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Die neue Welt · 1929-12-13 · Heft 117 (13.12.1929) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 117 (13.12.1929)
Date
1929-12-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seife 2 mt mm mir Nr. 117 pelzwaren S GEBRÜDER BRAININ l., Bauernmarkt 2a, Tetü-z2-3# Ii., Glockengüsse 8, Tel R 45 4 33 II weise gegenüber einem europäischen Blatte, wetölie« der Sache des Zionismus dient und in. Palästinas.gut bekannt ist, hat injüdischen Kreisen .unliebsames Aufsehen ausgelöst. Wieder Attentate in Palastitfa. Der Hadassab-Arzt Dr. Berkowitz von Arabern niedergeschossen. Jerusalem, 4. Dezember; (J. T. A.) Der Arzt des1 Hadassa'h-Hospitals Dr. (Berkowitz wurde, während er am Nachmittag auf dem Wege von Jessoth Hatnaala nach Ajeleth Haschaohar in Nordgaliläa war, aus de m Hinterhalt angeschossen und schwer verletzt. Zwei Aerzte aus Safed leisteten ihm die erste Hilfe und brachten ihn in das Safeder Hospital. Dr. Berkowitz ist der sechste Jüdische Arzt, der seit den Augustunruhen ein Opfer arabischer Ueberfälle geworden ist. Wie Dr. Ticho, der Augenarzt, der vor kurzem überfallen und schwer verletzt wurde, war auch Dr. Berkowite ein Wohltäter der Araber. Er pflegte sich freiwillig in die primitivsten arabischen Orte und zu den Beduinen- Stämmen um Beer Sheba zu begeben» um kranke Araber zu heilen. Als die' fladassah Dr. Berkowitz einen Posten an ihrem Hospital in Beisan anbot, erschien der Scheich von Beer Sheba an der Spitze einer Delegation in Jerusalem und bat die Leiter der Hadassab, den Arzt nicht aus Beer Sheba wegzunehmen. Als er doch nach Beisan übersiedelte, besuchten ihn seine Freunde und zahlreiche Kranke aus Beer Sheba häufig in seinem neuen Wirkungskreis, Nach Ausbruch der Unruhen wurden seih Haus und die Apotheke in Beisan geplündert, er zog mit den übrigen jüdischen. Einwohnern fort und übernahm die Leitung , des Hadassah-Hospitals in Jessoth Hamaalah, die .ein anderer Arzt wegen der /mangelnden' Sicherheit, im Verkehr zwischen den zu besuchenden jüdischen Kolonien" Nordgalilaas aufgegeben hatte. Dr.., Berkowitz , zögerte nicht, dieses Amt. dessen,Ausübung^ mit Xeb.ens'gefahr., vfr^^ I Verband demokratischer Zionismen Mittwoch, den 18. Dezember 1929 um halb 9 Uhr' | abends im Caf6 Produktenbörse, II.,, Taborstr. 10 ] Vers a mmlu h g Gegenstand: Josephus Flavius Redner: Dr. Armand Kaminka Atfi&ftftuBMMl Die Versammlungen linden I MtfsftWllgl I wieder im Cafe Produkten« I | iiHiiHiiiiiiiniiiiiiiiii börse, II. Taborstr. 10, statt \ jium bunden ist, anzunehmen. Während er im Auto fuhr, wurde er von den Kugeln getroffen. Die Aerzte halten seinen Zustand für ernst. Ein englischer." Chirurg wurde'aus Titoerias zur Vornähme einer Operation an \ dem Verletzten nach Sefed gerufen. Mordversuch gegen den Korrespondenten von „Dawar" in Aman. Aus Jerusalem, 5. Dezember, wird gemeldet: Auf den Sonderkorrespondenten der palästinensischhebräischen Tageszeitung „Dawar", Tobias Asenkend si, der einige Tage in Trans Jordaniens Hauptstadt Aman geweilt und zuerst vom transjordanischen Ministerpräsidenten und dann vom Emir Abdulla empfangen wurde, die sich mit ihm über die arabischjüdische Frage unterhielten, würde, als er den Palast' des Emirs verließ, mehrere Schüsse aus dem Hinterhalt abgegeben. Der Korrespondent blieb unverletzt, verließ aber sofort Transjordanien. In Haifa wurde ein englischer Soldat in Zivilkleidung durch arabische junge Leute unter, den Rufen: „Schlagt den Juden 1" überfallen und schwer mißhandelt. Der Soldat wurde in erheblich verletztem Zustande in das Hospital gebracht. Zwei Araber wurden als der Teilnahme am Ueberfall verdächtig verhaftet. Norman Bentwich wieder hergestellt. Jerusalem, 3. Dezember. (J, T, A.) Der Chef des Justizdepartements der Palästina-Regierung Oberstaats« anwalt Norman B e n t w j e h, den am 34. November der junge Araber Abdul Ghani Tabek durch einen Schuß am Bein verletzte, ist nun soweit hergestellt, daß er wieder seine Arbeit im Justizdeparteitient aufnehmen konnte, Unser Jugend- und Verbandsheim. Nach langen Bemühungen ist es gelungen, ein großes, im jüdischen