Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1929-07-26 · Heft 97 (26.7.1929) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 97 (26.7.1929)
Date
1929-07-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2711613-2711683-2711713--1281-2714486
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nf. 97 DIE NEUE WEET . 0 .... > _,....._____... ■ - . .........- ^jm^^i-; •' ';'&'-'4 •^v'-,, ^>:'^'#v^ Seife f 1 *r '"ff Das l des Ersten allgemeinen Beamienverelnes Wien erteilt an Öffentliche u. Bundesangestellte aller Kategorien sowie an Pensionisten zu den günstigsten Bedingungen und gegen höchst annehmbare RUckzahlungsmodalltlten langfristige PersonalkredSfe ohne Lebensverslcherungspollxie Die monatlichen Rückzahlungen werden bei derZinsenberechnung berücksichtigt Die monatliche Rate beträgt für ein Darlehen von S1000&- S25.- Dle Erteilung von Auskünften Über Spareinlagen und Entfegennahme von Darlehensansuchen erfolgt vorspesonrei durch die Zentrale: Wien XVIII, Welmarerstr. 20 und durch die Stadtbüros: Wien l Kärntners!?. 26 (Eingang Schwangasse 1) S, Uranlasfr* 2 ■ ■ « »;u ■ _ essananaaffi tniAst i rung das Recht hat, Gesetzesvorlagen ein* zubringen, ohne vorher jemandes Rat ein« zuholen, Die orthodoxen Juden haben seinerzeit gegen die Beschlüsse des jlidischen Gemeindekongresses in einer Versammlung in Großwardein protestiert. Dr. Niemirower: Der Gemeindekongreß war die Gründungsversammlung aller Juden, der Kongreß der Orthodoxen war nur eine Teilversammlung. Die von der Regierung vorgeschlagenen Aenderungen Öffnen dem Unfrieden unter den Juden Tür und Tor. Minister Vlad: Der Herr Oberrabbiner will uns überzeu* gen, daß die Beschlüsse des Gemeindeverbandes für uns Gesetz zu sein haben. Aber den Erklärungen der ortho* doxen Rabbiner ist zu entnehmen, daß zwischen den Riten fundamentale Unterschiede bestehen. Darum tun wir am besten, wenn wir das konstitutionelle Prinzip zur Geltung bringen. Das Gesetz vor dem Parlament. Der Kultusminister Vlad hat das Gesetz über die Organisation der jüdischen Gemeinden dem r u m ä n i» sehen Parlament unterbreitet, nachdem * es vom Senat angenommen worden ist. Minister Vlad fordert EinmaliBG Zyhlon^DurclipasünB Dr. A.Tendo ^^.^HL^^ulberg^ Straße 35 » Telephon U-11-0-97 eine dringliche Behandlung des Entwurfes. Die jüdischen Deputierten, mit Unterstützung auch nicht« jüdischer Deputierter, unter ihnen Mitglieder der Regie* rungspartei, führen eine heftige Propaganda gegen die An* nähme des Gesetzes. Die jüdischnationalen Parlamentarier Dr. Theodor Fischer, Dr. Josef Fischer, und Dok* tor M. Landau, sowie die Deputierten der Regierungs* partei Adv. S. Rosenberg und Hoffmann hatten im Parlament eine lange Unterredung mit dem Minister* Präsidenten M a n i u, in der sie ihn zu überzeugen such* ten, daß der Regierungsentwurf nicht allein den Inter* essen der Juden, sondern auch denen des Staates ent* gegengesetzt ist. In Bukarest und in allen Teilen AltJtumäniens und der neuen Provinzen werden zahlreiche Protestversamm* hingen abgehalten, in denen die Regierung aufgefordert wird, den Gesetzentwurf zurückzuziehen und es den Juden selbst zu übers lassen, sich ihr Gemeindegesetz zu schaffen. Am 17. Juli fand eine von den größten jüdischen Organisationen Bukarests veranstaltete, massenhaft be* suchte Protestversammlung statt. Der Vorsitzende, der frühere Senator Eli B e r c o v i t z, Präsident der Bukarester Gemeinde und des Verbandes der jüdischen Gemeinden Alt»Rumäniens