Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 111 (1.11.1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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$ Seite 6 m mm weilt Nr. 1IT Ä. £ * f 1I/ICN '»f Adler«aiie B Richard Herzog witH H^MSfiTit T»I.A-41**?4 Sprechapparate JttftP Art, ftP*»* Jüdische und heMHsdie Schaliplotten sowie all« modernsten Tanx- und Gesangsschlager in retohiter Auswahl auf Lagen Auch Teilzahlungen! Provinzversand Eine Mlilionertstlftufig für die Budapester Koitusgemeinde. Vor einigen Tagen starb in Budapest im Aller von 70 Jahren Frau Jenny G r a u e >r, eine. Tochter des vor vielen Jahren verstorbenen Großlndustrielilen Max Gramer, nach oker Operation, Die Verstorbene hat nahezu ihr gesamtes, eine MlMion Pengö (rund elneinviertel Millionen Sohilling) betragendes Vermögen der Budapester Kultusgemeinde für verschiedene Stiftungszweck« vermacht. Das herrliche Palais auf der kakoczystraße vermacht die Erb lasserln gleichfall« der Kultusgemeinde, mit der Verpflich tung, daß sie 1ür ein würdiges Leichenbegängnis zu sorgen, auf das Grab ein entsprechendes Grabmal zu steilen und an Ihrem Todestag das Kaddischgebet verrichten zu lassen habe. Eine Schenkung an den Nationnlfonds. Auf Initiative des Leiters des Jüdischen National fottds in Italien, G. Sinigaglia, und des Dr. A. Serini, eines italienischen Juden, der gegenwärtig in Rechoboth wohnt, wurde in Italien unter dem Namen „Der Boden" eine Gesellschaft gebildet mit dem Ziele, für ihre Mitglieder Boden in Palästina zur Anpflan zung von Orangenhainen zu erwerben. Dieser Boden soll dem Jüdischen Nationalfonds als Schenkung übergeben werden mit der einzigen Bedingung, daß er nadi den Grundsätzen der erblichen Pacht den Mit gliedern der Gesellschaft Uberlassen bleibe. Als Anerkennung des Eigentumsrechtes de9 Jüdischen Nationalfonds auf den Böden wird die Gesellschaft dem Jüdischen Nationalfonds eine kleine Pachtrente zahlen. In der letzten Woche erwarb diese Gesellschaft wertvollen Planiagenboden . zwischen Bnei Brak uud den Petadi Tikwah-Böden südlich des Weges Tel-Awiw —Petach Tikwah. Eine Fläche von 82 Dunnm wurde unter den obigen Bedingungen dem Nationalfonds Übergeben, ein zweites Areal im Umfang von 91 Dunam wird dem Fonds demnächst überantwortet werden. ■nasai Im Kampf um den Heimatboden. Die Helden de« Selbstschutzes, Es Ist ki denjetzten Wochen so manches schon über das heldenmütige Verhallten des> jüddscheh Selbstschutzes Während der Unglückstage in Palästina geschrieben und erzählt worden. Es ist kein Zweifel, daß sich das jüdische Volkslied dieses Stoffes bemächtigen und einzelnen Personen. ein Denkmal der Dankbarkeit setzen wird, das für'alle Zeiten .zur Aufmunterung, in der -Aufbauarbeit und in der Verteidigung der in- Schweiß und Blut , erworbenen -heimatlichen Scholle dienen wird. Einige dieser FäiUe Jüdischen. Heldenmutes sollen hier angeführt werden. Jerusalem In den Händen der Juden. Man ist leicht geneigt, die Rolle der alten Juden, besonders in Jerusalem, während der kritischen Tage in ein. schlechteres Licht zu setzen. Als