Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 122 (17.1.1930)
- Date
- 1930-01-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. "122 DIE NEUE WELT Seite 5 B^Bs^'a«^'9^55^^5^® I; Moses Rosen Wien empfehlen sich als Verlobte faws^96«5^Q«!^,lÄ^^ 3 > Jaitka Klein Beregszäz sitz eines Neutralen zusammengesetzt wurde. Diese Parteileitung hatte eine Aufgabe: Einhebung der Parteisteuer, Anlage der Wahllisten, Durchführung ehrlicher Wahlen zum Parteitag durch eine besonderen, neutralen Wahlausschuß. Der Landeskonferenz ging ein auf Grund der Programme geführter Wahlkampf voraus. Er brachte eine Niederlage des Ejt Liwnoth, dieser Gruppe, die immer und unter allen Umständen hinter der Londoner Leitung steht, einen Erfolg der Revisionisten und einen Sieg des AI Hämischma r, der Radikalen Zionisten. Das Wahlergebnis war folgendes: Radikale 160 Delegierte, Unabhängige (eine diesen nahestehende Gruppierung) 32 Delegierte, Revisionisten 100 Delegierte, beide Listen des Ejt Liwnoth, in welchem inzwischen eine Spaltung vor sich gegangen war, 110 Delegierte. Die Radikalen mit ihren Freunden, den Unabhängigen, bildeten daher fast die Hälfte der Konferenz, mit den Revisionisten machte die Opposition gegen die derzeitige, von der Zionistischen Weltexekutive verfolgte Politik drei Viertel des Parteitages des größten Judenlandes aus. Diese Einstellung der Konferenz kam in folgendem einhelligen Beschluß der Konferenz zum Ausdruck: , „Die Konferenz stellt fest, daß der politische Kurs im.Zionismus in den letzten Jahren die gefährliche Lage des jüdischen Ischub in Palästina v er ursachthat. Dieser politische Kurs stellt den Wert der Balfour-Dekläration in Frage. Die letzten Geschehnisse sowie die folgenden Ueberfälle in Palästina, ebenso die Aussagen einiger Mitglieder der Zionistischen Exekutive vor der Untersuchungskommission haben diese Tatsachen nur bestätigt." Die Konferenz fordert, daß der Zionisten- Kongreß raschestens einberufen werde. Es wird Aufgabe dieses Kongresses sein, die zionistischen Forderungen gegenüber der Mandatarmacht zu formulieren und neue' Arbeitsmethoden auf allen Gebieten der zionistischen Tätigkeit zu bestimmen. Die Konferenz fordert, daß die politische Kommission der Weltorganisation schon jetzt erweitert werde, damit alle G r u p p e n in ihr vertreten sind. Die Konferenz stellt fest, daß es der Wunsch aller Zi'e'ttisten'ist, friedliche Beziehungen zwischen der jüdischen und arabischen Bevölkerung in Palästina aufrechtzuerhalten. Sie protestiert gegen Experimente nach der Art des Brith Schalom und spricht sich gegen alle eventuellen Aenderungen der Verfassung in Palästina im jetzigen Zeitpunkte aus. Die Konferenz fordert die Zionistische Exekutive auf, sofort Schritte zu unternehmen, damit eine große Einwanderung nach Palästina rechtlich, juridisch und finanziell gesichert werde." Das Ergebnis des Wahlsieges der Radikalen kam auch in der Wahl der Parteileitung zum Ausdruck. Ein Landeskomitee, bestehend aus Vertretern aller Gruppie- Union on Zionisten -Revisionisten Oesterreichs Montag, den 20. Jänner, 1930 um 1I29 Uhr abends VORTRAG Agronom Ing. M. Weiner (Palästina) Je Fehler nnse»er Rolflnisalorisien und pelitistnen Arbeit io Palästina." Anschließend Diskussion. Gäste willkommen. rungen konnte nicht zustande gebracht werden, da die zahlenmäßig schwächeren Richtungen die gleiche Vertretung wünschten, wie die der Radikalen. Sie lehnten auch eine Parteileitung ab, in welche geeignete Personen ohne Rücksicht auf die Mitgliedschaft in einer Gruppe gewählt werden sollten. Die stärkste Gruppe der Konferenz, AI Hamischmar, erhielt daher den Auftrag, das Landeskomitee zu bilden. Sie tat dies und gewannen hiefür die Mitarbeit der U n a b h ä n g i g e n. Ins Landeskomitee wurden gewählt: Von den Radikalen: Abg. L. Grünbaum (Präsident), Abg. Hartglas, Podli^ sche.wsky, Dr. Klummel, Ehlenberg, Gr.aw i c k i, Dr. Schypper, Ing. Landstock und Kerschenba.um; von den Unabhängigen: Senator Körner und der Redakteur des „Hajut", A, Goldberg, Der P a r t e i r a t ist zusammengesetzt aus 10 Radikalen, 3 Unabhängigen, 7 Revisionisten und 9 Mitgliedern, von Ejt Liwnoth. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung hat somit Abg. Grünbaum wieder die Leitung der Zionistischen Organisation in Polen übernommen* ALLGEMEINE RENTENANSTALT ' Hervorgegangen aus dör im Jähre 1824 gegründeten Allgemeinen Versorgungsanstalt WIEN, I., GRABEN 20 RENTEN ■ SPAREINLAGEN (Naglergasse 1;, Tel. U-21-510 Serie (Altersrente, Witwenpension. Kinderfürsorge usw.) Prospekte u. Auskünfte bereitwilligst u kostenlos ZWEIG ANSTALT! Gras, Jakomlftlplats 33 Unser Jugend- und Verbandsheim. Nach langen Bemühungen ist es gelungen, ein großes, eigenes Heim zu sichern. Das Heim bietet große Vortragssäle, Lehrzimmer, Büroräume usw. in ausreichen« der Zahl, um einen wirklichen Sammelpunkt jüdischen Lebens zu schaffen. Vor allem aber werden wir in der Lage sein, die Wiener jüdische Jugend zu erfassen, sie in eine Umgebung zu bringen, weldie Schutz gegen die fortschreitende Entjudung bietet. Unser Ideal ist es, aus unseren Jungen und Kindern treue Träger des Judentums zu machen, Juden mit Würde und Bescheidenheit, jüdische Vollmenschen. Unser Heim gibt uns die Möglichkeit, diesem Ideale zu dienen. Die Erhaltung des Heimes ist du rch unseren Verband gesichert. Aber die Einrichtung erfordert größere Mittel. Wir streben ja an, das Heim behaglich und allen Anforderungen entsprechend auszustatten. Wir bitten daher alle, welche unser Bestreben gutheißen, alle, denen die Zukunft unserer Jugend am Herzen liegt und denen die Schaffung eines würdigen, der Pflege des-jüdischen Gedankens geweihten Heimes als gute Sache gilt, einen einmaligen Beitrag zu leisten. Spenden nehmen der „Verband demokratischer Zionisten" und die Verwaltung „Die Neue Welt", Wien, IX., Universitätsstraße 6—8, entgegen. Wir haben auch Bausteine zu iS und 2 S in Blocks zü je 10 Stück herstellen lassen. Wer durch Verkauf dieser Bausteine unsere Sache fördern will, kann bei den oben bezeichneten Stellen Blocks erhalten. Für den Verband demokratischer Zionisten: Robert Stricker, Obmann. \y|ph,a.1;'iaborsti;'. * "fei. R-42-3-41 Das Filmtheater der guten Gesellschaft seigt: •' 4. Woche. .'