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Die neue Welt · 1929-12-13 · Heft 117 (13.12.1929) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 117 (13.12.1929)
Date
1929-12-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—. vierteljährig Zloty 6.— . Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc, 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E V U E BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.— vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlieh Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20. Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—. Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße <?—5 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag /ahrgang 3 Freitag:, den 13. Dezember 1929 Nr. 117 Der Großmufti im Verhör. Seite 4 'Reisen nach ÄGYPTEN, dem NIL und Programme, Auskünfte iind Fahrkarten j->'rrr! ' (in Verbindung mit der I NT WA G 0 N S-LI TS G ES.) WIEN, L STEPHÄNSPLATZ 2 Verband demokratischer Zionfstcn Gro^c Makkabäer - Feier Samstag, 28. Dezember 1929, halb 9 Uhr abds., •Festsaal Hotel Continental, II., Taborstr. 4. — Reichhaltiges künstlerisches Programm. Preise der Karten von S i bis S 4. Stehplätze nur für 'Jugendliche ä 50 Groschen; Kinder-Chanukah-Feier . Donnerstag, 26. Dezember 1929, 4 Uhr nachm., Theatersaal; Reklame, IL, Praterstrafie 34. — Zur Aufführung gelangen Piipp^nr'und;TaÄZspie.le,• n u r v o n K i n d e r n ausgeführt. Jedes Kind erhält ein Geschenkpaket. Karten a. S 1. . 4t Karten für beide Veranstaltungen sind jeden Mittwoch und Samstag abend .im.Cafe Produkte n bör se, II., Taborstraße 10, oder gegen schriftliche oder telephonische .Bestellung bei Frau Elsa Nab e n z a h 1, III., Rasümofskygasse .1, Telephon .U-13r2-16 und bei Frau Paiija St r ick e r,TI., Holrlandsirafie lÖ^. Tel. R-,45-6-89, zu haben. ,' iiiü|iiiiiiiiiiiiiiii])iiiiiiiiiiip Schober. Oesterreich ist der großen Gefahr eines Bürgerkrieges entronnen. Der Zusammenstoß zwischen den •beiden großen Parteien, welche bisher das Lan;d unumschränkt beherrscht haben, schien unvermeidlich. Jede Zusammenarbeit auf parlamentarischer Grundlage hatte sich als unmöglich erwiesen. Schon gab es Aufmärsche Bewaffneter, Gefechte, Tote; In diesem Augenblicke hat der Polizeipräsident Wiens, Schober, eingegriffen. Der einzige Mann in Oesterreich, welcher, frei von den Sünden der beiden regierenden Parteien, noch als Träger des Vertrauens der Allgemeinheit in Betracht kam. Er hat in zäher aufopferungsvoller Arbeit die Situation gerettet, im letzten Augenblicke die Machtgelüste beider Parteien niedergehalten- und sie zur Einigung in den wichtigsten Fragen genötigt. Jetet herrscht Ruhe. Sie. ist allerdings noch immer davon; abhängig,, daß Schober an der Regierung bleibt. Das aber dürfte für absehbare Zeit der Fall se'in.> Keine" der Gruppen, deren Üeberrnut in letzter Zeit; ^£^^jtr^Hcke; gestiegen war,,darf;es.heute,und morgen w^gen,-diösein .Manne, seine Stelle streitig .'zw 'ma.chen.,.'Für;;a'o^lr^r^ '2eit ist Oesterreich vor dem Aergsten gerettet. Mit Oesterreich sind auch seine jüdischen. Bürger vor dem Aergsten bewahrt worden.' Wenn für Oesterreich eine Gefahr* bestand, so bestand für seine Juden eine ungleich größere. Jeder gewaltsame Umsturz in Oesterreich wäre notgedrungenerweise von antisemitischen Ausschreitungen begleitet gewesen und jede