Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 114 (22.11.1929)
- Date
- 1929-11-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 35 Groschen V.o.b. P IIb :?EUE WELT a^ä^eaa^p^ aaaaaa aaa^aaaaeaaaal _ P^P^W _ ^^^WW .pHBBBBBi ^WPBBjP^ _ a^jPWP^WWä» WWW» WH BBBBMWW *aaewaaaaaal aaaaai BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—. vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei momtlich Kc 6.—, vierteljährig Kc. 15—; Jugoslawien monatlich. Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien : monatlich' Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. REVU E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6~r-8 Telephon: A25 BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monaCch Mark 1.-— vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monaU lieh Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20. Hallen monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—. Schwei» und die übrigen Länder monatlich Schweuet Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. •2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 3 Freitag, den 22. November 1929 Nr. 114 KOHLE KOKS ANTHRACIT hdchstar QualiM! BÄSCH. IV. Argenfinierstraße 22 TaleBhoi1 ü-46-403 Telephon y.41.2.87 Unser Roman. Der erste Teil unseres Romans „K omö d i a nten" von Schalom Alechem ist zu Ende.' Wir haben unsere Helden von Holenescliti durch die rumänischen und galizischen Städtchen begleitet, die lange Reihe komischer und tragischer Figuren, die jüdische Wandertruppe mit ihren Direktoren und Mäzenen und mit ihrem naiven und kunstbegeisterten Publikum. Lebl Räfalowitsch, der kleine Lebl, ist der große Schauspieler und Star Leo; Rafalesco geworden und der ewig hustende, schwindsüchtige Hotzmach hat eich zum Theaterdirektor Bernhard Holzman heraufgearbeitet. Beide stehen vor dem Augenblick, das Festland zu verlassen, und, über London ins gelobte Land des jüdischen ThWters, ins goldene Amerika, hinüberzufahren,/.«: ' <,:■. . ■ %*-,, Wir beginnen heute mit dem zweiten Teil -von oic'.ti 'a/1 qiä Alechems M e ist er werk. Eine neue Welt öffnet sich dem Auge des Lesers: Amerika! Im Hexenkessel New York mischt sich die bunte Gesellschaft der Juden aus der ganzen Welt; grelle Bilder der sonderbarsten Typen vom galizischen Chasen, der als Sänger Karriere macht, bis zum Luftmenschen, der drüben ein Manager großen Stils wird, von der Holeneschtier Chasentpchter Resl, die als Rosa Spivak zu Weltruf gekommen ist, bis zu Leo Räfalowitsch, dem der Dichter ein Happy End versagt hat, Schalom Alechems unerreichte Schilderungskunst und Darstellungskraft bürgen dafür, daß die Leser das Schicksal der Helden des Romans nach wie vor mit unverminderter Teilnahme, mit ungeschwäohter Ergriffenheit begleiten werden. Verband demokratischer Zionisten Mittwoch, den 27. November 1929 um halb 9 Uhr abends im Cale Produktenbörse, 11., Taborstr. 10 Ve r s a m m 1 u n g Gegenstand: Anfänge der zionistischen Opposition unter De Lieme und Simon (1919—19X1} Referent: Dr. Paul Diamant ft I Oie Versammlungen linden MCnilf bISI S wieder im Cale Produkteniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii! börae, II. Taborstr. 