Zentrum gelegenes eigenes Heim zu sichern. Das Heim bietet große Vortragssäle, Lehrzimmer, Bureauräume usw. in ausreichender Zahl, um einen wirklichen Sammelpunkt jüdischen Lebens zu schaffen. Vor allem aber Werden wir in der Lage sein, die Wiener jüdische Jugend zu erfassen* sie in eine Umgebung zu bringen, welche Schutz gegen die fortschreitende Entjmhing bietet. Unser Ideal ist es, aus unseren Jungen und Kindern t r eue Träger des. Juden tums zu machen, Juden mit Würde und Bescheidenheit, j ü d i s che Vollmenschen. Unser Heim gibt uns die Möglichkeit, diesem Ideale -zudienen. ......' . Die Erhaltung des Heimes ist durch unseren Verband gesichert. Aber die Einrichtung erfordert größere Mittel. Wir streben ja An, das Heim behaglich und allen Anforderungen entsprechend auszustatten. Wir, bitten daher alle, welche unser Bestreben gutheißen, alle;, denen die Zukunft unserer Jugend am Herzen liegt und denen die Schaffung eines würdigen, der Pflege des jüdischen Gedankens geweihten Heimes als gute Sadte gilt, einen einmaligen Beitrag zu leisten. Spenden nehmen der „Verband demokratischer Zipnisten" und die Verwaltung „Die Neue Welt", Wien, IX., Universitätsstraße 6—8, entgegen. Wir haben auch B a u s t e i n e zu 1 S und 2 S in Blocks zu je 10 Stück herstellen lassen. Wer durch Verkauf dieser Bausteine unsere Sache fördern will, kann bei den oben bezeichneten Stellen Blocks erhalten. Für den Verband demokratischer Zionisten: Robert Stricker, Obmahn. * II. Spendenausweis: Gruppe VI bis VIII für Bausteine S 200, Gruppe XX durch Herrn Klumäk für Bausteine S 50, Gerson Wittlin S 100, Ing. Buchbinder S 100, H. Perutz S 20, diverse Bausteine S 480; zusammen S 950. Bisher insgesamt S 2750. Neue Gefahren in Rumänien. Der christliche Studentenkongreß gegen die : Ein rumänisch-christlicher Studentenkongreß hat vor einigen Tagen in Crajova stattgefunden, der durch die offizielle Begrüßung der Regierung ausgezeichnet worden ist. Dieser Umstand. gibt der Veranstaltung einen besonderen Stempel. Die der mokratische Bauernregierung hat öffentlich für eine Propaganda Sympathie gezeigt, die einen sehr großen Teil von Staatsbürgern außer Gesetz stellen will. Der antisemitische Charakter des Kongresses hat sich, und dies ist nicht minder bedeutungsvoll, erweitert. Es wurden nicht nur Beschlüsse gegen die Juden als Burger, als Studenten und als Beamte gefaßt, sondern auch Reden "gegen alle Minokann kein Mensch liefern,1 hingegen kaufen Sie bei uns schön'vohS 1.20' per Kilo: Provinzversahd. aller ßttt, j&ti waren liiiif^ Ki nderW^geh rl^^i i Ätr tf e r s ff f 1 f i g —— Mitglied der Ka-De-We , ,? , : - Wien ih PraterstraBe atmsam triebe gedeckt und ini Parlament, also an rerantwoiriRcfer*'",Slelle^-' "^verMidigt.!'"' Der ÜnterricKtsritäten gehalten. Die Duldung., der .anti jüdischen Bewegung_hat eine''^.ituafib^' geschaffen, vdie. über die Juden hinaus wfekt •und','aü-ich ',diö' Steniiö£:der anderen: Mindef^ei^!;, " •, *. rV V jÖJe Äegleriung i hat/aber lnicht nur ihre' "Hö^flifenkeifeb'ezeiguhg gfegenüB'e!r den antisemitischen Studenten* vollzogen» sie hatvielmehr ' rhies"' Umminister hat den ^tudenten warme Worte der Freundschaft gewidmet und gesagt,' daß dei- Kongreß * die 'Ideale.iider Jugend ■■vertritt,- Es. sind merkwürdige Ideale, die in Feindschaft und Haß gipfeln und es ist nur zu unterstreichen, daß Ser riator' Dr. Ebner die moralisch-politische Seite dieser Angelegenheit hervorgehoben hat. Eine Regierung, die dem Völkerbund angehört, darf ihr Prestige nicht selbst zerstören,, am wenigsten eine Regierung, die sich demokratisch neimt. Es liegen uns ' folgende Meldungen vor: Der Kongreß in Crajova. Aus B u k ai-es t, 5. Dezember, wird . gemeldet: Der gegenwärtig in Crajova tagende rumänische Studentenkongreß nahm im Gegensatz zu den Kongressen der. früheren Jahre (bekanntlich hat der vor einem Jahr in Großwardein stattgefundene Kongreß Abstoß zu einer . Welle gefährlicher Pogrome in mehreren, Städten Siebenbürgens und, des übrigen, Rumänien gegeben) einen verhältnismäßigruhigen Verlauf. Minister Patirka ist persönlich in Crajova eingetroffen,, um die Maßnahmen zur