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Die neue Welt · 1929-12-06 · Heft 116 (6.12.1929) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 116 (6.12.1929)
Date
1929-12-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Die inkorporierten österreichischen zionistischen Studenten sind loyale Staatsbürger der österverreichischen Republik. Sie vertrauen darauf, daß die derzeitige Regierung dem Grundsätze der Staatsbürger liehen Gleichberechtigung der Juden auch an den österreichischen Hochschulen volle Geltung schaffen wird. 3. Die österreichischen jüd. akad» Verbindungen protestieren gegen den an manchen Hochschulen eingeführten versteckten Numerus clausus gegen jüdische Studenten fremdet Staatsangehörigkeit als grobe Vefr letatung der Lehr- und Lernfreiheit und der staatlichen Gesetze und Verträge, Luke vor der Untersuchungskommissioii. Die Politik der englischen Beamten. Am 22. November begann, wie aus Jerusalem berichtet wird, die UntersilchungskomütiSsion mit der Einvernahme des Chefsekretärs Luke, dem, wie bekannt, ein großer Teil der Schuld an den Vorgängen beigemessen wird. Seine Einvernahme bezog sich zuerst auf die Unruhen selbst und schließlich auf die politischen Fragen. Herr Luke mußte zugeben, daß Major Keith Roach die religiösen Empfindungen der Juden in der Klagemauersache verletzt hat. Als Ursache der Erregung der Araber bezeichnet er die Reden auf dem Zionistcnkongrcß. Die Forderung nach ungestörter Andachtsübung sei geeignet gewesen, bei den Arabern Besorgnis zu erregen. Es wurde Luke nachgewiesen, daß er ein von der Jerusalemer Exekutive nach London gerichtetes Telegramm, welches vor den Unruhen auf die Gefahren der Lage aufmerksam machte, durch Mills hat abschwächen lassen. An wichtige Details konnte sich Luke nicht mehr erinnern. Er mußte jedoch eingestehen, daß die von ihm verfaßten Bulletins über die blutigen Ereignisse, in welchen die Araber entschuldigt wurden, falsch waren. Zu dramatischen Szenen kam; es, als Pinchas Ruthenberg, der Vorsitzende des jüdischen Nationalstes, als Zeuge bekundete, er habe noch am 8..,Augu8t. Herrn Luke besucht, und ihn gebeten, sowohl die jüdische wie die arabische Demonstration an der Klagemauer nicht zu gestatten, da es zu Zwischenfällen kommen könne. Luke konnte sich nicht erinnern. Ruthenberg und Sacher haben Luke davor gewarnt, sich in das Ritual des jüdischen Gottesdienstes einzumengen. Die weitere Vernehmung Lukes war der Erörterung der Politik der Pnlästinaregierung gegenüber den Arabern gewidmet. Miß Newton, eine der Fürrrerinnen der Womens National and Political League in London, die die arabischen Postuläte in Palästina unterstützt, nahm zwischen den arabischen Anwälten Platz. Luke lehnte es ab; die Frage zu beantworten, ob die Regierung den Verkauf von Boden an Juden begünstige. Ihm sei auch nicht bekannt, sagte er, daß die Mehrheit der jüdischen Siedler von Landwirtschaft nichts versteht. Es sei wahr, daß die Zahl der Pröletaurtser Schlager , mit ilnjtfbautem Platf#nb*Bfilt«ye<oer PUttS «ad SDP bWk Nadela . r preis s 120.- oder Anzahlung S 2$.- und 12 Monatsraten 8 10,- . ALLB SCHLAGER STETS AM LAQER MUSIKHAUS EXCELSIOR i»i»b»r Richard Herzog ih«b *, Wim rier unter den jüdischen Einwanderern die Zahl der Bauern überschreitet, aber dös Wort „Chaluz" bedeute „Pionier", mag es sich um einen Arbeiter oder um einen Ländwirt handeln. Es mag wahr sein, daß der jüdische landwirtschaftliehe Betrieb kostspieliger sei als der arabische, es sei ihm aber nicht bekannt, daß die jüdische Produktion geringer als die arabische ist. Luke trat der Behauptung entgegen, daß. beschloß sen sei, das Jüdische Nationalheim zu