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Die neue Welt · 1929-09-27 · Heft 106 (27.9.1929) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 106 (27.9.1929)
Date
1929-09-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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r Nr. 10b Ott NEUE WELT Seit« f Ii Aus den Tagen der Kämpfe« Erschütternde Schreiben an <lte „Neue Welt**. Cef Redaktion der „Neuen Welt" sind aus Palästina zahlreiche Briete zugegangen. Wir geben hier zunächst die folgenden wieder. Haifa, 3. September. Da heute die Nummern der „Netten Freien Presse" vom 27. und 28. August angekommen sind und die Bö richte über die Vorgänge in Palästina vollkommen entstellt sind, erlaube ich mir, Ihnen einen Bericht zur publizistischen Verwertung in der „Neuen Weit" einzu senden. Freitag, den 23. August kam es in Jerusalem zu Zusammenstößen der Juden mit Arabern, Dank der Haganab, das ist die Jüdische Sclbstwehr, war es den Arabern unmög lieh, so wie sie es planten, die Juden alle umzubringen. Da, wde man es heute genau weiß, nur 65 englische Polizisten in Jerusalem waren, 'beschränkte sich die englische Polizei darauf, von ihren Leuten nur ihre, das heißt die Reglerungsgebäude schützen zu lassen. Der Kampf wurde einzig und allein von der Jüdischen Haganah gegen die Araber und auch gegen die arabische Polizei, die vollständig versagte, geführt "Nachdem die Araber die Undurohiführbarkeit 'ihres Planes eingesehen haben, beschränkten sie steh darauf,, von Beth lehem aus Talpiotih zu beschießen. Nur in den Orten wie Mozzah, wo keine Haganah bestand, konnten sie die grausame Tat an der Familie Mac'hloff ausfuhren. Di e Leistung der Haganah in Jerusalem wie auch in anderen Städten wird stets mit Damik aller im Lande wohnenden Juden mit goldenen Lettern in der Jüdischen Geschichte für Palästina eingeschrieben werden. Zu.m leider traunigsten Faill in Hebron. Hebron, das fast zur Gänze aus sephardischen Juden, geborenen Hebronen, besteht, glaubte wegen des Umstandes, daß alle die arabische Sprache kennen und mit den Arabern bekannt sind, gesichert zu sein. Wichtig ist vor allem zu wissen, daß fast nur dtie arabische Bevölkerung-von Palästina gegen die Juden kämpfte und nur foi Jerusalem einzelne Bedui neust ä m m e den jerusailemer Arabern zu Hiltfe kamen und daß, wie gesagt, nur dort die Araber ■ ihr Ziel erreichten, wo keine Ghaluzim sind, besser gesagt keine Haganah bestand. Die Greueltaten in Hebron waren furchtbar. Man hat Frauen die BTüste ausgeschnitten, kleine Kinder .über dem Primus-Apparat igetyraten. Das Haus des mir persönlich bekannten Öberrabbihers,.der Sephardiim Raw Hassan wurde angezündet und der Raw, ein alter Mann, mit seiner Frau ins Feuer geworfen. Samstag, den 24. Augiusit, abends 8 Uhr, wotten die Araber den „Hadar Hakarmeil" stürmen, wurden aber in der Nähe des Hauses Hermann Strucks unter,Ve plusten zurückgeht rieben. Es war somit Im ganzen Lande die Brandfackel entzündet. Montag früh unternahmen die Araber einen Angriff auf Newa-Shanan, Hadar Hakanmei, Bath Goihn in der Stadt am Mercas-Mdsohari. Dank der' Haganah wurden alle Angriffe der Araber abgewiesen. Die Araber waren mit Stöcken, großen Steinen und Jartgeh Messern bewaffnet. Am Dienstag früh beim Eintreffen des Kriegsschiffes aus Malta, das um 8 Uhr morgens eintraf, setzte ein groß angelegter Angriff aul