Erschütterung der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse hätte die Juden am schwersten getroffen. So ist die jüdische Bevölkerung in besonders große Dankespflicht zu Schober geraten. Es ist nicht das erstemal, daß die Juden diesen Mann als Helfer zu begrüßen haben. Schobers lange Tätigkeit als Polizeipräsident und Bundeskanzler war iiTimer durch aufrichtiges Wohlwollen gegenüber den Juden charakterisiert. Unmittelbar nach dem Umstürze hat'er die erwachten antisemitischen Instinkte gebändigt, er hat den Umtrieben der Hakenkrewzler Einhalt geboten. Unvergessen bleibt die Energie, mit welcher er die gewalttätigen Angriffe gegen den Zionistenkongreß im Jahre 1915 niederhielt. Damals, als das Bürgertum teilnahmslos abseits stand, als die sozialdemokratische Regierung der Stadt Wien die Erfüllung der primitivsten Pflicht der Gastfreundschaft gegenüber dem Kongresse ablehnte, hat sich Schober als zuverlässiger Freund erwiesen. In Zeiten, da Bürgerliche und Sozialdemokraten brutale Ausweisungsbefehle gegen die im' Kriege nach Wien, gekommenen Juden erließen, hat Schober, soweit es in seiner Macht lag, dem härtesten Unrecht vorzubeugen gewußt. Noch ein Umstand, der den Juden,die Freund:; schaft dieses Mannes doppelt wert mächt. Nach den- ' Alle Im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein •b'eJKe7fi«te«^E.'^telp.lj^c^''..,"r Auch Sie müssen unsere MAJESTROLA SPRECHMASCHINE den klangreirien, iautstarken Kofferapparat, haben! . Majestrola I . . ... $ 75.~ Majestrola II ..... S 120.4» Majestrola Luxus . . S i99»~ Bequetne Teilzahlung! it n» wni m V E R T *R l E B; S G E S. M. B. .. H. 8., Bellnrlastraße 12 -' .^Telephon B-39-5-70 liehen Hetze. ,'#ift& Führer und:' Zeitungen fa^^':ds'>ffir''.-güt,-.den gesammelten Grollauf ihn abzulenken, er würde zum grausamen; blutgierigen Unterdrücker gestempelt. Alle wußten, daß dieser Mann nichts weniger als grausam und, blutgierig ist. Trotzdem schwieg man, aus Furcht vorder in Wien allgewaltigen Partei. Und auch die Juden schwiegen. Noch rriiehrl Von Juden geschriebene und.geleitete Zeitungen waren Rufer im Streite gegen Schober! Schober hat nie irgendwelche Konsequenzen daraus gezogen. Er hat den Juden unerschütterlich Wohlwollen und 'Freundschaft gewährt, er hat nie daran gdacht, der jüdischen Gemeinschaft das anzurechnen, was einzelne jüdische Individuen ihm angetan haben. Das mapht uns den Mann doppelt wert und läßt uns hoffen, daß er bei der Neuregelung der Verfassung den berechtigten jüdischen Wünschen, ins.; besondere den Wünschen nach Ermöglichung eine? jüdischen Vertretung in den öffentlichen Körperf Schäften und Schutz der jüdischen Ehre und Sicherheit, Rechnung' tragen wird* r. st. - „Die Neue Welt" in Palästina beschlagnahmt. Jerusalem, 3. Dezember. Lebhafte Diskussionen hat hier eine Verfügung der Palästina-Regierung hervorgerufen, mit welcher drei aufeinanderfolgende Nummern der von Robert Stricker herausgegebenen, iu Wien erscheinenden Revue „Die Neue Welt" konfisziert w u r d e n. Die beschlagnahmten Nummern enthalten <eine Artikelserie „Die Totengräber des Zion i s in u s", in welcher von einem höheren englischen Beamten die Wirksamkeit der r in , der ■■ Palästina- Regierung maßgebenden Beamten seit „dem Jajhre J920 geschildert, wird. Die ganz ungewöhnliche - Vorgaugs-

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