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Die neue Welt · 1929-12-25 · Heft 119 (25.12.1929) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 119 (25.12.1929)
Date
1929-12-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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r Reite 6 DIE NEUE WEL1 Nr. 119 du Bett der Gegenwart und Zukunft III Schl«ffaut«uilt, mit einem Griff als Bett verwendbar °~ josef Röblitz & Sohn wÄ:s.l 2 Emuger | getöteten jüdischen Knaben Misrachi sprach, bei welchem es bekanntlich zu schwersten Mißhandlungen jüdischer Teilnehmer am Begräbnis durch die Polizei kam. Es hat uns zutiefst betrübt, daß wir dem Begräbnis der Märtyrer in Hebron, der in der Jeschiwah getöteten gelehrten Männer und Jünglinge nicht beiwohnen durften. Die jungen Männer, die in Hebron brutal abgeschlachtet wurden, waren Leuchten des Geistes mit der Anwartschaft, große Weise und Rabbiner in Israel zu werden. Ein zweites Mal brach Rabbi Kook in Tränen aus, als der Anwalt Stokor ihn über die Uebung des Schofarblasens an der Klagemauer befragte. Diese geehrte Kommission, sagte der Oberrabiner, untersucht die Frage des Schofarblasens, als ob nicht soviel reines Blut vergossen worden wäre, als ob sich nicht furchtbare Dinge ereignet hätten, wie sie sogar in den rückständigsten Ländern nicht denkbar sind. Der Oberrabbinerr lehnte es strikt ab, die Frage des Status quo zu erörtern. Ueberali haben die Juden das Recht auf ungestörte Andacht; warum sollten sie es nicht an der in den Augen der Juden der ganzen Welt heiligsten Stätte im Heiligen Lande haben! Es ist mir ganz und gar unmöglich, schloß* der Rabbi, in trockenen und bündigen Ausführungen Fragen zu beantworten, die meine Seele zuinnerst erschüttern. Jerusalem, 17. Dezember. Die Untersuchung9komraission fuhr in der Vernehmung des Rechtsanwaltes Horowitz, der in den (Inrubetagen Mitglied der stellvertretenden Zionistischen Exekutive war, fort. Der Regierungsanwalt Preedy, der Hqrowitz in ein mehrstündiges Kreuzverhör zog, zeigte sich ununterbrochen bemüht, Horowitz dazu zu bewegen, seine gegen die Palästinurogierung erhobenen Beschuldigungen zurückzunehmen oder wenigstens zu mildern. , IJorowitz blieb bei seinen Behauptungen und teilte mit, General: D olb b i e, der damals die Truppen, befehligte, habe ihm am dritten Tage nach ' Ausbruch; der Unruhen, gesagt, es seien für alle Even- - tuaiitäteu genügend Streitkräfte vorhanden: die RegieV rpng habe die Evakuierung von Safed angeordnet, aber diese Anordnung später zurückgezogen.^ Horowitz stellte;- dif von Sir John;C h a n c e 11 o r bei seiner Rückkehr nach Palästina erlassene JProkJamatiou, in der dje" arabischen Greuel richtig, gekennzeichnet: waren, den „nervenschwachen Berichten" gegenüber, jdjq Herr Luke: während, der Anwesenheit Chancellors herausgegeben hatte. Nimmt man Chancellors Proklamation zur^Grundläge, sb müsse man zu dem Schlüsse kommen, daß die Regierung, als sie die Juden entwaffnete, /vor einer „Bande von Mördern und Verrätern" kapituliert hat. Der Augenzeuge, fuhr Dr. Horowitz fort, der mir mitteilte, daß Dr. Mac Queen, der medizinische Seniorbeamte der Regierung, der in seinem Bericht behauptet hatte, es seien in Hebron an den jüdischen Opfern .keine Verstümmelungen festgestellt worden, die Leichen der