Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1929-11-22 · Heft 114 (22.11.1929) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 114 (22.11.1929)
Date
1929-11-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2711613-2711683-2711730--1499-2714721
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 114 PELZWAREN GEBRUDER BRAININ L, Bauernmorkt 2a, Tel Ml-Mi IL, Glockengüsse 8, Tel. R-45-4-33 tor Professor Erhard Schmidt; der berühmte ftftthe* matiker, der bisher politisch niemals hervorgetreten ist, in verschiedenen Tonarten geschmäht. . \ , ( '• " . i;. : - (• r ■ , ] -i : . i Die Krakauer Universität. . Warschau, 15. November. (Wplff.X W$ aus Krakau gemeldet wird, dauern dort die Streitigkeitdn «wischen den polnischen und den jüdischen Studenten an. Gestern früh waren die Eingänge der Universität von polnischen nationalistischen Studenten besetzt, die den jüdischen Studierenden den Eintritt verwehrten. Die pblni« sehen Studenten beharren bei ihrer Forderung auf Ein« führung des Numerus clausus und auf die Lieferung eines dem Prozentsatz der jüdischen Studenten entsprechenden Anteils jüdischer Leichen zu Sezierungszwecken. Bisher waren der Sezierungsanstalt der medizinischen Fa* kultät nur christliche Leichen zur Verfügung ge« stellt worden. Dies ist auch die Ursache der bereits seit längerer Zeit zwischen christlichen und jüdischen Hörern bestehenden Spannung. Krakau, 16. November. (J. T. A.) Die Hetze gegen die jüdische Studentenschaft in Krakau' dauert an, die na* tionaldemokratischen Studenten verbreiten Proklamation nen, in denen erklärt wird, die Ueberfälle auf jüdische Studenten am Mittwoch seien nur ein Racheakt für vor« angegangene jüdische Provokationen gewesen. Es wird zu einem gesellschaftlichen Boykott der jüdischen Studenten in ganz Polen aufgefordert. Die jüdischen akademischen Organisationen haben ihrerseits eine Protestkundgebung gegen die barbarischen Ueberfälle auf jüdische Kommiii* tonen veröffentlicht und sich an den Unterrichtsminister um Schutz gewendet.. In der Mitteilung an den Minister heißt es, die Krakauer Gescheh« nisse hat ten keine lokale Ursäche, si e stün« den im Zusammenhang mit den Universi* tätsunruhen in Budapest, Wien, Berlin und Bukarest. Am 14. November hielten die polnischen Studenten eine Sitzung ab, in der beschlössen wurde, die jüdischen Mediziner vom Anatomischen Institut mit Qe* wa 11 fernzuha 11en. Heute, morgen^ w.ur,de . dieserBeschluß au ch schon durchgeführt Die jüdischen Studenten wurden. mit .Gewalt aup: dem : Seziersaal entfernt. Mittags wurden jüdische Studenten im Universitätsgebäude mißhandelt, ein jüdischer Stu* dent wurde 5schwerverletztem, zustande, in ''s Kran» kenhaus gebracht. Aus dem Lehrsäal Von Prof. Fils wur» den die jüdischen Zuhörer gewaltsam hinausgedrängt. Die Erregung in Krakau hält an. Die Häuser, in denert jüdische Institutionen untergebracht sind; sowie die Gebäude der jüdischen Zeitungen werden polizeilich bewacht. Palästina vor dem Völkerbünde. Genf, 16. November; (J.! T. A.) Die 'Mandats* kommission des Völkerbundes hat sich heute wieder mit der Frage Palästinas befaßt und beschlossen, im März 1930 eine außerordentliche Session abzuhalten, die ausschließlich der Erörterung der Lage Palä* stinas im Zusammenhang mit den letzten Ereignissen ge» widmet sein soll Der Mandatskommission wird bis zu diesem Zeitpunkt durch die englische Regierung der Be* rieht der nach Palästina entsandten Untersuchungskoin« mission übermittelt worden sein; die Mandatskommission Wird diesen Bericht prüfen und ihr Gutachten dem im Mai 1930 zu einer Sitzung zusammentretenden Völker* bundrat unterbreiten. Körperliche und geistige Frische •lad dk kottbarttea Qüler des Lebest In der Jugend wie intbetondai« im Atter Bewahren und mehren Sie dies« Schalte durch ttindige, toraiame Pflege Iferes Körpers. Daa bette fyittel für alle Zwecke der Körperpflege — Einreibungen Packunsen i Umschläge), Mundwatter tttw.itt DIANA Franzbranntwein mit Menthol Achten Sie genM anf dfe Marke «D/arte*. Weteen Sit alte Nachahmungen encrg'tch au Act — Bio Vtf tnch ftbe seagt UaberalJ •rhiltllchi Die Totengräber n rles Zionismus. Von einem hohen jüdischen Militärbeamten in englischen Diensten, welcher bis zum Jtihre 1922 bei der Palästina- Verwaltung Dienst versah und