errichten, ohne daß danach gefragt werden soll, ob die Araber dadurch benachteiligt werden oder nicht. Luke erklärte, ' die alten jüdischen Kolonien haben im ganzen Lande Nutzen gebracht. Ihm sei nicht bekannt, daß 915 arabische Bauernfamilien im Tale Jezreel durch Juden vertrieben worden sind» Luke Verlag einen Abschnitt aus dem Bericht der Palästinaregierung für 192?, aus dem hervorgeht, daß durch die erhöhte Einwanderung ein allgemeines Steigen der Werte, insbesondere des unbeweglichen Besitztums, erreicht Wörden sei. Der wieder- Frauenarzt findet sehr günstige Gelegenheit auf Nie de tlastiung i n P a 1 ä stina durch Uebernahrnö von. Praxis und kleiner Pri^atklinik eines lange ansässigen Arztes. Erforderlich 450 big 500 Pfund. Anfragen erbeten an die Redaktion der »»Neuen Welt" unter „Frauenarzt". mmmmmmttmtt^mmmmmaBsmm kehrende Wohlstand habe die Regierung in die Lage versetzt, wieder Einwanderung zu gestatten; ihm sei nicht bekannt, daß die jüdische Einwanderung arabische Arbeitslosigkeit verursacht. Pas von Harry Sacher im Namen der Zionistischen Exekutive am 27. Mai d. j. der Regierung unter* breitete Memorandum, sagte Luke, weiche von der Position des (Kkgemauerweißbuchei dejr Regierung ab. Er könne nicht genau definieren, was die Ziöuisten hinsichtlich der Klag&nauer wollen; jedenfalls repräsentieren die Zionisten nicht alle religiösen Juden* Luke gab dann eine Darstellung seiner Unterredung mit Ruthenberg, die in mehreren Punkten von Ruthenbergs Darlegungen abweidit. Die Araber, sagte Luke weiter, meinen, es sollte keine Zionistische Exekutive geben. Er glaube aber nicht, daß die Araber die jetzige Regierung nicht akzeptieren wollen. Stoker führte die Annullierung der Schuld der Stadt TekAwiw an die Regierung als Beweis für Begünstigung der Juden ah. Luke wies demgegenüber dar* auf hin, daß die Regierung auch die Schulden zahl reicher anderer Münizipälverwaltungen, auch die der Jerusalemer Stadtverwaltung, gelöscht habe. Im Verlauf der weiteren Vernehmung Lukes kam zur Sprache, daß der stellvertretende Chefsekretür Mills mit arabischen Führern private Gespräche bezüglich der Errichtung eines Parlaments in Palästina geführt hat. Luke teilte mit, daß die Verhandlungen bezüglich eines Parlaments seinerzeit durch Lord Planier unterbrochen Würden, der sich zunächst überzeugen wollte, ob die Araber fähig Seien, ihre Muhizipakngelegenheitcn selbständig zu verwalten; erst wenn sie diese Fähigkeit gezeigt haben» wollte Plumer an die Lösung des Problems der nationalen Verwaltung herangehen. Sir Boyd Merriman brachte zur Sprache, daß unmittelbar vor den Unruhen eine Zusammenkunft von arabischen und jüdischen Führern im Hause des Herrn Luk© stattgefunden bat, daß o* aber zu einer gemeinsamen Beratung nicht gekommen sei, Der zioni»tische Vertreter, Herr Brande, hat *lch dafür eingesetzt, daß die Bmutuug stattfinde und daß jüdische wie arabische Führer eine beruhigende Proklamation untemlchnen, Luke erklarte, die Resolution stimme mit der Uhurein, die. Herr Brande damals vorzulegen bereit wari die Mosjemiten aber haben steh geweigert, an einer gemcitiSilmeu Beratung teilzunehmen und das Dokument zu unterzeichnen. Zweite Palästinareise 5690. 