die, Situation in Jerusalem' am gefähnlichsten wurde, hegte man die Befürchtung, daß besonders die. Vorstadt.. Meah, Scbearim, das Zentrum des Althergebrachten, die Vorstadt der. Frommen und Ghassidäm, versagen und den aratysebetf Mördern und Plünderern den geringsten Widerstand werde leisten können.; Aber das gerade Gegenteil . war der Fall. Mcah Sohearim gejneinsam mit dem angrenzenden. StadtteU' Jemin Mosche waren die ersten, die eine Schar von tau-, senden Arabern gleich nach dem ersten Ueberfall zurückgeschlagen Ihaiben. Wohl hat Jemin Mosche .auch . von den Ohaluzim dnigen Sukkurs bekommen, aber Meah Scheariim hat sich aus eigener Kraft gewehrt und behauptet. Da gab es keinerlei Se^ätationsgelüste, jung und alt aller religiösen Gemeiaisohalften . im'jüdischen Jerusalem haben sich zusammengeschlossen und unter Führung der Jungen ausgezeichnet. Gleich am ersten Freitag wurde von den Juden in Jerusalem die Situation erfaßt und zwei Stunden nach dem ersten Ueberfall hatten die Juden die - heilige Stadt bereits behdrrsoht und acht Tage lang, bis das englische Militär angekommen war, in Ruhe und Ordnung gehalten. Führung und Disziplin waren bewundernswert, so sehr, daß Dr. Nahum Sl ous z, der sich mitten im Feuer befand, die Behauptung aufstellt, daß, wenn sich in diesen Tagen unter den Führern des Selbstschutzes ein Abenteurer befunden hätte, er mit Leichtigkeit die Wiederherstellung Jerusalems als die politische Hauptstadt des jüdischen Volkes wie unter den Königen David und Salomo hätte prokiemieren können. Militär war 'keines da, die Europäer zusarnrnen mit ' ihTeh Konsuln zitterten um ihre Existenz VßfßiilßVeÄiöS-iieö-ißisIWt W VersiüieraDQi-Gesejlscfiaft Min u»l taaliGDManz: Wien IH Otto (IibefoaiiBt simtlithet Sid^dpiim«^tari8|ni ib des Mstu Mmm w* FUnin nicht minder als die schwachen bedrängten Juden. Aber Besonnenheit, Takt und Disziplin halben solche Abenteuerlichkeiten nicht aufkommen lassen. Die Verteidigungsburg Im Lehrerseminar. In dem kleinen Bergstädtchen Beth Ha ke rem befindet sich das noch nicht ganz fertiggestellte Gebäude des Lehrerseminars. Die Siedlung Wird hauptsächlich von Lehrern, Beamten und Schriftstellern bewohnt. Gegen diese Kolonie waren die Araber mit besonderer Vehemenz angestürmt, weil ihnen gesagt wurde, daß sich hier jene Anstalt befinde, in welcher Jüdische, Lehrer zum Baß gegen die Araber herangebildet werden. Kaum waren jedoch die ersten Sturmzeichen fühlbar geWord&n, als auch schon das Seminargebäude zu einer verita'blen Testurig timgewandelt wurde, dn Welcher alle Männer, jung und alt, sich , zum Abwehrkampf vereinigt hatten. Zunächst wurden alle Kin- NEUERÖFFNETE REICHHALTIGE MODERNE LEIHBIBLIOTHEK DER BOGHERSTUBE M. RATH WIIN, II., TABORST RA SSI Nr. 20« TBL.» R-43-W8. ALLE NEUERSCHEINUNGEN 1 REICHE AUSWAHL IH H1BRAIMA UND JUDAIKAI MONATSGEBUHR NUR S 3 - KEINE BANDOEBÜHR l TAGLICHER UMTAUSCH I der, Frauen und Greise im Gebäude in Sicherheit gebracht, während mit wenigen Waffen, aber mit vorzüglicher Kriegstaktiik die anstürmenden Arabermassen zurückgeschlagen wurden. Am nächsten