Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1929-11-22 · Heft 114 (22.11.1929) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 114 (22.11.1929)
Date
1929-11-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2711613-2711683-2711730--1504-2714726
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 114 DIE NfUÖ WILf Seite 1 Der Vorstand des Bethhaumretne» „WMkdoftnh maab". II., Franz-Hochedlinger-Gaase », gratuifert seinem Schriftführer Herrn Jakob Morgenstern zu seinem 60. Oeburtstage. Wien, am 23. November 192Ö Brand zu stecken, wußte er, Faraday( schon vier Tage vorher. Die Araber versorgten sich sohon früher mit Paraffin und Petroleum, um während des Auf» ruhrs die jüdischen Häuser in Brand stecken zu können, können. * Faraday sohilderte die arabische Demonstration in Saf e d. Scheich Issa hielt in der Moschee eine auf* reizende Rede, woraufhin sich 800 Moslems in Be* wegung setzten. Der Mob rief: Der Glaube Moham* meds ist das Schwert! Wir brauchen keine Juden in Palästina! Nieder mit dorn Zionismus! Wjr wollen eine arahischc Regierung! Faraday forderte die Menge zum Auseinandergehen auf und. drohte, anderen* falls von den Waffen Gehranch zu machen. Daraufhin hatten einige Araber ihre Brust entblößt: Wir wollen den Tod! Sir Boyd Merriman bemerkte hierzu; Die Juden von Safed haben sich gar nicht zionistisch betätigt. Viele Jahre lang lebten sie in Frieden an der Seite der Araber; sehr viele von ihnen sprechen Arabisch und kj'eiden sich wie ihre arabischen Nachbarn. So konnte es geschehen, daß z, B. die Polizei den ersten in Safed töi* lieh verletzten Juden, der Arabisch sprach und wie ein Araber gekleidet war, für einen Araber hielt, Captain Faraday bestätigte dies. Sir Boyd fragt Faraday, warum er, die jüdischen Häuser nach Waffen durchsuchen ließ, wo <..' doch wußte, daß die Juden unbewaff* n e t waren. Faraday erwiderte, er wollte den Mösle* miten zeigen, daß die Polizei unparteiisch vorgeht. Sir Boyd bemerkte, daß gerade während der gefähr» lichston Schlächterei der Polizeioffizier Cohen und acht Polizisten in dem Hause des Juden Schapiro nach Waffen suchten, aber, die Maschinen* gewehre, die Waffen der Polizei, ruhten ungenutzt in den Baracken. Faraday erwiderte: Wenn wir das Feuer eröffnet hätten, so hätten die Kugeln die fliehenden Juden ebenso getroffen wie die sie verfolgenden Moslems. Sir Boyd fragte Faraday, ob die von der arabischen Exekutive aufgestellte Behauptung, daß ein Beduine in Safed von Juden getötet wurde, wahr sej. Das ist nicht wahr, erwiderte Faraday. Sir Boyd; Haben übers haupt die Juden auf Moslemiten geschossen? Captain Faraday: Nein! Sir Boyd? Ist es wahr, daß die Juden bewaffnet, die' Araber' dagegen unbewaffnet warep, und daß die Feuersbrunst durch die Juden verursacht worden sei, wie dies in dem Bericht der arabischen Exekutive behauptet wird? Faraday: Diese Behauptung ist lächerlich. Jerusalem, 16, November. (J. T. A.) Die Kom? mission vernahm den Folizennspektor des Süddistrikts, Herrn P- E,. Quigley, dem u, a. die Städte Jaffa, Tel« Awjw, Hebron, Gaza und Beer Sheba unterstehen, Quigley sagte zunächst über die Ereignisse in Jaffa au«. Viseount Erleigh, einer der Anwälte der Zionistischen Exekutive, verlas Auszüge aus den Tageszeitungen „Haare«" und „Dawar", aus denen hervorgeht, daß der Aufstand vorbereitet war und daß man sioh auf den Ausbruch