25. Februar bis 23. Mär* 1930. — Veranstalten Verband Demokrattscher Zlonlsfen und Patestfne Touflng Ölub in Wien. Die Ankündigung der zweiten Palästinareise veran* laßte eine Anzahl Freünde aus Eres Israel, ihre Freude darüber auszudrücken, daß im kommenden Frühjahre abermals eine größere Gesellschaftsreise mit Teilnehmern aus Oesterreich und den Nachbarstaaten Palästina zu be* suchen gedenke, die ebenso wie die Teilnehmer der ersten Reise herzlicher Aufnahme sicher sein können. Das Pro* gramm der Reise hat, gestützt auf die Erfahrungen der ersten Reise, eine starke Erweiterung erfahren und ist bereits bis ins kleinste Detail festgelegt. Für den Aufenthalt im Lande sihd vierzehn Tage vorgesehen das Programm enthält den Besuch der Städte und der wichtigsten Kolonien im Lande und bietet den Teilnehmern Gelegenheit, das Leben und Treiben unserer Brüder in Erez Israel kennenzulernen. Der Purim wird ebenso Wie im Vorjahre in der jüdischen Stadt Tel* A w i w verbracht. Als Abschluß der Reise ist ein Aufent* halt in Kairo vorgesehen, welcher für die Besichtigung der großen Denkmäler der alten ägyptischen Kultur verwendet wird. Die Seereise wird sowohl auf der Hin* als auch auf der Rückfahrt mit der „Ausonia", dem modernsten und schönsten Schiffe im Dienste häch der LeVänte, zurückgelegt. Ein Aufenthalt in Neapel und ein Ausflug nach Pomneji bietet eine artgenehme Unterbrechung der Seereise. Es empfiehlt sich, die Teilnahme an der Reise so rasch als möglich anzumelden, damit die Reiseleitung die Möglichkeit hat, die besten Kabinen auf dem Schiffe zu belegen. Ausführliche Prospekte, welche das gänae Reiseprogramm, sowie alles Wissenswerte über die Reise und eine Palästinalandkartc enthalten, sind bereits fertig* gestellt und gelangen über Verlangen gratis zur Ver« sendung. Auskünfte bei Frau Paula Stricker, Wien, IL, Hollandstraße 10, Tel. RA5*6£9, und Fräü Berta Taubes, Wien, IL, Böcklinstraße 92, Tel. R*45*905. |.HMrilHiHllill lliillll n» Ml im..... TMfllilll H Mi.......I l I n Die Bemerkungen Liikes machten tiefen Eindruck auf die Kömmissiöusniitglieder und auf alle im Gerichtszimmer Anwesenden!, indem man sich darüber klär war, daß, wenn diese Proklamation zwölf Stirn" idett vor Ausbruch derUnruhen veröffentlicht worden wäre, die Unruhen vermieden worden wären. Auni Bei fragte Luke, ob er wirklich erwartet hat, daß die arabischen Führer eine .Proklamation unterzeichnen würden, in der freundschaftliche Beziehungen zu den Juden angeraten Werden. Ich kann doch .nicht, erwiderte Luke, für die arabischen Notabein verantwortlich sein. Ich bin beauftragt worden, das zu verantworten» was ich, was der High Cominissionar und was das Koloniälamt getan hat., Luke gab zti, daß er arabischen Notabein gesagt hat, dnß die Araber besser Disziplin halten als die Juden. Er wisse auch» daß die Juden einen Araber in Jerusalem gesteinigt, eine arabische Familie in Jaffa getötet und Araber in den Straßen Jerusalems tätlich angegriffen haben. Luke erklärte Weiter, es sei nicht richtig, daß Seit Vfcrkündung des PalästinäiMndäts der Haß der Araber gegen die Juden zugenommen hat. Dieser Haß richtet sich vielmehr gegen die Politik, die gewisse Juden befürworten. Stoker reichte eine Palästinamünze herum, die auch die Anfangsbuchstaben der Worte „Erez Jisrael" trägt. Luke erklärte, Sir Herbert Samuel habe als Kompromiß die Prägung in allen Landessprachen veranlaßt.- Eine ehglisehe Arbeiterfreundin. Die Engländerin Miß Frances Newton, die seit 1889 mit kurzen Unterbrechungen in Haifa wohnt, Würde als Zeugin Vernommen. Sie verlor oft die Beherrschung und stellte zum Schluß des Verhörs das Ungewöhnliche Ansuchen, (laß man ihr das Protokoll zu leäeh gebe, damit sie einige Von ihr leichtsinnig aufgestellt e Behauptungen streichen könne. Sie ist, wie sie sagte, ein führendes Mi t g l 1 e d der Wochen-Kai ender Dezember 1929 snn Kislew 5690 6 Freitag 4-1 Sabbätelrtöarig 3.65 1 Samstag ß-n . Sabbataustjang 4.46 >n im mts 'nitssn ,rwfan 8 Sonntag 6-1 9 Montag 7-t 10 Dienstag 8-ri u Mittwoch 0~tt 12 Donnerstag i<H'

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