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Die neue Welt · 1929-12-20 · Heft 118 (20.12.1929) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 118 (20.12.1929)
Date
1929-12-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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r Nr. m ME NEÜß WELT Seife if Ufa« CIa cu^ltAn —I für den winter WABENHIIDS DCnf* Iii ilil W «9 il« 9U Iii I dl ■ Reichste Aaswahl In Pullovers, Wollwesten, Strümpfen, Handsohuhen, nZu,nn K §■ U ImIH II M M fflM#lAn CIa Kai um! KSÄ^^"-*^^^^ MMDCnWIflllllll fingen JIC PCI Unai infolge kleiner Regten ipottblllia» I. Rabensteig 3 (Ett; SilWengant) Verwunderung darüber aussprach, daß die historisch wertvollen Ausstellungsobjekte nicht von jüdischer Seite für Palastina erworben wurden. Haben sich denn die Juden jemals um ihre großen Musiker gekümmert? Haben sich die Juden etwa für Goldmark zu seinen Lebzeiten interessiert? Ich habe genug Beweise für den Mangel an Interesse für jüdische Musik seitens des jüdischen Publikums. Die Stellungnahme gegenüber .Goldmark ist keine Ausnahmserscheinung. Als im Jahre 1925 das Goldmark-Denkmal am Zentralfriedhof enthüllt wurde, verstand es wohl die nichtjüdische Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, den n i c h t j ü d i s c h e u, allerdings ausgezeichneten Singvereiii zur Feier der Denkmalsenthüllung zu entsenden, um dort einen prachtvollen Chor von Goldmark unter der Leitung des nichtjüdischen, allerdings vortrefflichen Prof. Karl L a f i t e vorzutragen. Warum wurde damals der schon ziemlich gut bekannte und auch anerkannte Wiener Jüdische Gesangverein übersehen? Wußte denn die jüdische Kultusgemeinde, die Veranstalterin der Feier, nicht von unserer Existenz? Und in welche Verlegenheit brachte mich die Frage eines nichtjüdischen Kollegen und Freundes, wo denn der Jüdische Gesangverein sei, der wohl hier eher am Platz gewesen wäre als jeder andere Gesangverein! Wie ist es nun mit diesem jüdischen Gesangverein und dem Hakoah-Orchester überhaupt bestellt? Beide Vereine wurden von mir als dem Mitbegründer erzogen und auf einem rein künstlerischen Niveau gehalten. Es gab glänzende Aufführungen und Anerkanntsein als vollwettige Kultur- und Musikkörperschaften. Und doch mußten die Mitglieder selbst die Karten verkaufen, sozusagen damit hausieren gehen, um ein Defizit zu vermeiden. Warum konnten wir niemals eine Subvention erhalten von der Kultusgemeinde oder von einer iihnlichen jüdischen Institution? Die Vereinsmitglieder mußten alles aus eigener Tasche bestreiten, so lange, bis endlich die schönen Konzerte aufhörten. In der ganzen Welt gibt es kein jüdisches Sinfonieorchester und keinen jüdischen Gesangverein, der in bezug auf Intelligenz, Ernst, Qualität und Programm vor unseren Institutionen stünde. (Der heutige Stand der Vereine ist mir — ich lebe seit zwei Jahren in U. S. A. — unbekannt. Ich selbst, ein professioneller Musiker, mußte nicht weniger als acht Posten (Konservatorium Patonay, Tempel, Jüdisches Religionsseminar, Jüdisches Realgymnasium, Hakoah-Orchester, Gesangverein, Kantorenschule) bekleiden, dabei noch Privatstunden geben, um existieren zu können. Nun wird man wohl sagen, daß ein Goldmark mehr wert ist als alle jüdischen Musikvereine mitsamt einem Dutzend Braslavskys. Aber wir sind Juden, machen.gute Musik und arbeiten für die Ehre des Judentums. Warum soll unsere Existenz nicht gesichert sein? Das