Erhaltung der Ordnung, zu überwachen. Ein Teil der Studentendelegierten machteden Versuch,/im Handelszentrum zu demonstrieren und sqhlüg die Scheiben im Juwelierladen von WIEN VII,, KAISERSTRASSE 123 IX,, AL,S ER STRASSE 6 F ER r S F F t G if F" E-E8-0-43 Minoritäten. — Sympathie der Regierung. Moissi Mendel ein, worauf sämtliche jüdischen Geschäfte geschlossen wurden. Die Polizei schritt sofort ein und schaffte Ruhe. Auf dem Kongreß wurde ein Telegramm von Prof. Jorge vorgelesen, der die Studenten daran gemahnte, daß Liebe zur Nation mit Liebe zur Ordnung und Christentum mit Menschenliebe identisch ist. Der Student Krezulescu hielt ein Referat über die „J u d e n f r a g e" und führte aus, der siebenjährige Kampf der Studenten für Numerus clausus gegen Juden habe keinerlei Resultat erbracht; auch bei Einführung des Numerus clausus würden die Juden mehr erhalten als ihnen zukommt; er forderte darum den Kampf für einen Numerus nullus gegen Juden. In der Schlußsitzung des Kongresses setzten sich die Redner für eine scharfe nationalistische Politik gegenüber allen Minder- , , holten ein. Geschäftsschilder und Anzeigen sollen nur in der rumänischen Staatssiprache erlaubt sein. Der Student Liician '■ (Czernowitz) forderte gegenüber den Juden den Numerus \ clausus an den Universitäten und den Numerus nullus in i den Staatlämterni des "'Verbandes der Buikarester Medizinstudenten, forderte ein; Gesetz, nach welchem jüdische. Mediizinstudenfreh - niemals christliche Leichen sezieren dürfen. Der Student Stau, Vizepräsident des Zentralkomitees der Studentenschaft,aer? klärte, der Numerus clausus sichere nicht genügend die Vorherrschaft des nationalen Elements, man müsse den Numerus nullus gegen die Juden fordern. Für den Numerus nullus sprach sich eine Reihe ]weiterer Redner, und sämtliche P r ä s i d e n t e n der vertretenen Korporationen aus. Eine Kammerdebatte. .. In der Sitzung der rumänischen Kammer, vom 8.. d. stellte der Minister des Innern J o a n i c e s c u fest, daß die Bl'ättermeldungen, in Craaoya wären dm Zusammenhang mit dem dort stattgefundenen Kongreß der christlichen rumänischen Studentenschaft' anti jüdische Ausschreitungen vorgekommen, wobei ~ jüdische Geschäftsläden . zerstört wurden, mit den Tatsachen nicht übereinstimmen. Der jüdische Abgeordnete Dr. Michael Landau (Kischinew) wies auf die antisemitischen Reden, die auf dem Kongreß gehalten worden sind und.in denen der Numerus clausus für die Juden gefordert wurde, hin und fragte die Regierung, wie es kommt, daß sie diesen Kongreß nicht nur erlaubt, sondern ihn durch ihre Vertreter begrüßt und ihn auch subventioniert hat. Wie durfte die Eisenbahnverwaltung den Studenten, die Rassenhaß und Feindschaft gegen alle Minderheiten predigen, Freibilletts für diie Reise •ausfolgen? Der Kongreß der christlichen Studenten äst ja nicht ein Kongreß der Gesamtstudentenschaft. Der Minister für Unterricht, C o s t a c esc u, erwiderte, die Studentenschaft dokumentlere durch die Kongresse ihre Ideale, ihre Seele und ihr Hirn. In die Organisierung der Kongresse darf sich weder die Regierung noch die Universität einmischen. Die Regierung, hatte die Pflicht, für Ordnung zu sorgen, und dieser Pflicht ist .sie' vollauf gerecht geworden. Die Regierung hat den Studenten Freizüge zur Verfügung gestellt, weil'zu befürchten war, daß, wenn die Studenten die normalen Passagierzüge benützten, es zu OrdhungsStörungen kommen werde. Wir haben die Studenten aus den Steuergel'dern ihrer eigenen Väter unterstützt. Im Senat. Im rumänischen Senat erklärte'Senator Dr. May e r* Ebner, daß gegenwärtig im Lande verhältnismäßig Ruhe herrscht, daß aber die Tradition der Straflosigkeit bei antisemitischen Exzessen fortbesteht; die demokratisöhe Regierung der Nafcionalzaranisten, welche so viel moralischen Kredit in der Welt genießt, sollte peinlich darauf bedacht sein, daß Recht und Gesetz gewahrt'werden und daß an Juden begangene Verbrechen unterf keinerlei Umständen straflos bleiben. Die Subventionen, die die Regierung den Schulen der Minderheit bewilligt hat, sind überaus gering,

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