Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 113 (15.11.1929)
- Date
- 1929-11-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 5× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
- Safed 1× ep/1046078
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m DIE NEUE WELT Seit« 7, Die L«t* und IUd«h*IU JUdltchttf Hoch- I •ChOI«r gratuliert herxllchit ihrem lieben B. b. I Slegmund Kohlberg 1 anläßlich seiner Promotion zum Doktor der Philosophie, | welche Donnerstag, den 14 November im großen § Festsaale der Wiener Universität stattfand. | transjordanische Grenze bewachte, eine in Maan verblieb und eine nach Ramien dirigiert wurde. Die Panzerautos und ihre Besatzung vermochten nicht, der Lage Herr zu werden, weshalb Herr Luke und er beschlossen, um die Entsendung eines Bataillons Infanterie aus Aegypten zu ersuchen. Der zahlenmäßig schwache britische Teil der Palästina-Polizei wurde* 2ur Be* wachung der entfernt liegenden Distrikte gesandt, Angehörige der Luftstreitmacht hatten die Vorposten für die jüdischen Kolonien gestellt, zwei Panzer* autos mit 30 Soldaten wurden nach Tel-Awiw gesandt. Inzwischen waren aus Amman beunruhigende Nachrichten eingetroffen. Es hieß, daß die t r a n s j o r d a n ischen Scheichs nach Palästina marschieren wollen. Schließlich gelang es dem Emir Abdullah, die Scheichs von ihrem Vorhaben zurückzuhalten. Am Sonnabend hatten die Araber in Nablus die dortige Polizei angegriffen. In Jerusalem wurde die jüdische Vorstadt Talpioth geplündert. Als die Nachricht von den Massakers in Hebron eintraf, entsandte er mittels Tender einen bewaffneten Trupp Soldaten nach Hebron. Dieser Trupp stieß auf dem Wege nach Hobron mit auf Jerusalem marschierenden Arabern zusammen, was ihn aufhielt, so daß er erst am Nachmittag in Hebron eintraf. Mein Hauptziel, sagte Captain P1 a y f a i r, war* ein Eindringen von Moslems aus Trans Jordanien, Syrien und Aegypten zu verhindern. Bevor die Truppen aus Aegypten eingetroffen waren, setzte sich die gesamte britische Streitmacht in Palästina, die unter seinem Kommando stand, aus 13 Offizieren, 175 Soldaten und drei Gruppen. Panzerautos zusammen. Die Araber zeigten die Tendenz, über einzelne Juden herzufallen, sowie jüdisches Eigentum sich anzueignen. Es wur der Angriff einer sehr starken Mehrheit auf eine Minderheit. Herr Stoker wandte ein, daß diese Charakterisierung seitens Captain Playfairs eine allzu theoretische sei. Captain Playfair erwiderte darauf, er stelle bloß die Tatsache fest, daß er der schwierigen Aufgabe gegenüberstand, eine Minderheit gegen eine sehr starke Mehrheit bewaffneter Banden, zu schützen, die in kleineren Gruppen operierte und eine Gefahr für die 135 jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen, die verstreut liegen, bildeten.....Mit der - unter seinem Kommando Stehenden kleinen Streitkraft mußte er auch hoch die Grenzen bewachen, daß diese nicht von Arabern aus den Grenzländern überrannt werden. Die französischen Behörden in Syrien erleichterten ihm diese Aufgabe, indem sie ihrerseits 28.000 Mann an die Grenze schickten, um deren Ueberschreitung zu verhindern. Die Kommission vernahm den Polizeinspektor des palästinensischen Norddistriktes Major Foley, der die Ereignisse in Haifa schilderte. Er tat dies in einer Weise, daß der Anwalt der Zionistischen Exekutive, Sir Boyd Merriman, sich nicht enthalten konnte, zu bemerken» Major Foley habe sich von antisemitischen Gesichtspunkten leiten lassen. Major Foley sagte aus, es seien am 19. August in Haifa Gerüchte verbreitet gewesen, daß die Juden Bomben in die Omar-Moschee geschleudert hatten, wodurch der Tod von betenden Moslems verursacht wurde. Die, Moslems in Haifa befanden sich in höchster Erregung.' Major Foley mußte zugeben, daß er sich trotz dieser Vorkehrungen nicht bemüßigt gesehen habe, entsprechende Vorkehrungen zu treffen und daß er auch keine Alarmbereitschaft anordnete, al» am 23. und 24. August die Unruhen in Jerusalem und in Hebron ihren Höhepunkt erreichten. Der arabische Anwalt Herr Stoker fragte den Zeugen, ob sich die Juden in Haifa der Feuerwaffen bedient hättenl Foley erwiderte, zwei mit Pistolen bewaffnete