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Die neue Welt · 1929-08-02 · Heft 98 (2.8.1929) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 98 (2.8.1929)
Date
1929-08-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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r Nr, m DIE NEUE WELT Seite 8 Häuser In Wien übernimmt zur Verwaltung behördlich autor. Gebäudeverwalter N. Wekhtolbaum, VW. PI«ilflaM« 84 Tel. B-42-505. Kulante und fachmännische Interessenvertretung. Prima Referenzen. In der Sitzung vom 24. Juli referierte Eder über die Beziehungen der WIZO zur Zionistischen Organisa tion, Dr. Felix R o s e n b l ü t h, Mitglied der Exekutive, hielt eine.Ansprache, in.der er die Lage der Zionistischen Organisation darlegte und bemerkte, die Erweiterung der Jewish Agency lege auoli der' zionistischen Frau verantwortliche Aufgaben auf. Am 25. ftili ist die Konlerenz in die Hauptaus*. spräche getreten über das Problem der Zusammensetzung der Organisation als eine rein zionistische oder „gemischte". Hier stehen sich drei Auffassungen gegenüber, von denen eine einen Kompromißvorschlag aus beiden Extremen darstellt. Der radikale, von den anderen „defätistisch" genannte Vorschlag verlangt Einbeziehung aller jüdischen Frauen in die Palästiiiaarbeit als Weltorganisation aller jüdischen Frauen für Palästina, bei Preisgabe der rein zionistischen Einstellung. Der andere Vorschlag fordert die zionistische Note der WIZO als Instrument der Zioriisierung der jüdischen Frauen und Kinder und schlägt einen „erweiterten Council" als Rahmenorganisait'ion der zionistischen und nichtziomstischen Fraueiri&ruppen für Palästiinaarlbeit in der Art der Fonds (Keren Haijessod) oder der Jewish Agency vor, . Der Kompromiißvorschlag, ausgehend von Frau Steiner (Tsöheahoisilowake'i) und Frau Dr. Nadia Stein ('Berlin) verlangt Einbeziehung van Zionistinnen und Nfchtzionistinnen in die „Wd'zo", ohne 'die Frage der Berechtigung im Sinne. des Zionismus zu erheben. Hier ergibt sich aber das Problem, wie sich unter dieser Voraussetzung das Verhältnis der Fnauenorgani-' safcion zur Zionistischen Weltorganisation gestalten soll« oder auf welcher Seite der „fi'fty" in der Jewish Agency sie stehen soll. Die polnische und palästinensische Delegation ist tfür eine klare Betonung des Zionismus. Auf die überaus rege Debatte über Zusammenarbeit' der zionistischen und neutralen Frauengruppen (wobei der Pendel mehr auf die Seite der Wohnung des zionistischen Charakters der „Wizo" neigte, unbeschadet der Tendenz,1 auch neutrale Frauengruppen allmählich zu gewinnen), ipligte; nachmi.tta.gs die . mit dieser. Fraige. eng venlcnüpifte Aussprache, über die Zusammenarbeit der „Wizo!': in Palästina mit den übrigen palästinensischen FrauengrU'Pperi (Moaziafch HapualoMi und Histadrutlh Nasohim Iwrioth) in Form eines „Advisery Council". Da die Histadruth Naschim Iwrioth einen großen Teil ihres Budgets von „n e u t r a- 1 e n" F r a u e n der G a tu t h. (bazieiht, erhofft man, durch eine Regelung der Firauanarlbeit. toi Lande selbst auch zu einer Regelung und Zusammenfassung der. Geldsammlungen, im Auslände, zu gelangen. Frau Esther, Sin oir a (Jerusalem) beric'htet über die Notwendigkeit des zu schaffenden, gemeinsamen Council in Erez Israel. ' Doch traten in Zwischenrufen und Debatten noch un'behobeme Gegensätze in, Palästina zuitage, die erst m einer 'Klärung geführt; werden müssen. Der dritte Talg (brachste, weihst "einem Referat über die Zusammeniarbeit mit dem Kontinent a J> b u nd1 Zionistischer Mäd.chenVereinigungen (Dr. R a p p a p.o r iK