warnte die Regierung davor, im innerjüdischen Leben eine Diktatur ausüben zu wollen. Die Bukarester Gemeinde, sagte er, unterhält aus eigenen Mitteln 18 Schulen, 2 Krankenhäuser und eine sehr große Zahl Wohlfahrtsanstalten. Die Regierung steuert nichts zu diesem Budget bei. Tritt das Gemeindegesetz in Kraft, so kann die dann zersplitterte Gemeinde diese Lasten nloht mehr tragen. Es sprachen noch die Herren Marcel Goldmann, Dr. Steinhardt, Dep. Josef Fischer, Dep. Landau, Dr. L. Mayerson, Dr. J. Beroowitz, Rab* biner Gutmann und der.frühere Senator Horia Carp. Es wurde eine Resolution angenommen, die besagt: Die jüdische Bevölkerung von Bukarest protestiert gegen den Plan, den jüdisohen Kult des Rechtes zu berauben, selbst die Normen für seine innere Organisation zu geben, und SAUERBRUNN I Villa mit Garten | § 1 Minute vom Strandbad entfernt, 2u ver- || =5 kaufen. Unter „B u r g e n 1 a n d" an die 1 „Neue Welt«. s ^llllllll!lllllllllllllllltllllllllll!llll!!lllllllll!ll(lllllllll|!|| erklärt, daß sie den Kampf gegen den Regierungsentwurf mit allen legalen Mitteln bis zu Ende füll* ren wird. Protest des Rates der jüdischen Minderheiten. Der vom Züricher Kongreß der jüdischen Minder* heiten eingesetzte Rat zum Schutze der Rechte der jüdi* sehen Minderheiten in den verschiedenen Ländern (Leitung Leo M o t z k i n), hat dem rumänischen Ge* sandten in Paris eine Erklärung überreicht, in der es u. a. heißt: In Anbetracht dessen, daß die rumänische Regierung ungeachtet der einmütigen Opposition des ru* manischen Judentums dem Parlament einen Gesetzen«* wurf über die Organisation der jüdischen Gemeinden vorgelegt hat, der dazu angetan ist, die Einheit der Ge* meinden zu zerstören, wobei zu bemerken ist, daß andere Regierungen, wie die in Deutschland, Polen, Lettland, Estland, Bulgarien usw., das Prinzip der Einheit der jüdi* sehen Gemeinde verwirklicht haben, und da die rumäni* sehe Regierung es abgelehnt hat, zur Lösung der Frage eine Konferenz der jüdischen Gemeinden einzuberufen, drückt der Rat zum Schutze der Rechte der jüdischen Minderheiten sein Befremden und sein Miß* fallen darüber aus, daß die Regierung Maniu ihre gegenüber der jüdischen Wählerschaft übernommenen Verpflichtungen nicht einhält. Der Rat gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die rumänische Regierung die Angelegen* heit einer neuerlichen Prüfung unterziehen wird. Hans Herzls Austritt aus dem Judentum. Im Juli 1924, es war um den zwanzigsten Todestag Theodor Herzls, erhielt ich von seinem einzigen Sohne Hans ein Schreiben, in welchem er mir mitteilte, daß er Christ geworden sei. Ich stand mit Hans Herzl, welcher eine englische TJebersetzung der Tagebücher seines Vaters verfaßt hatte, wegen Herausgabe dieser Uebersetzung in Unterhandlung, knapp vor Abschluß des Vertrages. Die Nachricht, welche den Verhandlungen ein Ende bereitete, kam mir nicht ganz überraschend. Alte Freunde Herzls, welchen der Sohn in Obhut gegeben war, hatten mir schon früher das krankhafte Wesen Hans Herzls geschildert, insbesondere die an Haß grenzende Stellungnahme des. Sohnes gegen das. Andenken des Vaters, des zärtlichsten aller Väter. Mir schien der Umstand, daß Hans Herzl gerade am 20. Todestage seines Vaters das Judentum demonstrativ verlassen hatte, nur der Abschluß einer krankhaften Seelen krise. Ueber den Austritt Hans Herzls wurde noch viel gesprochen. Es gab auch Diskussionen in katholischen Zeitungen, aus denen hervorging, daß sich die