jetzt in Aegypten tätig ist, erhalten wir eine Darstellung der Umtriebe, welche von einer antizionistischen und antisemitischen Gruppe englischer Beamten in Palästina veranstaltet wurden, um die zionistische Politik Englands zum Scheitern zu bringen. Der erste Gouverneur Palästinas, Sir Herbert Samuel, hat diese Elemente eingesetzt und ihr Treiben geduldet. Die zionistische Leitung hat dazu fast zehn Jahre geschwiegen. Die Früchte dieser Politik sind jetzt gereift. Die ersten zwei Artikel sind in der „Neuen Welt" vpm 8. und 15. November erschienen. Wir lassen jetzt den Schluß dieses wichtigen Dokumentes folgen. ' m: In allen Departements der palästinensischen Verwaltung sitzen Beamte, welche es sieb, zur Aufgabe gemacht haben, die jüdische Arbeit zu hindern und ihre Resultate zunichte zu machen. Als Sekretär des Gouverneurs war Mister R i c hm o n d , erfolgreich bemüht, alle guten, Absichten und Pläne der Londoner/Regierung zunichte zu machen. Er mußte seinen; Posten verlassen. ABer einflußreiche Freunde haben ihn wieder nach Palästina gebracht. Eif * ist ' jetzt Direktor des Bettfebern umfonft kann kein Mensch liefern, hingegen kaufen Sie bei uns Orig. böhm. Bettfedern und Daunen (bessere Sorte) schon von S 1.20 per Kilo. Provinzversand.. Möbel aller Art, Bettwaren und Kinderwagen besonders billig , '. .' _—- Mitglied der Ka-De-We-- Eisler Nachf „ Wien lUrtetraae 45 archäologischen Departeniejits der, Regierung und benützt diese; Stelle,.; uni. den Juden alle ihre H e i I i g tt ji m e;r strittig;^zu; machen. Er wird es ba]dv. dahin:; gebracht -haben;' daß jede Spur; historischer, jüdischer -jüdischer'Stätten im Lande verfügt ^^|h;::^fr«l.r"^4*.• 'f.-'-^v-vl^v'it" •"• '-i^,-:. : t Bei diesem löblichen, Werk; .leistet ihm . Mister Eduard % e a t o-a £jh,^ der Gouverneur der Stadt Jerusalem, jede, Hilfe. Wenn er, nicht den Q r b ß m u f t i direkt 'ermuntert hätte, der Klagemauerskandal wäre nie ausgebrochen. p Keat-Roaph ist es, weleher am Vorabend des Versöhnungstages die betenden,. Juden höchstpersönlich überfallen hat, um einen, kleinen Wandschirm zu entfernen. Als Vorsitzender des Komitees für den Stadtplan ba,t( er die Z ü s t i m m u n g /ti dem Durchbruche der Mauer und der Herstellung df*s verhängnisvollen Tores gegeben, welches eine direkte Verbindung zwischen dem Hofe der Onlarmoschee und der Klageina^ier herstellt, deren Eröffnung für die fanatisierte. mohammedanische Menge ein direkter Fingerzeig war, an der heiligen jüdischen Stätte Krawall zu machen, und zwar Krawall, in Permanenz. . . . . Einem anderen hohen Beamten, . Mister Ashby, ist die Leitung der Gesellschaft zur Förderung der Stadt Jerusalem übertragen. Er benutzt diese Stellung, um, jeden Versuch der Juden, in Jerusalem Kapital zu -investieren, zu verhindern. Einige reiche bucharische Juden machten sich erbötig, hunderttausend Pfund für industrielle Zwecke in Jerusalemzu investieren. Sie unterbreiteten ihre Pläne-der Regierung. Mr. . Ashby, der als ein Sachverständiger den Beratungen zugezogen wurde, erhob beständig Einwände. Als eram Ende seiner' Weisheit war und ^nichts mehn sagen konnte, entfuhr ihm die Aeußerutig: „W i r; brauchen diesejuden n i c h t i n Je r u- - salern!" In wessen Namen durfte er dieses „wir" aussprechen? Genug daran, der Plan der bucharischen Juden wurde zunichte gemacht, wie noch yiele jüdische Projekte an dem Wider&tancl der Herren A s h b y, K e a t-R o a c h und R i c h m o n d scheiterten. Diese Herren haben es aüeh verstau- , den, eine g r ü n d 1 i c h e R e g u 1 i e r u n g , des Stadtplanes bis heule äu verhindern. Ware* sie', durchgeführt worden, dann wären viele jüdische Gartenstädte, wie Tälpioth,-. entstanden. Um.; das ( unmöglich zu machen, verhindern die genannten Herren in ihrer Diensteigenschaft die Abtragung der verfallenen, jeder Hygiene spottenden arabischen-Baracken in der Nähe Jerusalems. Es ist auffallend, daß kein Beamter, welcher den Juden wohlwill, sich in Palästina halten kann. Der verstorbene General Clayton, der Oberst Symes, der ehrliche resolute Marschall Plumer, sie mußten weg und einem Luke und einem M i i U 4o» jPlftt* rMxwe* Pie^,(^Uachafjk xyn Eine Sehenswürdigkeit der Staut Wien ölldet das neu eröffnete CM Continental nächst der Schwedenbröche Intriganten hat die ganze