Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1929-10-11 · Heft 108 (11.10.1929) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 108 (11.10.1929)
Date
1929-10-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2711613-2711683-2711724--1421-2714637
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

f Seite 3 die mm WELT Nr. 108 PELZ WAREN GEBRÜDER BRAININ LBnaemmtirKtZii Tel.ü-22-3-59 IL, GlocRengasse 8, Tel. Umi Die BcsAränkuiigeii des Verkehr* bteifcen hie* aufrecht, wÄhrend in Gebiet von Jaffa der Kriegszustand bereits aufgehoben worden ist. In Jerusalem übt sich ,die Polizei des fcjors Keith Roach in Demonstrationen gegen die Juden. Auf der Jaffastraßefständen' bisher ständig sechs Soldaten, um etwa zehn Arabische Straßenarbeiter vor einem Ueberfall der „blutdürstigen" Juden" zu beschützen. Inzwischen hat man diese Wa&e «war auf zwei Mann herabgesetzt, dafür sind aber im Viertel Sidiron Mosdieh zwölf bis fünfzehn Mann postiert, um etwa ein Dutzend Araber bei Straßenreparaturen vor den Juden zu sicherQ. v Dies geschieht, während in der Altstadt nicht genügend Polizeikräfte vorhanden sind, \ uin Ueberlälle auf Juden, Plünderungen jüdischer Häuser und ähnliches zu verhindern, und ) dort, eine Reihe jüdischer Geschäfte und Werk-;i;j statten geschlossen bleiben müssen. Aber die Untersuchungskommission und die Welt werden dann Belege dafür haben, daß man die Araber vor „jüdischen Angriffen" schützen; mußte, daß die Juden Womöglich auch angegriffen haben. An der Klagemauer ist der Gottesdienst an den Rosch-haschanah-Feiertagen ohne Störung " verlaufen. Den Juden wurde vorgeschrieben, daß sie keine Stühle aufstellen und keine spanische Wand zwischen Männern und Frauen errichten dürfen. Am Freitag vormittag wurde eine mit Maschinengewehren und Handgranaten ausgerüstete starke Infanterieabteilung zur Verstärkung der Polizeiwache an die rtlagemauer beordert. Sie rückte von drei Seiten an und nahm an der David-: .Zitadelle* Aufstellung. ' '' '"' \ 3 Als um 4 Uhr nachmittags die Juden sich '{ zum Gebet an die Klagemauer begaben, umsäumten Abteilungen Soldaten mit Stahlhelmen die zur Klagemauer führenden Straßen und : Wege. Die kürzlich aus Aegypten eingetroffenen Panzerautos wurden an den Häüpttören |; der Altstadt postiert. I Das von den Möslemiten neu geöffnete, zürfi Omar-Moschee führende Tor an der rechten Seite! der Klagemauer blieb während der jüdischen;' Feiertage geschlossen. Auch wurde den Arabern; verboten, ihre Maultiere an der Klagemauer, vor-, bei zu treiben, wie sie dies an jüdischen Feiertagen: in früheren Jahren zu tun pflegten. Ueberhaupt wurde jeder Durchgangsverkehr * an <Jer Klagemauer während der jüdischen Feiertage verboten*- Der Marsch der Truppen, die Feldküchen und: Munitionskisten mit sich führten, zur Klagemauer, lockte große Menschenmassen aus den Häusern auf die Straßen, insbesondere auf die zur Altstadt, führende Jaffa-Straße. In der Luft kreuzten jnehrere' Aeroplane. Ramsay Macdonald in New York. Er empfängt am 11. Oktober eine Abordnung der; Jewish Agency. New York, 4. Oktober. (J. T. A.) Der britische^ Premierminister Ramsay Macdönald, der heute" im Hafen von New York eintraf, hat an Herrn Felix M. Warburg mitgeteilt, daß er bereit sei, am 11. Oktober im Hotel