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Die neue Welt · 1929-11-01 · Heft 111 (1.11.1929) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 111 (1.11.1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. Vif Wß NfiüB WEtf Sielte aber keine Toten mitiühreu. Es war herzzerreißend, zu sehen, wie die gante in die Wanderschaft gezwungene Kolonie von ihrem geliebten Bruder und Arzt weinend Abschied nahm. Alle weinten, nur die am meisten betroffene Witwe des hervorragenden Menschen vergoß keine: einzige Träne. Sie war die Samariterin der Kinder und Frauen, die aus der Kolonie zogen, und der aufmunternde Geist der Männer und Jünglinge, die verzweifeln wollten. „Wir müssen weiterkämpfen, denn man kann das Leben einbüßen, Vermögen verlieren, aber niemals die Ehre opfern ,. r Die Einwanderung nach Palästina. Die zionistische Exekutive fordert 6000 Zertifikate. Die Zionistische Exekutive hat der Palästinaregierung Vorschläge betreffend Ausfolgung von 6000 Zertifikaten für neue Einwanderer unterbreitet und diese Vorschläge mit der augenblicklichen Arbeitslage und den Bedarf nach neuen Arbeitskräften begründet. Wie mitgeteilt wird, haben alle in den Mo« naten September und Oktober In das Land gekommenen Chaluzim in verschiedenen Arbeitszweigen Beschäftigung gefunden. Ein teil der neu Eingewanderten Ist 'beim Bau von Wegen zwischen den jüdischen Siedlungen beschäftigt. In Jerusalem besteht Mangel an Arbeitskräften. Aus allen Teilen des Landes laufen Forderungen wegen Zuteilung von Arbeitskräften ein. Der Oberk'ommlssär Sir John Ohancellor hat neuerdings eine Abordnung der arabischen Exekutive empfangen, die ihm die Forderung unterbreitete, kn Hinblick auf die „politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse" eine neue jüdische Einwanderung nicht'zuzulassen. Chancellor hat auf diese Forderung eine Antwort nicht erteilt. Abschluß der Palästina-Hilfsaktion in England. — Resultat: 90.000 Pfund. London, 23. Oktober. (J. T. A.) Das Palästina- Nothilfs-Komitee (Palestine Emergency Fund) hat in einer im Büro von Lord Melchett abgehaltenen Sitzung, der Lord Melchett, der Marquis of Reading, d'Avigdor Goldsmid und Simon Marks beiwohnten, den Beschluß gefaßt, die Nothilfsaktion als abgeschlossen zu erklären, nachdem der Appell zur Hilfe an die Palästina- Opfer von allen jüdischen Gemeinden der Welt so hochherzig beantwortet wurde und schließlich angenommen werden muß, daß die Palästina-Regierung den Opfern der Unruhen Entschädigung leisten wird. Mit großer Genugtuung wurde die Mitteilung des Schatzmeisters entgegengenommen, daß die Nothilfsaktiön' in England einen Bareingang von über 90.000 Pfund ergeben hat Gleichzeitig wurde beschlossen, dringend die Er neuerung der Arbeit für den Keren Hajessod, die seit den Unruhen in Palästina geruht hat, mit erhöhter Energie wieder aufzunehmen. Said Tschernichowsky in Wien, Ehrunsen für den Dichter. Der Jugendveredn „Erez Israel" lud den großen hebräischen Dichter Saul Tschernichowsky nach Wien ein. Zu seiner Ehrung fand Samstag den 18. Oktober, im Festsaal des Hotel Continental ein Empfangisabend statt, an welchem der Dichter von der Wiener nationaljüdischen Jugend gefeiert wurde. Prof. Dr. Dies endruck würdigte in hebräischer Sprache das Wirken Tschernichowskys und gab einen Querschnitt durch sein Werk. Nach ihm hielt Dr. Cfa. Tartakower eine deutsche, den Gast feiernde Ansprache. Frl. Lewinsohn rezitierte einige der schönsten Dichtungen Tschernichowskys, worauf Oberkantor M ar guli es mehrere vom Dichter textierte Lieder sang. Zum Schluß las Tschernichowsky selbst in meisterlicher Weise aus seinen Werken. An den Abend fügte sich ein Eropfangsiban/kett, an welchem Vertreter verschiedener Organisationen sprachen. Tschernichowsky las ein Gedicht, das die letzten blutigen Ereignisse in Palästina zum Hintergrund hat. Sonntag den 19, Oktober wurde fsohernichowsky von der jüdischen Jugend gefeiert. Bei dieser Gelegenheit richtete er warme, überzeugende Worte an seine jugendlichen Zuhörer. Montag den 