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Die neue Welt · 1930-02-14 · Heft 126 (14.2.1930) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 126 (14.2.1930)
Date
1930-02-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 3 DIE NEUE WELT Nr. 136 mmmmmmn......tttmm»mmmmmtmmm»$mmmmmmi*uuum&mmm Varband demokratischer Zlonisten ......................------Tfftniiininmiimni . Voranxelf« _ am 15. und 10. Hart itttg Sur Aufführung an b «I da fi Tag«* §• I a jtgtt »«ftM»iit» tw^flU^MI^ 2 große Purlm-Kinderfeiern Der'große Andrang zu seinen Kinderfesten fiat den Verband veranlaß^ das dieajänrke Rindertest" an zwei ikgen mit g«.cnem Krunramme zu veransTalten. Vormerkttnaeo für Katten bei Frau Uta Nabcnsahl, III., Rasumofskygasse 1, Telephon-Nummer U-12-2-16, und bei Frau Paula Stricker, U, HoHandshäße 10, Teiephon-Nummer R4&6^1l HMUlMMi— Kinderkarte S1. -, Karte für bnvachsene S 2 -. Die Zuteilung er'olgt 1h der Reihenfolge der Vormerkung Wt<IIIIIIIIIIMIWItltMllttllllM»<>tM»<ei<>M>llll<tlt<ll>IM>tli»ll>l»IM»ltlltltlttit||<M|<g|i||MiM|i^<) von Arabern Überfallen und beschossen, wobei Goldberg und drei seiner Genossen getötet, fünfandere Angehörige der jüdischen Gruppe-schwer verletzt, wurden. Die Anklage nimmt an, daß Hinkis, als er von, diesem Vorfall hörte, die Polizeiuniform auszog, Zivilkleider anlegte und mit einigen anderen jungen Juden die Mordtaten ausführte. Der zum Tode verurteilte Hinkis ist erst 23 Jahre alt Der Gerichtshof bestand aas den Richtern C o r r i e und C o p e l a n d, die Anklage vertrat S h e r w e 11, die Verteidigung führte der Advokat Ella s h. * Die Anklage lautete dahin, daß Hinkis aus Rache für die Tötung von vier und die Verwundung von fünf Juden durch Araber seinerseits die arabische Familie überfallen und getötet hat Hinkis soll gemäß der Anklage, als er von der Ermordung de» jungen Benjamin Goldberg und einiger anderer junger Juden; aus seiner Gruppe, die zur Rettung einer zwischen Tel Aviv. and Miekweh Israel in eine gefährliche Lage geratene Gruppe jüdisdier Arbeiter geeilt waren, erfuhr, seine Polizeiuniform abgelegt und ein Gewehr ergriffen haben, wobei er an der Spitze einer erregten jüdischen Menge in ein arabisches Haus eindrang, fünf der Insassen tätete und zwei verwundete. Hinkis hört nicht auf, seine Unschuld zu beteuern. — Er tröstet seine Eltern. Jerusalem, 9. Februar. (J. T. A.) Der jüdische Polizist Hinkis anis Tel-Awiw, der aii<f Grund der Aussage arabischer Zeugen vom Distrikt in Jaffa unter: der Besohoil- <%ung, eine fünfköpfige arabische Familie ermordet zu haben, anrn Tod verurteilt .wurde, hat gegen dieses, Urteil beim Jerusalemer Obersten Gerichtshof Berufuii«. eingelegt* Im einem Brief am seine <in Rowiiq, Polen,, lebenden Eltern beteuert er seine vollkommene Unschuld: Ich habe niemanden getötet," schreibt er seinem. Vater, .im Gegenteil, ich habe a nd e r e. v.o.r. d e m Tode uttter Einsetzung meines eigenen Lebens g 1s cjh;il.i;i-t* Jcjh h^ff e, daß das Revisionsgericht sich;von meiner UnscbuJd überzeugen ,uind, mich freisprechen _w4rxl. 2ttjn 'Sch-Mbittet .Hiwkis ,sej<nen. Vater, Mutter zu. tristen und ihr Mut und Hoffnung einzuflößen. - Mac Bonaids und der österreichischen Sozialdemokraten Tischgebet. Freidenker und Religiöse Sozialisten. — Die jüdischen * Austritte. — Das neue Vaterunsern ' Mac Donald ist nicht mir Regierungschef eines Weltreiches, er ist auch Sozialist. Und als solcher — den Stier reizt