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Die neue Welt · 1929-12-13 · Heft 117 (13.12.1929) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 117 (13.12.1929)
Date
1929-12-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Der Mechaluz wurde aber von dem vollzogenen Verkaufe in keiner Weise verständigt, noch auch ist irgend ein Be< trag vom Erlös an ihn oder für Zwecke des Hechaluz abgeführt worden. Unsere Forderung geht somit dahin, daß das neu zu wählende Landeskomitee d i e s e S c'h u 1 d an den Hechaluz ausdrücklich anerkennt und sich verpflichtet, sie zurückzuzahlen, unbekümmert darum, welche sonstige Verpflich« t u n g e n der Landesorganisation dem Hechaluz gegen« über bestehen, die in der Linie der Unterstützung und Förderung seiner Arbeit liegen." Zur Aufklärung sei bemerkt, daß die der Landes* Organisation gehörende Realität laut Grundbuch am 5. April 1929 um 34.000 Schilling verkauft wurde. Die fremden Käufer haben wenige Tage später die Realität um 5 8.0 0 0 Schilling weiterverkauft, wobei ihnen noch ein Teil der Realität verblieb. Auch über die Ein« gäbe des „Hechaluz" wurde nicht gesprochen. Berichtigung. Herr Dr. Hugo Benedikt schreibt uns: Ich lese eben in Ihrer Nummer 115 vom 29. November den Artikel über die zionistische Organisation in Wien und finde darin ©ine kleine Unrichtigkeit, welche ich zu berichtigen bitte. Ich wurde nicht vom Parteitag in das L.-K. gewählt, sondern Ende Juli vom L.-K. kooptiert, welche iCooptierung ich in einem Gespräche mit dem damaligen Präsidenten Dr. Goldhammer unter der Bedingung annahm, daß ich erst nach meinem Urlaub, Anfangs September 1929, meine Tätigkeit beginne. Mit bestem Dank Ihr ergebener Doktor Benedikt. Eine neue zionistische Exekutive. Brandeis, Rothschild, Melchett, Jabotinsky und Rothenberg. Die Warschauer Tageszeitung „Hajnt" bringt eine Meldung ihres Jerusale mer Berichterstatters, welche von anderen jüdischen Blättern in Europa und Palästina übernommen wurde. Herr Triwäks, der Korrespondent des „Hajnt", behauptet, aus sicherer Quelle erfahren zu haben, daß .in Bälde die derzeitige Leitung der Zionistischen Weltorganisation zurücktreten und einer ganz neuen Leitung — er spricht von einer „Rettungs-Exekutive" -~ Platz machen wird. Baron Rothschild und Lord Melchett hätten die Einberufung des zionistischenAktionskomitees gefordert. Das Aktionskomitee ist nämlich die Instanz, welche in der Zeit zwischen zwei Kongressen die Demission der alten Leitung entgegennehmen und eine neue bilden kann. Die neue Leitung soll laut dem Vorschlage von Rothschild und Melchett aus fünf Personen bestehen: Rothschild, Melchett, der Präsident des palästinensischen Nationalstes Ingenieur Ruthenberg, der Führer, der Zionisten- Revisionisten Jabotinsky. Präsident sqll der Oberrabbiner B> r a n d e i s, der frühere Präsident der amerikanischen Zionistenorganisation, sein. * Die Verantwortung für die Richtigkeit der Meldung soll dem „Hajnt" überlassen bleiben. Aber, die kritiklose, man möchte sagen still-freudige Bereitwilligkeit, mit welcher die Meldung von zionistischen Blättern weitergegeben wurde, ist symptomatisch. In der Not glaubt man gerne. Der letzte Zionistenkongreß hat in der Hurrastimmung vor der Erweiterung der Jewish Agency eine dreizehnköpfige Leitung gewählt, sage und schreibe dreizehn Menschen. Eine Gruppe brauchte nur zu wollen und schon hatte sie ihren Mann in der Leitung. Nach dem Freudenfeste brach der Sturm in Palästina ■ los und mit ihm hörte eigentlich die Kunde von der Existenz einer Leitung auf. In der schwersten Zeit haben die Zionistcn das niederdrückende Gefühl, führerlos zu sein. Da wirken Meldungen wie* die de« „Höjnt" erquickend und ermutigend. Man fürchtet sich* die schiners* liehe