Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1930-02-14 · Heft 126 (14.2.1930) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 126 (14.2.1930)
Date
1930-02-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2711613-2711736-2711744--1661-2714892
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 126 DIE NEUE WELT äbW# Maßnahmen ergriffen, sie nicht wieder aufkommen m lassen," Es ist begreiflich, daß Herr Jorga, welcher in Amerika für Rumänien gute Stimmung zu machen bemüht ist, seine Landsleute reinzuwaschen versnobt. Man kann verstehen, daß er jüdischen Journalisten gegenüber den Antisemitismus in Rumänien nicht sehr unterstreicht. Aber es ist schwer zu verstehen, daß Jüdische Journalisten solche Geschichten kritiklos hinnehmen und die jüdischen Zeitungen sie kritiktos weitergeben. Den rumänischen Antisemitismus auf einen normalen „Wettstreit verschiedener nationaler Elemente" herunterschratiben zu wollen, ist ein Witz, und kein guter. Antijüdische Agitation in Aegypten. — Fords Propagandamaterial. Kairo, & Februar. (J. T. A.) Große Mengen antisemitischer und antizionistischer Flugschriften sind in der letzten Zeit in Aegypten in Uralauf gekommen; man hnt dos Gefühl, dafl eine organisierte Körperschaft diese. Propaganda leitet. Rabbi Nahum Effendi, der Oberrabbiner von Aegypten, hat den Unterstaatssekretär des Innern aufgesucht und seine Aufmerksamkeit darauf gelenkt, wie eine solche Hetztätigkeit ernste Folgen haben könnte. Der Minister ver« sprach, die Agitation zu unterdrücken. Er hat bereits der. Zeitung „AI Fatach" befohlen, die laufende Veröffentlichung des berüchtigten Pamphlets „P rotokolle der Weisen von Zion" und von Henry Fords „Internationalem Juden" einzustellen. Das Ford-Buch wird ungeachtet dessen, daß Ford seine Verleger angewiesen hat, sein Werk aus dem Buchhandel zurückzuziehen, weiterhin für antisemitische Propaganda in verschiedenen Ländern benutzt. Lord Melchett in Südafrika. Kapstadt, 4. Februar. (J. T. A.); Lord Melchett, der gegenwärtig in Südafrika weilt, hielt aui dem ihm va Ehren in Kapstadt gegebenen Bankett, mit welchem gleichzeitig die diesjährige Kampagne des südafrikanischen Keren H a j e s s od eröffnet wurde, eine Ansprache, in der er ausführte.* Ich könnte zu Ihnen in verschiedenerlei Eigenschaften sprechen, aber ich ziehe es vor, zu Ihnen als ein Freund Palästinas zu sprechen. Ich bin ein fanatischer Freund dieses Landes; keiner, der die Stätten unserer Vorväter besucht, wird anders als ein Freund von Erez Israel dieses Land wieder verlassen. Erez Israel ist der stärkste Bekehrer. Die im August vorgekommenen Scheußlichkeiten bedeuten einen Niederbruch der .Landesregierung; die britische Regierung aber wird Frieden und Ordnung in Palästina befestigen. Töricht ist es; von einer Abänderung.der Mandats- Politik zu sprechen. Diese Politik ist ein integrierender Bestandteil des von den alliierten und assoziierten Nationen, einschließlich der Vereinigten Staaten von Amerika, unterzeichnete» V e r t r a g e s v o n V e r s a i 11 e s. Wie könnte jemand glauben, daß diese Nationen die auch durch den Völkerbund sanktionierte Politik ändern werden? Als Vorsitzender des politischen Komitees, der Jewish Agency erkläre ich, daß kein Jota von dem, was uns gegeben wurde, von aps p r e i s g e g e b e n werden wird. Wir sind .die., Wächter dar. C b a r,t a A e t J u d e n h e i t, jetzt und immer.. \ ■'■ ALLGEMEINE RENTENANtTALT Hervorgegangen aus der im Jahre 