Massakrierten in Hebron gar nicht untersucht hat, , dieser Zeuge sei ebenso glaubwürdig wiö Dr. Mac Queen, Die Zionistische Exekutive war berechtigt, dies dem Kolohialamt mitzuteilen. Zu Beginn der Sitzung sollte die Vernehmung des Arabers Elias Kawar aus Tiberiaa fortgesetzt werden. Kawar erschien aber nicht, statt dessen langte ein Brief von ihm ein, in welchem er mitteilt, er habe in persönlichen Angelegenheiten plötzlich nach Transjordanien abreisen, müssen und könne nicht vor der Kom* mission erscheinen; er müsse Angriffen, die gegen ihn geplant seien, aus dem Wege gehen. Sir Boyd Mepriman bemerkte zu diesem Brief, Kawar fürchte sich, in Jerusalem zu verbleiben, weil gegen ihn wie gegen seinen Freund Tabari Drohungen ausgestoßen worden Jerusalem, 1?« Dezember. Zu Beginn der gestrigen - Sitzung der Untersuchungskommission am 16. Dezember wandte sich der Anwalt der Zionistischen Exekutive, Sir Boyd Merrimau in scharfen Worten gegen die Beeinflussuugsver» suche an Zeugen, die von arabischer Seite unternommen werden. Es bleibt nicht bei der Beeinflussung, sondern Zeugen werden direkt eingeschüchtert. So hat der junge Mufti von Tiberias am Sonnabend den bei der Palestine Jewish Colonisatiön Association beschäftigten Araber Tabari» der nach Jerusalem kam, um vor der UntersuohuQgskommi8sion auszusagen, aufgefangen und In das BUro des inoslemitischen Obersten Rates geführt. Dort hat der Großmufti von Jerusalem Tabari gewarnt und ihm gesagt, daß schon die Erwägung, vor der Untersuchungskommission als ein von den Juden geführter Zeuge aufzutreten, Vw. r*t »n der %r*hU*W Sache sei. In der dieser Episode vorangegangenen Sitzung sagten zwei Araber, der frühere türkische Offizier Mohammed Tawil und der frühere türkische Beamte Elias Kawar aus Tiberias, die sich freiwillig als Zeugen gemeldet hatten, aus. Auf ihrem Wege zum alten Zollhaus, wo die Untersuchungskommission tagt, wurden sie von Polizei begleitet, da ein Anschlag auf sie befürchtet wurde. Mohammed Tawil sagte aus, die Unruhen in Palästina seien durch ehrgeizige Personen von hohem Rang Ins Werk gesetzt worden} diese Personen wollten einerseits dem Volke zeigen, daß sie Führer sind, andererseits der Regierung zeigen, daß sie Einfluß auf das Volk haben; diese Personen haben stets ihren eigenen Vorteil im Auge. Elias Kawar führte aus, die ton mehreren seitens der arabischen Exekutive zitierten Zeugen aufgestellte Behauptung, daß die arabischen Siedler des Tales Jezreel infolge der jüdischen Kolonisation an den Bettelstab gebracht worden seien und daß die arabische Bevölkerung von Nazareth am Rande des Ruins stehe, sei vollkommen grundlos. Diejenigen arabischen Bauern, die in der Nachbarschaft der jüdischen Kolonien verblieben sind, haben ihre Wirtschaften gut entwickelt, nachdem sie von den Juden die neuen Methoden des Pflügens und Düngens erlernt hatten. Die jüdischen Bauern leisten mehr an Steuern als die arabischen, weil die Fellachen in der Bebauung und Bewirtschaftung des Bodens nicht so erfolgreich geblieben sind und darum in Schulden geraten. Ihre Gläubiger aber sind arabische Geldverleiher in Nazareth, die hohe Wucherzinsen nehmen. Die Einschüchterung arabischer Zeugen, Der Vorsitzende der Kommission Sir Walter Shaw richtete sodann an die arabischen Anwälte Worte des Tadels über