ist meine Haltung in der Frage: Jüdische Musiker und das Judentum! # * * Anmerkung der Redaktion: Gewiß ist der Pessimismus des Herrn Prof. Braslavsky nicht ganz unberechtigt, aber es scheint sich eine Wandlung zum Besseren vorzubereiten. Zunächst in bezug auf das Interesse für jüdische Musik, die in der letzten Zeit intensiv gepflegt wird, was die zahlreichen gut besuchten jüdischen Kunstabende und hebräischen Konzerte beweisen; weiters auch in bezug auf den Jüdischen Gesangverein, der unter Leitung des Prof. Dzimitrofsky sich zu einem achtunggebietenden Musikfaktor im jüdischen Wien emporgerungen hat. Im übrigen können wir auch auf eine wirkungsvolle propagandistische Tätigkeit seitens der Herren J. Stut s c h e w s k y, Prof. W o 1 f s o h n und Prof. Wolf hinweisen. III. Hebräisches Konzert. Seinen Vorgängern weder an Interesse noch an Besucherzahl nachstehend, hat das III. Hebräische Konzert des Jugendvereines „Erez Israel" den erwarteten Erfolg gehabt. Es stand im Zeichen unseres verewigten Oberrabbiners Z. P. Chajes, dessen Kulturinstitutionen durch den reichen Reinertrag gestützt werden sollen. Die künstlerische Leitung War dem Prof. Artur Wolf anvertraut, der als Dirigent und auch als Komponist von Chören und Sololiedern (nach hebräischen 'lind von Isaak Heyberg ins Hebräische transponierten Texten) fast den ganzen Abend bestritt \md dessen Leistungen Würdigung funden. Daneben fanden auch die Kompositionen von B. Großmann und J. Roskin Beifall. Wie groß die Teilnahme des jüdischen Publikums an hebräischer Musik ist, bewies der Umstand, daß der tüchtig arbeitende Erez Israel den Großen Konzerthnussaal ohne Achron, Bloch, Weprik, Krein und Fngel füllen konnte. Neben Josef M a n o \v a r d a. Rena P f i f f e r- L a x und Erika Wagner zeichnete sich wieder einmal unser Oberkantor Gerson Margulies aus, der die Lieder „Laschoschana", „Schira chadascha" und „Chazoth" in. feinster musikalischer und sprachlicher Pointierung zur Geltung brachte. Der gemischte Chor zeigte ausgezeichnete dynamische und gesangliche Qualitäten. Alle Mitwirkenden, mit Prof. Wolf und dem verdienstvollen Arrangeur des Abends, Herrn Meir Puis, an der Spitze, erwarben sich den Dank des Publikums. Es war ein gelungener Werbeabend des mit voller Energie arbeitenden Vereines „Erez Israel". Habima. Zehn Jahre hebräisches Theater. Die Habima hat zehn Jahre ihres Schaffens und Wirkens hinter sich. Als sie vor drei Jahren Rußland verließ und zu uns kam, schien uns der ursprüngliche Sinn des Theaters, die Offenbarung Innerer seelischer Werte, wiedergegeben. Einem Triumphzug seltenster Art glich die Reise der Habima durch die Städte des Westens, aber der Erfolg verführte dieses einzige hebräische Theater nicht zum Aufgeben ihrer Tendenz: die entscheu denden Kräfte und Safte dort zu holen, wo der Nähr* boden einer nationaljüdischen Kunst liegt — in Erez Israel. Hier erst fand sie sich' ganz. Ein Jahr intensivster Arbeit und Sammlung folgte. Neue Ziele unter dem Hirn* mel Galiläas, neue Aufgaben auf palästinensischer Erde, ließen die Habima zum Symbol der jüdischen Renaissance reifen. Heute weiß die Welt, daß die Habima den Tempel der neuen jüdischen Kunst bedeutet. Aus zwei Bereichen, dem althistorischen und detn ghettoverhafteten, model« lierte sie ihre neuen Werke; die „Krone Davids" nach Calderon und der „Schatz" nach Schalom Alejchcm. In Berlin wird sie zurzeit mit äußeren Ehren* und Anerken» riungsbezeigungen beschenkt, vom Kreis der „Freunde der Habima", in dem die künstlerischen Persönlichkeiten aller Richtungen vereinigt sind. An der Jüdischen Bühne, IL, Taborstraße 12, wurde vergangenen Sonntag das Lebensbild „Jankaie" neuinszeniert aufgeführt. Sevilla Pastor in der Titelrolle hatte wieder Gelegenheit, sich auszuzeichnen.