Judeh hätten ihn angehalten, als er das Stadtviertel Neve Schaanö besuchen wollte, auch habe er Schüsse aus jüdischen Häusern fallen gehört. Am 26. August sollen drei mit Juden vollbesetzte Wagen henrngefahren sein,' aus denen Schüsse auf Araber beiderlei Geschlechtes abgegeben wurden. Einer der Wagen wurde gestellt. Doch ist es, nicht wahr, daß Juden aus Wagen, dje das Abzeichen des Roten Kreuzes trugen, gefeuert hätten. Die Unruhen in Nablus, fuhr Major Foley fort* hätten nach der Erschießung nimmt———————ww........i.............i Untrem verdlttutvolUn Vorstandimltglitde Chawer Michael Friedl«r jfen°Är^^ lobuog mit PrluUla SuUmlth Tarnt Ds# Prtjidium: J, T«lt«lbaiifn g, Schtuermann X. Blum <imiMIMIH""INHIMIIMMMII8MIMMlMMMMI von zehn Arabern durch die Polizei sofort aufgehört. , . Es kam nun die Verhaftung Von 30 Juden in der Haifaer Rothschild-Mühle zur Sprache. Major Foley sagte, es sei ihm mitgeteilt worden, daß die Juden aus dem Gebäude der Mühle feuerten, bewiesen konnte diese Behauptuhg nicht werden. Die Muhle wurde durchsucht und die Insassen wurden verhaftet. Dies geschah am 27. August. Erst nadi einem Kreuzverhör durch Sir Boyd Merriman ließ sieh Major Foley herbei, mitzuteilen, daß am Freitag zwei berüchtigte m o s 1 e> mitische Agitatoren, die vermutlich eigens zu diesem Zwecke aus Jerusalem entsandt wurden, in der Moschee zu Haifa aufreizende Reden hielten und die Zuhörer in starke Erregung brachten. Einer dieser Agitatoren war jener Scheich Yuneß aus Jerusalem, von dem arabisdie Polizeibeamte in ihren Aussagen vor der Kommission behaupteten, daß der Jerusalemer Mufti ihn neben Scheidt Hassan zur Beruhigung der Jerusttlemer Moslemiten entsandt hatte. Es ist nun erwiesen, daß Yuneß nicht in Jerusalem beruhigte, sondern in Haifa hetzte. . Major Foley erwiderte auf die Frage, warum er der bedrohten Haifaer Vorstadt Hadar Hacarmel keine Hilfe gesandt hatte, daß nicht eine erregte Menge, sondern eine arabisdie Hochzeitsprozession in die Richtung Hadar Hacarmel zog. Auf weiteres Befragen gab er zu, daß die jüdisdie Bevölkerung durch diesen Zug tatsächlich in Unruhe versetzt war, daß er, Foley, jedoch ruhig war, indem er glaubte, der Prozession, noch bevor sie Unheil angeriditet hatte, rechtzeitig begegnen zu können. Es seien wohl mitten in der Prozession zwei arabische Polizisten gewesen, aber es sei nicht wahr, daß diese Polizisten den Mob geführt hätten. Auf die Frage, warum er den angesehenen jüdischen Bauunternehmer von Haifa Miller gefesselt durch die Straßen führen ließ, erwiderte Foley, dies sei so üblich. Warum die jüdischen Arbeiter in der Rothsdiild- Mühle verhaftet und einen ganzen Monat in der Zitadelle von Akko gehalten wurden, obwohl keiner- COLUMBIA" »f APPARAT Nr. m» Lebend Ton Grafonola Modell 191$ S 300.- SAnzahlung und 4°**"" MttMtiMtea 4 S 35.— od«f sB Jflonatwtcn i SA— A L L E S C MMb-A' G E R STETS A M t!f'A «ER! MUSIKHAUS EXCELSIOR Inhaber RlChafd HOrZOS Inhaber l<, Adlergasse 5 llliAN Telephon 1 R.23-4-90 Wlfäfl Ii., Kl. Pfarrg. 28 Telephon: A-41-0'24 lei Beweise gegen sie vorlagen, darüber wußte Foley keine Auskunft zu geben. Sir Boyd Merriman stellte fest, daß Major. Foley bei den Juden Haifas sehr verhaßt ist und als ein Judenfeind gilt. Foley erwiderte, er habe Juden bestraft, die der Anforderung, die Straße zu verlassen, nicht gefolgt waren. Merriman fragte; Haben Sie am 27. August einer Abordnung jüdischer Notablen gesagt: Ihr Burschen habt mit dem Aufruhr begonnen! Major Foley erwiderte: Das habe ich nicht gesagt, denn das wäre auch nicht riditig, daß die Juden den Aufruhr gemacht haben. Bei ein oder zwei Gelegenheiten habe ich den Juden den Vorwurf gemacht, daß sie sidi in die Angelegenheit des Schutzes einmischen. Was halten Sie jetzt für die Ursache der Unruhen? fragte Merriman. Ich denke, erwiderte Major Foley, daß die arabische Demonstration in der Nacht des 24. August die Unruhen eingeleitet hat. * ' i Sir Boyd Merriman zitierte dann einige Stellen aus dem Polizeibericht über die vom Scheich Yuneß aus Jerusalem in der Moschee zu Haifa gehaltene Rede. Laut Polizeibericht hat Yuneß behauptet, daß die Juden in Jerusalem vier Moslems