10, statt An die Freunde und Leser des Blattes! . Wenn Sie .der Ansicht sind, daß die „Neue Welt" ein empfehlenswertes Blatt ist, geben Sie uns freundlichst die Adressen , von. Freunden und 'Bekannten an. Wir werden denselben die „Neue Welt" durch mehrere Wochen zur Probe gratis zukommen lassen. Wenn wir uns bei der Werbung auf. Sie berufen dürfen, bitte dies ausdrücklich zu bemerken. Aus der Zusendung erwachsen weder Ihnen noch den Empfängern irgend welche Verpflichtungen, ' Die Verwaltung der „Neuen Welt", Generalsturm gegen die jüdischen Studenten. Die Prager deutsche Universität. , Prag, 18. November (TK.) An der deutschen, m e d i z i n i s c h ejn, Fakultät kam es , heute zu Demon* stration.en der. völkischen. Studenten gegen die jüdi«, sehen und ausländischen Hörer. Die stürmische« sten Zusammenstöße ereigneten sich während der Vor« lesung des Professors Tschermak im physiologischen In« stitut. Die Studenten; zertrümmerten mit einem Bäumst am m die Tür, drangen mit dem Rufe „Juden und Ausländer..hinaus" in den Hörsaal und verpr ügelten di e,j üdischen Hörer. Auch vor dem Institut kam es zu1 Unruhen. Die Studenten zogen dann in die Smetschkagasstvwö sich der Sitz verschie* dener studentischer Verbindungen befindet. Auch hier kam es zu heftigen .Zusammenstößen zwischen völkischen und jüdischen Studenten.; ' \ Auch auf den anderen;''Fakultäten der Universität kam es zu schweren,Exzessen,, Aus f ast allen H ör« Auch Sie müssen , ■ unseren^,; . MAJE '*'V5'">4; * KÖFFERÄPPÄBAT , den klangreinen, lautstarken. Sßrechäpparat, haben! il V E R T R I E B I., BellariasfraBe 12 HÄBEG GES. M. B. H. Telephon B-39-3-70 s ä 1 e n wurden Juden, Ausländer und S t u d e n* ten, die sich auf ihre Seite stellten, hinaus« geworfen. Vor dem chemischen Institut der deutschen Technik kam es gleichfalls zu Radauszenen, doch schritt die Wache ein und stellte die Ruhe wieder her. Neun Studenten wurden verhaftet. Die völkischen Studenteu kündigten eine Wiederholung* der Vorfälle an. Der Rektor der deutschen Technik, Professor Fiedler, gab der ■. Mei* nung Ausdruck, daß die Exzesse an den deutschen Hoch« schulen auf die Einwirkung eines Hitlerschen Stoßtrupps zurückzuführen seien. Die „Liberale Lese* und Redehalle"; : der deutschen Studenten stellt fest, daß auch Studentin* nen blutiggeschlagen und aus den Hörsälen hinäusge« worfen wurden. In einer Besprechung im Unterrichtsministerium erklärte der Rektor, daß die Studenten keinen sachlichen Grund zu Demonstrationen haben und daß die Ausschrei« tungen lediglich als Ausfluß des Antisemi tis«\\ mu s angesehen werden müßten. Sollte es morgen bei ' Wiederaufnähme der' Vorlesungen zu neuen Störungsyer^ suchen kommen, so würde das Ministerium die, Sperrung der Hochschulen'für das laufende Semester in Erwägung1, ziehen. ( ■ Die Prager tschechische Universität. Präg, 15.t November. An der medizinischen Fakultät der t s c h e c h i s c h e n U n.i v e r s i t ä t kam es heute zu Sie werden schlank ohne Medikamente, ohne Anstrengung nur durch Paraffin I Mte5&rÄ Neuralgien. Erfolg garantiert. Parafilnlnatllut (unter ärztlicher Leitung* > _ IX., FreihelUpIal» 2, Tel. A-23^3-47 1; Alle;irnt redaktionellen Teil befradlichen eritgr^ltlictoen Notiieh' situi!dur©h eta b#«eäjgte«bwelQk&U■> '■' -4 Demonstrationen gegen die ausländischen Hörer. Im Ana« tomischen Institut fand eine Versammlung der Studenten der ersten Jahrgänge der Universität statt, in der scharfe , nationalistische Reden gehalten wurden; Es wurde erklärt, daß von den 680 Hörern des ersten Jahrganges der m'edU zinischen Fakultät fast die Hälfte polnische Juden seien, die von fremden Universitäten abgewiesen wurden. Gegen diese nichtslawischen Elemente bestehe unter der tschechoslowakischen Studenten« schaft ein geradezu elementarer Abscheu. 