-Auch die übrigen Darsteller, und zwar die Damen S i e g 1 e r, Silber, Cosowski und die Herren Siegler, P a s't o r, W a 1 d b e r g, , Co s o w.s k i, Reiß m a n n, Grimminger und Hausknecht, ernteten reichen Beifall. Freitag gelangt „Joske GhWat" zur Erstaufführung. Das Stück wird Samstag und Sonntag wiederholt. Sonntag 3 Uhr Nachmittagsvorstellung bei ermäßigten Preisen: „Der.-R ebbe heißt frähiieh sein" * Jüdische Kiinstlerspiele. In den „J ü d i s c h e n K ü n s 11 e r s p i e 1 e n" (Theater Reklame) setzen Frau Vera Kaniewska und,„Paul Breitmann ihr erfolgreiches Gastspiel fort. 'Jn der letzten musikalischen Komödie „W olodk a", *' die * eine Traumgeschichte behandelt, zeichneten, sich "nebenden Gästen und dem Stammensemble besonders die Herren J a b 1 o n s k y' und Fostel aus, die ausgezeichnete Charakterstudien boten. Ab Freitag, der|s £0, Dezember, geht „Die schöne B e 11 a" mit Vera Kaniewska in der Titelrolle in'Szene unef^wird ''Somstagi" den 2t.', und Sonntag, den 22., wiederholt. Als außerordentliche Vorstellung wird, zahlreichen ,Wünschen; entsprechend, zum erstenmal in dieser Saisön die berühmte musikalische Komödie „Da s Gha send 1" mit Vera Kaniewska in der Titelrolle und dem ganzen Ensemble gegeben. Dienstag, den 24., findet keine Vorstellung statt. Für Mittwoch, den 25., und Donnerstag, den 26., ist eine sensationelle C Ii a n u k k a-P r e m i e r e mit neuen jüdischen Gesängen- und Tänzen in Vorbereitung. An allen Abenden tritt das Künstlerpaar Vera Kaniewska und Paul, B r eitmann auf. Der Vorverkauf für alle um halb 9 Uhr beginnenden Vorstellungen findet bereits statt. Mittwoch, den 25. Dezember finden zwei Vorstellungen (7 und halb 10 Uhr) des jüdischen Volksstückes mit Gesang und Tanz „D i e Galizianer Chassene" unter Mitwirkung des ganzen Ensembles statt. i Neues Jüdisches Theater (PraterstraOe 00). Am 21. und 22. d. zum erstenmal in unserem Theater: '„fi c 1 d — Liebe und Sc hau de", Lebensbild in 3 Akten von Zsolntarewskl. Musik von Sekunda. Am 25. und 26. il. zwei Sonder-VorstellunKCii. GroBe UebcrraschunK! Beginn halb 9 Uhr abends. Jüdisches Lehrlingsheim Zukunft. Zu gunsten des Lehrlingsheim Zukunft findet am 5. Jänner nachmittags im Deutschen Volkstheater eine Vorstellung von „Die andere Seite" mit Alexander Moissi zu normalen Preisen statt. Karten im Lehrlingslieim Zukunft. Wien, IX., Grüne Torgasse 26, auch über telephonischö Verständigung. A-16-3-23. Jüdisches Versorgungshaus. Am 27. November fand In der VersorKungsanstalt in der Seegasse eine itut eelungeue in u s i k alische Veranstaltung statt. Leo Fun ke, begleitet von Kapellmeister Kurt Gerson K r o n f e 1 d, brachte Arien und Lieder in •vollendeter Weise zum Vortraft. Frl. Rcjcine Löbensohn erfreute die Alten durch heitere Rezitationen, Max Oppermann spielte mehrere Gclgcnsoll. Das Arraneemcnt lag tn den bewahrten Händen Leo Funkes und waren die Pfleglinge der Anstalt voll des Lobes und Dankes für den ihnen bereiteten GenuC. Ein Sammelwerk über Theodor Herzl. Durch Zeitgenossen Herzls Gestalt in allen