Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 117 (13.12.1929)
- Date
- 1929-12-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Softe 6 DIE NEUE WELT Nr. 11? ministerium stammen, sondern dflfl dieser Text dem Buche „Die Palästina-Täuschung" (The Palestine Deception) des bekannten Zionistengegners Jefferies entnommen ist. Sir Boyd Merriman wies nach, daß sogar die in Jefferies Buch vorkommenden groben Druckfehler in dem vom Mufti vorgelegten Text mitübernommen sind. Ein deutscher Zeuge. Als Zeuge erschien dann vor der Untersuchungskommission der Architekt Otto Lutz, ein Mitglied der. deutschen Kolonie in Haifa, der gesehen haben will, wie tim 27. August junge Leute aus der jüdischen Vorstadt Bath Galim auf die ihm unterstellte Gruppe von 35 Ar» heitern geschossen haben. Sir Boyd Merriman wies darauf hin. daß diese Schießerei einen Tag nach dem zurückgewiesenen Angriff der Bewohner des Dorfes Tireh auf Bath Galim vorgekommen sei, so daß die jungen Leute in dem Glauben sein konnten, daß sich ein neuer Angriff auf Bath Galim vorbereite.; Der Schutz der jüdischen Kolonien. 1 Aus London, 3f. Dezember, wird gemeldet: Im Unterhaus richtete Sir Archibald Sinclair an die Regierung die Frage, ob die 16 oder 1? jüdischen Kolonien, die zur Zeit der jüngsten Unruhen noch im Besitz ihrer Waffen waren, die Erlaubnis erhalten werden, diese Waffen bis zur Ergreif ung. angemessener VerteidigungSmaßriahmen durch die Administration zu behalten, und ob bis zu einem endgültigen Beschluß Uber die künftige Form der Aufrechterhaltttng der Ordnung in Palästina jenen Kolonien, denen im Verlauf der letzten fünf Jahre die Waffen weggenommen wurdeii, diese Waffen zurückgestellt werden würden. Dr. Drummond Shiels, der jetzt an Stelle des zum Unterstentssekretär für die Dominions ernannten William Ltirtn das Amt eines Unterstaatssckretärs für die Kolonien ausübt, erwiderte: Die Frage des Schutzes der jüdischen Kolonien in Palästina wird gerade in diesem Augenblick sorgfältig erwogen und man hofft, hierüber bald einen Beschluß fassen zu können. Bis dahin bin ich nicht in der - Lage, irgend eine Erklärung hierüber abzugeben. Major Hore-Belisha fragte, ob es nicht. sonderbar sei, daß nach zehn Jahren noch kein Beschluß über eine so wichtige Frage gefaßt worden sei. Colone! Wedgwood fragte, ob nicht wenigstens im Hause die Versicherung gegeben werden könne, daß die Kolonien, die hoch im Besitze von Waffen sind, diese werden behalten dürfen. Ich bin in der Lage, fügte. Wedgwood hinzu, eine. Liste über 73 Angriffe und Morde gegen. Juden vorzulegen. Dr. Shiels erwiderte, er werde die Darlegungen von Colonel. Wedgwood dem Kolonien* minister übermitteln.' 1; / Der „Einpeitscher" der Regierungspartei W. Paling erwiderte, Howard Bury befinde sich in einem Irrtum; die Mandatskommission habe den Vorschlag der britischen Regierung nicht abgelehnt, sondern einen Bericht an den Völkerbundsrat betreffend eine endgültige Lösung der Klagemauerfrage hergestellt. Die jüdische Einwanderung. Aus Jerusalem, 5. Dezember, wird gemeldet: Im Oktober sind 1279 Einwanderer, unter ihnen 1088 Juden, nach Palästina gekommen. In dem gleichen Monat Wanderten 270 Personen, unter ihnen 204 Juden, aus. Im September d. J. betrug die Zahl der jüdischen Einwanderer 603, die der jüdischen Auswanderer 130. Androhung der Pressezensur in Palästina. Der Polizeidirektor von Palästina ließ im Namen des Oberkommissars den Zeitunigsredaktionen eine W«armiwg zugehen, daß für den Fall, daß weiterhin Nachrichten und Auf&ätze provokatorischen Charakters veröffentlicht werden, eine Presse-Vorzensur eingeführt werden wird. Die Regierung, heißt es In der Mitteilung, darf so scharf als möglich kritisiert werden, aber es m<uß alles vermieden werden,, was geeignet wäre, Feindschaft awiischem Arabern und Juden zu säen. iMIIWMIiMI Schnellauostatlon Stelnech am Brenner, Wundarsohttnes SklgeWnde mit flUrutlgan BehneeverhiMnlasen von Mitte Oatarnbar bl* End« Mtfrc. Sklkurat, Rodalbahn, Elalaufplat*. 