a'lle jüdischen Plätze ein, ganz besonders stark am Hadar Hakarmel, und wurde unter Verlusten v o n zirka 200 toten Arabern abgewiesen. Am Hadar Hakarmei und den anderen jüdischen Zentren wurde nicht der mindeste Schaden angerlohtet. Dienstag nachmittags, als die Araber sahen, daß sie nichts ausri^Ven konnten, begannen sie die Höiztrif'en in der Nähe der großen Mühlen anzuzünden und in den Straßen in der Nähe der Bahn, wo meistens nur sephardlsche Juden wohnen, zu brennen und zu plündern. Man räumte aille diese Straßen von den Juden. AH e würden am Hadar Hakarmel in den Häusern bei Juden und in der Realschule untergebracht. Das Technikum djent als Lazarett für die „Hadassah". Das englische Militär vom Kriegsschiff wurde im Schulgebäude untergebracht. Der Rosch Hawad vom Hadar Hakarmel' sagte mir, daß der 27. August den Arabern von Haifa noch in der 3. Generation In Erinnerung sein-wird,-da die Bombe,'die man am Schuck in die Araber geworfen hat, furchtbar gewirkt hat. Seit Dienstag a'b e nd ii e rr s c h t In Haifa vollkommene Ruhe. Die Araber haben schwere Verduste gehabt. Man weiß nur die Toten, die durch das englische Spital gemeldet wurden, doch hat ein1 Lehrer von der Allianz-Schule von dem Fenster seiner Wohnung gesahen, wie die Araber zirka 120 Tote zu viert in ein Grab am arabischen Friedhof legten. Seit Montag ist es verboten, von 6 Uhr abends bis 5 Uhr morgens awf der Straße zu gehen. Wir zählen in Haifa sechs tote Juden, die abends aMetoi durch dje arabischen Straßen «gingen, Einer namens Patt wurde, da er aufs Dach «^'eg, von einem arabischen Haus aus iherunterige8chorAraber schössen aus ihren Häusern. - ■ ■; ■ . > ' 0|c Li :•. \:i ■' 1 ' " , '■ ' ■ Von Nachlath Jakob bis nach, Afuieb i wußten in allen LERNET FREMDE SPRACHEN i» iv. . ... Berlitz School, Wien I, Graben 13 Proipoh' TaufWuntsh Jüdischen Kolonien Schützengräben .gefcöigefl,. fei dieser Gegend ist alles In bester Ordnung, Nar Huflda als einzelne, anzamaienhängefide Kolonie wurde verbrannt* es gab dort einen jüdischen Toten and vltttig tote Araber. Unser Stolz, der Emek, as-t velikomttieri unversehrt In Safed, das , ohne Haganah war, geschah das gleiche wie in Hebron, Im sephardischen Viertel wurde gemordet und geplündert. Wär© anstatt Dienstag das Kriegsschiff mit Mim«r schon fünf Tage früher fekotnmen, so wären nktot m Juden gefallen. Davon 1« Hebron Safed 22, je* rusatem 22, Mozza 7, Haifa (5, TeNAwlw 5 und an all* deren Orten 4, In Tel-Awiw wurden aaVden arabischen Gran gen- Plantagen hinterlistig, sechs Jaden erschossen, in Tel* Nordauv veäches an Jaifa fereriKi, tmd In Te^Awiw s#st war absolut aMes in Ordnung. Diese Tage haben gelehrt, daß die Inden ffitr hi zusammenhängenden Orten anfcestedelt werden trfinheti. Bei Zersplitterung kann weder den Kolonisten noch den Ortsbewohnern der richtige Schiit« gewährt werden. Wäre die Haganah von den Engländern ertaubt gewesen, hätten es die Araber sich überlegt, mit den Juden anzufangen. Nun wäre es jetzt Aufgabe, des Auslandes, speziell der jüdischen Politiker, von der englische.