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Die neue Welt · 1929-09-06 · Heft 103 (6.9.1929) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 103 (6.9.1929)
Date
1929-09-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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N* 105 DIE NEUE WELT Softe % ttthlen «Joe wwiase Sicherheit; die Kolonie l*t von den Arabern nicht; wieder angegriffen worden. Mehrere Jüdische Fainiften der Jerusälemer Vorstadt RechAwila wurden in den Häusern der benachbarten christlichen Missionen untergebracht. Das Haus aes Großmufti von Palästina wird ständig von vier Polizisten bewacht. Alle Juden der Jerusalemer Altstadt haben sich in einem Stadtviertel konzentriert, um besser Angriffen standhalten zu können, öle zahlreichen Verwundeten in Hebron wurden nach Jerusalem g-bracht, wo besser für Ihren Schutz ge- «or«t werden kann. Am Dienstag trafen die VerwundeterttransDorte in Jerusalem ein. Der Anblick der Verwundeten Jet grauenvoll.. JiÜdische junge Leute bewachen ununterbrochen das jno»lemitlsche Minarett, das sich in unmittelbarer Nähe des Jerusälemer jüdischen Viertels Sichron Mosclie befindet. Die igan^e aufrührerische arabische Bewegung beschränkt sich auf OTiosIemitisohe Araber. Die christlichen Araber nahmen bisher an den Angriffen auf die Juden nicht teil. Bei den Angriffen auf die jüdische Einwohnerschaft von Jerusalem sind die in Jerusalem wohnenden Moslemiten weit weniger als die Araber der Umgegend, besonders die aus Lifta, beteiligt. Die Lifta-Araber waren auch diejenigen, die die Angriffe am Freitag durchführten. Sie marschierten bewaffnet in einer langen Prozession durch die Hauptstraße (Jaffa-Road). Dr. Weis! und Ben Avi wurden in dieser Straße als die ersten überfallen und durch Messerstiche verletzt. Als die Prozession dann bei dem>jüdischen Viertel Mea Schearim anlangte, stellte sich ihnen die jüdische Setbstwehr entgegen, um die Jüdische Einwohnerschaft vor den Eindringlingen zu schützen. Sofort eröffneten die Araber aus Lifta die Angriffe; dabei kam es zu den ersten schweren und verlustreich verlaufenen Kämpfen. Der Palästina-Regierung gelang es noch nicht, die Rädelsführer der arabischen Revolte zu fassen. Doppelzüngigkeit der Behörden. London, 27. August! (J. f. A.) Die Zionistische Exekutive erhielt Telegramme aus Palästina, in denen von ernsten Zusammenstößen in verschiedenen Teilen des Landes die Rede ist. Es wird noch folgendes, mitgeteilt: In der Nähe von Jerusalem wurden mehrere kleiner« jüdische Siedlungen von den Arabern niedergebrannt, so die .landwirtschaftliche Mädchenfarm Meschek Poalot, das Dorf Artuff, Kfar Uria, Emek Arazim, Gdud Awodah, Beth Alpha, Ghulda und Teile von Mekor Chajim. Die bei dem Blutbad in Gaza mit dem Leben davongekommenen Juden wurden mit der Bahn nach Jerusalem gebracht. DSe Behörden sind noch nicht in der Lage, die Dinge, zu meistern. Die Aufstände breiten sich über ganz Judäa, einen Teil des Emek Jezreel und über Galiläa aus. In Jerusalem selbst verlief die letzte Nacht (leidlich ruhig, aber heute morgens erneuerten sich die Schießerelen und Zusammenstöße. Auf Tel-Awlw wurde am Montag ein heftiger Angriff unternommen, der zurückgeschlagen wurde. Unter der Bewohnerschaft von Tel-Awlw herrscht keine Panik. Man ist sicher, daß man sich hier wird behaupten ' können. In Haifa dagegen herrscht starke Nervosität, da weitere arabische Angriffe erwartet werden. Sämtliche von Juden herausgegebenen Zeltungen , wurden behördHoh verboten, obwohl die jüdischen Kreise gegen diese die Sorge und die Unruhe unter der . Judenschaft noch erhöhende Maßnahme Protest eingelegt haben. Dagegen dürfen die in Jaffa herausgegebenen arabischen Zeltungen weiter erscheinen. Die Regierung selbst gibt ihr tägliches Bulletin in verkleinertem Umfange heraus. Darin werden die Ereignisse bagatellisiert und die schwerwiegendsten Tatsachen verschwiegen. Auch wird nicht erwähnt, daß