Weylin feine repräsentative jüdische Abordnung zu empfangen. Felix M. Warburg teilte mit, daß er die folgenden Mitglieder des Administrative Committee der Jewish Agency ein-, geladen hat, mit ihm zusammen am 11. Oktober; den britischen Premierminister zu besuchen: Dr.4 Cyrus Adler, Präsident des Jüdischen Theologi-s sehen Seminars von Amerika; Bernard Flexnejv Präsident der Palestine' Economic Corporation; Dr. Lee K. Frankel, Mitglied der Palestine Joint Survey Commission; Richter William M. Lewis.j Präsident des United Palestine Appeal; Louis. Lipsky, Präsident der Zionistischen Organisation,' Amerikas; Morris Rothenberg, Präsident des Keren. Hajessod in Amerika. ' ' Herr Ramsay Macdonald erklärte einem Ver-, treter der jüdischen Telegraphenagentur» er wollej es sich heute versagen, auf die Lage in Palästina im Detail einzugehen, das Kabinett der Arbeiter^ partei habe bereits klar kundgetan, daß eine Abweichung von der Balfour-Deklaratjon nicht in Frage komme. „Hier in den Vereinigten Staaten",. fuhr Macdönald fort, „befasse ich, mich mit den; englisch-amerikanischen Beziehungen; die Palä-f stinafrage wird vom Minister des Auswärtigen Henderson und vom Kolonienminister Lord Paßfrei d, behandelt» Am 1J. Oktober, empfange ich ih NewYork Abordnung der Jewish Äigeifey» wobei ich Gelegenheit haben .werde, mehr über die Sache zu sagen/' Der Vertreter der jüdischen lTele%r;äphenagentut wies im Gespräch auf einen von Herrn Ramsay Macdonald iiri Jahre 192^ geschriebenen Artikel hin, in welchem MÄcdönald ausführte, nicht das a*aÄhr Völk, iöriJÄ-liür - dfö1 Grofigruhdbesitzer widersetzen sich der jüdischen Einwandetttnf und ^dem jüdischem Aufbau; die jüdischen Atbeiter h^ben dazu beigetragen, den Lebensstandard und die materielle und geistige Entwicklung der arabischen Massen zu heben. Der britische Premierminister erklärte, d aß er a u c h heute n ö (5 h z u d i e 's e h W o r t ei Ä s t e h c Neue Erklärungen Htendersoiis. •': ■ . . c? .. ,. ,v , i Palästinadebdttc auf dem Parteitag der englischen ■Sozialisten. London, 4. Oktober. (J. T. A.) Nachdem der Vorsitzende der Exekutive der britischen Arbeiterpartei Herr Morrison schon in der Eröffnungssitzung der Jahreskonferenz der Arbeiterpartei in Brigfytoh den Standpunkt der .Arbeiterpartei zur Frage Palästinas dargelegt und versichert hatte, daß die britische Arbeiterpartei fest zur Balfour-Deklaratibn steht, die Idee des jüdischen Nationalheinies r ü c kh a 1 t 1 ö s bejaht und das' Aiifbauwerk der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina aktiv unterstützen Will, hielt der Minister des Auswärtigen Henderson Schwedens beste Rasierklinge mit haarscharfer Schneide sichert schnelles angenehmes Rasieren! Die führende schwedlsohe Weltmarke! eine Ansprache, in dei? er die auswärtige Politik der Arbeiterregierung darlegte Und in bezug auf Palästina folgendes ausführte:., . - „Ich bin glücklich, erklären zu. können» daß die letzten Berichte dahin labten, daß die Ordnung , in Palästina vollkommen wiederhergestellt ist. $.dh den zivilen Autoritäten wurden ^energische Schritte ,unternommen und werden weiterunternommen werden, um, .; dte schuldigen Personen ohne Unterschied der Rasse, und des Glaubens; dem, Gerichte zuzuführen. Es. wurde - eine Kommission ernannt,, deren Aufgabe es ist*. die . unmittelbaren Ursachen, die zu den letzten Unruhen v..;^M^h^nJi:^^ geben über die Schritte, die unternommen weiden1 müssen, um eine Wiederholi^g^J(cher;iilr^gnl$se zu vermeidend Ich will uhißr$tr/eicIien, daß diese JJ n.tersUc^h uttg^s^ic*h"auf 'wichtigere Fragen ..