Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 113 (15.11.1929)
- Date
- 1929-11-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 115 DIE NEUE WELT Seite S England braucht Palästina« Palästina muß gehalten werden, — Die Juden als Träger der westlichen Kultur. — Weltinter essen und zionistische Bestrebungen identisch. Von Sir Martin Convey. Sir Martin Convey. der bekannte kon servative Abgeordnete des britischen Parlaments, der sich als Altertumsforscher und Kenner des Orients einen Namen gemacht hat, behandelt das englisch-ipalästinensische Pro blem nach seiner weltpolitischen Seite. Im Zu sammenhang mit der Art, wie die englische Oeffentlichkeit informiert wird, gewinnen Conveys Ausführungen besonderes Interesse. Palästina nimmt England gegenüber eine ähnliche Position ein wie Irland — als ein Territorium, das eine selbständige geographische Einheit bildet und doch durch tiefe wirtsohaftspolitische Interessen an das britische Imperium gebunden ist. Wieweit man in der Geschichte zurückblicken kann, ist Palästina der Boden gewesen, um den Morgenland und Abendland gekämpft (nahen. Die ganze palästinensische Geschichte steht im Widerstreit östlicher und westlicher Tendenzen. Die Römer besiegten Palästina, die Perser besetzten es, die Türken nahmen es ein, schließlich nahm es die Entente in Besitz. Keine Rasse und kein Volk «hat ein anderes Recht auf das Land gehabt, als das Recht des Siegers. Die Interessen von Ost und West in Palästina stehen stets im Vordergrund. Es ist kein Land, das Europa einer rein orientalischen Macht überantworten kann. Wie -würde Palästina aussehen, wenn man es den Arabern überlassen wollte? Aegypten ist im Begriff, selbständig zu werden. Der Irak wird bald eine ähnliche Unabhängigkeit erlangen. Ihn Saud beherrscht Arabien und den Hedschas. Während des Krieges sprach man viel , von einer die Engländer und Araber zu verbündenden Freundschaft. Jetzt hört man wenig davon. Nehmen wir an, die arabischen Gebiete würden zusammengeschlossen werden —inklusive Palästina. Damit würde ein mächtiges Band zwischen Ost und West geschaffen werden, das dieses Stück Land ins Mittelalter zurückwerfen würde. Die Vereinigung der arabischen Länder müßte den Weg von Konstantinopel nach Kairo versteilen, so daß sich eine unmögliche Situation herauskristallisieren würde. Solange Palästina frei ist, kann dieses Hindernis nicht auftauchen. Wie kann nun die Freiheit dieses Weges gesichert werden? Daraufvgibt es nur eine Antwort: Durch die Schaffung eines starken jüdischen Jlschuw, der mit dem Boden Palästinas verwurzelt ist. Palästina bloß mit einer militärischen Macht zu halten, ist ungenügend, Und Palästina muß um jeden Preis sehalten werden. Im Kriege zeigte es sich Mar, daß nicht Aegypten, sondern Palästina den S c h u t z d e s S u c z k a n a 1 s verbürgte; den das' britische Imperium so notwendig hat. Dieser Schutz kann in Zukunft nur durch ein Palästina sichergestellt werden, dessen Bevölkerung auf Grund eimer natürlichen Neigung auf England als ..auf seine sicherste Stütze blickt. Die Juden sind wie vom Schicksal dazu bestimmt. Sie sind ein Volk zwischen Morgenland und Abendland. Laut Rasse lind Tradition sind sie Orientalen. Durch ihr jahrhundertelanges Leben in den verschiedenen Kulturländern, sind sie von westlichen Ideen durchdrungen. Sie sind genug groß an Zahl, genug reich, genug intelligent, ttm eine 