« Regierung den Jüdischen Seibstschutz zu UtFA-TON*KiNO' **}&2Sr* Da» Filmtheater der guten Qe*te!B$tlt&fl xo£gt: Brigitte Helm fertÄ^ Die wunderbare Lüge der Nina Petrbwna Ein Oroßfilm der Erlch-lPommer-Produktlon der Urft , Raitie Haan« Schwarz Als Einlage Deutsche T6Mm%/Ab tilenstag, 1. Oktober UrauflUhrung Ittätlbleseil mit'Brigitte Helm und Iwan Mosjukto, sowie das Tonrlltnlustspiai ALTE KLEIDER mit Paul Morgan und Siegfried Arno. Beginn: Wochelttag .5,,:7j,9iUhr, . Sonn- und Feiertag ,•• V»4; A 7» 9 Uhr. . ' f Ordern, denn1 mir Wir Juden hier bauen das Land auf und dürfen keiner Störung durch die Araber ausgesetzt sein Allgemein und speziell in Haifa verlangte die jüdische Bevölkerung Böden, um sich ähnlich wie der Hädär Haikarmel in gesoh 1 ossenem Komp! ex arizusiedeln, weil die vielen tausende Juden wegen Mangel an Boden gezwungen sind, in arabischen Häusern zu wohnen und fästaie Verluste an Vermögen zu leiden haben; Wären unsere jüdischen; Banken' dazu zu haben, gegen 8 bis 9 Prozent Verzinsung; £üf Hypotheken Geld zu geben, so würden in Haifa "allein 'hunderte arabische Häuser, leei* stehen, und ich glaube, innerhalb ein bis zwei Jahren Würden diese Häuser um den heutigen hä'lben Preis von den « Arabern ah Juden verkauft' werden. Der Araber stellt an'seine Wohnung nicht denf Anspruch wie der europäische Jude; baut mäh den Juden sein eigenes Haus, so sind keine Mieter vorhanden. Dieser Vorgang wäre die einzige 'Möglichkeit, den Juden abzuhalten, bei den Arabern wohnen zu triüss'; ' ■' •' '• Die Schuld dter Engländer« Haifa, 1. September 1929: ' Die Schlächterei von Hebron hat sich prompt sechs Täge später in Safed wiederholt. Am Moptag verlangte der jüdische (stellvertretende) Gouverneur ( von Safed militärischen Schutz und obzwar genug Soldaten, in Haifa liegen, wurde er auf Dienstag, von Dienstag auf Mittwoph vertröstet und auf die dringenden Bitten wurde b e s t i ftim t für Donnerstag ein Detächement versprochen. Leider nur versprochen, denn am Freitag 6 Uhr abends begannen die Arabey das jüdische Viertel zu plündern und alle Juden zu schlachten. 15 tote ^nd 80 Verwundete waren das erste Resultat, geBcUUndete grauen, eutzvveigeschnittene Kinder, lebendig verbrahnta Menschen. SchHndlichkeiten und Grausamkeiten, die falt die Schlächterei von Hebron, diesem Sbdöm,, npch über-» traföü, Nach zwei Stuudeu, uoplidem das ganjje' jüdisch« ^afed in Flammen, stand, kamen von Tiberiai« ßqldateh, die vorerst erklörten, sich yow der Anstrengenden Heise ausruhen 'in müssen, wührend man. von weitem eile raarkerscltütterniien Hilferufe der neu attackierten Frauen uu4 Mftuner, die sich versteckt gehalten hatten, Jetat ober von den Arabern gefunden wofdan waren, hören konnte Als die«© mfUtÖrisohe Hilfe ©ndlioh daran ging Ruhe zu schaffen/schössen sie in die Luft, was den4angreifenden'Arabern noph, mehr Mut gab, da lhiiea ja durch gedruckte Aufrufe bekannt gegeben worden ist, daß die Regierung mit ihnen «ei. Und nach allem, was vorgefallen Ist» hat o« den Anschein, daß er so ist In Tel-Aviv werden zwei Juden zu zwei Pfund tiigflvfnm, üntschc Kwitemmiii ikajukAtA ■k^u vwiii ■"•tfvn »r VS«h||^«xkV%<lRjBta*» t^raten^tW^tÄat»- iA, TT V^z%»e H Strafe verurteilt, weil *ife Sföctcfe be! Sich tr^i^ ein Atsb&bs 4&t mi\ -teSloe« 4a«$«h $<M*f ^hWf^n Sütel fe&i&mmsm mtä* «»'h^ &t&, ^««i^*. Die jfidSsefce Pte«^, ^Ite «teilangfett gtkftielelt, 4fe «irftbirstili« Pmm f<r%i, «S^ äf^tfSiCJh^ awWüfeben Hetzzeitungen werden ins Land g*etafctt,; efefefttd die syrischen Machwerke und die einzige ägyptische i?felt%ng, die im Namen der Kultur und der Zivili&ati®ft #ese <»Tewelfcat*ii t^r^smlbt, «e tttlia^Mi« «iwURIe