Prüfung auf die Richtigkeit zu unternehmen. Man will doch sein bißchen Freude und Hoffnung haben» Vielleicht hat eine Begebenheit, welche sich vor wenigen Tagen in Amerika zu getragen hat, den Eindruck der Meldung verstärkt. Der Oberrichter Louis Brandeis, der Mann, auf den die Zionisten dereinst ihre größten Hoffnungen setzten, der ehemalige Führer des amerikanischen Zionismus, der im Kampfe gegen W e i zmann weichen mußte, den auch der jüngst verstorbene Führer der amerikanischen Nichtzionisten Marshai, zuletzt intimer Freund Weizmanns, nicht wollte, ist wieder mit einem starken zionistischen Bekennt' n i s s e vor die Oeffentlichkeit getreten. In Washington fand eine Zusammenkunft führender amerikanischer Juden statt, in der einmütig beschlossen wurde, eine auf geschäftlicher Basis stehende Korporation für Kapitalsinvestierungen in Palästina zur Forderung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zu begründen. Das Ereignis des Abend« war eine Ansprache des Richters am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten Louis D. B r and ei s, der, seitdem er vor etwa zehn Jahren das Amt eines Präsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas niedergelegt hat und aus der ufa-ton-kino w<m^ug.tuT,un^v;»i»jww^www^ D«t Filmtheater dar guten OanailschtH i«lgt i Ur- und AllttlnauHUhrungt Da* tfrot« Tun« lilmprogramm Bas MM i¥ religio Nach Alexander Dumas. Ferner: Ivelyn, ein Tonfilm- Sketch mit Fritz Schulz und der Kapelle Dol» Dauber Beginn: Wochentag 5, 7, 9 Uhr, Sonn» und Feiertag 3, 5, 7, 9 Uh r: Organisation ausgetreten ist, nun zum ersten Male in der Oeffentlichkeit mit einer Rede über Zionismus und Palästina hervortrat« Offenbar haben die jüngsten tragischen Ereignisse in Palästina Richter Brandeis veranlaßt, sein vieljähriges Schweigen zu brechen. In seiner Ansprache, die auf alle Anwesenden einen sehr tiefen Eindruck machte, rühmte er den Mut und die Tapferkeit der palästinensischen Juden, die sich während der jüngsten Massakers bewährten. Nichts Schöneres, sagte er, gibt es in der jüngsten Geschichte, als die von diesen Männern und Frauen bewiesene. Charakterfreudigkeit. Ich, der ich Palästina und seine Möglichkeiten kenne, sehe weder in der arabischen Frage noch in irgend einer anderen Frage e i n c G e f a h r. Ich hübe die Balfour-Deklaration S t a r k gefördert und halte auch heute noch an ihr fest, weil ich glaube, daß der Aufbau Palästinas durch die Juden ebensosehr im britischen wie im jüdischen Interesse liegt. Wir,- eine Gruppe amerikanischer Wirtschaftsmänner von erprobter Befähigung, noch dazu unter der Führung von Felix M. Warburg, sind in der Lage — ich bin davon überzeugt —, ein jüdisches Palästina sichern zu helfen. Herr Felix M. Warburg sagte: Wir haben heute den Vorzug, Louis Dr. Brandeis in unserer Mitte zu sehen. Während einer Unterhaltung mit ihm richtete ich an ihn die Frage, ob er unser Pilot sein will und uns durch die Stürme hindurchsteuern wolle. Und es gibt jetzt genug Stürme in Palästina, aber wir werden das Unserige dazu tun, um mit Hilfe der Korporation die Wasser zu besänftigen. Die Worte des Oberrichters B r a n d e i s und ihre Aufnahme seitens Felix Warburgs, des Führers der bisher Brandeis ferngestandenen Juden, lassen allerdings hoffen, daß Brahdeis wieder in Aktion tritt. Männer wie ihn hat der Zionismus jetzt nötig. Demission eines K.-H.-Direktors. Jerusalem, 4. Dezember (J. T. A.) Der Direktor der Profpagandaabteilung dcs Keren Hajessod, Herr Dr. Hans K o h n, hat an den gegenwärtig in Berlin wellenden Leiter des Keren Hajessod, Herrn Dr. Artur Hantke, das Ersuchen gerichtet, Ihn seiner Amtspflichten zu entbinden; er lege das Amt eines Direktors des Werbedepartements zurück, um sich seinen wissenschaftlichen : >.................»MM............»MM......MMMM» ,;' Wir gratulieren unserem ChaWer '-'!: SCHÜMM EDER . anläßlich »M-er Verlobung mit Frl. Renlna :; Neumark-BeHln und wünschen Ihm hercilchiät .