die Araber die Angreifenden sind, so daß der Eindruck entstehen kann, daß die Juden angegriffen haben oder daß mindestens beide Teile gleich verantwortlich sind. Das Amtsbulietin Jongliert auch mit Zahlen, so daß das Bild der Lage stark verwischt wird. Der palästinensische Arbeiterführer Ben Z-wi teilte ( am Dienst««, den 37. August, 11 Uhr mittags, über Kairo folgendes mit: Die arabischen Angriffe dauern heute in allen Teilen des Landes an. Die britischen Truppen rei-' eben zur Abwehr nicht aus und sind in nur wenigen Punkten konzentriert.. In dieser Nacht wurde die Kolonie Chulda «erstört. Dagegen herrscht i n R e c h o b o t h Ruhe, Die! Kolonie wurde nicht angegriffen. Am Montag nachmittag, teilte Ben Zwi weiter mit, wurde ,., die von Ruthenberg in Haifa errichtete elektrische Station von Arabern angegriffen. Bei der Verteidigung würden tUnl Juden getötet. Die Gefahr, daß die Sta- \ Won zerstört wird, besteht noch. Ben Zwi teilt weiter mit, d$0 .Mitglied er <ier; jüdischen Selbst wehr entwaffnet, verhaftet «ad einem Verhör unterzogen werden. Die Lage würde weit! besser sein, wenn die Regierun« sich entschließen würde, mehr Juden die sich in großer Zahl hierzu zur Verfügung stellen *-* in die Polizei und in die Truppenteile einzureihen. # iSm+H ^Üi^dlSütitl .............. .......... ^^^^^^^»„...^ §ChutStlefel 9i^xxpazausiuhining schwar£ Qv. 26-27 Qp.25-30 Gv. 37-33 Gv.3*t-3& Gr.37- Qso 12 -14 «r- 19' bvaun um 2 - meht*. ^^^^^^^^^^^^^m fe i- Ü^V--" ■ä,* ' Die Araber sind sehr gut bewaffnet, sie besitzen englische Gewehre modernster Konstruktion und werden von arabischen Reglerungsbeamten dirigiert und in der Durchführung der Kampfhandlungen unterrichtet. Es handelt sich um einen systematisch vorbereiteten arabischen Angriff, der darauf hinausgeht, nach einem schon von früher bestehenden Plan alle jüdischen Kolonien zu vernichten. Entwaffnung der Juden in Haifa. Jerusalem, 27. August. (J. T. A.) Die Entwarf*, nung der jüdischen Selbstwehr in H a i f a schreitet fort. Die Polizei, durchsucht die jüdischen Häuser nach Waffen und Munition. 25 jüdische Arbeiter der Grands Moulin (Rothschild*Mühle in Haifa), die eine Selb st wehr bildeten, wur» den ve r haftet. In Haifa wurde der Kr iegszustand pro« klamiert.; Botschaften ans allen Teilen Palästinas. Jerusalem, 27. August. (J. T. A.) In Moza bei Jerusalem wurden weitere vier jüdische Häuser nieder« gebrannt. Die Araber haben das T-rusal'emer jüdische Viertel Rechavia und Yemin Moshe sowie die jüdischen Kolonien des. Bezirks Samaria angegriffen. , Die Araber nähern sieb den von jüdischen Waisen* kindern besiedelten Kolonien S h f e j' a und K f a r Y e I a* dim. Die Verwaltungen die ■ Kinderkolonien haben an die Regierung den dringenden Appell gerichtet, sofort Maßnahmen zum Schutz der Kolonien und zur Rettung der Kinder zu ergreifen. Die Siedlungen in Emek Jezreel Givea und Tel* joseph wurden nieder gebrannt. In der Stadt Tiber las herrscht Ruhe, in der Stadt Safed und in Nes Zio'na nimmt die Nervosi« tat überhand. Aus Haifa wird gemeldet, daß die Werke der Haifa» Bucht in Gefahr sind, von aufrührerischen Arabern zer* stört zu werden. Für die Kolonie Nahalal, die Judenschaft in Akko und für die; Chassidim*Kol6nie Nachlath Jaacob besteht . oh wie vor Gefahr. Bei dem Angriff auf- Kastinah, wurden vier Jud getötet und mehrere ver* wundet. Unter den Getöteten befindet sich der Arzt des Hadassäh*Hpspitals Or. I z r a e 1 i. In der Kolonie Chulda wurde bei der Zurück* Weisung der arabischen Angriffe der Jude Ephraim T s c h i z a k getötet. Die Verluste der Araber sollen bei diesem Kampfe groß gewesen sein. Man hat später 14 tote Aralin der Nähe der Kolonie gefunden. Die gesamte jüdische Einwohnerschaft der Kolonien Chulda, Artuff und Kastinah ist nach Tel* A w i w geflüontet. Auf die Siedlung f- Misrachi Chittin haben die Araber einen Angriff unternommen, der zurückge* schlagen wurde. Im Haifaer