'Macht in der Zerstreuung zu werden. Ihre internationalen Beziehungen sind ohnegleichen., Sie .haben sich die industrielle Welt erschlossen. Wenn sie beschließen* Palästina aufzubauen, und es in einen S t a a t mit' moderner Aktivität zu verwandeln, werden sie es durchsetzen, aber nur unter der Voraussetzung, daß £ie eine Stütze an einer Großmacht wie dem englaschen Imperium haben. Dann werden sie auf natürliche. Weise dauernde und loyale Verbündete Großbritanniens. Die Schaffung einer Bevölkerung in einem - jüdischen Heim in Palästina, liegt im wichtigsten Interesse des'britischen Imperiums. HJezu hat die Balfour-Deklaration Großbritannien verpflichtet. Die Deklaration ist In einem kritischen Augenblick des Weltkrieges ins Leben gerufen worden. Sie hat indirekt den Beitritt Amerikas verursacht. Und die Araber, welche auf der Seite der Türken gekämpft haben, wurden geschlagen. Und die Araber waren es, die, nachdem sie seinerzeit Palästina und Syrien überflutet hatten, das Land in den Zustand verwandelt haben, in dem wir es übernahmen. Das Recht, das sie hatten, wurde von denjenigen übernommen, von denen sie besiegt worden sind. Es ist lächerlich, wenn die Araber sagen: Das Land ist unser! Es war ständig das Land des Siegers. Die Kanaaniter, die Aegypter, die Hebräer, die Babylonier, die Perser, die Byzantiner, die Türken sind Herren dieses Landes gewesen. Das Schicksal des Landes wird bestimmt durch Weltinteressen und nicht durch; kleinliche Wunsche derjenigen, die durch Zufall darauf verblieben sind. England hat eine;feierliche Verpflichtung auf sich genommen. Zum Gtück ist diese Verpflichtung mit seinen internationalen Interessen verbunden. Die Balfour-Deklaration ist keine individuelle Abmachung. , Die Balfour-Deklaration ist ein Teil des Völkergesetzes. Sie wurde vom Völkerbund übernommen, Sie ist eine der Bedingungen des britischen Mandats. . Der letzte arabische Aufstand war nicht nur ein Pogrom, sondern eine Attacke gegen das Völkerrecht — für. die Beseitigung der BaIiour4)eklaration und die Errichtung einer arabischen Macht a,uf englischem RechtsMen. iQie Untersuchung ist im m tAfENN ta« DANN_____ NURSTOFFE ■ ■ ■ 1 GARANTIERT WASCH- UND LICHTECHT FÜR KLEIDUNG UND HEIM vom WI1M, VI« MARIA* HILFIRSTRASSe 71 INDANTHRENHAUS Verkaufsstellen: Linz,Graz,Salzburg, inns&rucK. Provtnzversanci. Tel.B-25-2-55 Begriff, die diesbezüglichen Machinationen aufzudecken. Die Juden sind in ein vernachlässigtes, dünn bevölkertes, durch jahrzehntelange schlechte Verwaltung ruiniertes Land gekommen. Sic haben in das Land zwei wichtige Werte gebracht: Kapital und Hoffnung. Sie haben unzählige Unternehmungen geschaffen. Unter ihren Händen blühen Wüsten auf. Sie machen verwüsteten Boden brauchbar. Sie schaffen Arbeit für Einwandernde und öffnen die Türen für die Einheimischen. Es ist Pflicht WIEN VII.. KAISERSTRASSE 123 IX.. ALS ER STRASSE 6 FERNSPRECHER B-38-0-43 der Mandatarmacht, diesen Prozeß zu fördern,, nicht ihn zu stören. Die Erfüllung dieser Pflicht wird den Arabern die Augen öffnen über das, wofür sie bisher blind gewesen sind. Und die Erfüllung dieser Pflicht steht im Einklang mit den britischen Interessen. Der. Erfolg Ist gesichert, well die Weltinteressen mit den Bestrebungen des Zionismus laufen.