<» \; Ada sei To wl ..;' IiN Mfetrtciti, Winn;;!!; »♦»».♦♦»»»»♦♦♦»»»♦♦♦»»♦»»♦»♦»»»♦»♦»♦♦♦»♦M»M<f>M»»»M4 ' Arbeiten ganz widmen zu können. Dr. Haatice bat das Rücktrittsgesuch von Dr. Hans Kohn genehmigt, Man ist in palästinensischen Kreisen der Ansicht, daß der Rücktritt Dr. Hans Kohns auch im Zusammenhang steht mit seiner Tätigkeit inner halb der Brith Scha- 1 o m-Organisation, deren Ideen Kohn letzthin in einigen Aufsätzen vertreten hat, die In Kreisen der palästinensischen JudenheJt starken Widerspruch geweckt haben. — Dr. Hans Kohn ist Mitbegründer des Brith Sohaiom. Vom jüdischen Nationalfonds. Nene Bodenkäafe. Das Hauptbüro de« Keren Kajemeth teilt mit: Wie bekannt« haben die Zionisten Südafrikas im vergangenen Sommer beschlossen, 75.000 Hund durch drei Jahr« zu sammeln zwecks Erworbung einer speziellen Bodenfläche durch den Keren Kajemeth. Im Laufe der wenige Monate, die seit det Konferenz verflossen sind, waren sie bereits in der Lage, uns auf Rechnung ihrer Verpflichtung 11.000 Pfund zu tiberweisen. Auf Grund dieser Aktion wurden nun durch uns in der Plantagenzone der Saronebene 11.000 Dunam erworben und in der nächsten Zukunft werden an dieser Stelle weitere Flächen angekauft werden, sobald weitere Geldanweisungen aus Südafrika einlaufen werden. Die Nachricht von diesen Käufen, den ersten nach den Ereignissen in Palästina, beweist, daß auch in diesen schweren Tagen, und gerade in diesen Tagen, der Keren Kajemeth auf der Wacht steht und seine Aufgabe in Treue zu erfüllen bestrebt ist. Die Natioiialförtdseingängc. Wie vom Hauptbüro des Jüdischen Nationalfönds mitgeteilt wird, sind im jüdischen Jahre 5689 an Spenden für den Nationalfonds rund 257.000 Pfund eingegangen. Dies bedeutet, eine Rekord Ziffer. Die Vereinigten Staaten erhöhten ihren Beitrag um 32 Prozent, Großbritannien erhöhte ihn um 30 Prozent; Südafrika steuerte 8000 Pfund (mehr als das Doppelte des vorjährigen Beitrages) bei. Die Mehrelngänge für das Jahr 5689 gegen 3688 betreffen eine Summe von 63.000 Pfund. Der Chajes-Waid. Bisher sind auf den Chajes-Wald 4500 Bäume eingezahlt worden. Zur Komplettierung von 5000 Bäumen fehlen somit noch 500 Bäume zu S 10.50. Es ergeht das Ersuchen an alle Zionisten, die Komplettierung auf 5000 Bäume bis zur Wiederkehr des Todestages zu ermöglichen. Die Religionsverfolgungen in Rußland vor dem House of Löf ds. Aus London, 6. Dezember wird gemeldet: In der Sitzung des britischen Oberhauses brachte der E r zbischof von Canterbury die Religionsverfolgungen in der Sowjetunion im Zusammenhang mit der Erörterung der Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen England und der Sowjetunion zur Sprache. Lord Melchett lenkte die Aufmerksamkeit des Hauses auf den Zusammenhang zwischen der kommunistischen Propaganda und der Lage in Palästina und: meinte, daß die Unruhen in Palästina, ebenso wie die in China, Indien und Aegypten, zu einem großen Teil, auf die bolschewistische Propaganda zurückzuführen sind. Viscount Cecil of Chelwood fragte Melchett, ob er wirklich glaube, daß die Unruhen in Palästina auf die bolschewistische Propaganda zurückzuführen seien, Lord Melchett erwiderte, die Verhandlungen vor der Untersuchungskoramission hätten zweifelfrei ergeben, daß die Unruhen wenigstens zum Teil durch Wochen-Kalender Dezembet 1929 ito smn Kislew 5690 IS Freitag ll-w Sabbatelngang 3.50 14 Samstag tl-x Sabbatausgang 4.44 apr ma>i maen »nsn IS Sonntag 13-» 16 Montag 14-t 17 Dienstag 1I~T» 18 Mittwoch M-ra 19 Donnerstag 17-r -

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