Tag, einem Satobat, hatten die Araber von den wilden Beduinen Sukkurs erhalten umd begannen den Generalsturm auf die „jüdische Burg". Es war ein schwerer, fürchterlicher Kampf, Aber er endete mit der Niederlage der Araber, die sich fluchtartig m die Berge zurückzogen. Die Araber erzählten, daß sich in der Judeniburg viele Tausende von gutbewaffneten Juden befänden, die sich als unbesiegbar erwiesen. Auch hieir hat Disziplin und Umsicht Wunderbares geleistet. Eine heldenmutige Jüdische Frau. Seit vierzig Jahren leiben in der Kolonie B e e r- Tobia einfache, arbeitsame Juden, die mit viel Fleiß und ungeheurer Ausdauer diesen einst völlig verödeten Winken im Süden des Landes zu einem blühenden Gemeinwesen aufgebaut haben. In der Kolonie lebte als Arzt, den die Organisation „Hadassah" dahin entsandt hatte, Doktor Jezreeli, der wegen seiner Menschenliebe und Opfer- INGELEN RADIO* Apparate I und Lautsprecher f die führende Harke ■ Willigkeit bei allen, Juden und Arabern, gleich beliebt war. Selbst die wilden Beduinen aus den weiten Wüsteneien pilgerten zu diesem prachtvollen Menschen und Arzt, um bei ihm Rat und Heilung in Krankheitsfällen zu finden. Als nun die Parole zu allgemeinen Pogromen ausgegeben wurde, befand sich auch die Kolonie Beer Tobia, die ziemlich verlassene jüdische Siedlung, auf der Liste. Die Juden verschanzten sich rasch in einem großen Kuhstall. Vor einiger Zeit hatte die Regierung den Kolonisten eine Anzahl von Gewehren zur Selbstverteidigung zur Verfügung gestellt. Sechs Wochen vorher jedoch wurde die gesamte jüdische Bevölkerung von den Behörden wieder entwaffnet, mit der Begründung, daß die Regierung allein für die Sicherheit im Lande verantwortlich sei und zu sorgen habe. Aber jetzt war, von der Regierung und ihren Organen weit und breit nichts zu sehen. Sechs arabische Polizisten wurden zur Aufrechterhaltung der Ordnung in die Kolonie entsendet, aiber diese haben sich wie an vielen anderen Punkten des Landes sehr bald als Helfer nicht der Ueberfallenen, sondern der Mörder und Plünderer entpuppt. Zum Glück fand man im KeHer neben dem Stall noch fünf vergrabene Flinten und etwas Munition. Mit diesen Warfen nun führten die Helden von Beer Tobia den Kampf gegen eine Horde von vielen Hunderten wilden Arabern. Die Araber rückten immer näher heran. Sie wurden zu ihrer großen Ueberraschung mit einem Abwehrfeuer empfangen und außer einer Anzahl von Verwundeten hatten die Araber auch einen Toten zu beklagen, und da zeigte sich wieder die Hinterhältigkeit und gemütsrohe Undankbarkeit des Mördergcsindels. Die Araber zogen sich von ihren Positionen zurück, entsandten einen der arabischen Polizisten in die Stellung der Juden mit dem Ersuchen, daß Dr. JesreeM herauskommen möge, um einen schiwerverwundeten Araber zu verbinden, und gaben die bindende Versicherung, daß sie den Kampf so lange, als der Arzt mit dem Verwundeten 'beschäftigt sein und Dr. Jezreeli sich wieder in Sicherheit gebracht haben wird, unterbrechen werden. Der jüdische Arzt verließ mit einem kurzen Abschiedshlick auf seine Frau und irwei. Kinder in Begleitung