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Die neue Welt · 1929-09-20 · Heft 105 (20.9.1929) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 105 (20.9.1929)
Date
1929-09-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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IT Seife* DIE NEUE WELT Nr. iö* Öhren nidht hören wollen. Palästina verlangt es-, daß ein Opfer des Intellekts gebracht wird; die neue Jewish Agency ist wichtiger. Diese neue Jewföh Agency ist in der ersten Stunde, da sie auf die Prdbe gestellt wurde, zerschellt; ihre Mtfcliedef sind nicht einmal i\\ der rein demonstrativen Sitzung nafch. London gekommen; ihr Wiener Wurmförtsa'te, die Union, ist rasch in das Lager der arabischen Mörder und Plünderer abgeschwenkt und hält sich den österreichischen Antüuden wärmsten« empfohlen. ..Keine nationale Po'Htik!" ist die Losung gewesen; hier in Oesterreich so gut wie anderwärts. Ueberall ist der Defaitismus gepredigt worden. So ist die Zionistische Organisation atomisiert, zermürbt und geschwächt worden, so ist in England an die englische Presse vergessen, so ist die ganze politische Arbeit auf ein Vorzimmer in Downlng Street beschränkt worden. Daraus haben die Bravi in Jerusalem den Mut gezogen, ihre Scharen heranziupfedfen. Die Attacke ist zerbrochen, sie ist an dem Mut und der Entschlossenheit der jüdischen Jugend gescheitert. Aber die Zionistische Organisation, darf diese todesmutigen Menseben nicht im Stiche lassen. Sie muß weiterarbeiten und sie muß das jüdische Volk zur größten Anstrengung rufen, sie muß Politik, nationale Politik betreiben., Sie muß wieder um die Seelen werben. Dann wird sie auch in den Völkerbund kommen. .... * Die Zionistische Organisation ist heute bereits zu der Erkenntnis gelangt, daß die Forderungen, die seit Jahren jvon 4er-Opposition,;yon den Radikalen und den Revisionisten erhoben :wurdert, berechtigt waren. Die Ereignisse in Palästina sind ein blutiger, nicht zu übersehender Beweis gewesen. Aber diese Erkenntnis ist nicht dazu vorgeschritten, die vollen Kon/sequenzen zu ziehen. Die Exekutive, deren tragische Versäumnisse heute niemand in Abrede stelltr und die in ihren Schlußfolgerungen zu den Pressestimmen Englands sel'bst alles Zugibt; ist im Amt geblieben.;Die Londoner Konferenz ist ohne das Resultat auseinandergegangen, das in allen zionistischen Kreisen erwartet worden war. Sie hat keine Klärung ^gebracht und so steht die Organisation wieder vor eitiör zweideutigen, undurchsichtigen Situation. Sie wärä ä'lle Kräfte zusammenraffen müssen, um trotz der müden, innerlich erschütterten Exekutive ihre großen Aufgaben m lösen und das Judentum mit sich zu reißen. Eime Aeußerung des Nuntius'Marmägigi: "• ■■"Wats cih&u,' 16. September. Der ''hiesige ptpstHdr'e: Numtims Marina ggi gewährte einem J^rndlisten'ei« Interydew über die Unruhen in Patlästd.ha, in Wielcfoem er sich wie folgt äußert: Die RLagemauier in Jerusalem ist längst Konfliktstoff zwischen Juden om-d Arabern, es hätte aber niemand erwartet, .daß es w solch Wuitigen Unruhen kommen werde, n a c 4i d e m ja das Recht der Benützung der K1 ag e m au er d iit 6h-da e Joiden eine tausendjährige V©r gawg.enh ed t hat und niemand diese® Recht bestreiten darf und kann. Der Vatikan wrairteiMtdieses Bluitvergi'eßen und bedauert aufs lebhafteste, daß sich die Araber zu solchen Exzessen haben hinreißen lassen, Im Interesse des, Friedens ist es zu wünsQlhen, daß die Situation zwischen Juden u<nd