Administration an sich gerissen. Sie scheut nicht vor perfiden persönlichen Angriffen zurück, wie Keat-Roach gegenüber Symes. Diese gegen den Zionismus verschworenen Intriganten haben ihr Zentrum auf dem Berge Kärmel, in der Villa der Miß Newton. Diese Dame, eine Judenfeindin reinsten "Wassers, hat gute Beziehungen zur englischen Hofgesellschaft. Sie ist Schutzpatronin und Geldgeberin der käuflichen arabischen Scheichs. Sie hat die arabische Delegation nach Genf begleitet und ihr dort alle möglichen Verbindungen geschaffen. In ihrer Villa versammeln sich regelmäßig alle vorher genannten Regierungsbeamten, tauschen ihre Meinungen aus, und dort werden die Gesetze gemacht, v/elche die zionistische Arbeit unmöglich machen und den Mördern und Mordhetzern Emin el Husseini und Kiazim Pascha ihr Treiben möglich machen. Auch im Departement für Ein wand er rung herrscht dieser Geist. Nicht nur daß die Einwanderer (mit allen Mitteln abgeschreckt werden, selbst die jüdischen Touristen werden in unerhörter Weise belästigt. Dafür steht die trans jordanische Grenze allen Beduinen, Drusen und Syriern offen. Wie kann man auch erwarten, daß der an der Allenby-Brücke stationierte arabische Posten die Einfuhr von Waffen hindern wird, aus einem Lande, in welchem jeder Einwohner Waffen trägt. Die Garnisonsstadt Sarafend, welche hier stand, ist langst aufgehoben, selbst die Gebäude an der Grenze, welche für teures Geld, Steuergeld der Juden, hier errichtet worden waren, sind demoliert worden. Die Araber sollen sehen, daß sie im Falle einer* Empörung nidits zu befürchten haben. Der arabische Assistent des Herrn Luke hat ihnen gewiß dies notwendigen Aufklärungen gegeben., ,, ... ..^-t Das S e h U1 d e :p a,r t e m ,e n t; :,ffirbeitet -nijßjyt anders.. Arabische Schulen wurden errichtet,^.„,I}je; Lehrbücher sind iiv a n t i jüdischem Geiste /.gff halten. Die aus Syrien bezogenen Lehrer predigen den Schülern, daß die Juden w i d e r r e c h 11 i ch. ins Land kommen, daß niemals, historische Beziehungen zwischen den Juden und Palästina bestanden haben. Den Schülern wird erzählt, daß die Juden der A usiw ur f. der Menschheit sind, daß sie ins Land kommen, um die Araber zu vertreiben. Was Wunder, daß ,es ein förmlicher Brauch' der arabischen Schuljugend geworden ist, .sich auf dem Wege auf den Oelberg zu postieren und jüdische Passanten mit Steinen zu bewerfen, unter den Augen ihrer Lehrer! Diese Lehrer waren es auch, welche die arabisch übersetzten „Protokolle der.'Weisen von Z i o n" im Land verbreiteten. Woher kommen die Mittel? Aus den von britischen Beamten verwalteten Fonds der Regierung, aus Steuergeldern und sonstigen Einnahmen, zu welchen die Juden mehr als 70 Prozent beitragen. Chef des Departements für G.esundheitsw e s.e n ist Oberst H e r o n. Sein Grundsatz ist, k e i n e n j ü d ischen.Arzt anzustellen, obzwar in Palästina eigentlich alle Aerzte, welche europäische Ausbildung-genossen haben und einen nennenswerten Ruf besitzen, Juden sind. Bei Ausbruch des Krieges war Mister He r.oii ein subalterner Militärarzt. Im Kriege war er Leiter einer Quarantäne im Sudan. In Palästina ist er plötzlich groß geworden und rasch avanciert. Er lehnt ebenfalls grundsätzlich alles ab, was zur Hebung der Gesundheit der jüdischen Bevölkerung beitragen könnte, lieber sein Betreiben hat die Regierung alle zionistischen Anträge auf Bekämpfung des Typhus und der Malaria abgelehnt. So mußten die Zionisten unter großen Menschenopfern und Geldopfern den Kampf gegen die Seuchen selbst führen. Aber oft waren diese fürchterlichen Opfer auch vergebens, weil Mister Heron sich weigerte, auf den benachbarten verseuchten arabischen Gütern irgend etwas zu unternehmen oder anzubefehlen. Die Seuche in der Nachbarscha.ft machte die Anstrengungen, auf jüdischem Boden zunichte. Viele Jahre hindurch, wurde die Entsumpfung und Entseuchung der Ufer des. A u d j a f 1 u s s e s von der Regierung gefordert. Die jüdischen Siedler litten entsetdi^.uiite? Epidemien. Die Regierung hätte die Sanierung von deutschem, jüdischem und arabischem Boden in Angriff nehmen müssen. Die Juden und Deutschen überschwemmten die Regierung mit Gesuchen. Die Juden und Deutschen mtäUm tisk ffftätifc d i a i b t E) n fi * %f % fi m

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.