man, wenn man ihm ein rotes Tuch zeigt:— läßt er es sich nicht nehmen, sein Tischgebet zu verrichten. Eine illustrierte Zeitschrift zeigt, ihn in der Uebung dieses Aktes, den Dr. Seipel den österreichischen Sozialdemokraten, unter die Nase reibt, um zu dokumentieren, daß das soziale Gewissen das religiöse nicht ausschalte. Tableau! Die „Arbeiter-Zeitung" versucht, diesen Hieb zu parieren: Nicht die Religion ist schuld, sondern deren autoritative^Vertreter, die in England den Arbeiter mit dem Christentum ve rv söhnen, in Oesterreich mit Haß vergiften. Die Folge hievon war in England ein . christlichdemokratischer Sozialismus, in Oesterreich ein heimwehrfaschistisches Handgranatentunv Und; darum* lehrt die „Arbeiter-Zeitung4*, verdient die in Oesterreich verkündete Religion die Verachtung d'es Freidenkers — denn sie besorgt die Geschäfte des G r o ß k a p i t a 1 s, der Reaktion, der A rb e i t e r f e i n d e; darum gibt es nur ein Mittel, diesen dunklen Mächten zu begegnen:' die Propa^ ganda für den Austritt und die Belobung jedes einzelnen, der seiner Religionsgemeinschaft den Rüdken. kehrt. Zwar gibt es .auch in Oesterreich religiöse Sozialisten, viele gläubige Genossen, aber sie sind nicht Fahnenträger der Staatskirche, die mit den kapitalistischen Klassen versippt ' ist. ( Deren Christentum ist ein von der Partei patentiertes! Wenn die österreichischen Sozialdemokraten1 behaupten, daß das Bedürfnis nach seelischer Entladung im Gebet, in innerlicher Versimkenheit derri heutigen Külturgefühl ins Gesicht schlägt^ so ist das auf das Konto ihrer Ideologie zu setzen, die ' dett komplizierten menschlichen Nervenapnarat entseeleh, mechanisieren, bagatellisieren v/HK Dann ist ' über diese Weltanschauungsfrage. mit ihnen überhaupt nicht zu reden. Aber es geht hier um den politischen Pfertfe: fuß.", Sie muß ,zu ihrem' Schmerz gestehen,' daß sich nicht alle ihre Parteigenossen in den .»Tritt der Ar-' beltertoataillone" einfügen lassen, daß es neben dem Magenhünger," den der gedeckte Tisch -stillen soll* auch noch einen seistigen H u hg e r gibt, den andere Faktoren zu befriedigen vermöge«. Mit den Austritten 'aus def Kirbhe mag sie sich abfinden, wie sre will. W i e s t e h t s a b e r m i t den jüdischen Austritten?' Haben ihre'1 Führer etwa deswegen die jüdische Gerneirischaft verlassen, weil die Führer dieser Gemeinschaft die Geschäfte des Schwarzenbergpiatzes, desv Großkapitals gegen die Arbeiter besorgen? Haben sie sich etwa deswegen voti den arbeitenden jüdischen" Massen losgelöst, weil sich diese unter Leitung ihrer Religionsiehrer und SeeIsorger mit Ma* schinengewehren ausstatten lassen? Wollen sie etwa behaupten, daß die Erziehung der jüdischen Jugend eine Rflckl^ ^si-Äns|a/e^^^.ter he^euitej? 1$enn wir unseren Lefoe^^e#i!)^$N^^ ^jfdis&en SittisSjkodex gehen; dann han%ln wir zumindest: -ih„ sozial und.emflfinden zumindest so demokra-, t i s c h wie diejehlgert^'dOTeti'lnarr die 'Weltanschauung der Juden Marx unfl~*Lassa1Ie gratis und franko ins Haus liefert. < :; Da hilft keine Söphistik, da hilft das, womit die österreichischen Sozialdemokraten den geistigen Führer ihrer politischenp Gegner am tiefsten 'treffen wollen, am 'allerwenigsten:- das Jesuiten tu m. . Erst jüngst hatte die ■ v»Arbefter-Zeitung" wieder einmal Gelegenheit, sich'^demaskieren: als Kandidaten für den V e r f a s s u n g s ger ich t s h o f schlug sie drei Männer, Grünberg, freundlich, Brasloff, vor, die