Arabern geregelt werde.. gesellschaftlichen Stellung die Sache der jüdischen Rechte wenn auch unbeabsichtigt — fördern, aber das Judentum bedeute für die rationalistisch erzogene Jugend bestenfalls eine ruhmvolle Vergangenheit, eine überwun« dene Religion,. sonst nichts. Für diese Ässimilanten hat. Bato nichts übrig; umso höher , stellt er das Verdienst > aller derer, cjie. in den Zeiten, des Abfalls Lockungen Widerstand leisten und trotz ihrer sozialen Stellung dem Judentum in. standhafter Treue ihre Anhänglichkeit be> weisen . . . Nach dieser seiner Einstellung, kann man Batö zu den Verfechtern des nationalistisch eingestellten Judentums rechnen , , Daraus geht hervor, daß ein jüdischer Autor, der in seinem Werke die Taufe verwirft und für die Treue zum Judentum eintritt, als Nationalist zu gelten hat! Und noch eines, um zu zeigen, wie gewisse, im wirt» schaftlichen Leben stehende jüdische Kreise zu diesem Problem Stellung nehmen, Dieser Tage fand in Wien der „Weltkongreß jüdischer Kaufleute" statt. Die Leitung fand es für richtig, zur Erstattung eines Re» ferates Herrn Kommerzialrat Oskar Berl ein* zuladen. Herr Berl, einst führendes Mitglied der deutsch« demokratischen Partei, hat bei den letzten Wahlen den jüdischen Wählern aufs wärmste die antisemitische Ein* heitsliste empfohlen' und in richtiger Befolgung dieses Grundsatzes im Vorjahre seine Tochter unter großer' Pompentfaltung mit einem getauften jüdischen Getreide* händler in der Minoritenkirche verheiratet. Ich glaube nicht, daß dieser Werdegang Herrn Oskar Berl dazu berufen erscheinen läßt, in einer repräsentativen jüdischen Versammlung ein Referat zu erstatten. Otis Judentum führt einen harten Kampf um sein Dasein und in diesem Kampfe tut es not, daß wir, die. treu zu unserem Volke stehen, reinen Tisch machen und schonungslos alle Ueberläufer mit dem richtigen Namen nennen. England hält ain Mandat fest. Erklärungen des Kolonienmirilsters. , : London, 15. September. (J. TV A.) Am vergangenen' Donnerstag, erschien eifie Abordnungdes zionistischen Aktionskomitees itinid deä Admini-: strätive Cpmittee der Jewish Agency im britischen Kolonialamt und /wurde vom Kolonialminister Lord Passfield empfangen. Das Kolonialamt gibt hierüber das folgende Comiminique aus: Der Staatssekretär für die Kolonien hat eine Abordnung des Administrative Committee der Jewish Agency und des zionistischen Aktionskomitees empfangen, die siph aus dem folgenden Höfren zusammensetzte: d'Avigdor Goldsmid, Professor S. Brodetskyj Miß Nettie Adler, M. Pizengoff (Bürgermeister von Tel-Awiw}, M. M. Ussischkin, Farbstein (Mitglied des polnischen Sejm), L. Moizkiri, Dr. Max Sblbweitschik (früher Minister für jüdische Angelegenheiten der, litauischen Regierung), Gedaliah Publik (New York) und Ochr berg (Südafrika). Im Namen der Abordnung äußerten sich die Herren Goldsmid, Prof. B r.o d e t s k y und der Bürgermeister von TelrÄ\viw t) i z e n g o f f mit Anerkennung über das schnelle Handeln der englischen Regierung anläßlich der letzten Krisis in Palästina. Die Mitglieder der Abordnung betonten jedoch die Notwendigkeit^-di« ^Tatsache zu klären! wie es kommt, daß nach acht Jahren des Friedens ein solcher Ausbruch jier Leidenschaften überhaupt möglich werden konnte. Die, Mitglieder der Deler^^^^^^n^^,,.; ',) Wien II, Taborstniße 8 4- Telephon R-42-3-41 Das Filmtheater der guten Geselischaft xeigt ■ Brigitte Heim Franz Laderer / Warwick Ward; In ■ .::> ' '! ■ Die wunderbare Lüge : der Nina Petrowna '•: " Ein Großhirn dJlM'^Öm-nlfet-Prö'dükfiön'derüfa; Regle: Hanns Schwarz i' Vorstellungen; Wochentags V,6, V,8,9 Uhr II; - , ,...; •. Sonn.r.;u.peiertags:.4,i/a6,V.8,9Uhr :; 1 •■••■■.