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Die neue Welt · 1929-08-16 · Heft 100 (16.8.1929) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 100 (16.8.1929)
Date
1929-08-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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frite'wwN.. DIE flEÜE W1ET .„ *-*N**V)T V***» Seife" Ü\ Bevor fcfh hiehef kam, (hat mir ein alter Freund 'Herals einen Brief geschrieben, in dem er mir ein Gespräch •mit Her.zil mitteilte. Herzl sagte ahm, das Verhältnis von tun« Ziondisten zu den Reichen ist uti.crefäilir so, daß wir im Strom schwimmen jind die Reichen am Ulfer sitehen und .warten, ob wk ertrinken. Aber wenn es uns gelingt, ans Ufer zu kommen, dann werden sie uns die Hand geben und sagen, sie seien unsere Freunde. Sie gehen den W«g zurück, den Heral uns gewiesen hat, Uitid Sie werden heute ahsti'in/men im Sinne der Zersobmetterumg dos Werkes, das dieser Mann geschaffen hat. Herr Vorsitzender, iclh iha'be eine Bitte an Sie, bevor Sie mit der Abstämmling; über die Erweitern« der Jewish Agency beginnen: Lassen Sie dieses Bild entweder 'hinaustragen oder umdrehen. (©eMail.) Nach einigen weiteren Reden begannen die Aibstiimm'umigen, die die Sitzung bis gegen 3 Uhr morgens ausfüllten. In der 16. Sitzung am Donnerstag wurden dlie Berichte der Organisationskonimission durch Dr. Barth vorgelegt, nach denen Del. Doibkin namens der Binwande- .ru'nigslkommii-ss'ioin referierte. In der 17. Sitzung, Donnerstag nachmittags, erinnerte Präsident Sokoiow an den Beschluß des letzten Kongresses, die Gebeine Herzls nach Erez Israel üiberauföiihren, und teilte mit, daß alle Schwierigkeiten beseitigt sind und die Ausführung des Besch'kis'ses gesichert ist. Die Debatte über die Anträge der Organ isati onskomim;ission wurde fortgesetzt, da toziwiis ehern über die Jewisih Agency-iBraige u.nuwterbrochen verharideÄt wurde. Endlich konnte das Statut In zweiter Lesung mit 94 gegen 21 Stimmen angenommen werden. Man kam nun «u der bereits mitgeteiltem Hamptresoliuitiion. Präsident Dr. Weizmamm erlklärte, er werde, wenn der Kongreß damit ende, daß nur dar Präsident oder eine kleine Körperschaft gewählt wird, dies nicht als edme volie Exekutive 'betrachten. Sollite der Kongreß nicht imstande sein, eiime Exekutive zu wählen, und dem Präsidenten den Antrag zur Exekutivebildung erteilen wünschen, so werde e<r diesem Auftrag nicht übernehmen. S o il o w e i t s c h i k (Radikaler) fordert, daß mifoidesteras der Kongreßbescibliuß, wonach in Abweichung vom Verfassungsentwurf der WaMmodius für die Exekutive der Agency auch im Zukunft ibeilbelhalliten werden so'll (Brnennumg der einen Hälfte durch die Zionistische Organisation), als notwendig erklärt wird umd der Kongreß sich nicht damitbegnügen solle, die Exekutive aufzufordern, ihr Beistes!für die Durch Setzung dieser Aenderung ziu ver< suchen. Im di es er L e ib e m s f s a g e d e. r Z i o n i s t isehen Organ i s a t i o n dürife es keim Kompromiß gelben. Hierauf folgten Erklärungen der verschiedenen Fraktionen. Locker (Poale Ziou) erklärt, seine Fraktion werde für die Resolution stimmen. Slie sei sich der Unizanlänglichkeäen des Vertrages mit den Nichteionisiten bewußt, sie vertraue aber auf die Kraft der Zionistischen Organisation und vor allem auf die stets stärker werdende organisierte Arbeiterschaft, insbesondere von Ere'z Israel. . S c h