•14''* o tIoäi.'g;^|^r;t:il * ' Ur- und Alleinauflührung: Melodie des Herzens mit Dlta Pario und wftciy Frltsch Der erste Ufa-Ton- und Sprechfilm der Erich-Pommer-Produktion verfaBt von Han- Szöfcaiy. He ie Hanns Schwarz Beginn: Wochentag 5, 7, 9 Uhr, Sonn- und Feiertag 3, 5, 7, 9 Unr. Vorverkauf ab 11 Uhr vormittags. Die Berliner Technische Hochschule zeichnet einen jüdischen Gelehrten aus. Berlin, 12. Jänner. (J. T. A.) Die Technische Hochschule zu Berlin hat dem Direktor des Aerodynamischen Institutes der Technischen Hochschule in Aachen, Professor Dr. Theodor v. Karman, „in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Förderung der technischen Mechanik durch viele grundlegende Arbeiten, insbesondere um die wissenschaftliche Durchdringung des Luftfahrwesens" auf Antrag der Fakultät für Maschinenwesen die Würde, eines Doctor-Ing. honoris causa verliehen. Prof. Theodor v. Kaiman ist ungarischer J u d e. Er hat den Weltkrieg als Fliegeroffizier mitgemacht und schon damals dem Militärflugwesen namhafte Dienste geleistet. Unduldsamkeit und religiöses Vorurteil ließen ihn in,der Heimat nicht zur Geltung kommen, und so mußte er ins Ausland. Er wurde an die Technische Hochschule in Aachen berufen, wo er eine fruchtbare wissenschaftliche Tätigkeit entfaltete, so daß sein Einfluß maßgebend für die ganze Entwicklung des deutschen Luftfahrwesens wurde, „Die ungarische Nation" — schreibt „Pester Lloyd" — „hat allen Grund, stolz auf diesen hervorragenden Sohn zu sein, freilich aber auch, um'ein Gefühl der Scham in diesen Stolz zu mischen". Warnung vor Auswanderung nach Brasilien. Paris, 12. Jänner. Wie die Gesellschaft HIAS-JCA- EMJGDIRECT bereit« mitgeteilt hat, hat sich die jüdische Auswanderung im vergangenen Jahre fast verdoppelt. Besonders stark war der Strom jüdischer Emigranten in den letzten sechs Monaten 1929. Die Arbeitsnachweisbüros von HIASrJCA-EMIGDIRECT in Rio-de Janeiro und in den Provinzstädten (Sao Paulo, Porto Allegro usw.) haben außerordentliche Anstrengungen gemacht, um den neuangekommeuen Einwanderern Arbeit zu verschaffen, was jedoch immer schwieriger wird, da es unter den jüdischen Emigranten eine große Zahl Berufsloser gibt. Die HIAS-JCA- EMIGDIRECT gibt bekannt, daß es dieser Kategorie von IV. Spendenausweis: Zion.«demokr. Jugend Samm» lung 100 Bausteine ä S 2 S 200. — Sammlung Fritz Pol* lak S 25, W. K. 20 Bausteine ä S 1 S 20, Husiatinsky 10 Bausteine ä S 1 S 10, Sammlung Frau Buchbinder S 20, Sammlung Frau Waldmann und Frau Stricker: Dok« tor G. S 50, H. D. S 30, zusammen S 80, Ing. O. Kramer 1. Rate S 20. Sammlung David Nebenzahl 170 Bausteine ä S 2 S 340. Sammlung Klumak 1. Rate S 50. Sammlung Insp. Stern S 20, K. Glasberg S 15, Dr. A. S. S 5. Samm-- lung Frau Stricker und Frau Dr. Wechsler: Dr. B. S 50, S. P. S 10, zusammen S 60. Sammlung Dr. Waldmann: M. Neufeld S 50. Sammlung Frau Buchbinder: Dr. L. S. S 20. M. Fleischmann S 20, zusammen S 40. J. Federcr S 10, O. Teller S 3, J. Wasser S 3, B. Friedman S 2. Sammlung Frau Stricker und Frau Dr. Wechsler: Direktor B. D. S 58, Ingenieur F. Ackermann S 100, Sammlung der zionistischsdemokratischen Gruppe 6. bis 