lj|l^!fetttt wuNI^ %wf* fafe beschlägHäbmt. Zynisttus mi de* «aazea Uftie. Ütid da solle» wt* glaalä«n, Üät jlts aw/ialaft'fet^ 'Nein, m& taas^laval ae^n. Vfct <feti Äitten 4& PÖfctitH — äas &k Itteifte U^Übfer-. tr%ib«rig — werfen ja^n Mit Messet* abg^sohi«Ä>hfet lind idb Po]i4?ei (tut nichb, steat anä *chä\\t In ifailä waren .aia päar |ad<e*i eöieae ^ttindeft v^raätttet. SiwJliob M »an ste frei Als sie beim Haupttor auf die Straße Meft* drei Schritte gfeiw&atts fiin^fH sf^aaf ein Arftbe* mit eimm Schimm Srfcia ai«l a«l feiwfefi jttd^ t« «ad tmc4i«ifet*feT<te ihm täen fcftftf . Einigfe 5?öli%i'st*ft »ablfeft d&s feseben, darnntfer aiaeb' elb enigtisibrier PöÜziftt, keiner rührte auch nur den Finger, um den Verwundeten *n tfeftta v&&t Munter zu p&x&en. §ie blieben stehen and sanieia za» % 'sfeM <ss Mer. Na* '& b r i, w o wit Inden ttns aaf vins sfe^s't. verlassen haben, ^t>tt ist nUnts ^assia^t, wie ain Madar Hätarmtel, Bath Gallrft, tfv tharot, Nanäkl 'M-Aviv, Kirjat Anavim. Aber Öberail, wo die Pbliztel mä die Regierung Schütz versprachen, und wo arabistüte Pölkeioffiaiere md arabische Mieten den Sfenutz soil- *en> dort wü*^a |a^n likg-e^hiaehifet In Safed waren die FiuchVigen» ^eisdnan» ita ftegierungsgebMde iä Hot *asan\ftiengepferchi tih^ ütten an Hanger bereite awfei %|<fe. Ein Kind wardfe oha*hath-tig and f iel vom Sto<fek h^ruftiter. Unter dta Geünsstitfen m& tmhmki^ix entstand feitte Panik. Üa ata^lvef Pöli*i^ ÜQt vorne stand, drehte Mck am und schofc einiach in die ^l^ttimeagepferchH Menge hinein, w«) er mehrere verwundete. &üml ihr lach ias atistnalent Öle ^Itäier %\sA alle voll. In Haifa würde das feehftlkuft feeMtt* als Spitäi eingeitiehtet, weil ^ie ttadassah die Vielen Verwundetea nieat iment beaet&etgeja kaaöt Ää r\ettag abends haben die Rabbiner ertaubt zü backen und fromme jüdische Banker haben am' Sabbat Irot gebacken, ain die Verhaagerndea in m fetten» Heute erfahren wir, dafi die ßögiferung dem Hnssetit el Hussein, das Ist det izu B jkk&h .Veraät* teilte, von Herbett Samuel begnadigte Heizen der im Jahre 1920 deli Pdgröia In JertsaHm veranstalte* halten t/ot Beschwichtigaag de* Araber,. Ein größerer Hohn konnte gar nicht ausgedacht werden. Hussein ist die Seele des ganzen Aufstandes, der Organisator all dieser Grausamkeiten, der Verfasser allei Aufrbre lind der Verbreiter aller Lügen über die Angriffe der Juden auf die Omar-Moschee und auf die Heiligtümer der Muselmanen. Einem solchen £ynismuB gegenüber steht tatsächlich der Verstand «tili und es bedarf wirklich von unserer Seite aller Besonnenheit Wir sind keine Armenier und wollen keine Armenier sein, die wie die Lämmer abgeschlachtet Werden, um hinterher noch alä Beweti dafür M gelten, das die Schafe den Walt angegriffen find te*» letet haben. Die Not ist unglaublich. E. K., der seine awei.f armen auf dem Boilen der Haifa Bay Comp; schön seit .vier Jahren entwickelt hat, ist ein Bettler, Vollständig ruiniert. Alles verbrannt und verwüstet Z\yÖlftausend Wochen-Kalender September , 1929 b^öin £!ui Ö689 27 Freitag; Sabbatelnnartfl 5,20 28 , Samstag 23-33 Sabbatauqgang QAd ww* mtoßn >vd omt «9 Sonniga; 30 jyiontag u 24-13 2$-n». bhttio) ro^vo 1 Dienetög; 2<M3 t '.._.;■.">,''.;' I r.. > i: 2 MUtwoeh "'27^; 3 Donnerstag 28^fD ■r*» 1 PH» — ■ »«wn» liq I i . J I.Ml< imiiimHi

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