e c h t m a n n ((Revisionisten) verliest eime Erikllärumg, wonach angesichts der verhängnisvollen Gefahren der Jewiiish Agency die einzige Hoffnung des Zionismus sei, daß wenigstens ein Teil der Zionistischen Organisation außerhalb der Agency bleibe, um eine Erneuerung der zioistischen Bewegung vorbereiten ziu können. Aus diesem Grunde werde sich die Revisionistische Partei von allen Organen der erweiterten Agency fernhalten. Sprinzak (Hitachdu th) erklärt, seine Partei werde trotz allen Warnungen ebenfalls für die Verfassung der Agency stimmen, obwohl diese noch weit von der Vollkommenheit entfernt sei. Sie vertraue aber auf die Kraft des arbeitenden jüdischen Volkes, die jede Konstitution zerreißen könne, wenn ihre heiligsten Rechte angetastet werden. Meir Berlin (Misrachi) erklärt,' der Misrachi sehe in der Agency den Anfang der großen Knesseth Israel, in der sich jeder Jude am Autei Palästinas beteiligen werde. Der Mterachi bedauert zwar, daß die Freiheit der zionistischen Bewegung durch die Erweiterung geschwächt wird und das gesetziestreue Judentum nicht den. gebührenden Platz in der Agency einnimmt, er nehme aber für das große Ziel: die Erlösung des Landes, den Bau Zlons und die Errichtung des Juden«taates alle Leiden auf sich. Dr. A. H. SJlver (Allgemeime Zionisten)- erklärt, ersj jetzt beginne die schwerste Aufgabe für die Zionisten, nämlich die psychologischen Voraussetzungen für die gemeinsame Arbeit in der Agency au schaffen. Aus seiner Kenntnis der amerikanischen Verhältnisse könne er. versichern, daß die Nichtzionisten wirklich entschlossen seien, die schwere Last und die ernste Verantwortung mit den Zitanist^n zu teilen. Die zionistischen Hoffnungen werden sich erfüllen, wenn die Zionisten 'mit dem gleichen Geiste der Aufrichtigkeit uind des Vertrauen« In diese IMon sa©r6© eintreten. \ , Hierauf stellt der Berichterstatter den Agency* Kommission, Dr. Balpern^ den Antrag, über das Amendement Soloweitschik zur Tagesordnung überzugeben, Dr. Gold mann (Radikale) sieht in diesem Antrag das Eingeständnis, daß die Durchsetzung der vom Konsrreß beschlossenen Abänderungen der Agency-Verfassutig nicht absolut gesichert sind. Ueber alle anderen Punkte könne der Kongreß die Exekutive, .verhandeln lassen, die Wahl der zionistischen Mitglieder der Agency-Exekutlive aber müsse er als conditio sine qua non enklären. Der Antrag Doktor Halpern auf Ueibergang zur Tagesordnung wird mit 126 gegen 92 Stimmen a n g en o -m m e n. Im Anschluß an diese Abstimmung richtet Grünbaum an Dr. Weizmann die Frage, wie er diese Abstimmung verstehe und db Sie bedeute, daß der Kongreß die Exekutive nicht mehr selbständig werde wählen k5nnett, Präsident Dr. Weizmann erwidert, er sehe in der Abstimmung einen Auftrag an die Exekutive, ihr Bestes zu tun, um diesen Artikel durchzusetzen. Einmalige Zyklon-DardiaaMing DpATJenotcS^ straße 35 * Telephon IM1*0>97 Sollte die Exekutive da«it nicht Imatamle sein, so werde sie dies den 106 Mlttflisdeni dos /uouistischen Teil» des Councils mitteilen. Es wird dann in den Hiinden dieser 105 liegen, die schwerwiegende Entscheidung m treffen. Wem; man Ihn dann fragen werde, wie er summen werde, würde er die Antwort erteilen. Grün bäum ersucht Dr. Weizmann, den KonsreK zu beruhigen und Jetzt schon die Antwort mitzutsüe«, trie er dann dem Council geben werde. Dr. Weizmann erklärt, er sei nicht in der