seinen Schattierungen versinnbildlichen zu lassen, bedurfte keiner kalendarischen Begründung. Wenn Dr. T. Nu 8senblatt es in Herzls 25. Todesjahre tat („Zeitgenossen über Ii e r z 1", Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn), so geschah es vielleicht ans dem Bewußtsein, daß ein Vierteljahrhundert nach dem physischen Verlöschen einer historischen Persönlichkeit zu ihr neue Perspektiven gewonnen sein könnten. Dr. Nus-senblatt sammelte Berichte von ■■'Zeitgenossen, persönliche LrinuemngCMi und persönliche Darstellungen, die seiner Meinung nach neben Herzls Tagebüchern dokumentarischen Wort besitzen, wohl wissend, daß der Versuch eines einzelnen, Herzl* Persönlichkeit umfassend 'darzustellen, Fragment bleir ben müsse. Nichtsdestoweniger ist es gerade durch ein Mosaikbild gelungen, die Legende Herzl in den großen Raum der jüdischen Geschichte zu stellen. Im Rampenlicht litcrariäclrji Beir.'ichi'.uig, im Nebel einer politischen Bewegung wird jede Legende leiden, zumal auch mediokre Figuren ihre subjektive Betrachtungsweise voranstellen. Was Substanz besitzt, sind interessante Erlebnisse an und mit Herzl: rührende Episoden, poetisch gemeinte Stimmungsbilder, prophetische Gesten, vielsagende Reminiszenzen und schließlich — wertvolle Bausteine zu einer Herzl-Monographie, ohne einen Baustein Chaitu Weizmanns, der in Nussenblatts Buch als Zeitgenosse Herzls nicht vertreten ist. o. r. Amtliche Verlautbarungen der Kultusgemeinde Wien. Jahrzeitfeier Oberrabbiner Chajes. Anläßlich der Wiederkehr des Todestages des sei. Oberrabbiners Prof. Dr. Z. P. Chajes findet Samstag, den 21. d. M., um 4.45 Uhr nachmittags, im Se itcu Stetten- Tempel die vom Vorstande der Kultusgemeinde Wien veranstaltete Jahrzeitfeier statt. Predigten. Am 21). d. werden bei dem um 4.10 Uhr beginnenden Abendgottesdlenstc in folgenden Gcmeindctempeln Predigten abgehalten: I., Seitenstcttengasse 4 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang). Israelitischer Jugendgottesdlenst. Am 21. d. findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdlenst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Lese- und Redehalle jüdischer Hochsch iiier in Wien. Am 21. d. (19. Kislew) um Vi9 Uhr abends im Heim, IX., Türkenstraße 9, Gedenkfeier für Oberrabbiner Doktor Chajes s. A. Die Gedenkrede hält Herr Dr. Oskur Kar buch, Generalsekretär der jüdischen Völkerbundliga für Oesterreich. Es folgt dann die Enthüllung der von Bildhauer Ziffer geschaffenen Chajes-Büste. Die Festrede hält Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang. Misrachi-Landesverband für Oesterreich. Bei der am 14. ds. stattgefundenen konstituierenden Sitzung des Ausschusses des „Misrachi-Landesverbandes für Oesterreich" wurden folgende Herren in die Leitung gewählt: Obmann: Rabbiner j. J. Twersk y, Obmann-Stellvertreter: M. D. Groß, Viktor B a u m i nger, Kassier: Abr. Frankel, Schriftführer: Dr. S. K n o p f m a c h c r, Schalom L i 1 i e n f e ld, Kontrollore: J. S. Rette r, Markus Abramo w i t z, Revisoren: Markus Spiegel, Gustav A u s t e r 1 i t z. Beitrittserklärungen und Zuschriften sind zu richten an das Sekretariat, II., Heinestraße 16. Landau-Fond. E Bekanntlich hat aus Anlaß des achtzigsten Ge'bursttages des Herrn M. tt. Landau in Wien (am 23. Kislew 5685) ein Jubiläumskomitee, bestehend aus den Herren: Isaik Thumltn (Obmann), Kom.