Wien) die Referate und Debatten über- Kulturarbeit' und Propaganda in engstem Zusammenhange' mit den Fragen, der Organisat!on: Zweckverband für Palästinahil'fe oder zionistische Frauenbewiegiuing. Die noch schwebenden Fxa'gen (Zusammenarbeit mit' Neutralen und Palästina-Council) werden in den Kommissionen weiter behandelt, wobei die Tendenz der Exekutivefür Verständigung in Palästina und Ernaltufl'g des fcionisti-' sehen Qharakters in der Galu-t'b spürbar 4st. Brief aus Polen. - r Von unserem Warschauer N. R.sBerichterstatter. ,! Antiseinitisclie Brutnlitätsakte. In Wilna wurde am 25. Juli nachts auf dem Heim* wege. einer der angesehensten dortigen jüdischen Kauf* leute -r~ Lejzor Rotstein — von PolizeuGeheim» agenten erschossen. Die Agenten wollten in ihm einen gesuchten, Einbrecher erkennen, gingen ihm einige Zeit nach und sollen ihn zum Stehenbleiben aufgefordert nahen. Rotstein, der von einer geschäftlichen Transaktion kam und einen größeren Betrag bei sich hatte,1: dachte :es mit . Banditen zu tun zu haben und wollte, davonlaufen. Die Agenten begannen zu feuern, ein Schuß' war tödlich, Erst nachher bemerkten die Agenten ihren schrecklichen Irrtum. Beim Begräbnis am nächstfolgenden' Tage wurde die Frau, des Ermordeten wahnsinnig. Sein Freund, der ebenfalls angesehene Kaufmann Kassel Bein: erlitt einen, Herzanfall und starb plötzlich während, der Beerdigung. Dellegierte der .Warschauer Zentralbehörden untersuchen den' Fall. > ' .. '- r;• *;; i ■ ■ : ' '!; In Holhocze {Bezirk Podhiajce)V besitzen drei Juden Läden. In demselben Dorfe befindet sich eine ukrainische Konsumgenossenschaft. Zwischen < der. ukraini« sehen Kooperative und dien jüdischen Geschäften besteht eine Konkurrenz. Vor einigen; Tagen wurde die Wohnung des; Abraham B i 11 e r, eines der. Ladenbesitzer überfallen, durch die offenen Fenster wurden Steine in die Wohnung des Abraham Bill er, eines der Ladenbesitzer/ über« fallen,; durch die offenen Fenster wurden Steine in die Wohnung geschleudert, die Scheiben eingeschlagen, die Fensterrahmen, herausgerissen. In den zwei folgenden Nächten geschah dasselbe, bei den anderen zwei jüdischen .Kaufleuten.. . , . - . ...; "\ ■■■ Nach diesen Geschehnissen kam Bilder zur Post und wurde vom Vorsteher ■ Petro Maksymyszym, der Mitglied der Verwaltungder ukrainischen Konsumgenos* senschaft ist, empfangen. Im selben Zimmer befanden sich Wasyl Stupowski, der Kassier und Nikola Szczur, der Lieferant der Kooperative. Als Billier fragte, ob für ihn Post vorhanden sei, sagte ihm der Vorsteher, er möge ein anderes Mal kommen. Im Korridor traten Stupkowski und Szczur auf Biller zu, zogen ihn in einen angrenzenden Raum, wo sie ihm mit einem stumpfen Werkzeuge mehrere Hiebe auf den Kopf versetzten. BilFer lief zu seinem Schwager Buchwald, der in der Nähe wohnt und bat diesen, seine Frau von dem Vorfall zu verständigen. Als Buchwatd sich auf den Weg zur Frau. Biller befand, wurde er von Stupkowski und Szczur überfallen, welche mit einer eisernen Stange ihm deh Kopf zerschlugen. Die Verwundeten wurden in das Spital überführt. Die Behörde ist nachher eingeschritten. *• .. In Warschau wurde im „Sächsischen Garten" ein jüdischer Student überfallen. Der' Polizist entließ den vom Bruder des Studenten'festgehaltenen Angreifer. Am Perron der Bahnstation in S w i d z wurde um 10 Uhr nachts ein jüdischer Gymnasiast von einer Gruppe von Verbindungsstudenten überfallen und mit Stöcken blutig geschlagen. Als er flüchtete, warfen ihm die An* greifer einen Stock vor die; Füße. Er fiel auf das Geleise und brach einen Arm. Die Angreifer lachten. Am Bahnhofe gab es keinen Wachmann, der sie zur Verant* wortung gezogen hätte. Aehnliche Fälle kamen .in Ö'twock und'F a 1 e n i ca vör. Am nächsten Tage wurde in Swidz ein auf Sommerfrische weilender jüdischer Kaufmann mißhandelt. ■'•■' •: "V ' -/• : , >>■■ . ..