Lage, darauf zu antworten. Im weiteren wind ein Ann ende m eut Remes (Poale Zion), daß Beschlüsse des Kongresses nur mit Zweidrittelimehrhieit geändert werden können, mit großer Mehrheit a r» g e n o m m e n. Mit 231 gegen 30 Stimmen angenommen. Hierauf erfolgt die von der Exekutive verlangte n am ett tili che Abstimmung über die Hauptresolution der Agency-Kommission. Das Ergebnis dieser Abstimmung ist: 231 für, 30 gegen, 4 Enthaltungen und 46 abwesend. Vorsitzender Motzkln erlklärt, daß damit die Resolution, die die Exekutive ermächtigt, den Vertrag mit den Nichtzionisten abzuschließen, angenommen fist. Dr. Margulies (Radikale) gibt im Namen der Radikalen die Erklärung äfb, die Radikalem, die von Anfang an und bis zuletzt gegen das Projekt der Erweiterung der Jewish Agency kämpften, weil sie es für ttindemokratisch und aniiinational hielten, hätten sich, nachdem der Kongreß endgültig gegen sie entschieden habe, schweren Herfens entschlossen, sich an der Arbeit in den Organen dieser er w eiiterten Jewish Agency zu "beteiligen. Ihr zionistisches Verantwor'tumgs'bewußtseiin erlaube es ihnen nicht, dort fern zu bleiben, wo die Entscheidung über die nationale HeiiinBtätte fällt. Dagegen werden die Radikalen auch weiterhin den Kampf um die Demokratisierung der Jewisih Agency und für den Sieg der zionistischen Auffassung von der Gestaltuing des Schidksals des jüdischen Volkes mit ungemiinderter Kraft fortführen. Das Budget. - r.ii ti t< ,™.;ü; In der Höhe von?5fK000 Pfund angenommen. In der 18. Sitzung am. Freitag, den 9. August gelangte der Kongreß .zum. Budget™ Es lagen zunächst Anträge der Organisationskommission sowie der Exekutive auf Einführung des zweijährigen Schekels vor, wonach nur diejenigen zur Kongreßwahl berechtigt sein sollen, die den Schekel in den beiden vorangehenden Jahren entrichtet haben. Nachdem aber ein Zusatzantrag angenommen wird, daß der Schekel für das erste Jahr im zweiten Jahr nachgezahlt werden kann,, zog die Exekutive den Antrag zurück. Weiter wurden Resolutionen, die eine stärkere Propagandatätigkeit der Exekutive und die Schaffung eines besonderen Departements für Propaganda vorsehen, angenommen. Besondere Aufmerksamkeit soll der Jugendarbeit und der Verbreitung der hebräischen Sprache geschenkt werden. Ein Antrag des Misrachi, die Propaganda nicht zu zentralisieren, sondern die Landes- und Sonderverbände in ihrer Propaganda zu unterstützen, wurde, abgelehnt. Allen Mitgliedern der Zionistischen Organisation wird zur Pflicht gemacht, an der Aufbringung des Kontingents von einer Million Pfund für den Keren Kajemeth in den nächsten zwei Jahren aktiv teilzunehmen. Bericht der Budgetkommission. Auf Antrag des Berichterstatters Disengoff wird das von der Exekutive vorgelegte reguläre Budget in der Höhe von 750.000 Pfund en bloc angenommen. Dagegen beantragt die Kommission, innerhalb dieses Budgets eine geringere Schuldenrückzahlung und statt dessen die Vermehrung der produktiven Ausgaben, insbesondere für landwirtschaftliche Kolonisation, Einwanderung und Erziehung. Exekutivmitglied S a c h e r beantragt die Streichung aller Posten, die nicht ausschließlich der Konsolidierung de? bestehenden Kolonien dienen und spricht sich gegen die Subventionierung der Habimah und ähnlicher kultureller Institute aus. Ein Antrag Ussischkins, in das Budget lediglich die regulären Posten von zusammen 750.000 