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Die neue Welt · 1929-10-18 · Heft 109 (18.10.1929) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 109 (18.10.1929)
Date
1929-10-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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»IM»N» I »■> » V» » mr ■ Ht. 109 DIE NEUE WELT Seite % *\ allein 60 Millionen Goldlrawken gekostet haben, weHers müsse man das Kapital der Einwanderer von der Kategorie der „Kapitalisten" tn der Zahl von über 17.000 hinzurechnen, das ein Minimum von 1000 Pfund pro Kopf betrage, und schließlich das nicht unbedeutende Kapital, das den landwirtschaltHdhen Gruppen als Hypothekarsomttd geliehen worden sei. Also, selbst wenn man die mitgebrachten Mittel der nichfekaipitalistisoben Einwanderer und das Vermögen der 50.000 Juden, die vor dem Zionismus Jn Palästina waren, nicht berücksichtige, betrage das Kapital, das aufgewendet würde, um 100.000 Juden im Lande festzusetzen, mehrere Milliarden italienische Lire. Es frage sich nun, was $ür Fnüdhte dieses Immense Kapital gebracht habe. Die Bevölkerung, die von der Landwirtschaft lebe, betnage bloß 35.000 Menschen, die Ansiedlung der Kolonisten sei teuer und der Siedler müsse sidh zur Rückzahlung der für ihn gemachten Aufwendungen verpflichten. Mit diesem System ihat der Zionismus, „Hinderte und Hunderte von Millionen ausgebend, eine Kolonisation geschaffen, die bisher, in zehn Jahren, nicht nur wenig mehr aJs 10.000 Bauern umfaßt, sondern unter einem beängstigenden Regime von Hypothekenschulden steht", ökonomisch noch weit entfernt ist vom Gleichgewicht in Einnahmen und Ausgaben und politisch bisher nichts erreicht hat als die arabische Revolte. Wie dilettantisch die Böden administriert und kultiviert werden, könne man sich leicht vorstellen, denn die meisten kämen auf dem Wege über die Schulbank zur Landwirtschaft, „Pioniere" einer Mission, bewundernswert in vielen Fällen wegen ihres Idealismus. So sei die Lage der Kolonie sehr schwer, dde Aussicht auf Selbsterhaitun« in weite Ferne gerückt. Bin anderes Uebel sei die Arbeitslosigkeit, deren der Zionismus wohl Herr geworden sei, aber nicht, weil sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert habe, sondern nur durch öffentliche Arbeiten. Das Bild vervollständigt die Gegenüberstellung der Ein- und Auswande<- rungsziffer von 1928. Nichtsdestoweniger werde es dem Zionismus leicht sein, neue Einwamder-ungsmassen bereitzustellen und ihnen bescheidene Arbeitsmöglichkeiten zu garantieren. Aber von der Million Juden sei man noch weit entfernt. Und wenn die ersten Hunderttausend die Situation politisch so schwierig gestaltet haben, so müsse man fragen, welchen Konflikten, nicht welcher Ar.beit der Zionismus seine neuen Einwanderer entgegenführen will. So sieht die Beurtedl'ung des zionistischen Werkes in einem führenden Blatte Italiens aus. Eine Polemik erübrigt sich; aber es ist nötig, zu wissen, wie unsere Bewegung „draußen" beurteilt wird und unsere politische Arbeit auf diese Tatsachen einzustellen, Ein Organ der Exekutive in Jerusalem. Jerusalem, 10. Oktober. (J. T. A.) Die Zionistische Exekutive hat, wie offiziell mitgeteilt wird, die in Jerusa* lern in englischer Sprache . erscheinende Wochenschrift „Palestine Weekly", die bisher von Ithamar Ben A v i, dem Sohne von Eliezer Ben Yehuda, redigiert worden ist, erworben. Die Zeitung wird von jetzt ab unter der Leitung der Exekutive herausgegeben werden. Justin Godard und van Passen Gäste der Stadt Tel-Awiw. Tel-Awiw, 9. Oktober. (J. T. A.) Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw gab zu Ehren des Senators Justin Godard, Präsidenten des Pro-Palästina-Komitees in Frankreich, des bekannten französischen Schriftstellers Albert Londres und des holländischen Schriftstellers und Sonderkorrespondenten der Jüdischen Telegraphen-Agentur Pierre van P a a s s e n einen Empfang. Godard und Londres erklärten, sie seien ergriffen von dem bewundernswerten Geist der jüdischen Jugend und dem Heroismus der jüdischen Kolonisten, die ihre friedliche Aufbauarbeit keinen Augenblick unterbrochen haben. Londres erklärte, trotz der letzten Ereignisse habe er keinen Grund, den Titel seines neuesten Werkes zu ändern, der lautet: „Der jüdische Wanderer ist angekommen". Das Rahelgrab vereinsamt. Jerusalem., 10. Oktober, (J. T. A.) Infolge der unsicheren Zustände in Palästina haben im Verlaufe des Monats EluJ im ganzen etwa 300 Juden das Grab der Erzrautter Rahel besucht, In früheren Jahren pflegten viele tausend© Juden während des Elul-Monats zum Rahel-Grabe auf dem Wege nach Bethlehem au pilgern. Arabische Demonstration gegen den Oberkommissär, London, 14. Oktober. „Daily Mail" berichtet aus Jerusalem: Der Vollzugsrat des arabischen Palästina« kongreases faßte gestern den Beschluß, am Mittwoch in Palästina den Generalstreik als Protest gegen die neuen Bestimmungen des britischen Oberkommissärs für jüdi* äene gottesdienstliche Handlungen an der Klagemauer zu erklären. Der G r o ß m u f t i sandte ein Telegramm an König Georg, in dem er die Tatsache in Erinnerung bringt, daß vor 13 Jahrhunderten der mohammedanische Kalif Omer alle christlichen Heiligtümer in Palästina schützte, und erklärt; Im Namen von Millionen Mohammedanern unter« breite ich die mohammedanische Bitte, daß die Schuld der Christenheit beglichen wird, indem die roobammedani» LERNET FREMDE SPRACHEN in der Berlitz School, Wien I, Graben 13 Prospekt T auf Wun«ch sehen heiligen Stätten gegen den zionistischen Angriffs« geist geschützt werden. Der Vollzugsrat beschloß auch, dem Premierminister und dem Kolonialamt mitzuteilen, daß Sir John Chancellor als Oberkommissar unge* eignet sei, da seine Politik die englisch»arabische Freund« schaft schädigen werde. Zwe! jüdische Polizisten entlassen. Jerusalem, 8. Oktober. Zwei jüdische Polizisten in Jerusalem wurden verhaftet, weil sie sich weigerten, in ausschließlich von Arabern bewohnten Stadtvierteln den Patrouillen dienst zu versehen, ohne daß ihnen Waffen gegeben wurden. Ihr Gesuch, ihnen während der Patrouillengänge das Tragen von Waffen zu gestatten, wurde abgewiesen; sie erhielten Ordre, den Dienst, nur mit Stöcken bewaffnet, auszuüben. Die beiden Polizisten wurden im Disziplinarweg zur Dienstentlassung verurteilt. Die Schäden der amerikanischen Bürger in Palästina.