> ■■■, :\:r. ■> ■ ■ Aus Warschau, -22>:i Juli,- wird gemeldet: Der' 68jährige Jude Aaron S teinmarin wurde in der Straßenbahn aui dem Wege .zu. seiner - Arbeitsstätte von: einer Gruppe junger Burschen fortwährend belästigt undschließt lieh aus dem fahrenden Wagen geworfen, 'wo» b ei lähm, beide. Beine vom Körper getrennt wurden. Er starb:im Krankenhaus -■ Hinter großen Qualen; Den Tätern ■ gelang es, unerkannt zu' entkommen.: Die Lemberger Exzedenten unter Anklage gestellt. Während der letzten Lemberger .Exzesse wurden 32 Hochschüler unter dem Verdachte der.,Teil* nähme an der Demolierung der „Chwilä", der jüdischen Schüfen und des . jüdischen Studentenheimes verhaftet. Sie wurden nach Durchführung der Voruntersuchung in Freiheit gesetzt. Der Anklageakt ist fertiggestellt und wird im Wege des Gerichtspräsidenten den Angeklagten übermittelt. Die Verhandlung dürfte, falls kein Einspruch erhoben werden sollte, noch während des Sommers statt* finden. Ein Legat der Urenkelin des Wilnaer .Gaon. In Belgien starb die Urenkelin des Gaon von Wilna, Frau E f r q n * R o s e n t a 1, die Schwester des Mitbesitzers des Verlages Brpckhaus*Efr6n in Leipzig. Die Verstorbene war nie in Wilna, ihre Eltern verließen Wilna vor ihrer Geburt. Sie ließ trotzdem einLegat von 10.000 Zloty als ständigen Fonds zurück, dessen, Zinsen für einen literarischen Konkurs, bei der Wilnaer. Universi* tät bestimmt sind. Kürzlich hat die Tochter der Frau EfrorwRosental,. Frau Dr. K o s z y c k a den Betrag den Üniversitätsbehörden überwiesen. Der Konkurs hat alle zwei Jahre stattzufinden und die deutsche, französische und englische Literatur zu umfassen. Der Preis, hat 1000 Zloty zu betragen. Die Urenkelin , des Wilnaer Gaon dachte nicht an die hebräische und jüdische Literatur. Vielleicht wußte sie nicht, daß eine solche vor* banden ist , . » ( Der Rabbi von Komarno und der Rabbi von Sqssow gestorben. Der Chassidiin-Rabbi. von Komarno ist am. 23. Juli im burgenländischen Kurort Tatzmannsdprf yer« storbeR. Die Leiche wurde nach Komarno in Polen zur Bestattjiiug überführt. —* In London verstarb dey in der Qiassidim-W.elt sehr populäre „Sossower Rebbe" ^.anoch Henech und wurde unter . ungeheurer Beteiligung seiner Londoner Chassidiin zu. Grabe getragen, )) SIT MAR« Nach ÄGYPTEN und PALÄSTINA mit den Luxusdampfern 44 tfklWVVllIll ffl Rundfahrlan Im Mittclmettr Genua — Neapel — Sizilien — Aegypten — Palästina — Syrien — Zypern — Konstantinopel — Athen — Neapel — Marseille — Genua zu besonders ermäßigten Preisen Auskünite: „Sitmar*, I. Kärntnerring 18 (Ecke Schwarzenbergplatz) Telephon U-45009 =HJ Die Palästinafrage auf dem Weltkongreß der Antimilitaristen. Scharfe Auseinandersetzung zwischen den linken Poale* zionisten und der arabischen Delegation. — Deutsche und •französische Delegation schließen sich der antizionisti* sehen Erklärung der Araber an. Aus Frankfurt a. M., 26. Juli, meldet die J. T. AV: Mit einer fünftägigen Verspätung trat der II. Weltkongreß der „Liga gegen Imperialismus und nationale Üpter* drückung" in der Nacht zum 26. Juli in die Behandlung der Palästinafrage ein. Hierbei kam es zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen den arabischen Delegierten und dem Vertreter der linken Poale Zion, Ben Sauf. Youssef (Aegypten) eröffnete die Aussprache