-JRat Julius Gourary, Naum Magasanik, Hofrat S. Kwaszewsky, Abraham Rappaport, eine Stiftung beim Badener Walsenhause auf Namen des greisen Jubilars ins Leben gerufen. Der Appell des genannten Komitees hat unter den Freunden und Verehrern des Herrn Landau Widerhall gefunden. Die Zuwendungen für diesen Zweck haben vorläufig einen Betrag von S 4698,95 ergaben. Ausweis folgt untenstehend. Indem das Komitee allen hochherzigen Spendern, für die erstmalige Zuwendung, besten Dank sagt, gratulieren wjr gleichzeitig Herrn Landau zum bevorstehenden ,81. Geburtstage am 25. Dezember' und laden seinen p. t. Freundeskreis ein. auch aus diesem Anlasse die genannte Landau-Stiftung mit Spenden zu bedenken. Für das Komitee zur Schaffung eines M. H, Landau-Fonds im jiid. Waisenhaus Baden, Wien, Isak Thum im, Obmann, Wien, II., Ferdinandstraße 29. Ausweis: Sigmund Royka S 200, I. Thumim 50, Abe Rappaport 10. Julius Krupnik 50, MenascJhe Baron 10, Isak Reich 30, Wolf Papipemheim 3, Rab. J. Friedmanm (Czortkow) 40, Rabbiner B. Friedmanu 10, Rabbiner N. M. Friedmann 10, Mechel Margulies 5, N. Wikler 5, Hermann Bloch 5, Hersch Twersky 10, B. Gutwirt (Anwers) 700, N. Magasanek 100. N. Eidinger 500, Gerson Hiönig 10, Moses Dorf (Czernowitz) 25, M. L. Schallt (London) 505,95, Rab. J. Hesc'hel (Kopicynce) 18. Dr. S. Rappaport 10, Rab. Abr. Heschel 10, Reioh & Kolisoher 200, Dr. Marie Hertz 50, Oh. Finkelstein (Anwers) 50, Dr. Ignatz Landau 168, Karl Beer. 100, Baron S.. Kohner ((Budapest) 200, Baron W. Kohner (Budapest) 200, Hofrat S. Kwaszewsky 50. Rab. M; Perow (Stolin) 35, Jakob Griffel 20, Abraham und Lipa Heller (Kolomea) 70, H. Haas 4. Ewa Herson (London) 340, S. Rachmut 10, S. Lehr 20, M. Warkany 12, Dawid Lembergs 10, Dr. M. Stark 10, Dr. A. Pines 10, Rab. S. Friedmann 10, Rab. N. Friedmann 10. Rab. Jakob Friedmaun 10, H. Bouminger 10, Dr. Heinrich Goldschmidt 20, P. Gottesmann 5, Rab. Dr. D. Feuchtwang 5, Kom.-Rat Jules Gourary 700, Dr. Wachstem 10, Dr. A. Ehrenstein 33.__ E Der Winterkönig im Warenhaus. Die Weihnachtseinkäufe haben allenthalben begonnen, und wenn auch das Wetter noch nicht weihnachtlich gestimmt ist, so sind die Geschäfte bemüht, im Innern die heimelige weihnachtliche Atmosphäre wachzurufen. Heuer ist man bei Gerngroß von den Darstellungen, die auf der alten Guckkastenbühne fußen und einen Aufbau mit Vorbühne, Kulissen und Hintergrund haben, vollkommen abgegangen und hat weiterhin, beschränkt durch die strengen behördlichen Vorschriften, aus der Not eine Tugend gemacht. Meister Wacik, den wir alle als den ergötzlichen Schilderer skurriler Mürchenfiguren von den Austellungen der Sezession her kennen, hat einen Entwurf geliefert —- wie wir in unserer letzten Nummer zeigten —, den die eigenen Werkstätten des Hauses zu dem Kristallmärchen des Winterköuig» ausgestalteten. Der Winterkönig, dessen Lippen sich brummend bewegen, blickt mit seinen grünleuchtenden Augen zufrieden umher uud scheint sich der großen Schar der ihn Umdrängenden herzlich zu freuen, und mau muß sich auch uus einem auderea Grunde freuen, nämlich darüber, daß das Publikum, das doch früher für derlei Feinheiten weniger empfänglich war, dieser reinen stilisierten Darstellung eines großen Künstlers restlosen Beifall zollt. Es ist hier ein merkwürdiger Anfang gemacht, in einem Warenhaus von alten, eingelebten Formen abzugehen und einem vorbildlichen guten Geschmack eine neue Richtung zu weisen.

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