* Das jüdische wissenschaftliche Institut in Wilna. ~ Feierliche Grundsteinlegung für das Institutshaus. , Wiüia, 31. Oktober; (j: T.;Ä0 In Wilna hat in diesen Tagen die' erste Konferenz '"flei* Jüdischen: Wissenschäft- Jicheti Instituts; stattgefunden.'''An der feierlichen Eröffnungssitzung hatten <a. a. der Präsident des polnischen Senats Prof. Szy mahskli, der Städtpräsident Paiejewsky, Vertreter des Innenministeriums, der Woiwodschaft und anderer Behörden tefilgewimneri. Der Literar- .ft-ofaf en*@'tief el : mit SM&rjer?d)fo§ unb SBoflfuttet 32.50 Seil in 8 ton* Stiefel mit Ummern SBoflfutter 34,—- 3) a m c n * @ dj n e e f tf/n $e mit 3iMüer[d)lu§ , 19.5.0 $ a w e n - @ et) n e c f dj u fj e wtt ©cfjnafle 12.50 unb fämtltcfje übrigen, luarm gefütterten a in e u * © dj « e e f dj n \) i in größter $bt$UHiljl ^ummiiuaren§an§ „ALPHA"/ h Äblergaffe. 8 histori'ker Salmarm Reisen eröffnete die Konferenz im tarnen des Organisationskomitees, woraufhin Senator Dr. Sza.bad die Vertreter der Regierung, die Delegierten und Gäste begrüßte und die Versammlung aufforderte, sich zum Andenken an die Opfer der Palästinae roighis s e .und der verstorbenen Schriftsteller und Kulturarbeiter von den Sitzen zu .; erheben. In polnischer Sprache informierte sodann Adv. Cmnichow die anwesen». den Vertreter des polnischen, wcißrus'sischen und 'litauischen Schrifttums über die Aufgaben des Instituts und erklärte, die j i.ddi s c h e S p r ac h c, die man vor Jahrzehnten als eine Art Jargon betrachtet hat, sei heute eine Weltsprache, in der auch tiefgründige wissenschaftliche Arbeit geleistet wird. Am Abend fand eine wissenschaftliche Sitzung statt, die von Dr. E. Tscherikower geleitet war und in der N. Prilutzky über „Jiddische Dialektologie und S p r a c h io r s c h u n g", Dr. Szyper über „D i e G es-chichte des Vie rländer rates", Jacob Lestsebinsky über „Die ökonomische EntWicklung m deutschen Judentum d'cs 19. Jahrhunderts", Dr. Ringelblum über „Die Judenfrage >rt der , polnischen Presse des 19. Jahrhundert s"; referierten. : Vor Beginn des zweiten Konfererc&tages fand die feierliche Grundsteinlegung für das Gebäude des Instituts sjiatt,. zu. der Tausende Personen und die Schüler der jüdischen Schulen mit ihren Fahnen trscWenen. Dr. Szabad erklärte, es sei eine Ehre für Wilna, das Institut bei sich zu beherbergen. Der Vorsitzende des Baukomitees Herr T. Bunimovicz vollzog die Grundsteinlegung. Der Dichter Perez Hirschbcin xerklärte, das Institut sei Symbol der schaffenden Kraft des jüdischen Volkes. Die SchluBansprache hielt der Historiker Dr. E. Tscherikower. Der zweite Konferenztag war Berichten der •Sektionen, wissenschaftlichen Referaten und der Aussprache gewidmet. Dr. Weinreich berichtete über die bisherige Arbeit des Instituts, und stellte einen Arbeitsplan der Zukunft auf. Er schlug die Schaffung einer Weltorganisation der „Fr c undc-des ilustd tu ts" vor. Am dritten Konferenztag tagten das Organisationskoniitec und die Finanzkomrnission. Es wurde ein Budget von 60.000 Dollar jährlich angenommen, dazu sollen Polen 10.000, Deutschland 4000, Frankreich 6000,; Skandinavien 5000, die Vereinigten Staaten Amerikas 25.000 Dollar beisteuern. Ferner sollen 10.000 Dollar, für den Baufonds «csamimelt werden. Nachts wurde die Hauptaussprache fortgesetzt. Die zionistischen Vertreter erklärten feierlich, mit allen Kräften an der Entwicklung des Jüdischen Wissenschaftlichen Instituts mitarbeiten zu wollen. Es wurden folgende Resolutionen angenommen: 1. Die Konferenz poklanidert die Notwendigkeit einer Weltvereiniguiig der Freunde der jiddischen Wds.serischaft und appelliert ,an die jüdische Bevölkerung,' die Verwirklichung einer solchen Vereipigung herbdzuführen. 