1 Nach der Protestversammlung bewegte sich ein De«. monstrationszug zum Dekanat der medizinischen Fakultät. Dem Dekan wurde eine Petition überreicht, in der.die, i Einführung des Numerus clausus für Fremde, ein Ver« 'bot des. Gebrauches nichtslawischer Spra* i chen im . erkehr unter den Studenten und mit dem Personal der Universität, Prüfung der fremden Hörer in l der Staatssprache sowie eine Teilung des ersten Semesters <, in Abteil'ungen für tschechoslowakische und fremde Hörer ^gefordert wird. Die deutsche-Technik in Brunn. Brünn, 19. November. Inzwischen haben die Üri« ruhen auch auf die Brünrief deutsche Technik übergegriffen, wo es heut*» vormittags zu grr^eri Ansämm« hingen von Studenten beider Lager kam. Als die Situation kritisch wurde, griff die Polizei ein und zerstreute die De« monstranten. Bemerkenswert ist, daß hier auch. Ische« chische Studenten, meist Faschisten, mit den deutsch völkischen zusammen die Förde* , rung nach dem Numerus clausus für jüdische Hörer stellten und sich auch teilweise an den De« monstrationen beteiligten. Nachmittags wurden wieder* holt Demonstrationszüge durch die Stadt versucht, jedoch vereitelte die Polizei alle diese Bemühungen. Zu ernsten Zusammenstößen kam es aber nicht. Die Berliner Universität. Berlin, 14. November. (J. T. A.), An der Berliner Universität kam es heute zu schweren, a n t i s e m i t i s c h betonten, Aus sc h r e i t un g e n, weil das Rektorat den Anschlag einer Ballankündigung der vom Unterrichts« minister nicht anerkannten „Deutschen Studenten«, s c h a f t", der fälschlich unter dem anspruchsvollen Na« men „Universitätsball" lanciert wird, nicht, gestatten wollte. Einige hundert Angehörige der „Deutschen Studentenschaft", verstärkt durch Angehörige der, nationalsozialistischen Partei, die nicht Studenten sind, stürmten unter den Rufen „Juden heraus!" durch die Gänge des Gebäudes. Vor dem Anschlagbrett der jüdi*, sehen, und sozialistischen Studenten er« reichten die Ausschreitungen ihren Höhepunkt. JüdU sehe und sozialistische Studenten wurden mißhän« delt und aus den Erdgeschoßfenstern auf den Hof der Universität hinausgeworfen. Polizei schritt ein und verhaf« tete sechs Personen, die in das Polizeigefängnis einge* liefert wurden. Der Polizeipräsident von Berlin veröffentlicht eine Erklärung über die Krawalle in der Berliner Universität,» in der ausdrücklich festgestellt wird, daß sich die demon* strierenden Studenten nach Schluß der Versammlung am Hegelplatz singend und unter den Rufen: „Deutsch* Land, erwache! Juda verrecke!""in das'Univer# sitätsgebäude begaben, wo es zu heftigen Schlägereien und zu schweren Ruhestörungen kam. Die Polizei brachte: die Streitenden auseinander, und sorgte für die' Wieder* heratellung "der Ruhe und Ordnung, \ Sämtliche deutschen Zeitungen bringen ausführliche Meldungen über die Krawalle und stellen fest, daß jüdi* sehe Studenten mißhandelt und durch die Parterre* fenster tiinausgeschmissen wurden. Dabei wur* deii; auch Student i n n e n nicht - geschont.- Es wurden. Hochrufe auf den bisherigen Rektor" Professor His, djW bei der reaktionären Studentenschaft in guter Erirmeru^: fett 'ilMgestbficbi .dagegen wurde1* deif ««ugw^uw RÄ::1