zweier Kolonisten seinen sicheren Platz, um seiner Pflicht zu entsprechen. Die Kolonisten, die ihn zur Vorsicht mahnten, hatten Recht behalten. Kaum hatte sich der jüdische Arzt über den schwerverletzten Araber, der noch den Revolver in der Hand preßte, gebeugt, als ein in der Nähe stehendetr Araber dem auch um seine eigenen Brüder vielverdienten Dr. Jezreell eine Kugel dn den Kopf jagte, die diesen sofort tötete. Als seine Begleiter, wie durch ein Wunder gerettet, wieder in den Stall zurückkehrten, fragte die Gattin des Dr. Jezreeli ruhig und alles ahnend nach dem Verbleib ihres Mannes. Niemand wagte zu antworten. Still, ohne auch nur einen Seufzer hören zu lassen, umarmte die schwergeprüfte Frau ihre zwei nunmehr verwaisten Kinder und machte sich sofort wieder an die Arbeit, die Patronen für die Verteidiger jüdischen Lebens und jüdischer Ehre gebrauchefähig zu machen. Der Angriff der Araher hatte «fch unter wildem Geheul und mit aufgepeitschter Begeisterung die gmit Nacht hingezogen. Drinnen aiber in der kleinen Massada Im Stall von Beer Tobia war alles ruhig, ohne Nervosität, alles Sinnen und jede Bewegung nur auf das eine Ziel gerichtet, den Feind abzuwehren und jMsobes Leben und üdisches Gut zu schützen. Allen voran war es die Frau des meuchlings ermordeten jüdischen Arztes, die beruhigend und aufmunternd wirkte, während sie die kämpfenden Männer in ihrer Arbeit unterstützte. Der Araberangriff auf Beer Tobia wurde abgeschlagen. Am nächsten Morgan erschien englisches Militär, der Kommandant befahl den Juden, die Kolonie zu räumen. Die Juden, die sich heldenmütig geschlagen hatten, mußten gehorchen. Ihre Bitte, den Leichnam ihres geMebten Märtyrers mitführen zu dürfen, wurde abgeschlagen. Die Engländer erklärten, daß sie nur Lebende, 5ür 5 2)oM«#oöcn — ein erlcönis! ©ie mit grofjem (Erfolg aufgenommene« .Qirful* unb Sartete«$torfiellungen bet $ofaS*@d&u$ctetn«faötif toetben täglid) $af& 4 Uhr nad)ntittog8 an allen SOßetltagen bis 16. flcobemfjer. im 8tt!u8 Äentxal am ^taterftetn f ort gefegt, fitpcifcllol $at jlcb bie s>o!ug buta) biefe öprftellungen, bei benen bot allem bte ©lotomctnlagen unb Sietbtefluten aufjetOTbentlidjen öeifatt finben, bet grofj unb «ein einen &efPräö)ftoff für lange 3eit gefiä)ert. 0ür bie ftugenb tft eine foId)e »orfteHimg ein ®r* lehnis. $af Programm ift fo sufamtnengefteut, bafe «8 audj für garoje ©ajuten obex klaffen empfehlen ifi Set SBorbetfattf finbet ftatt bei $ud)s & ©dpotmann, 2, »«tri, ©einefttafjc 5. unb ©tutoerfttafee 86, ©ttumtff&foemme, iiJVW' Wet0l*tö&c 88» Äaufjauä üßobiefa, 21. ®$xt, «m $P{ö, itt atten miiafen be* 0rtumtof$aufe* 3&ew$<it& @dpon, im $0lu8*$tämtenMto, 17. üöejitf, Söerontfagatje 29, reftltdje Äatten tägtld) ab fiatt 8 Vtyfm bet SitfuStalfa. fielet, bie mit tyten Waffen bie «otfteuung befunden tooHen, bitten toir, ftd) toegen bet Cinteilung mit bet JDiteftiott bet 3>oIu8 in iöetbinbung ju fefeen. lele^on.Slr. 22»2-82. ®oIu^ud)ftaben finb in ietet $ofe ®oIu«»@d)u^cteme, in lebet SDofe a>Qltt«»9u&fobetttoafta ttnb i« \<tox blauen $afhttt| ü/ieta-Sctfcntulber eingelegt.