2. Den Gründern des Instituts wird der Dank ausgesprochen; g e g e. n d i e A n g r i f f e a iu f das j i dd is eh.« S c hu 1 wes e n wi rd protestiert. 3. An sämtliche jüdische Gemeinden wird appelliert, zum Baujioadis des Instituts zur Schaffung eines Heimes für die jüäiscjhjc Wissenschaft betau tragen. 4. Die Schaffung einer iiterafischen Kommission uqd einer Kunstscktion wird ' beschlossen. In das Zentralkomitee Wurden gewählt: Doktor Weinreich, S. Reisen, . Dr. E. Tscherikower,. Dr. J. Lestscliinsky, N.■■ Prjhttij£k$v Dr.. Szyper, J. EiroBkin Gätt.ermann, Dr. Silberfarb, Vir^ili. Kahan, Jakob Schatzjti; '' Austritte aus dem Judentuiu. Birnbaum Irene, geb. 28. XI. 1892 Wien, ledig,, V:. Rechte Wienzei|le 60. -r- Schiffer Hermannrgeb. 25^ Xil. 1896 Wien, ledig, II., Tandelmarktgasse 5 4» — Hosenthal Natalie geb. Bernstein, geb. 23. III. 1885 Wien, verheiratet, XIX., Heiligenstftdtersti!. 82. — AndorfF Elsa geb. Mar* morek, geb. 23. VL 1887 Wien, ger. gesch., XVII.,?rorne« nadegasse 11. ~r Löwy Elise' geb. Müller, geb. 20. III. 1891 Wien, ger. gesch., t, Dorotheergasse 7. -~. Spitzer Mar* garete, geb. 12. Vl\< 1899 Wien, ledig, II., Zirkusga^sse -32. — Andorff Heinricji, geb. 26. IX. 1910 Wien, ledig, XV?£, Prpmenadegasse 11. . -~ Fischer Friedrich, geb. 24.. XIL 1904 Wien, ledig, XVIIM Pezzlgasse 14. — Taub Mathilde, geb. 7. I. 1897/fonawa, ledig, XVII., Hormayrgasse 37.,^ Hiller Edwin, ^e>. 12. I. 1888 Vukovar, ledig, IX., 5ft* vitengasse 1. — Tyrnauer Anna, geb. 16. VII. ,1905 Baden, ledig, IX., Dreihäkengasse 10. — Rosenmann Marianne, geb. 13. 2. 1900 Wien, ledig, Lemberg. -4^Fellner ÄnRa geb. Schwarz, geb. .4. |.X. 1900 Wien, gejr. gesch.; Xl5v,, Pantzergasse 19. —• Lederer Fritz, geb. 18. II. 1907 Wich, ledig, XVI., GrMndsteingasse 64. — Hauser Qiselg geb. Singer, geb. 22, HI. 1881 Wien, gen gescU., H., Darwiri»' gösse 4. — Dr. Goldmann Solka (Salome), geb. 2p. Vi.,18:7p?10ck, ledig, Dr. der Phil., XIX., Peter J^rdamStraße % KaSka Marie geb. Sima, geb. 8. VII. 1J902 Wi<?n!'-ger. getr., Pflegerin, XVII., Haslingerg. 9. — Deutsch T^rese geb. Fuchs, geb. 14. IV. 1848 Margareten, venv., XVII., Hauptstraße 23. — Wertheim Grete gebi Kohn, geb. 24: XII. 1892, Wien,1 verh., XX., Rafaelgasse 1. -r- Wer|jbe|t» Max, geb. 9. VI. 1886 Wien, verh., selbe Adresse. -~^ j-a^d» wirth Edward, geb. 6: IV. 1906 Wien, XX., fas^t«sjr^5|^- Reis Margarethe geb. Bauer, geb. 18. VII. 072i Wi^^r» NVitwet, XVII,, Rosenackergasse 70. — Kohn MÄrift^g^. 17. XI. 1895 Wien,, verh., XVIII., Schopenhauers(r. ,7^ r~ Kohn Felix, geb. 1. ,1924 Wien, selbe A(Jfeasc; -4 töök* tor Schlesinger I^ärl, geb. 21. I. 1894 Wien; ledig, Ingen.., Privatbeamter, X\fIII,, Gersthoferstr. I2;j -r- Schlesinger Emil, geb. 6. IX, 1896; Wien, ledig, selbe Adresse. *~ tivlter Emilie, geb. 9. VII. 1907 Wien, ledig, XHI.^. Amalienstraße Nr. 14. - Haas Karl, geb. 25. V. 1910 W&n^ledjgM XV., §j)errgassc 3. —. ljalflftik Alice geb. Hoqr, geb. 4. VI. J.$87 Wien, verheiratet, XV., Marjahilferstraße 156. '~ liaas Benno, geb. 27. X. 1907 Wien, Alexandrien. — Briiekner Otto, geb. 27. t 19pi 3aden, ledig, I., Kutnpfgassp -9/ iERNETvfm%WDE $PRACHf H . in 4er Berlitz School, Wien I, Graben 13 l»IWt»rt TwifWwnfCh