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Dezember, wird gemeldet: t)as Jerusalemer Reyisionsgöricht. bestätigte das vom Haifaer DisHriktsgericlit gegen Mustapha Derbe» wegen Ermordung des - Ädvoknten T o 1 e d a n o während des Safeder Pogroms 29:'A'ugust ausgesprochene Todesurteil £)agegen hat das Reyisionsgericht das Todesurteil gegen iwei Araber, die der Ermordung der Frau Lulu Farjoun in- Safed .schuldig n. ,;, Die Krise in der Österr. Zion Organisation. Ein außerordentlicher Parteitag. Im April dieses Jahres hatteder ordentliche Partei* tag eine Leitung gewühlt. In den wenigen Monaten waren in der Organisation solche Zustände eingetreten, daß von acht Leitungsmitgliedern die überwiegende Mehrzahl es vorzog, auf ihr Amt zu verzichten und schließlich zwei; gewählte Mitglieder übrig blieben. Die Verfallaerscheinun* gen nahmen überhand; Um das Letzte zu retten, wurde ' für den 8. Dezember ein außerordentlicher Parteitag ein* berufen. Er fand nicht auf Grund von Neuwahlen statt, sondern hatte dieselbe Zusammensetzung wie der „ordent« liehe". Wie auf letzterem fehlten auch am 8. Dezember die Vertreter des Verbandes demokratischer Zionisten, jener stärksten Gruppe im österreichischen Zionismus, welche bei den letzten Kongreßwahlen eine überwiegende Majorität errang. Die demokratischen Zionisten hatten wiederholt ihre Friedensbereitschaft er* klärt und lediglich die Bedingung gestellt, es möge ein gerechtes Wahlrecht eingeführt, Sicherungen für ordentliche Wahlen und Kontrolle der Finanzen ge* schaffen und die Anerkennung des Verbandes ausge« sproohen werden. Wer erwartet hatte, daß der außer« ordentliche Parteitag eine Lösung und den Frieden brin« gen werde, wurde gründlich enttäuscht. Die unter der Leitung Herrn Dr. Desider Friedmanns abgehaltene Tagung bedeutet lediglich eine Verschleppung und Verschärfung der Krise. Schon die einleitende Rede Dr. Desider Friedmanns war dahin gerichtet, eine Ver* ständigung mit den demokratischen Zionisten unmöglich zu machen. Im Verlaufe der Tagung mußte sich auch Dr. Friedmann vom Delegierten Dr. Alfred Löwy den Vorhalt machen lassen, daß seine Tätigkeit darauf hin« ziele, den Frieden und die Verständigung zu erschweren, bezw. unmöglich zu machen. Eine Debatte über die un« haltbaren Zustände in der Organisation, Uber die organi« satorischen und finanziellen Mißverhältnisse fand Uber« haupt nicht statt. Als Delegierter Dr. Jakob Weiner die Eröffnung der Debatte über den einleiten* den Bericht Dr. Friedmanns beantragte, sprach sich Dr. Friedmann dagegen aus und brachte es so dahin, daß der Delegiertentag mit Majorität die Aussprache verhinderte. Dr. Jakob Weiner verließ zum Proteste die Tagung, nachdem er vorher Herrn Dr. Friedmann er« klärt hatte, daß ihn, Dr. Friedmann, die Verantwortung dafür träfe, daß nunmehr die Opposition geneigt sei, die Mißstände in der Oeffentlichkeit und in der Presse .zu erörtern. Der dcbattelose Parteitag wählte schließlich eine siebzehngliedrige neue Leitung. Er führte ferner eine Statutenänderung durch, welche ein Schein* m a n ö v e r ist. Es wurde der einheitliche Wahlkreis Wien, welcher von den demokratischen Zionisten ge* fordert wird, beschlossen, aber durch Schaffung von Virilstimmen aller Gruppen, Sektionen und Ver* bände Wertlos gemacht. Die demokratischen Zionisten, die stärkste Gruppe der Organisation, wurden nicht an* erkannt und bleiben ohne Wahlrecht. Ferner wurde mitgeteilt, daß das Parteiorgan „Die Stimme" nicht mehr der Organisation ge* hören, sondern einem Vereine „Die Stimme" gegen Ueber* nähme der aufgelaufenen. Schulden .in Eigenturn ge* geben jvird. Auf dem Parteitage wurde ein Memorandum, der Österreichischen Chaluzorganisation ver* teilt, welches Anklagen gegen die Parteileitung und u. a. folgenden Passus enthält: „Wir halten es für notwendig, die Delegierten auf folgende Tatsache hinzuweisen: Unter dem früheren Landeskomitee ist das ehemalige Chaluzheim im Kahlenberg^rdorf verkauft worden. Es ist unwichtig, festzustellen, unter welchen Voraussetzungen und welchen Bedingungen der Kauf sich vollzogen hat. Tatsache ist, daß der Erlös zur Deckung von be* stan den eh und bestehenden Schulden ver* 2 Fahrscheine kosten 64 g Viel mehr ersparen Sie, wenn Sie - 9 Bfi liSwffflnl^i cäSBSDDosaaata in der LEOPOLDSTADT ihre ¥eihnachtgeinkaufe besorgenI Kleine Regien,^ billige Preise Herren-, Damen-, Kinderkleider $. H. Goldstein * Ä 25 Große Auswahl, erstklassige Qualitäten, billigste Preise 1 Gutscheine der KaDeWe werden in Zahlung genommen Stiles für S^c ßinb im . . . $mi5 bes ftinöea Oftatst & «ettbetl . 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