*cf kr.? PolIii kMicht. ausdehnen; wird.' t)ie'britische 'Regiertf^ keineswegs, die britische Stellung hinsichtlich, 'des Mandats" für Palästina —.wie.dies angeregt-Worden ist■ — einer neuen Erwägung Zu. ünteyzieheiii E s\ k! a n n keine . Rede day on,seijt, >dle Positron hinsichtlich d«s Mandates und hinsic h 11 i c h der durch die Balf our-Deklaration von 191? y;o r g ez e » c Eniete-n Politik d;e r Förderung. der> Ermchtnng Palästinas als Nation a lh'eim '£iir die Juden geäirde'rt werden soll. Diese Politik setzte und setzt immer noch die Bedingung VoraUs«. daß die zivilen und religiösen Rechte aller Einwohner-ohne Unterschied der Rasse " Und. der Religion jederzeit in angemessener Weise ge* schützt werden." Der Vertreter der,Poale Zion Dov Hos (Sekretär des Londoner politischen Büros des Weltverbahdes Poale Zioh) wies auf die Erklärungen des Premierministers' Henderson in Genf hin, daß der Konflikt in Palästina nicht in rassischen oder religiösen Feindschaften be- Sie werden es; nie bereuen ' ' wenn Sie den ''Rat befolgen: Ihren Körper' widerstandsfähig und widerstandskräftig zu machen; ' Im Kampf ums spielt es eine große Rolle, daß Sie keinen Tag verlieren, «daß Sie' durch " keine Erkältung gezwungen werden, tagelang Ihrem Geschäft, Ihrem Bureau fern zu Gebrauchen Sie ständig jeden Tag FRANZBRANNTWEIN HIT MtNTHOL und Sie schützen:'sich am besten ge- .; gen alle Unbill des Winters und des überall erhältlich j...............H< MM>»IIMMMMM>M^IIMtlHMMK Vollständig neu adaptierter ROSA-SAAL IUrH*cfti«IHMfi u. ionitt«* VöfMMüüHin» :: gen bestens geeignet - im ■ :: CAFE vALTES RATHAUS 1 I. WippUngerStraße 24 Catetier Leo Löwy «MMMM^^rtMMMM.........<.........MMMMMUl' Rasche Hilfe für Palästina. Sechster Spendenauswels. In«. Dr. Tobelf S 5, Ernestlnö Schleißner S 5, Ing. B. und C. Mandl S 10, Dr. Max Fried S 10, Paul 'Laufet S 10,- Moritz Fleischmann S 10, Sam. Singer S 10, IsklW Wolf S 10, Sammlung Tischrunde „Bierklinik** S 95.60* Nebenzahl S 10, Sammlung Dr. Schäfler: Dr. S. Schafler S 20, Dr. L, Händl S 10, Neumark S 10, Fleischmann S 5, Oavidowlcz S 10, Eugen Weiß 'S 10, Bernard Ferster S 10, Max Spindel S 5. Lea Scholz S 10, Naßberg S 2, Dr. Gersteilfeld Sr 2,:Moos*r S 2, Mahl6r S V Flora Kreppe! S 2, zusammen S 100; Sammlung Scherper: Oblaß und Glatz S 10, S. Horowltz S 3, N. Scherper S 25, Ja-k. Heliczer S 25, S 75; zusammen S 353.60. Bisheriges Gesamtergebnis: S 12.813.10. schw. Fr. 75, engl. Pfund 6, t&ch. K 50, Zloty 35, Pengö 50, RM. 10, Dollar 7. gründet sei. Die arabischen Feudalen und die Geistlichkeit hatten Zuerst im Jahre 1921 versucht, die ungebildeten Massen der Araber aufzuwiegeln, indem sie die Maidemonstration der Arbeiter zum Vorwand dieser Hetze nahmen. Als dies fehlschlug, versuchten sie, die. Arabermassen mit dem Märchen zu schrecken, daß die Juden sie ihres Bodens berauben und arm machen wollten. Dieses Märchen wurde nicht geglaubt, da allen bekannt war, daß der Lohn des ungelernten arabischen