für sie zunächst die iin^ Qualifikation hatten: au s dem Judentum Ausgetr etene zu sein» Ob bewußte Absicht' Vorlag, ist nicht entscheidend; bezeichnender der Iflstinkt, der rnit; nachtwandlerischer Sicherheit *>aitf Ausgetre tenes stieß. Ausgetretene sind für die österreichische Sozialdemokratie eine Marke. ^National' und .seelisch . entfärbt, werden sie,, dünkt ihren Protektoren, :willfähriger Gefolgschaft leisten»- isaer. werden', auch,; den: kleinen» 'schwachen, ängstlföh^i'^tide-nji^eigeityi^le?. man.vmii; dem Au s-tr-j ti:$:&eM&Mni dem-Hand «K aft*£e&fc; machen kann. Tritt ans-und du kannst nicht nur Führer im Schutz^ridÄ -Gemeindehaus, Rer : dakteur /. im Parteiorgätt,? Heizer .im Krematorium werden*-;' sondern t rsögat,'Richtspruchfäller Am.-;¥erfassungsgerichtshof!'^. :■ . . - .<.:■,.,..>. Auf den Kongressen und .Konferenzen der^Hi^n? ternationale taucht^hfe:.wieder:;4ie ' Judenfrage auf?,* die Frage des Jüdischen' Proletariats,, der . jüdischen - Arbeiterschaift ■ in zialisten im jiidischefi 'Palästihaäüfbäü. ein gewaUi^w Kulturproblem, erkaitmi:haben,; ' wird •. vqn der: Wiens zeile mit einem Äcis^z^cKejf beantwortet. ^Sie; hät; andere Sorgen; vor alfein Ä'inre Schäfchen'nnd uhi, die, die erst ' Schäfchenmak, marf sie aus üeri jüdischen' "Kaufläden ~M aus den koscheren Gasthäusern oder aus der Kultusstübe holen. . :r \ ,'•'': V Jifac Donalds Tischgebet,' von' einer j illustrierten Zeitschrift festgehälfen';^Hr6'n' Df. Seipel" kommentiert,; findet bei' unseren,':Sözläi^emoMateri blinde;Au£eii; m$/fau0!Öhi'prt/$ie hiben einen ähdereh Text.'Ihr; Vaterunser'lautet: WiK^üsseh euch zu ^zMläe-mö-: kraten macheii,,;;uhd;^hn :;es;.{ üns' euer Vermöge« kos>en),vsplIfej'.""!'" '' '* "„'.,'.' ' :;. ,'.''br. "t Wetterharte Menschen fürchten keinen Regen, keinen Sturm, keine Anstrengung» denn sie verwanden ständig zur Pflege und zur Stählung ihres Körpers den vielfach bewährten '"♦»'*■<: mit »Untaol Kräftigt durch tägliche Einreibungen (Massagen) Muskeln und Sehnen, erhöht Elastizität und Ausdauer, erfüllt mit verjüngender Frische. Ebenfso wertvoll zur Murtd- und H«arpll«g« . UBERALL ERHÄLTLICH! WerdoseNachahmungen sind energisch zurück- ■■■ luwelaen - Graf Klebeisberg, der tapfere Ritter« fer. hat einmal nicht antisemitisch gesprochen. — Aber et wirds nie wieder ton. .Aus. Anla0 des fünfzigjährigen Jubiläums der.' jüdische^^ Zeitung. ti£:g y en l ö se g4' fand itf der Budapester Jitdengemeinde. ^ine Festsitzung. sta.t^.bei welcher, .auch. dei\ Unterrichts- und Kultusminister praf' Klebeisberg erschien und eine Rede hielt, in de.r er t~ der Gelegenheit angemessen und weil es ja nicht , viel kostet — den. Judpnfreund, hinstellte, Er suchte auch die Yerantwortung füc den gegen die Juden brutal', geübten Numerus clausus, an den Hochschulen Üngarnis von sich abzuwälzen und. sagte.unter anderem:, „"Wenn,, ich beute als. Kül'türs- und Unterriclitsminister hier erschi|bnen bihi so habe ich einer g rqße u Konfession gegenüber nur meine PfÜcht"'"erfufltj" Es bedarf einer festen Koalition zwischen Staat und Konfession.. Man soll nicht bei der nationalen Ein; heitsfrbrit stehen bleiben. Sondern auch eine k-ön;;f es'-*, sionelle Einheitt.f^pnt bilden. Es wäre ein großer Irrtum, zu glaubeW in dem großartigen Werke des Wiederaufbaues könnte die ungarische Nationder gewaltigen geistigen und^oralischen Energien entraten, die die jüdische Konfession repräsentiert. Mein Freund Dr, Desi hat 'ganz