der Unruhen gefaßt machte. Arabische Führet hatten Gerüchte über angebliche jüdische lieber* fällte auf Araber verbreitet«; in Jaffa wurden diese Cte* rüchte besonders durch Hamdi Husseini unterstützt. Quigley erklärte darauf, Hamdi Husseini sei der palästi* nensische, Vertreter der Antiimperialistenliga und der Führer der arabischen Kummunisten; mit dem Grqß'Mufti 'Hajamin el Husseini und dem Präsi* denten «er arabischen Exekutive Musa Kazim Pascha el Husseini sei er trots Namensgleichheit nicht verwandt Dieser Hamdi Husseini habe jede Gelegenheit ausgenutzt, um unt.r religiösem Deckmantel Unruhen im COEWIBIA" tchsnd Ten grafonola Modell I9ij_ S 100— SAßiwhluoß Mfl4 ^O."-w i3 M6nat<ratea * S »5.- oder M9t)»t*rftte« 4«<B.- . ALLE SCHLAGER STETS AM t A <3 £ * I MUSIKHAUS EXCBLSIOR Inhaber RiClWC! He?3Ö0 Inhaber I., Adl«rgaa«« Uli AH ■•»» Kl« Plarra. 918 Tölepboni R.aa.4-ttg IfflCII Telephon a A-41-6*24 Lande hervorzurufen. Hamdi Husseini, 4er dem Frank« furter Kongreß der Antiimperialistenliga im Juli dieses Jahres als Delegierter beiwoh? te, sei sozusagen von B e« ruf Organisajor von Demonstrationen; seit seiner Rückkehr aus Frankfurt habe er sich unablässig bemüht, Unruhen hervorzurufen, wobei er sieh an mosle« mitischen Feiertagen besonder« tätig gesaigt hat. Die gemäßigten Araber hatten vorsucht, die Jugend von Aus« schreitungen zurückzuhalten, «bei die mosletnitische Vereinigung junger Männer, von denen einige Kommunisten sind, stand völlig unter dem Einfluß von Hamdi Husseini und ■ handelte nach seinen Instruktionen. Jene Instrulktiopeu aber, die die Araber ganz Palästinas zur Veranstaltung von Kundgebungen auf* forderte, gingen von dem moslemitisQben o m i t e e zum Schutze der K1 a 0 e m a U e r" aus, und Musa Kazim Pascha el Husseini, der Präsident de? arabischen Exekutive, hat persönlich die Jaffaer Druckerei, die diese Flugschriften hergestellt hat, besichtigt. Arle Moslems von Jaffa wundem aufgefordert, eich am 28. August in den Moscheen zu versammeln. Pia Polizei sah darin ein Reichen jiieh vorbereitender ernster Un# ruhen. Jaffa, fuhr Quigley fort, hat eine leicht erregbare Bevölkerung, und die Hauptbeschäftigung der?qli?ej war es, die Araber Jaffas vor einem Eindringen in die jüdische Stadt T e 1 < A w i w zurückzuhalten. Der Hauptangriff der Araber, erzählte Quigley» er« eignete sieh am 25, August, An diesem Tage geschah es auch, daß eine Gruppe von Juden aus Tel*Awiw unter Führung von Benjamin. Q o l d b e? g (bekanntlich ein Sohn des aus Wilna stammenden hervorragenden ^ipnißten und Philanthropen J. L,?oldberg) sich an einen Punkt UFA-TON-KINO Wien.ü,, Taboratf.« Tel.i R^42r3-4l Das Filmtheater der 91*1*11 fl*9*tl«(Mt i«lpt: Täglich Uraufführung; Ein Film von Fr't? Ung Manuskript:'Thea von Harbou Hauptdarsteller; Gerda Maurus und Willy Frltsoh. Beginn; Wochentag 8, 7, 9 Uhr» Sonn- und Feiertag \ 5, 7, 9 Uhr. zwischen T e 1 » A wi w und M j k w a h Jisnael begab, wo sich zwei Juden in ungeschützter Lage befanden, um diese Juden - a 11 e q. Diese Aktion, sagte Quigl'ey, war unnötig, weil bereits ein Panzetauto die Order er« halten hatto, diese Juden zu retten und die Order auch ausführte. Goldberg wurde1 geraten, den Weg nieht m machender hörte nicht auf den Rat, er und Mm Qrunne, die den Weg nicht kannten, irrten ab und kamen in ein arabisches Dorf und so direkt in ihr Verderben