige. Gemäß der Verordnung müssen die Wahlen innerhalb sechs Monaten nach Gutlieiflttng der Wahlordnung durch die Regierung stattfinden. Keine Neuwahlen in Palästina. Jerusalem, 2. Februar. Wie die J. T, A. erfährt, soll die Amtstätigkeit aller palästinensischen Munizipalitäten so verlängert werden, daß innerhalb der nächsten drei Jahre in Palästina keine Wahlen stattfinden. Die Juden kehren nach Hebron zurück. Jerusalem, 7. Februar. (J. T. A.) Das Wiederaufbaukomitee beschloß, in Hebron ein konzentrisches jüdisches Viertel zu errichten und den Hebron- Flüchtlingen weitere Anleihen zur Wiederaufrichtung ihrer wirtschaftlichen Existenz zu gewähren. Es wird jetzt die Zahl der Familien, die nach Hebron zurückkehren sollen, festgesetzt. Wochen-Kalender Feber 1930 snn Schebath 5©90 . 14 Freitag 14-ns Sabbatelnjuuig 5.05 IS Samstag lS-r Sabbatausgang 5.56 rrvv v rrrcrn tsen rfcva ia Sonntag "n — Montag 16- IT 17- Bv 18 Dienstag 18~3 19 Mittwoch ll-io 20 Donnerstag