offen auf die Wunde hingedeutet, die" das ungarische Judöntom schmerzt. Ich möchte dieses leidige'Problem hier nicht weiter erörtern, aber Sie wissen ja, daß ich seinerzeit das Nümerus clausus - Gesetz ivicht votiert h a b e; ich bin in das Couloir des Parlaments h i n a u s g e g a n g; e ri." Diese heldenhafte Ministerrede rief im ganzen jüdischen Ungarn; dää" ja wahrlich iiicht verwöhntist, grenzenlosen, echt ^magyarischen Jubel, hervor. .' Dei^ „Pester Lloyd"1 verkündete in einem Leitartikel .den Anbruch eines heuen goldenen Zeitalters fiin die un§ay rischen Juden. -Er schriebr : „Das war nicht eine Ministerrede wie jede andere: iii 'Wi1 kiradi|te ^slch; eine E t app e, an, die. die. Gesundung unserW'ftffentliöhe^^^ 0'*:Svft4\l : Ja-hr' iand Tag etrelebt ha"i Wfer heute Äurückf,; denkt an die Sehre cke.nszeitr die irt; .dten Tagen. , von Orgovany, in.dem*Bombenwurf von Zsongrad un4;. ^em' Höllenmaschinenanschlag auf das Elisabethsiädtei-.. Kasino in Budapest: gipfelte, wird die Wegstrecke .un^. schwer ermessenvkönnen, den die. ethische und., politische JSerlb^tlä-Uterung Unserer .N.a-- iion zurückgelegt;;Kat..,Daß ein,,aktiver Minister ohne, •ängstlichen -Sejtej}bÖ^auf; das yassenschiit"z- 1 er is ch e F ähn 1 ein "sich mit: so ei n d e ii t iger Entschiedenheit; g^%. . den an t i s e m i t4.s e h e n W a h n w i t z" kehr? uud^idie Fahne der nationalen und der konfessionellen tihtracht entrollt, ist gewiß ein y e:r heißun^syoT Wo sind heute die Erwacheh^ liat sich aufgelöst, "die wenigen' 'fünafi-teei; der alten Garde werfen nicht mehr Bomben in Balisäle, legen nicht mehr Höllenmaschinen in klublökale, sondern besudeln einander jmjt Wurfgeschossen äös^'der Gosse/* Aber der voii den Juden bejubelte Mut des Grafen Klebeisberg und das goldene Zeitalter des „Pester Lloyd" .haben ein rasches plötzliches Ende gefunden. Aus Budapest wird gemeldet: ' ' \ 1 Die Konferenz ^der -zur Regierung sme h rh e i t v gehoretfdeii C h r i s t I i ehs o z ia 1 e Wlr-t^: s c h a f t sp a r t "e i' hat": einen Beschluß gefaßt, in dem* nicht nur die am letzten Sonntag1 In einer Feötver-5 versamtolung der : Pester Israelitischen Religionsge* meinde gesprochene . Rede des Kultusministers Grafen Klebelsberg miÖbi Vl'tgt. sondern auch noch erklärt; wird, daß die Partei die politischen Konsequen-i zeh. ziehen werde, "wenn Graf Klebelsberg: in jener-- Rede eine neue >aliti».che Orientierung d eir . R e g i e r u,]ff g gekennzeichnet haben Sollte. Der> der Konferenz 'beiwohnende Volkswoblfahrtsministery und stellvertretende Ministerpräsident Drv Vass Katsich ausdrücklich gegen die Fassung eines solchen Beschlusses ausgesprochen und empfohlen, sich vor der- Beschlußfassung um Aufklärung an den Kurtusiniriister zu -wenden. Dr.'VasS wurde aber von 's ein ere i g e n e n Part e i, die ihn als' ihren Vertreter in das Kabinett entsandt hat, nied er ges t immt. Der Beschluß der Christlichsozialen Wirtschaftspartei hatgrößtes Aufsehen erregt, und dürfte, nach der allgemeinen Ansicht 'nicht ohne Folgen bleiben. - In der Konferenz führte Abg. Desider .Buday aus, Qraf klebeisJberg habe bei der Jubiläumsfeier derj Zeitschrift .igyenlösW" gesagt, daß er vor.dei- Abstim«: räung über däs^ . 'Oeseiz' betreffend den Nuinerüff clausus den Sit.zu.ngssaa 1 des Ab.gegirdneten^; hause 8. v e r ]jR8t8 eq „hat; dieses V e r.h alte »: entspreche seiner politischen Vergan^

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