hinein* Die Araber eröffneten das Feuer auf die Gruppe, wobei Goldberg und d reis eine rGeno s sengetötet und fünf andere der Goldberg«G?uppe V81* wund et wurden. Später wurde in einem Hause, aus dem die Schüsse angeblich ' abgegeben wurden, eine arabische Familie ermordet aufgefunden. Quigley erklärte, er könne sieh nicht daran §r>nnernt daß die Leitung „Dawar1* am 31. August Nachrichten über die herrschende Erregung und über die gefabziehe Pro*, paganda in Hebron veröffentlichte* Als er a.m Freitag von. der Ermordung eines Studenten der Hebfon»Jes«WH wah erfuhr, habe er Herrn Qafferata, dem Puli55eic.hef vou Hebron, die Instruktion erteilt, alle Polizeiposten -in Dienst z.u stellen, auch habe er die Polizei in G^za auge< wiesen, Verstärkungen nach Hebron zu entsenden. Natu? her habe ihm Cafferata bezüglich der Lage in Hebron beruhigende Mitteilung zukommen lassen. Viseount Erleigh wies darauf hin, daß der Polizeioffizier Riggs dadurch, daß er auf die gegen dai jüdisohe Viertel vorrückende arabisohe Mengedas Feuer eröffnete, einen verabredeten' Angriff anf dieses Viertel verhinderte. Quigley stimmte au, daß dem so sei, und fügte noch hinzu, daß der Pofoseioffiaie? Riggs über nur vier mit Gewahren bewaffnete PofH zisten verfügte. Die Menge bedrängte den kleinen Pplizeitrupp und ein Araber rief: „Tötet Riggsl" Die Menge drang sodann in ein von Juden bewohntes Haus, ein, tötete da» Familienoberhaupt und ver# letzte seine beiden Sü.hne. Novembet im ins>n mn Cheschwan 5©90 22 Freitag Sabbateingang 4.09 23 ,8§m9tfl|^ 24 Sonntag Sä 1 w ^twl on« nw#ti niwen 33 Montag 88-'» * W Dienstag 37 * Mittwoch "sia " Donnerstag 24-13 25~rD --,.™r... ■fiX XpF*t«ft4 «1« VpreJnes. „Mathilda" (zur Bekleidung *rm«r jüdischer Schu Kinder, insbesondere WalaenKinder), H„ QroSt Sperlgasae 41, gratuliert seinem Sohriflführer Herrn Jakob Morgenstern jum 6Q, Oeburtstage, Wien, am 23. Noven?ber 1920, Viscount Erleigh erklärte, er wolle die ß u mordung der arabischen Familie nicht ver* teidigen, man müsse sich aber vor Augen halten, daß ganz in der Nähe des Hauses dieser Familie die T ö t u n g der Juden aus TehAwiw geschehen war. Herr Rofcacb, der damals das Bürgermeisteramt in TeUAwiw leitete, hat sofort haeh Bekanntgabe der Ermordung der arabk sohen Familie im Namen der Juden seinem Abscheu Ausdruck gegeben. Quigley sagte, er wisse nichts von awei am 25; August seitens des Stadtrates von Tel* Awiw erlassenen Bekanntmachungen, in denen die Ein» wohner aufgefordert wurden, sich vollkommen ruhig zu verhallten und Disziplin zu bewahren. Auf Befragen gab er «u, daß er nicht Hebräisch verstehe. Rabh. Prof, A. t. Mendel gestorben, Das Wiener Judentum hat einen seiner Besten ver« loreni Prof, A. L. Mandel ist nach schwerem Leiden ge* starben. Er hat ate Seelsorger, vor allem aber als Lehrer lange Jahre hindurch vorbildlich gewirkt. An die dreißig Jahre hat Prof. A. L. Mandel mit restloser Hingabe seinem idealen Berufe gedient. Am Sonntag fand unter massen« hafter Beteiligung das Leichenbegängnis statt. Die Wiener Judengemeinde und viele jüdische Korporationen waren vertreten. Am Sarge sprachen viele Freunde und Ver* ehrer des Verstorbenen, Tief gerührt nahm Pr, Polatsehek im Namen der einstigen SehüHr vom dahingeschiede* nen Lehrer Abschied, Per OTthqdpxe Qberrahhiner von Qedetthurs: g,e.i storben. Rabbi Mewachem Grünwald, der erste und volle 57 Jahre amtierende Oberrabbiner der im Jahre 1872 sregrtod'eten orthodoxen Kulfcusipemeinde <in Oedenfaurs:. der Vater des Herrn Malkiel G r ü n w a 1 d, wurde Jetten Donnerstag unter riesiger Teilnahme der gesamten Juaenh'eit WeiStungarnis uind deis Bwrffenl^ndes, im Älter von 87 Jahren zu Grabe cetraaen. Am Begräbnis betelMgten sich a«Qh AHe, Behörden, der Stadt uM .