den Versuch, arabische Zeugen, die zugunsten der jüdischen Sache aussagen wollen, einzuschüchtern, so daß diese es nicht wagen, vor die Kommission'zu kommen. In diesem Hause, in dem die Kommission tagt, fuhr Sir Walter Shaw fort, und zwar in dem für die Vertretung der Jewish Agency reservierten Raum, wurden von einer mit der arabi- JIIIIIIIIIIII ii^mwitf £I< 0er Schlager der Saison Alle modernen Schlägst Jüdischer und heorälscher Aufnahmen In höchster Vollendung Verlangen Sie Kataloge gratis und franko iiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiw sehen Sache verbundenen Person an eine andere Person Worte gerichtet, die den Verdacht begründen, daß ,e i n e B e e i n f 1 u s s u n g stattgefunden hat. Die Person.;an die diese Worte gerichtet wurden, hüttc wahrscheinlich vor der Kommission ausgesagt Ein zweiter Zeuge» der damals in dem-Raum anwesend war, ist seitdem verschwunden. Es hätte vielleicht keinen Zweck, fügte $ir Walter hinzu, durch eine gründlichere Untersuchung diese Angelegenheit zu klaren! sollte aber die Kommission erfahren, daß sich jemand in unbefugter Weise in die Behandlung ejnes Falles oder in die Angelegenheit einer Person, die als Zeuge erschienen ist oder noch zu erscheinen hat, einmischt, dnun .wird die Kommission nicht zögern, jene Schrittezu orgreifen, die die strengste Bestrafung des Schuldigen sichern. Man soll sieh darüber klar sein, dafi solche Beeinfhissungsversuche nicht geduldet werden dürfen und nicht straflos bleiben können. Der Anwalt der Araber Sfigte, die arabische Exekutive bedaure es, dafl die Kommission die Beschwerde nicht eingehender prüft; die arabische Exe* kutiye hatte nichts zu verheimlichen. (Siebe Seite i.) Ehrung der Anwälte der Jewish Agenoy, Die Anwälte der Jewish Agency bei der Unter« 8uchungskQmmission, Sir Boyd Merriman, und Vis« count E r 1 e i g h, waren am 15. Dezember Gäste der Repräsentanten der palästinensischen Judenheit, die ihnen zu Ehren im Hotel Eden einen Empfang gaben.. Per; Bürgermeister von Tel-AvH, Mayer Ö i z e n g o.f f? hielt eine längere Ansprache, in äer er es beklftgte, daß die Juden, die in Wirklichkeit die Ankläger v> a r e n, n u n i n d i e La g e. g'e k o nrnve n »indf sjch verteidigen zu müssen., Pizpugqff- ENTZOCKT 0>l" fhintPf 17* A/ nflniiiitmimninimHinn nun» //V vjtLJLEi /V-uump «««r „CAPTAIN" „FIGARO" „RAMONA" gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Anwälte auch nach ihrer Rückkehr nach England von der Tribüne des Parlaments, dem sie angehören, aus als Befürworter der jüdischen Sache weiter wirken werden. Viscount Erleigh, ein Sohn des Marquis of Reading und ein Schwiegersohn von Lord Meich et t, führte aus, er schäme sich, hier in Jerusalem in einer jüdischen Gesellschaft nicht hebräisch sprechen zu können. Diese Scham wird aber verdrängt durch den Stolz auf sein Judentum. Unsere Verantwortung, fuhr er fort, wird erhöht durch das Bewußtsein, daß wir unter der Beobachtung eines großen Teiles der den Erdball bewohnenden Völker stehen. Was ich hier in Palästina von jüdischer Leistung gesehen habe, wirkt auf taiph als ein intimer Appell zu eigener Leistung. Der Schadenersatz in Palästina. Aus London, 17. Dezember, meldet die J. T. A.: Im Unterhaus fragte Kolonel Howard B u r y, der bekannte Araberfreund und Zionistengegner, ob der Schadenersatz, der den während der Unruhen in Palästina Geschädigten, Juden wie Mohammedaner, zu leisten sei, von der Palästinaregierung oder von der britischen Regierung getragen werde. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien Dr. Drummond S h i e 1 s erwiderte: Die Kosten des Schadenersatzes werden von der Palästinaregierung getragen. Konferenz der arabischen Arbeiter Palästinas. Die Union arabischer Arbeiter Palästinas hat für den 21. Jänner eine allpalästinensische Konferenz arabischer Arbeiter nach Haifa einberufen. Auseinandersetzung zwischen Jesiwh Agency und Jüdischem Nationalfonds. Aus Amerika kommt die Nachricht; daß fn diesem . Jahre keine besondere Sammlung für den Palästinaauf* ■ baufonds (Keren Haje>so4) -vbrähstaltfct-wird. Es soll mireine einzige Sammlung durchgeführt werden, und zwar für den Joint. Von den Ergebnissen dieser Sammlung, aus welcher auch die Krim-Kolonisation u. a. bestritten wird, soll auch der Keren Hajessod Beträge erhalten. Diese Maßnahme w4rd seitens der amerikanischen 'Nlchtzionisten mit den enormen. Jüdischen Borsenverlüsten begründet,. War schon diese Sache für die amerikanischen. Zionisten schwor annehmbar, so kam noch die Bedingung dazu, daß der Direktor des Nationalfonds, Ussischkin, in diesem Jahre nicht nach Amerika behufs Durchführung einer Sammlung für den Nationalfonds komme,« darf. Als die Zionistische Organisation in Amerika auph da zustimmte und hievph den Keren Kajemeth in Jerusalem verständigte, nahm dessen Direktorium dagegen Stellung und beschloß, Herrn Ussischkta trotzdem nach Amerika au entsenden. Die amerikanischen Zionisten telegraphierten, daß btedurch der Keren Hajessod in Amerika gefährdet würde. Das Direktorium des Keren Kajemeth bohärrt vorläufig bei seiner Entscheidung. Jerusalem, 16. Dezember, (J. T. A.) \ Im Oktober und November 1929 betrugen die Einkünfte des Jüdischen;Natiönalfonds 37.636 Pfund, was eine Erhöhung um 55 Prozent gegenüber dem Einkommen in der gleichen Zeitperiode des Jahres 4928 bedeutet Der Aufbaufonds. Ab Neujahr Instrument der Jewish Agency. Aus London, 17. Dezember, meldet die J. T. A.« Unter dem Vorsitz von O.E.d'Avigdar Goldsmid fand eine Sitzung der Konferenz der englischen Mitglieder Und stellvertretenden Mitglieder des Council der Jewish Agency statt. Es wurde beschlossen, daß vom t. Jan» ner 1930 ab die Konferenz die Institution des Keren Hajessod übernimmt, die nun unter der Leitung der Jewish Agency stehen wird. Die Leitung des. Keren Hnjesaod wird »ich zu gleichen Teilen aus Zionisten und Nlohtziouietea zusammensetzen. Aus Gründen der Sparsamkeit und der Yer?infachung der Verwaltung wird da« Bureau des Keren Haje&sod auch weiterhin im Hause der Zionistischen Organisation untergebracht; 70. Geburtstag von Miß Henrietta Szold, Am 21. Dezember vollendete Miß Henrietta Szold, die Schöpferin der zionistischen Frauenbewegung in Amerika und gegenwärtig Mitglied der Zionistischen Exekutive in Palästina, ihr 70. Lebensjahr. Miß Szold, die in den letzten Monaten wiederum l» den Vereinigten Staaten geweilt hat, befindet sich gegenwärtig auf der Rückreise nach Palastina, wo sie in wenigen Tilgen eintreffen wird, um sich der Verwaltung des bebrUts^en Schulwesens weiter zu widmen.

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