1824 gegründeten Allgemeinen Versorgungsanstalt WIEN, I., GRABEN 20 RENTEN SPAREINLAGEN (Naglergasse 1;, Tel. U-21-510 Serie (Altersrente, Witwenpension, Kinderföraorge usw.) Prospekte u. Auskünfte bereitwilligst u kostenlos ZWEIGANSTALT: «ras, Jakomlnlpfeti 99 . tenden und Gefangenen, die da sind in der Stadt von Malta -rmöge der Herr ihnen Gedeihen bringen, Leben und Hilfe, amen, dies sei sein Wille." Die Gemeinschaft erheischte, wenn sie auch klein war, Dienste, die pur ein Freier leisten konnte. Wer anders war'hiezu "befähigt als die Vertreter der venezianischen Gesellschaft! Es ist sonderbar, die katholischen Geschäftsleute zu sehen, wie sie über das religiöse Wohlbefinden der Unglücklichen eines anderen Glaubens wachte». Sie wirkten mit einer Gewissenhaftig-keit und einem Eifer, die selbst an. einem Juden zu'rühmen gewesen wären. An den Feiertagen gewährten sie den Sklaven kleine Gratifikationen, zumeist ohne es ihren Prinzipalen zu melden, in der Gewißheit, daß diese nichts dagegen haben werden. Die Vertreter waren es auch, die einen bescheidenen Platz für den Gottesdienst bereitstellten. Sie mieteten einen Raum im B a g n o, der zur Synagoge umgestaltet wurde, zuerst nur für die Feiertage, später auch für den Sabbat bestimmt Ursprünglich schliefen hier die jüdischen Sklaven, bekamen aber später andere Räume zugewiesen. Der Gefängniswärter wirkte als Aufseher und empfing dafür regulären Gehalt Im Herbst 1673 gestatteten die Parnassim dem Generalvertreter G a r s i n, notwendige Reparaturen an der Synagoge vorzunehmen. Die Gefangenen hatten.im Bagno auch ihren eigenen Backofen für Pessach, de» zu bauen Garsin im Jahre 1685 Auftrag erhielt. Im Jahre 1707, als die Zahl der Sklaven zusammengeschrumpft war und der reguläre Gottesdienst zeitweise aufhörte,, wurde der Betraum aufgelassen. Es. gab ein Exemplar der Thorarollen, zweifellos aus Venedig kommend, wenn auch die Möglichkeit vorliegt, daß sie mit anderer Beute direkt nach Malta verschlagen wurden. Als im Jahre 1696 der letzte jüdische Sklave auf . Malta starb (es kamen später andere), bekam Garsin den Auftrag, die Thorarolle und die anderen religiösen Utensilien zu verwahren. Seinem Nachfolger, dem jungen Garsin, schärfte man ein, der Thorarolle und allen anderen hebräischen Büchern besondere Sorgfalt angedeihen zu lassen. Aber was man Wie die Judenschaft Palästinas denkt. Die Schuld Herbert Samuels. — Keine Preisgabe der Rechte. — Kein Ver/icht, keine Verkleinerung des zionistischen Endzieles. Weißbuch geführt hat, nämlich die Hoffnung. daß wir mit diesen Führern würden arbeiten können, wenn wir sie entschädigen und wenn wir so rosuchen ihrer Forde« rangen zustimmen würden. Nicht vom arabischen Volk sind wir ent^ täuscht, und wir sind sicher, daß sein Gewissen noch er* wachen wird, aber es gibt keinen Schein von Hoffnung, daß wir in der nahen Zukunft mit den jetzigen V üb* rem eine gemeinsame Sprache finden könnten, die ge* trieben sind von privaten Interessen, zum Ted persönlichen, zum Teil Klasscn«Effendi«Intcrcssen, und die ihre traditionelle Herrschaft über die arabischen Massen zur Zeit der Türken nicht vergessen haben. Nies mals werden sie anerkennen, und zwar aus bösem Willen nicht, wieviel Gutes wir dem Land und sei« nen Bewohnern bringen, und sie werden unser Recht, das Land aufzubauen und uns dort zu verwurzeln, nicht zugestehen. Den bösen Willen dieser Politik privater Interessen der Effendis wird keine Aufklärungsarbeit und kein Beweis unserer tatsächlichen Werke beeinflussen. Angesichts dieser Ucberzeugung müssen wir ^pn* stitutionelle Aenderungen vermeiden, und zwar nicht/nur jetzt, Vweil .solche Aenderungen den Pogromisten als Belob« nung erscheinen und sie dazu ermutigen würden, ihre : Taten zu wiederholen, sondern auch in der nächsten Zukunft, his sich unser Werk gestärkt hat, bis sich unsere Zahl im Lande in so!