-des Komitats wie aiuch die katbQfechien mi evangelischen KifchenhehOrden. p§is BeKrä^pis dauerte fünf volle Stunden» und wo dqr Leichenzug passierte, ^herrschte Uberall siblosule GeachäftsTUhe. Tjeferschiitternde Nachrufe hielten die Söhne des verstört benen Rabbi Juda, Rahbine-r in Ludern, Rabhi Josua, Oberrabhiner von M.eran. . .. Union dar ^ipniiten*Revlifonfaten Oefterr^Ichs ' PHalpnaotirW Wleri Ppst gQ Montag, den 25. November 1029, halb & Uhr abends: im Arkaden» Caiö, 1., Unlveraitätsatrai; e 4 (Souterrain) »rltji TrumHelOqr »Hfl «"»' rewUilpniftlf vb* I iipettaaewegunB r 1 M*mU BonJ.irilil Müqfzky CHI«») g fre\9 AHssprache. ö&Bt* w}l)HonimeQ | E»e regeinjä8«}gen 2SM8amni«nkila<te d«r 4önj«ten,vReviii«n. st n g upd Pres§ ba\m fMen ron mm l?üen Montag rt ha | p Uh,r s flound« im Araafl«a'ea^, I., UnlversitÄtaatpaUe 4,' «tatt 1 ■ , .s III D# J. Silberhuaeb* Einer der populärsten hebräischojüdischen Schrift« steiler der alten Generatiorj vollendet im, Monat Dezem* bei d. J, sein füufuudsiebeigstes Lebens* jfthr, Silberbusch blipkt «uf eine ^jährige,, ununter* brochene literarisehe Tätigkeit zurück, und ist er trotz seines hohen Alters noch im Vollbesitze seiner dichtefisehen Schaffenskraft. Seine lHevari* sehen Erzeugnisse der letzten Jahre zeichnen siuh sowqh^ inhaltlich al§ auch in bezug auf Form und Sprache durch seltene Fjisehe aus, Vor fünf Jahren, gelegentlich des. 70jährjgen Jubiläums von Silberbusch,, wurde die jddlsehe Qeffentlichkeit in einem von prominenten jüdisohen Q$* lehrten und Schriftstellern vieler Länder, gezeicjmejan Aufruf ermahnt, ihre Pankessehuld gegenüber diesem alt« jungen Schriftsteller, der in Entbehrung lebt und schafft, abzutragen und ihm durch ausgiebige materielle' Unter« Stützung die Fortsetzung seiner fiterarisphen tfttigMt m ermöglichen. Heute, anläßlich seines fünfundsieh* jsigjährigen Geburtstages, wehrt sieh Silbe?« busoh in seiner Bescheidenheit gegen jeden Jubiläum** rummel, Dessenungeachtet halten es seine Wiener Freunde und Verehrer, die seine mensehlicheu und, sehriftstelleri« sehen Qualitäten am besten würdigen können und auch wissen, wie sehr sieh seine materielle Lage letzthin ven sehlimmert hat, für eine unabweisliohe PfHeht, ihm jotsjt eine ausreiehende Phrengahe da raub ringen, dl* ihm sein Schicksal erträglicher machen und ihn an seinem Lebensabend vor bitterer Not sch^tsen galt Und m die» sem Akt der Dankbarkeitsbezeigung u,nd der Menschlich« keit rufen wir. nun alle Freunde und Verehrer D. h Silber« busch in Wien und außerhalh Wiens auf und hegen die voile Zuversicht, daß unser Ruf den gewünschten Wide»« hall finden wird. *~ Wien, im November 1939, — Adresse für Geldsendungen: Dr. Pavid Rothbtum, Reohtsan« walt, Wien, I., Bräunewtiaßt 7, Aufruf der Juaengeuielnde Zurawno, Während der Kämpfe, welche Im MaWunl um» dsn BrligkenkQQf Dnlastr bs*i Zwrawnu awlsehen östcTreich'isclten und russischen Armeen 'geführt wurden,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.