•■•■■••■■■M««0>»»/»^ gatioiii die: e^ne>;großeJ^ZäÄli".d^r1 %i'tcder Frqge dör * "Einwänäeruhg nach -Pa-lSfeiin'a ühd?mit deä Ka'pitalsinvestitionefr; in-*diesein^Eahde8'-•unmittelbar verbundenen Juden repräsentiert, wünschten, von der Kegierurig dfe Yersicherung zu erhalten, daß in der Zukunft: Ruhe und Ordnung in einer Weise gösich'eft sein werden, daß die M9gUcl^eii^ieben','TOinyi?d,- alle Freunde des Aufbauwerkesr in Palästina und alle jene, die diesem Werk sympathisch gegenüberstehen, aufzufordern,' ihre u Anstrengungen zugunsten des Aufbaues des jüdischen Nationalheims in Palästina zu verstärken. Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Herr Dizengoff, wies darauf hin, daß in normalen Zeiten gute Beziehungen, zwischen, Juden und Arabern herrschen, und sprach die'Hoffnung aus, daß diese guten Beziehungen schnellstens wieder angeknüpft werden würden, . Der Staatssekretär für die Kolonien, Lord Passfield, erklärte, es könne keineRede davon sein, daß die, englische Regierung sich vom Palästina-Mandat zurückziehen oder von der in der Balfour-Deklaration zum Ausdruck gekommenen Politik) in Palästina ein Nationalheim für das jüdische Yolk zu schaffen, abweichen werde, - Lord Passfield drückte seine Anerkennung für die von den Juden Palästinas erzielten praktische n E v i o 1 g e aus. und sagte, diese Arbeit wirke sich zum Wohle nicht allein der Juden, sonr dem auch der arabischen Einwohner des Landes aus. Er hoffe darum, .daß dieses Werk fortgesetzt werden wir4» >gleichzeitig: erachte er es als, seine Pflicht, zu unterstreichen,, daß die Entwicklung abhängig sein müsse von der Aufnahmefähigkeit des Landes. Die Regierung gebe sich genau Rechenschaft über die Wichtigkeit der Frage der Sicher-, heit im Lande; es ist aber einleuchtend, daß keine Regierung in keinem Lande ein absolutes Versprechen geben könne, daß die Ruhe nie. gestört werden würde. AJber, man dürfe versichert sein, daß die englische Regierung es mit der Aufrechterhaltung der Ordnung in Palästina ernst meine und alles, was in ihrer Kraft liegt, tun werde, um weitere Unruhen «u verhindern. Es ist notwendig, in der Organisation der öffentlichen Sicherheit Palästinas Aenderungen eintreten «u lassen, Dies bezieht sich vor allem auf die Polizei, die durch eine Abteilung von hundert speziell für diesen Zweck rekrutierten englischen Polizisten, die bereits auf dem Wege nach Palästina sind, verstärkt worden ist, Weitere hundert Sie einen Lauf Sprecher kaufen, lassen Sie sich Ingelen Ramona vorführen I mmmammmmmmmmmaimm^mmmmmmmmmmmmmm wmmmmKmmmmmmmmmmmammmmmmmmmmmmmmmmA i i mmmmtämamm^mmmmmmmmmmmmm. Polizisten werden so bald als nur möglich nach Palästina geschickt werden. Was die m i 1 itärischen Abteilungen betrifft, die im Zu* sammenhang mit den Unruhen gegenwärtig in Palästina stationiert sind, so läßt sich in dem jetzigen Moment noch nicht sagen, welche Verwendung sie in der Zukunft finden werden. #s unterliegt aber keinem Zweifel, daß diese Abteilungen das Land erst zu einem Zeitpunkt verlassen werden, in welchem es absolut feststehen wird, daß die Ordnung in , jeder Beziehung auch bei ihrer Abwesenheit eine gesicherte sein werde. In seiner Antwort auf eine Frage eines der Mitglieder der Abordnung erklärte Lord Passfield, er sei nicht in der Lage, zu versichern, daß die Sitzungen der nach Palästina zu entsendenden Untersuchungskommission in Anwesenheit von Vertretern der Presse stattfinden . werden. Die Kommission wird selbst die Prozedur ihrer Arbeit bestimmen. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß die Untersuchung eine öffentliche sein wird in dem Sinne, daß sieh an ihr Vertreter beider Parteien beteiligen werden. Lord Passfield drückte seine Anerkennung dem Bürgermeister von Tel-Awiw, Herrn Dizengoff, über seine Worte betreffs der jüdisch-arabischen Beziehungen aus und. sagte, er hoffe zuversichtlich, daß diese; Beziehungen bald wieder ange-; knüpft werden würden, da von einer friedlichen und freundschaftlichen Zusammenarbeit von Juden und Arabern die Zukunft Palästinas abhängt. ' s Neue fi^ Ein Schreiben des amerikanischen Präsidenten. Aus Ottawa meldet die J. T. A.: Der Präsident der Vereinigten Staaten, Herbert C. Hoover, hat ah Frau Archibald J. Freimän, Präsidentin der Zionistischen Frauenorgänisation „Hadassah" in Canada und Gattin des Präsidenten der Zionistischen Föderation Canadas, ein Schreiben gesandt, das die Ereignisse in Palästina zum Gegenstand hat und dem mnsomehr Bedeutung beigemessen wird, als es an eine Vertreterin der jüdischen öffentlichen Meinung in einem britischen Dominion gerichtet ist. „Ich freue mich", schreibt Präsident Hoover, „Gelegenheit zu haben, mein tiefstes Mitgefühl mit" jenen zum Ausdruck zu bringen, die unter den Unruhen zu leiden hatten und beraubt worden sind. Alle guten Bürger in jedem Land beklagen die Ausbrüche der Leidenschaften und den Verlust der Menschenleben. Unsere Regierung ist mitbetroffen worden, nicht nur-im mittelbaren Sinne, sondern auch unmittelbar in dem Sinne des Schutzes des Lebens amerikanischer Bürger/ Unsere Meinung ist, daß die britische Regierung eine kraftvolle Aktion zum weitreichenden Schutze unternommen.hat, wenn sie auch noch immer wegen dieses Ausbruches des Fanatismus eine schwere Last auf sich hat. Die ganze Welt hat den vornehmen Geist anerkannt, mit dem die britische Regierung das Mandat über Palästina übernommen hat, damit dort unter ihrem Schutze den Juden die so lange gewünschte Heimat errichtet werde. Große Fortschritte sind in diesem uns begeisternden Unternehmen in den letzten zehn Jahren erzielt worden; zu diesen Fortschritten haben die amerikanischen Juden, enorm beigetragen. Sie haben dabei nicht nur lobenswerte Gefühle und, Ideale kundgetan, sondern auch praktische. Möglichkeiten eröffnet. Ich bin überzeugt, daß, nach diesen tragischen .Ereignissen eine noch größere Sicherheit und s.tär-. kere Bürgschaften für die Zukunft geschaffen werden würden, Bürgschaften, unter denen die stetige. Wiedereinsetzung Palästinas als das wahre Heimatland in immer gesichertere Bahnen geleitet werden wird. Eine unmittelbare und drängende Aufgabe ist die Hilfe an die Notleidenden, Die Sympathie des amerikanischen Volkes tut sich bei dieser Gelegenheit kund." ' Jugend verein „Erez Israel", Die hfiibräiischen Kurie für Anfänger und Vorgeschrittene werden am 1. Oktober eroimet. Die. An/meldtMgen werden täglich im Vereinsiokale, entgegeii«enoittnien, Pie XIV. or4entHcibe General» versanwiliMMt ftndftt am Samstag, den. 28. d. M„ um 7.Uhr abends, (m Vortragssaale der Zi(w. Be&lr'ksseKtlön Leofcol«- stadt, II.. ZirkusKasse 33, statt. Diensta«, den 24. d. M„ Vortrag Dr. N, M, Selber über „Moses Mendslsoh'n",

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