20. d. M. veranstältete der Hebräische Klub zu Bhren Tsohernichowsikys einen intimen Abend.. Der Höhepunkt bildete der Vortrag des Dichters Über den „Rhythmus in de r hebräis ch en Dichtung".. . Alle Veranstaltungen trugen einen würdigen, für die jüdische Jugend eindrucksvollen Charakter und ließen auch beim gefeierten Gast die besten Eindrücke zurück. Der Verein „Erez Israel'* hat sich für seine ausgezeichnete Idee und deren Durchführung vielen Dank erworben, uuaMiunmwiHiiiiuiMAMNNiiiiuim^ ......ii'«<mii«iiilii»>uimnimmi.iiuiiuuiia»ii. gmHni.mi'1-mnMiimnmi.....ullNHiHiTbliiViipiilMimiililiiitin!M>iM.....Hii«»iMWNii»iiMmAiÄ SIEGM. KORNKEHL QROSSFLEISCHHAUBRII Zentrale IX., Berggwge 19. TV«pW 17»u. 16-9-34 L i e f e r a n ' •U r Heilanstalten «mim unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinat* der Isr Kultusgemeinde Wien AiitoxuiUliuno ko«Unlo» IX, *«f09«ii« 19 / XVIII., WflMn0aritr, 97 Haben die Juden die Bewohner Kanaans aus« gerottet? Historische Bemerkungen von Df, S. Kadisch (New York.) Die arabische Revolte in Erez Israel hat viele Fragen aufgeworfen, unter anderem auch historische Probleme, die im Zusammenhang mit der Einwanderung der Juden in Kanaan stehen. Verschiedene Hypothesen wurden anläßlich der blutigen palästinensischen Ereignisse aufgestellt: vor allem die eine, daß die Juden die Kanaanitef bei ihrer Einwanderung ausgerottet haben. Es handelt sich hier nicht etwa um die Konstruierung eines jüdischen Rechtes auf das Land, sondern um die historische Wahrheit, wie sie sich aus der Bibelforschung, aus den letzten wissenschaftlichen Resultaten ergibt. Im Buch Josua steht geschrieben, daß die Juden die Kanaaniter mit der Schärfe des Schwertes ausgerottet und ihr Land in Besitz genommen haben. Gerade hier gilt es, die historischen Fakten festzuhalten. Kein Volk, das in ein zivilisiertes Land eingewandert ist, war ml stände, das ältere, ansässige Element zu vertu« gen, vielmehr fand stets eine Rassenmischung und Rassen* Verschmelzung statt. So war es bei allen Völkern. Die Juden bilden hierin keine Ausnahme. Auch die Juden, die Kinder Israels, die von der Wüste kamen, mischten sich mit der Urbevölkerung der Kanaaniter und wurden ein Volk, das Volk Israels aus der Zeit der Könige und Propheten. Die Juden rotteten also die Kanaaniter nicht äits^ sondern lebten friedlich mit'ihnen zusammen. Und doch — was erzä'hlt das Buch Josua darüber? Es erzählt uns, daß die Juden bei Jericho über den Jordan hinübergegangen sind und ein derartiger Schreck die Kanaaniter befiel, daß innerhalb fünf Jahren das ganze Land erobert werden konnte. Die Ureinwohner seien vollständig ausgerottet worden, ohne daß eine Spur von ihnen geblieben sei. Aber wenn wir das Buch Josua hernehmen, finden wir eine merkwürdige Sache. Das Buch fängt zwar mit „Und es ist gewesen nach dem Tod« Josua" an, Ist aber keine Fortsetzung des Buches der Richter, sondern setzt sonderbarerweise die Geschichte der Zeit nach Moses' Tod fort. Es heißt, daß am Beiginn des Buches der Richter dasselbe erzählt wird wie im Buch Josua, nur in anderer Weise. Die Juden, heißt es, haben das Land nicht mit dem Schwert erobert, sondern sind friedlich eingewandert und haben lange Zelt oben auf dem Gebirge gewohnt. Es war ihnen gar nicht möglich, gegen die zivilisierten, gut be waffneteh Kanaalniter'losWgehen, während umgekehrt dies« mit ihren Reiterwagen nichts gegen die im Gebirge angesiedelten Juden ausrichten konnten. So fällt also die Behauptung im Buch der Richter, daß die Juden die helmischen Einwohner von Erez Israel ausgerottet hätten, in nichts zusammen; zumal wenn man die Stelle berücksichtigt: „Und sie nahmen deren Töchter zu Frauen und ihre Töchter gesellten sich zu deren Söhnen und sie dienten deren Göttern". Es gilt daher bei. den modernen Bibelforschern als unzweifelhafte Tatsache, daß der Bericht im Buch Josua einer späteren Zeit entstammt und nicht der Wahrheit entspricht, söndern der Absicht des Verfassers, zu zeigen, daß die Juden nur insolange mächtig und siegreich waren, als