Hospital sind David Vuzeen und Abraham Hotel ihfeij Wunden erlegen. Die Angriffe der Araber auf die Haifaer Roth* schild*Mühle werden hartnäckig fortgesetzt. Die Fr i e d* mann sehen Weinkellereieh wurden nieder* gebrannt. Pie Evakuierung verschiedener jüdischer Siedlungen dauert fort Die Regierung hatte die Evakuierung des Waisenkinderdorfs Shfeja verfügt. Aber die Kolonie Sichron Jakob, unter, deren Schutz das Kinderdorf von jeher steht, lehnte die Räumung von P'^feja kategorisjh ab. Der Streit wurde . so geregelt, daß dieKol'onie Sichro , Jakob den Schutz, von Shfeja bis zum Ein» treffen i der;militäris.chen Besatzung ^bernomrnen hat. Evakuiert wurden die Kolonien «E k r o n und B, a* j Ith Weg an in der Nähe von Jaffa. Die Bevölkerung der jüdischen Kolonienhört hiebt - auf, gegen die Eva* kwerungsrnaßnahmeu zu protestieren. Sie erachtet diese Maßnahme als / ( gefährlich für den jüdischen Besitz - ,. und befürchtet, daß die Siedlungen in der Nacht durch die Araber vernichtet werden könnten. Statt sie zu eva» kuieren, sollte man den Kolonisten militärischen Schutz geben. Die Regierung fährt fort, die jüdische Bevölkerung zu entwaffnen. Dabei werden immer wieder Juden verhaftet. Die Behörden machen keinen Unterschied zwischen bewaffneten Räubern und der das Leben der jüdischen Bevölkerung, be* schützenden SeLstv '• .*•■> in der Zeit, wo die Regie« rung gegenüber dem Ansturm der Arabermassen machtlos war, ihr Leben für die Erhaltung der Ordnung einge* setzt hat. Die Regierung hat auch die Juden, die britische Staatsangehörige sind, sogar britisch*jüdische Re* gierungsbeamte, entwaffnet. Die nicht« jüdischen Beamten dürfen ihre Waffen ho» halten. Die Zionistische Exekutive in Palästina hat gegen diese ungerechten und die Gleichberechtigung wie das Gebot der Ordnung verletzenden Maßnahmen bei der; Regierung in Jerusalem und bei der britischen Regierung in London Protest eingelegt. Die nicht jüdischen Geschäfte in Jerusalem wieder geöffnet. Jerusalem, 27. August. (J. T. A.) In der Altstadt wurden die Läden, die christlichen Kaufleuten gehören,^ heute wieder geöffnet. Eine Abordnung der Jerusalemer nicht jüdischen Kaufmannschaft begab sich ins Regierungs-: gebäude und bat um militärischen. Schutz für die wiedergeöffneten Läden. Die Regierung sagte einen solchen Schutz zu. : j Das Regierungsbulletin teilt mit, daß in Gaza zwei Juden getötet worden sind und daß die gesamte jüdische Einwohnerschaft der Stadt nach(.Tel- Awiw geflüchtet ist. Versuche von Arabern aus den Haifa benachbarten Dörfern, in Haifa einzudringen, wurden vereitelt. Die österreichische Tabakregle beteiligt sich auch heyer an der Wiener Herbstmesse, Im Fabrikatöonsraum ihres Ausstdkngs-Pavillons am Rotundengeiände führt sie diesmal die Erzeugung der Egyptischen III. Sorte, und tyemphis-Zigaretten auf einer ,,Rapid"-Zigarettenmaschine und die Verpackung dieser Zfigaretten teils in Kartons »u 10 Stück ((maschinell), teils in Kappenschacfejn zu 25 Stück (Handarbeit) vor. In dem mit Dioramen der Regiebetriebe und Bildern aus der Zigarettenfabrikation ausgestatteten Ausstellungsraum des Pavillons werden . die Filme „Erzeugung und Verpackung der .Zigaretten" und „Erzeugung und Verpackung der Zigarettentabake" dem Publikum gezeigt. Im Verkaufsraum ..des. Pavillons sowie in den im Hofe des Messepalastes aufgestellten zwei Verkaufswagen werden. sämtliche Tabaflcfafbrikate der Regie verkauft, die Egyptäschen Iii Sorte und Memphis-Zigaretten auch in' Messepackungen (Kappenschachteln ä 25 Stück). Die gangbarsten Sorten sind auch entnikattaisiert von der Entnikotfirriisierungsansatlt August Falk erhältlich. E Wochen-Kalender September 1929 B*Enn Elul 5689 6 Freitag 1-a Sabbateingang 6.— o DivtmwV 7 Samstag 2-a Sabbatau8gang 7.04 ™ vte'rnobn >qw 8 Sonntag 3-a ■ i1 ■ 9 Montag 4-1 '' - i 10 Dienstag 5-n U Mittwoch 6-1 12 Donnerstag 7-1 ./

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