- Staatssekretär S t i m s o n teilte dem demokratischen Mitglied des Kongresses Herrn Ceiler aus New York, der Jude ist, mit, daß das Staatsdepartement nicht in der Lage ist, die Ansprüche amerikanisoher Staatsangehöriger gegen die britische Regierung auf Ersatz von bei den jüngsten Palästinaunruhen erlittenen Schäden an Der Tonfilm in seiner letzten Vollendung! Tonfilmdrama . ab 22. Oktober täglich im Ufa-Ton-Kino II., Taborstraße Nr. S . . : : . ' ,• '•! . < „• t/* . -'i . ". y , - ' ■ f Tonwiedergabe nicht auf Platten, sondern auf Filmband f Monopol dar Qaumont Qe«. in* b* H. igentum von sjoh aus zu. behandeln. Das nent 'ha/be den amerlikaniisohen Generalkonsul angewiesen, sein Bestreben darauf zu richten, tin für die Einbringung von Schadenersatz-» Mtens aimenikariisciher Staatsbürger bei der ndnis'tratiqn verlängert werde. Solution des Weltfriedenskongresses. 10. Oktober, {f. T. A.) Der in Athen a'bget f r i e d e n 9 k o h g r e ß hat mit 50 gegen e vom Franizosön C o r c o s eingebrachte und r Smith bekämpfe Resolution angenommen, bedauern des «»Kongresses über die Palästina ausgedrückt und der Wunsch ausird, daß "England jake erforderlichen Maßfem möge, um .ähimliiohen Vorkommnissen in >r0uibew««ti, Vom Wiener Palasrlnaamt. In der Zeit vom 1. April 192° bis 30. September 1939 wurden vom Wiener Palästinaamte inagesamt 93 Per» sonan nach Palästina abgefertigt. Unter diesen befanden sich 79 Auswanderer, darunter e Mädchen, die mit Zerti* fjkaten gereist sind ferner 5 Emigranten, die von ihren Verwandten angefordert wurden, 3 Heimkehrer, 1 Schüler der landwirtschaftlichen Schute Mikweh Israel, sowie fünf Touristen. Die Auswanderer waren hauptsächlich land* wirtschaftliche Arbeiter, es befanden sich ferner unter ihnen einige gutqualifizierte Metallarbeiter, Bautechniker, Steinmetzer, Bauarbeiter usw.. Die Mädchen waren vor* wiegend in der Gärtnerei, Hauswirtschaft und Geflügel* zucht ausgebildet; drei von ihnen sind als Kindergärt* nerinnen ausgewandert. ■ Die von der Palästinaregierung für das Halbjahr ApriUOktober 1929 ausgegebenen 2400 Einwanderung»« tertifikate sind bekanntlich mit 30. September bereits zu Ende gegangen. Laut einer dem Palästinaamte zuge* fangenen Mitteilung sollen binnen kurzem neue Zertifikate für das z»weite Semester (Qk* tober 1 929 bis März 1930) den Palästinaämtern *ur Verfügung gestellt werden. Auswanderungswerber, welche AnmeldesFragebogen beim Palästinaamte bereits behoben haben, werden ersucht, diese Formulare (genau ausgefüllt), die der Evidenznabme dienen, ehestens beim Palästinaamte, I., Kärntneratraße 38, abzugeben. ■ ■ M» »■' ' «[II MJ, Union der ZlonJsten-Revlsionfsten Oesterreichs. Am 31. 4. um foalb 9 Dh>abends findet die Gene' ralversammlung der Union der Zionisten-Revisionisten im separierten Lokale. II.. Große Mohrengasse 3. Cafe" Central (nächst der Schwedenbrücke) statt. Stimmberech-. ^iininiiiniinnniinnfiniiiiiiiiiiiiHuiiinuiii Kaufet j Lose Gesamttrefferwerts50 000 Lospreis S 1.» Ziehung 14. November 1929 Lose in a 11 e n T r a f i k e n erhältlich | iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiBiiiiiiiiiiiiii^ Ugt stad mar die Besitzer n-euer Mitgliedsausweise. Ausgabe derselben, beziehungsweise Einzahlung der Mitgliedsbeii träge Donnerstag, den 24. Oktober, 8 bis 10 Uhr, 31. Oktober,. 