« ehern Maße vergrößert hat, daß uns nicht mehr eine Gefahr daraus erwächst, daß das Forum, das er* richtet werden wird, vor allem ein Hindernis und eijic Störung für unsere ganze Aufbauarbeit seih würde. Sogar das Weißbuch spricht von der stufenweisen |5nte Wicklung der selbständigen Vcrwaltungsinstitutionen 'und macht sie abhängig von dem Maße, in dem die Bewohner des Landes würdig sein wurden, solche Selbstverwaltung zu bekommen, und es sucht dabei nach der Möglichkeit der Sicherung der Prinzipien der Balfour*DekIarationr Es ist klar, daß man heute weniger noch als;$.a« mals sagen kann, die Bewohner des Landes seien vür» dig, die Selbstverwaltung zu bekommen. Die Worte des Oberkommissärs in seiner ersten Kundgebung: „Ich habe meine Verhandlungen abgebrochen usw." sollen nicht nur als ein mpra* lischer Ausdruck dafür angesehen werden, daß es kleine belohnten Verbrecher geben darf, sondern auch als eine prinzipielle Ucberzeugung. daß solche Dinge das Land , um Jahre zurückgeworfen und klar gezeigt' haben; daß die Bewohner des Landes noch nicht zu Selbstverwaltungs« körperschaften reif sind, die sich in ihren Händen nicht zu aufbauenden und fortschrittlichen Körperschaften, |p.n« dem zu zerstörenden Werkzeugen und ständigen schweren Hindernissen für die Schaffu ng des nationalen Heimes verwandeln werden. Wenn auch nur ein Teil der poIi,t'i-sctycn Macht der derzeitigen arabischen Mehrheit' auf£elia$!rt werden würde, so würden wir damit das Schicksal Die Vertreter der allgemeinen z i ot n istischen Organisationen und der M i s r a c h ^Organisation in Palästina haben eine Kundgebung an die Leitung der zionisti? sehen Weltorganisation erlassen, welcher wir die wichtigsten Punkte entnehmen. Aus dieser Kundgebung spricht der feste Wille, allen der Verzagtheit entspringenden Verzicht* planen entgegenzutreten, fest am j ü d u sehen Nationalhcim und am Recht der jüdischen Nation festzuhalten. Hier sprechen reife Männer, nicht etwa hitzige Jünglinge. Hier sprechen die Männer und Frauen, welche den größten Teil der Auf» bauarbeit in Erez Israel geleistet haben und sich ihrer Verantwortung voll bewußt sind. Eine der schmerzlichsten Seiten der Ereignisse im Lande — außer der Tatsache des Ueberfalles und der Gefährdung des Aufbauwerkes selbst — ist die, daß uns in furchtbarer Klarheit deutlich wurde, daß wir keine Möglichkeit und keine Hoffnung mehr haben, mit den jetzigen Führern des arabischen Vol» kes zu verhandein, die mit Hilfe der Regierung die Herrschaft über die arabU sehen Massen erlangt haben, der Regierung, die eine An« zahl von Notabein aus den großen arabischen Fami» lien erhoben und bevorzugt hat und ihnen die Munizipalgewalt, die hohen Aemtcr und die zentralen moslcmanischen Institutionen anvertraut hat. Die Pogrome zeigten uns mit grausamer Deutlichkeit das Scheitern der Politik, die der erste Oberkommissär Sir Herbert Samuel begonnen hatte und die uns bis zum UFA-TON-KINO Wien, II., faborstr. fei. R-42-3-41 Das Filmtheater der guten Gesellschaft lelgt i 2. Woche ||fr und ^lleljrM^MlIUhriing OER NEUE UFATOM.