8. Rate, S 150, Frau Leon Weisser S 20, zusammen S 1293. — Bisher ins* gesamt S 5448. An die Freunde und Leser des Blattes! Wenn Sie der Ansicht sind, daß die „Neue Welt" ein empfehlenswertes Blatt ist, geben Sie uns freundlichst die Adressen von Freunden und Bekannten an. Wir werden denselben die „Neue Welt" durch mehrere Wochen zur Probe gratis zukommen lassen. Wenn wir uns bei der Werbung auf Sie berufen dürfen, bitte dies ausdrücklich zu bemerken. Aus der Zusendung erwachsen weder Ihnen noch den Empfängern irgend welche Verpflichtungen. Die Verwaltung der „Neuen Welt". Emigranten, d. h. Personen ohne bestimmten Beruf oder frühere Kleinhändler ohne Kapital, augenblicklich in Brasilien nicht allein shewicrig, sonde r n a b s o l u t unmöglich ist, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In Brasilien können nur Handwerker, qualifizierte Arbeiter sowie Taglöhner Beschäftigung finden. Letztere müssen allerdings an schwere physische Arbeit gewöhnt und bereit sein, schwere Arbeit (wie z. B. Eisenbahn- und Chausseebauten) zu verrichten. Geschäftsleute ohne Kapital und Kleinhändler haben keinerlei Aussichten, sich in Brasilien zu verwurzeln, denn der Kleinhandel drüben wird in der. primitivsten Form des Hausierens betrieben, wobei die Konkurrenz, auf diesem Gebiet so groß ist, daß die dort vorhandenen Kleinhändler sich nicht ihren Lebensunterhalt erwerben können. Die HIAS-JCA-EMIGDIRECT warnt daher . ausdrücklich alle jüdischen Emigranten ohne bestimmten Beruf sowie Kleinhändler und Geschäftsleute ohne Kapital vor der Auswanderung nach Brasilien. Schächtverbot in Norwegen. Berlin, 14. Jänner. (J. T. A.) Wegen des Inkraft« tretens des Schächtverbotes in Norwegen ist in Drontheim (Norwegen) — wie dem „Israelit" mit* geteilt wird — ein Trauergottesdienst abgehalten worden. In der Trauerrede drückte Lehrer Jacobsohn die Hoffnung aus, daß die Wahrheit durchdringen und das jüdisch*religiöse Recht siegen wird. Eine neue Judengemeinde in Natal (Nord-Brasilien). Die jüdische Gemeinde Natal (Nord-Brasilien) gibt uns Nachricht von ihrer Gründung und teilt bei diesem Anlasse auch mit, daß auch eine kleine Bibliothek geschaffen wurde, für welche ihr die Zusendung jüdischer Zeitungen sehr erwünscht wäre. Die Adresse lautet: Rue Felippe camarao 564. Caixa postal 14, Natal, Centro israelita, Norte, Rio grandeuse. Bernard Shaw «her die Jadenfrage. Ein Berichterstatter des „Jewish Chronicle" veröffentlicht ein Interview mit Bernard Shaw über die jüdische Frage. Der Berichterstatter fragte Shaw, ob er glaube, daß Shakespeare durch antisemitische Motive geleitet worden sei, als er den „Kaufmann von Venedig" schrieb. Shaw verneinte dies und erklärte, daß Shakespeare den Juden als Mitmenschen 'xajjß. nicht als Schreckensmenschen bezeichnet habe. Die Stelle, in der Shylock gezwungen wird, Christ zu werden^beweise, daß Shakespeare sich niemals ernstlich mit dieser Frage beschäftigt habe. Als der Interviewer Shaw fragte, ob er glaube, daß die Juden die aus er wählte Rasse seieiu erklärte Shaw beinahe wütend: „S i c h e r 1 i c h n rc h*tr D i e s e ungeheure Vermessenheit ist immer ihr