Arbeiters in Palästina höher sei als in den benachbarten Ländern. Als alle diese Legenden versagten, griffen die Effendis.und die Geistlichkeit zu ihrer letzten Waffe und stachelten den religiösen Fanatismus der arabischen Massen durch die Verbreitung der Legende auf, daß die Juden sich der Omar-Möschee und anderer moslemitisoher heiligen Stätten, bemächtigen wollen. ImNamenderReligion also veranstalteten sie das Blutvergießen und das Zerstörungswerk. Ich hoffe, schloß Dov Hos, daß es der Untersuch üngskommission gelingen wird, die ••■für das 'Blutvergießen Verantwortlichen festzustellend Ich möchte nur die Aufmerksamkeit der Konferenz aitf die Tatsache lenken, daß meine Kollegen , hier und auch meine Kameraden in Palästina des Glaubens sind, daß ein-erheblicher "Teil de r Verantwortung für die Ereignisse auf d i e P-a 1 ä s t i n ä - Ad m in ist rat i o n fällt. Ich hoffe, daß die Kommission auch diese Seite 'des Trobienj.s' einer' sorgfältigen1 Uftterkichirng "unterzieheti wird. " : . :'_ '■ ■• -•"' s Fast zwei ionen Dollar^ für den Pälästina- ' . hilfsfonds. New York, 7. Oktober. (J. T. A.) Bis zum Neujahrsfest wurderl zugunsten des Palästinanothilfsfonds in den "Vereinigten Staaten 1,806.000 Dollar gespendet. Während der hohen jüdischen Feiertage dürfte die Summe von zwei Millionen erreicht sein. In Kanada wurden zugunsten des Palästinanothilfsfonds bisher 100.000 Dollar gespendet. Aus der antisemitischen Bewegung. Uakenkreuzleris^he: Wahlerfoüge auf den deutephen Koch« schulen. — Dank an die gescheiten amerikanischen Juden. — Der Ministerpräsident bekennt sich zum Pogrom, dann schnorrt er Juden an. — 200 tote Juden, ein „erfreulicher" Erfolg. Die antisemitische Bewegung auf den deutschen Hochschulen, dre immer stark war, hat in den letzten Monaten in noch erhöhtem Maße eingesetzt. Die. Wahlen der Studentenschaft haben den akademischen Haken« kreuzlern riesige Erfolge gebracht. Die Universitäten Berlin, Jena, Halle, Erlangen, Würzburg, Heidelberg u. a. haben jetzt. rein hakenkreuzlerische Studentenvertretun* gen; Das Schlagwort bei den Wahlen bildete der Ruf nach dem Numerus clausus, Fernhaltung jüdischer Lehrer und jüdischer Hörer. Das. Organ des größten deutschen Studentenverbandes „Deutsche Burschenschaft" schreibt anläßlich der Wahlen: „Die akademische* Berufslage in Deutschland ist so, daß man nächstens den Numerus clausus sehr viel weitgehender , als gegen Juden wird in Anwendung bringen müssen. Der Numerus clausus gegen Juden, ist eine Selbstverständlichkeit." Bemerkenswert ist das Wahlresultat in H e i d e U beYg. An der dortigen Universität waren die Wahlen vor zwei Jahren für die Antisemiten nicht gut ausgefallen. Die demokratisch orientierten Kandidaten konnten eine Mehrheit erlangen. Darob waren einige reiche ame* rikanische.Juden, welche selbst oder in zweiter Generation aus Deutschland stammen, so gerührt, daß sie der Heidelberger Universität und den Studenten eine Riesensumme, zwischen zwei und drei Mii« Honen Dollar, schenkten. Im jüdischen Gelde schwimmend, sind aber die. Heidelberger Studenten zu einer anderen Ueberzeugung gelangt. Sie haben nach Erhalt, der Judenspende stramm antisemU tisch, nationalsozialistisch gewählt und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.