Pfund aufzunehmen, nicht aber die darüber hinaus vorgeschlagen 250.000 für den Keren Kajemeth, da diese ja doch nur eine Fiktion bedeuten und die Propaganda des Keren Kajemeth nur binden, wird angenommen. Die Resolutionen der landwirtschaftlichen Kommission, in deren Namen Ing. Kaplansky referiert, erklären es als Pflicht der Jewish Agency, die Entwicklung der jüdischen landwirtschaftlichen Kolonisation in PaMstina in größtmöglichstem Umfang zu sichern, verlangen die Ausarbeitung eines systematischen Planes für Landemert) und empfehlen das zweijährige Arbeitsprogramm des Keren Kajemeth zur Annahme. Weiter wird in diesen Resolutionen der Erwerb von Boden für Arbeitersiedlungen sowie die Einbeziehung der jemenitischen Siedlungen in den Konsolidierungsplan gefordert. Endlich empfiehlt die Kommission, die erforderliche Neukolonisation mit Hilfe der Kreditorganisationen durchzuführen. Präsident Dr. Weizmann sdilägt vor, das Budget für die landwirtschaftliche Kolonisation infolge der vorgerückten Zeit dem Aktionskomitee, das nadi der Tagung der Agency zusammentreten werde, zur Beschlußfassung zu übergeben. Da sich aber Widersprudi dagegen erhebt und Kaplansky lediglich einer Verschiebung auf die. letzte Sitzung des Kongresses zustimmt, erklärt sich Dr. Weizmann auf Vorschlag des Vorsitzenden Motzkin bereit, sich mit dem Kongreßpräsidium über diese Frage zu beraten. Auf Antrag Dr. Kanowitz (Allgemeine Zionisten) wird der Antrag der Exekutive auf Einführung des zweijährigen Schekels nodimals aufgenommen und ein gemeinsamer Antrag Rosenblüth, Goldmann, Kaplan gutgeheißen, wonach diese Frage dem Aktionskomitee zur Beschlußfassung mit Zweidrittelmehrheit übergeben wird. Die letzten Sitzungen. Die Resolutionen. Am Samstag, den 10. August, versammelte sich den Kongreß, der am Freitag in der Tonhalle tagte, wiederum im Stadttheater zu seiner letzten Sitzung. Saal und Galerie waren von Gästen überfüllt, die einen baldigen feierlichen Abschluß der schon zweimal verlängerten Kongreßsession erhofften. Aber schon aus dem Beginn der Verhandlungen war zu ersehen, daß der Kongreß noch ein großes Arbeitspensum zu absolvieren hat. Zu Beginn der Sitzung begrüßte Präsident Motz-1 k i n die auf den Galerien als Gäste erschienenen Mitglieder des Council der Jewish Agency, Leon Blum, Senator Grusenberg, den amerikanischen Arbritrrführer Schipliakow, Richter Lazansky u. a. m. Der Kongreß beschloß, daß die Mitglieder des Aktionskomitees, insoferne sie über keine Delegiertenmandate verfügen, keitt Stimmrecht auf dem Kongreß haben. Hierauf ging der Kongreß zur Behandlung der, Agrarresolutionen über. Die Arbeitervertreter, sprachen gegen den Antrag von K i s h, die Detailfragen der Exekutive zur Erledigung zu überlassen. Eine kurze Debatte über Sephardimkolonisation wurde von Jabotinsky und Kaplansky geführt. Der Kongreß beschloß, die Frage des Monopols des Nationalfonds für Abschluß von Verträgen mit Versicherungsgesellschaften dem Aktionskomitee zur Entscheidung zu überlassen. Der Kongreß nahm den Antrag Jabotinsky für gerechte Ansiedlungsverteilung unter allen jüdischen Wochen-Kalender August 1929 3« B"s-in Aw 5689 16 Freitag 10-» Sabbateingang 6.40 17 Samstag II-tW Sabbatausgang 7,47 ot: lora mtsön .piwi 18 Sonntag 12~3i 19 Montag 13-J> 20 Dienstag 14—P 21 Mittwoch 15-1SD 22 Donnerstag

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