<tRÖSSP1I.M Der weiße Teufel nach Leo. Tolstois „Hadschi Murat" Produktion i Blooh-Rablnowlteoh Hauptdarsteller: IVAN HOSJOUKIN mJmmmimmi LIL DAGOVER BETTY AMANN Regle9 ALEXANDER WOLKOFF Der welcberünrme Don->\osakencho< in Ton u. Rill! Beginn: Wochentag 5, 7 9 Uhr — Sonn- und Feiertag3,5,7,9 Uhr auch hoffen mochte, die Tage der Sklaverei waren noch nicht vorüber, denn ein Wiederaufleben des Piratentums setzte ein. „Gestern," schrieb der Konsul im Jahre 1713, „verlangten sie wieder die Thorarolle, denn sie waren elf, um ihr Gebet zu verrichten. Ich gub ihnen auch Stoff für Thorabekleidung. Sie brauchen aber auch ein Vorbetpult." Aus anderen Berichten ersieht man, daß sie eine Predigerkarizcl, ewiges Licht und Schmuck für die Thora und einen Yorhang für ditf Lade bekamen. Von großer Wichtigkeit für die Gefangenen war der'Friedhof; denn sie lebten unter schlechten sanitären Verhältnissen — Malta ist bekanntlich ein Herd des Fiebers. Im Jahre 1674 bestritt Garsin, ohne die Zustimmung der Leitung einzuholen, die Bestattungskosten für zwei arme Juden, die auf einem nach Konstäntinopel befindlichen : englischen Schiff gestorben waren. Sie wurden natürlich in ungeweihter Erde begraben. Einige Zeit später beklagten sich die Sklaven vor den Parnassim, daß sie keinen Platz besäßen, ihre Toten zu bestatten. Im Oktober 1675 wurde Garsin ermächtigt, für den Preis von 50 Dukaten ein Grundstück anzukaufen. Einige Jahre später brach auf der Insel diePest aus, und da der Friedhof zur Bestattung der Toten nicht ausreichte, wurde ein spezielles Stück Boden als. Pestgrube ausersehen, und zwar kaufte Garsin. am 17. März 1677 um 75 Dukaten ein Terrain außerhalb Vittoriosa auf Anordnung der spanischen Gemeinde von Venedig. Fünf Sklaven wurden dort bestattet. Es wurden auch Anstalten getroffen, den Friedhof einzuzäunen.. ^Nichtsdestoweniger behandelte man im Jahre 1727 dieses Grundstück als Privatgarten und Philippo Antonio Cresipi, der neue Konsul, verlangte von den Parnassim die Eigentumsurkunde. Ein permanenter Friedhof wurde 1784 aiuf Veranlassung der Gemeinde Leghorn (Livorno) für die Freigelassenen angelegt, was eine Schrift auf einem Torbogen aus Ziegelsteinen bezeugt. (Ein Schlußartikel folgt.) Palästina-Orangen Ii iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiit iiiiiiiiiiiiiimiiiiiMii^ | In Aroma und Geschmack vorzüglich, . | s Bestellungen — auch nach Hause .3 5 in Originalpackung zustellbar. '5 5 fhrolMt . t5 1 Riste, enthaltend 80, 00, 75, 90 Stück;:; }'-| | er......,.»«. ..«..*..« 7M) Z S ' " '«■» | Firma S. HALPERN1 £ Delikatessenhandlung;3j § Wien« Mi Pftroftjrgaufj // Tel,-Wv&40-4»13 | fiiiiiiiifiiiifiiiiiiiiffffiiiiiiiiifiiiifiiiifiiiiiiffifiinffitiiiffiifip ... ...... ■ \ > \ » u n seres Nationalheimes best »mm c n. "(W-to die Nachbarn von .Transjordanien, wissen doch, da(i |n jenem Lahde sich Zehntausende von Dunam xtn b e b aus t e n Landes befinden, dieses Land unter englischem tyatif dat steht, und daß kein Jude dort bi'r)ein ka Dort sitzt eine gesetzgebende Körperschaft w4 Wät. wie man die paar tausend DunamLand, die Rutenb(*r,[< dort kaufte, ihm wieder entziehen könne.) All dies vom Gesichtspunkt der Reajitä£ von h<jutfc. Doch ist ja nicht zu vergessen, daß die Hauptsache, auf die sich der Zionismus stutzt, und auf die wir die tikdie Balfour »Deklaration Verantwortlichen hin* weisen müssen, die ist: Die Deklaration und cj*§

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.