getötet und zehn verwundet haben. Nach dieser Rede war die Menge in einer so starken Erregung, daß sie sofort den Angriff auf die Juden eröffnen wollte. Scheich Yuneß aber forderte sie auf, eine passendere Zeit hierzu zu wählen. Sir Boyd Merriman kam dann auf den Marsch der A r a b e r aus dem Dorfe Tuch gegen die H a i f a e r jüdische Vorstadt Bath Galim zu sprechen. Es steht fest, daß der Angriff auf Bath Galim keine leere Demonstration gewesen war. Major Foley stimmte dem zu. Sir Boyd wies auf das Urteil von Richter Litt hin, der 3? Araber uns Tireh zu je fünf Jah r en Ge- UFA-TON-KINO Wien, II., T&borfttr.s Tel. R-42-3-41 Das Filmtheater der outen Gesellschaft telflt t Täglich s EmilJannlngs in Sünden der Väter Ab Dienstag, den 19. November Uraufführung des großen Ufa-Filmes Die Frau Im Mond Regie: Fritz Lang. Hauptdarsteller: Gerda Mauras und Willy Frltsoh. Beginn: Wochentag «, 7,8, 9 Uhr. Sonn- und Feiertag V»5, 6, l/98, 9 uhr. fängnis verurteilte und in der Urteilsbegründung bemerkte, wären die Araber an ihr Ziel gemngt und wären sie in Bath Galim eingedrungen, so hätte er sie . nun als Mörder zum Tode verurteilen müssen. Er richtete dann an Mojar Foley die Frage, ob die von Arabern aufgestellte Behauptung, daß in der Haifaer Mühle, wo sich jüdische Arbeiter verborgen hielten, zahlreiche Gewehre beschlagnahmt wurden, und daß aus Wagen, die mit dem Roten Kreuz versehen waren, auf Araber' geschossen wu»de, wahr sei. Major Foley erwiderte, es seien in der Mtthle vier Pistolen und etwas Munition gefunden worden, wovon eine Pistole dem Direktor der Mühle gehörte; der einen Waffenschein besaß. Er trat der Behauptung der arabischen Anwälte, daß britische Truppen. Dutzende unbewaffnete arabische Passanten getötethätten, energisch entgegen. Sir Boyd ging im Kreuzverhör mit Foley Punkt für Punkt des Memorandums der arabischen Executive durch. In dem Memorandum wurde behauptet, daß die Moslems über keine Feuerwaffen verfügten. Das ist unwahr, sagte Major Foley. Sir Boyd: Es wird behauptet, daß drei große Autos der Ruthenbergwerke um Haifa herumgefahren sind und auf die Leute geschossen hatten. Major Foley: Ein Auto schien der Ruthenberggesellsdinft zu gehören. Sir Boyd: Die arabische Executive behauptet, daß 70 Juden in Haifa Verhaftet worden waren. Foley: Im gesamten Nord" distrikt sind kaum 50 Juden verhaftet worden, unter ihnen mehr als 30 allein in der Haifaer Mühle. Sir Boyd: Die arabische Executive behauptet, daß die Juden auch feuerten, als schön die Truppen in der Stadt waren. Foley antwortete ausweichend und sagt schließlich: Am 27. August seien in Hadar Hacarmel Schüsse gefallen. Sir Boyd forderte , klare Antwort. Major Foley gibt schließlich zu, daß die Schüsse von jüdischer Seite zur Abwehr eines arabischen Angriffesauf einen Teil von Hadar Hacarmel abgegeben wurden, Ist es nicht schändlich, sagte Sir Boyd zu Foley, daß Sie durch Ihre Aussage den Eindruck erwecken, : daß die Juden auf schutzlose: Araber geschossen hätten? Ist es audi wahr, daß mehrere jüdische Polizisten entlassen wurden, weil sie Schüsse abgegeben haben? Foley: Das ist vollkommen unwahr, denn diese Polizisten verfügten Über keine Waffe n. Sie wurden entlassen, weil sie sich weigerten, Unbewaffnet Dienst zu machen. Sir Boyd: Die arabische Executive hat behauptet, daß im Besitze eines jüdischen Postbeamten in Hadar Hacarmel Handgranaten und Dynamit gef/unden wurden. Foley Davon weiß ich nidits. Sir Boyd: WarUm sage]! Sie nicht gleich, daß dies nicht wahr sei! Als Chef der Polizei müssen Sie es doch wissen! * Unter großer Spannung ging Sir Boyd Merriman; der Anwalt der Zionistischen Executive, zur Behandlung der Vorgänge in Safed über. Er verlas den Bericht des Polizeichefs von Safed, F a r a d a y, der mit den Worten beginnt: Der lang erwartete moslemitische Aufstand gegen die Juden hat nun begonnen. Sir Boyd wies dokumentarisch nach, daß Major Foley, dem auch Wochen-Kalender tfoveihber 1929 iwn . tf*-in Chesohwan 5690 15 Freitag 12-2P Sabbateingang 4.15 16 Samstag 13-» Sabbatausgang 4.55 iö«n r\ob mtflön ,i? 1? 17 Sonntag 1:4-T 18 Montag 15—163 19 Dienstag 16—Tß 20 Mittwoch 17-ty 21 Donnerstag 18-rp