8 bis halb 9 Öhr abends im obigen Lokal. Separate sohriftldcihe Aufforderungen ergefoen «iaht. Fair. Revisionisten! Erscheinen Pfliciht. Demokratische Zionisten im 6., 7., 8. Bezirk! Zu* sammenkunft täglich Cafe Neubauhof, VII., Neubau*: gasse 64. Die Ica. Nachdem der Conseil der Jewish Colonisation Asso*, ciation (Ica) den durch das Ableben Franz Philippsohns frei: gewordenen Posten eines Präsidenten der Ica durch die Wahl de« Herrn Leonard Cohen, des früheren langjähri* gen Präsidenten des Londoner Board of Guardians, neu besetzt hat, ist nunmehr auch der Posten des Vizepräsi* denten, den bisher Herr Cohen bekleidet hatte, neu be* setzt worden. Zum Vizepräsidenten wurde Professor! Salomon Reinach gewählt. Das amerikanisch-jüdische Komitee. New York, 10. Oktober (J. T. A.) Der Vizegouverneues des Staates New York, Herbert H. Lehman, Herr Felix M. War bürg uind der Richter Benjamin Cardoza halben sich bereit erklärt, in die Exekutive des vom verstorbenen Louis Marshaitl begründeten American Jeiwilsh! Conumlttee einautreteiri. Die Jahresversammlung des Conn mittee wird am 10. November abgehalten werden. Der Numerus clausus in Polen, An der Warschauer medizinischen Fakultät werden von 280 jüdischen Bewerbern nur 25 aufgenommen. Der Klub der jüdischen Deputierten und Senaw toren hat durch seinen Vorsitzenden Abg. J. Grünbäum dem Volksbildungsminister ein Memoranduni überreicht, in welchem darauf hingewiesen wird, dafl von den 280 jüdischen Studierenden, die sich dem Quali-: fikationsexamen an der medizinischen Fakultät des Warschauer Universität unterzogen haben, bloß 25 aufgenommen wurden. Diese Fakultät, heißt es in dem Memorandum, wendet den ungesetzlichen, aber doch' von ihr praktizierten Numerus clausus in einer Weise an, daß immer nur 10 Prozent der sich meldenden' jüdischen Kandidaten aufgenommen werden. Von den' Nichtjuden, die sich zum Qualifikationsexamen gestellt hatten, wurden 80 Prozent aufgenommen. Man wird nicht behaupten können, daß die jüdischen Kandidaten dem Examen nicht gewachsen waren; die im Auslande studierenden jüdischen Mediziner erweisen sich als sehr fähig und stehen in keiner Weise ihren nicht jüdischen Kollegen nach; warum soll dies in Polen anders sein? Das Vorgehen der medizinischen Fakultät stehe in Widerspruch zu der Verfassung, die die Gleichberech* tigung aller Bürger vor dem Gesetz garantiert. D \ e medizinischen Fakultäten anderer Universitäten Polens ahmen das Vorgehen Warschaus nach, so daß 80 Prozent der jüdischen Medizinstudierenden gezwungen sind, ausländische Uni-< verspäten zu besuchen. Der Minister wird ersucht» das den Juden zugefügte Unrecht in einer unzweidenw j tigeu Weise gutzumachen. Die Verhältnisse an der Universität in Lemberg. Für das beginnende Hochschuljahr sind an def Lemberger Universität Juden in den folgenden Verhält* aisziffern zugelassen worden: Juristische Fakul- Wochen-Kalender Oktober 1929 ^wn . xnn Tischrl '5690 18 Freitag 14-T Sabbateingang 4.55 r»3D aiy 19 Samstag 15-iö Sabbatausgang 5.38 rVODl 'J* 20 Sonntag 16-to rwsüi 'a 21 Montag 17-rv n^D o"nm 22 Dienstag 18-ro mao own »a 23 Mittwoch 19-»'» itdd e*mrH «a 24 Donnerstag 20-O nrao DTnrn n;

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