sie unter dem Zeichen ihres alten einzigen Gottes-handelten, hingegen unterlagen, wenn sie ihm untreu wurden. Und wir wissen ferner, zuletzt aus den längsten palästinensischen Ausgrabungen, daß die Juden jahrhundertelang friedilich mit den Katiaanitern zusammenlebten und erst sehr spät die Lebensformen der Ureinwohner annahmen. Es fiel den Juden nicht schwer, aus Norhadenhirten Bauern zu werden. Hingegen konnten sie sich an städtische Lebens¬ und Erwerbsgestaltung, an den Handel, erst langsam gewöhnen. Der Jude war in iener Zeit Hlrte und Bauer und Viehzüchter, der Kaufonannsstand war bei i'hm eine Ausnahme. Dies erhellt am besten daraus, daß „Kanaaniter" für ihn ein Synonym für „Händler" war. Und wie heute der Ohaluz durch friedliche Arbeit das Land erobert, so haben es seine Urahnen getan, damals als sie das Land der Kanaaniter fruchtbar machten. Die Ursachen der Revolte in Palästina. Wie ein linkssozialistischer Arbeiter sie sieht Ein linkssozialistischer Arbeiter, der schon seit mehreren Jahren in Palästina wohnt, schreibt uns: Ich will versuchen, soweit es möglich ist, eine objektive Antwort auf die Fragen nach der Ursache der Unruhen in Palästina zu geben. Ich muß aber vorausschicken, daß ich die Dinge «doch immer vom Standpunkte der Arbeiterbewegung aus betrachte. Der Ueberfall der Araber auf die jüdischen Siedlungen ist eine für Palästina spezifische Erscheinungsform des Entwicklungsprozesses von der politischen und wirtschaftlichen Herrschaft des Feudalismus zur modernen btirgerlicbenGesellschaftsordaung. Gegen diese Entwicklung rebellieren die Ueberreste der untergehenden f e u d a 1 e n K1 a 8 s e, die sich krampfhaft an ihre entschwindenden Positionen klammert Ein oberflächlicher Betrachter wird hier allerdings folgende Einwendungen erheben: Erstens trägt StfjneHc StömerjlutDeruna bei Suruntel, Eranbtountien, omf) 3nfettettfti(f)en! DI» leuchtenden Wärmestfahisn dar Solluxlampe - Original Hanau - (nicht zu verwechsln mit den ultravioletten Strahlen der bekannten Quarzlampe „Kunstliche Hohensonne" — Original Hanau—) haben die segensreiche Eigenschaft, eine außerordentlich starke Blut' zuiuhr zum Herd der Entrundung zu bewirken. 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Hexenscnutt (Lumbago), steifem Nacken, üehnenzerlüngen (auchüber-, spielte Klaviernand) bei Sportverletzungen, Prellungen, Quetschunken, ver-, steiften Gelenken, Verstauchungen, bei Otienkuentzundungen, Blutergüssen in Bindegewebe u d Oftlenke I (sogen, blaue Plecke). Be Zahnschmerzen aller Arti I t. B. .Wurzelhaut- Knochenhaut - Ent-1 Zündung (Dicke Backe), Nachschmerzen nach Operationen, _ Kieierklemme, bei bei Hämorrhoiden u. (als besonders segensrelc. vorzumerken) bei Menstruatlonsschmerzen,' bei Entzündungen | der Hoden, Nebenhoden und der Prostata (Vorsteherdrüse). jede moderne Entwicklung — wie jede uns aus der Geschichte bekannte bürgerliche Revolution — einen agressivon Charakter, während in unserem Falle die aufsteigende bürgerliche Klasse angegriffen wurde. Zweitens fehlt hier das charakteristische Moment einer jeden Revolution, die Einheitsfront der aufständischen Klasse. Haben sich doch arabische Arbeiter im I<ager der feudalen Gegenrevolution aktiv beteiligt. Auf diese Einwände ist zu erwidern: 1. Die eigentliche politische Herrschaft befindet sich in den Händen einer fremden politischen Macht, der englischen Regierung, welcher Umstand der herrschenden feudalen Klasse, den Großgrundbesitzern (Effendis), den Schein einer antiimperialistischen Einstellung verleiht, In Wirklichkeit beschränkt sich diese „Opposition" auf einen Kampf der aristokratischen arabisohen Familien (Dynastien), um einträgliche und politisch einflußreiche Wochen-Kalender November 1929 npfi. ■ mn . Tischri Ö6.QO , 1 Freitag 28-rq ', Sabbateingang 4.35 ren nwn ' 2 Samstag 29-153 / '; Sabbatausgang 5.16 . tfcnn. ino rnaen »nwo 3 Sonntag 30-i WTIW'n'K 4 Montag 1-K , . »In mM □ 5 Dienstag 2-3 6 Mittwoch, 3-3 7 Donnerstag 4-1

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