über das arabische Problem iJas gesamte riesige arabi* sehe Gebiet ächze unter dem Joche des. Imperialismus. Man habe dem Führer des linken Flügels des palästinen* sisch*arabischen Kongresses, Handi . el Husseini, das Visum verweigert, -ii ihm die Teilnahme am. Frank* furter Kongreß unmöglich zu machen. Budeiri (Irak) er* klärte, Palästina sei ein Streitobjekt. zwischen England und Frankreich, wobei die Arbeiter und Bauern das un« freiwillige Schlachtopfer abgeben. Die Bälfour«Deklaration sei schlimmste Heucheliei; in Palästina gebe es keine Freiheit, es herrsche. dort große Armut und chronische Arbeitslosigkeit. Der Kampf der Revolutionäre gehe Unterirdisch weiter bis zum siegreichen Ende. . Ben S a u 1 (Palästina) vertrat den Standpunkt der linken Poale Zion. Er verteidigt die Rechte des jüdischen Proletariats auf Palästina. Die arabische und die jüdische Masse sollten sich zu einer Einheitsfront Zusammensein1 ie* ßen, um für ein freies sozialistisches Palästina zu kämpfen. Die jüdische Bourgeoisie stütze sich auf, die Balfour* Deklaration, die arabische Bourgeoisie wolle die jüdische Einwanderung verhindern, beide aber haben' das.; Bestre» brn,. sich von den Engländern Vorteile zu verschaffen. De englisfhe Regierung verhindere die Einwanderung einer revolutionären Arbeiterschaft, auch Anhänger der linken Poale Z'.on dürfen nicht ins Land kommen. Die faschistische Bewegung erstarkt in Palästina. Nur eine Einheitsfront - des . arabischüjüdischen Proletariats könne Rettung bringen. Nach der Rede von Ben Sau! gaben die arabischen Delegierten eine Erklärung ab, in der sie dagegen pro* testierten, daß ein Zionist auch im Kongreß der Liga gegen Imperialismus aufzutreten: wagt, Saklatvala (Indien) sprach die Meinung des Kongresses wie folgt aus: Der Konflikt zwischen den Arabern und den Zionisten wird von uns geprüft Wer* den. Wir müssen jedoch unsere Sympathie allen jenen versagen, die nach Palästina gehen, um den Imperialisten zu helfen, die Revolution zu unterdrücken. Die Liga ist nicht gegen jene, die als Freunde der Araber nach Pa* lästina kommen, aber gegen jene, die nach Palästina gehen, um die Araber zu beherrschen. Die Sprecher der französischen und der deutschen Delegation schlössen sich der Er« klärung der Araber an. Der Kongreß faßte schließlich eine sehr umfangreiche Resolution, in der auch ein längerer Absatz über Palästina und Zionismus enthalten ist; Es heißt darin, daß der Zionismus die stärkste Stütze des britischen Imperialismus in Palästina ist. Unter dem Vorwahde, ein jüdisches Nationalheim in Palästina zu schaffen, ließ man aus Europa Arbeiter kommen, die besser bezahlt sind , als die ausgebeuteten arabischen Arbeiter. Dadurch entstanden Reibungen zwischen Arabern und Juden,-die durch im* perialistische Manöver in religiöse und Rassekämpfe umgewandelt wurden. Mit Hilfe der zionistischen Bour* geoisie spalten die englischen Imperialisten die nationale arabische Bewegung und versuchen, zwischen der kleri* kalen arabischen und jüdischen Bourgeoisie einen Block gegen die Arbeiter und Bauern Palästinas zu Schaffen. Der Zionismus verbirgt sich hinter einer humanitären Maske und hat auf diese Weise die Möglichkeit, den Wie CAM Ci'A uittt Iknan ffAkltf E*n WdoitUches Bett. Auch aus Ihrem schlechten mache W JnNMrII -(MSf WP« IllflVIi I^HOli i ich Ihnen ein gutes. Lassen Sie sich von mir beraten, BettWarenhaUS BERTHOLD SAMEK« Wien, VlII,, Lerchenfelderstraße Nr. 30, Telephon A-2$W 110*11« WcrktWttft. Individuell« Bedltniing. K«ln« Filiale.

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