katholische Kirche viel von dem Uebcrtritte des Sohnes des größten Juden der Neuzeit versprochen und sich später arg enttäuscht gefühlt hatte. In jüdischen Kreisen war in letzter Zeit die Nachricht verbreitet, Hans Herzl sei wieder zum jüdischen Glauben rückgekehrt. Und jetzt, um den 25. Todestag, gelangt wieder eine Kunde von Hans Herzl in die Oeffentlichke.it. Das „Neue Wiener Journal" bringt in der Nummer vom 20. Juli 1929 folgende Notiz: „Hans Herzl, der Sohn Theodor Herzls, ersudit uns um die Feststellung, daß er nicht in die jüdische Religionsgemeinschaft zurückgekehrt ist." Das zu einer Zeit, da die jüdische Welt gerade daran geht, das Andenken Theodor Herzls in besonderer Feierlichkeit zu ehren. Das neuerliche Hervortreten Hans Herzls in diesem Zeitpunkte ist, meiner Ansicht nach, so zu werten, wie sein vor fünf Jahren erfolgter Austritt, als Aeußerung eines krankhaften seelischen Prozesses. ..... . . Robert Stricker. Britische Rabbinerkonferenz. Jm Hause des Jewish College zu London tagt gegenwärtig die Konferenz der englisch - jüdisohen Rabbiner und Prediger. Die Konferenz wurde eingeleitet durch eine große Rede des OberraJbbiners des britischen Reiches Dr. J. H. Hertz, der eine allgemeine Uebersioht 'über die religiöse Lage der Juden in den verschiedenen Ländern gegeben hat. In Sowjetrußland, führte Chief Rabbi Doktor Hertz aus, dauert die Agonie des Judentums fort. Wenn früher die Synagogen in AribeiterikluJbs umgewandelt wurden, so werden heute aus den Synagogen sogar Wohnungen gemacht. In einem Jahre sind 59 Synagogen und 350 Kirchen der Beschlagnahme verfallen. Leider sind es gerade die Jüdischen Kommunisten, die für die Unterdrüctong des Judentums die meiste mr SdmeHe bei Wätlthhf uiiD 6tirnl)ö()(eit= (ftttifintmitiiett Die leuchtenden Wärmestrahlen der Solluxlampe — Original Hanau — (nicht zu verwechseln mit den ultravioletten Strahlen der bekannten Quarzlampe „Künstliche Höhensonne" — Original Hanau—) haben die segensreiche Eigenschaft, eine außerordentlich starke Blutzufuhr zum Herd der Entzündung zu bewirken. Dadurch werden die natürlichen Abwehrkr&fte gerade an dieser Stelle gewaltig verstärkt, weit mehr als durch Einreibungen, warme Umschlage, Heizkissen u. dergl. Als Erfolg ergibt sich eine schnelle Schmerzllnderung u. ein beschleunigter Heilverlauf. Jeder wird diese schmerzlindernde, angenehme Hyperämiewirkung der Solluxlampe — Original Hanau — als ein wahres Wunder preisen 1 Der Arzt wird stets erfreut sein, sie vorzufinden, denn sie erleichtert ihm seine Aufgabe in vielen Fällen ganz außerordentlich. Die Anwendungsgebiete der Solluxlampesind so zahlreich, daß sich die Anschaffung für jede Familie lohnt. (Schnupfen wird sofort gemildert, Knochenbrüche heilen schneller.) Die Solluxlampe gehört ebenso in jedes Kinderheim* in jedes Hotel und in jedes Pensionat. Der Stromverbrauch beträgt nur0.3Kllowatt, und jede gewöhnliche Steckdose genügt zum Anschluß. Auch als völlig naturliches Verjüngungs- und Kräftigungsmittel wirkt die Solluxlampe wahre Wunder. Literatur: Die Broschüre „Verjflngungskunst von Zarathustrabls Steinach" von Dr. A. von Borosini, 88 Selten kart. zum Preise von S 3.40 zuzüglich Versand- und Nachnahmespesen durch den Solluxverlag, Hanau, Expedition Linz a. D., Postfach 215. Verlangen Sie die kostenlosen Aufklärungsschriften von der Quarzlampengesellschaft m.b.H., Hanau a. M., Zweigfabrik Linz a. D., Postfach 200. Niederlassung Wien III, KundmanngasBe 12, Telephon U-ll-2-27. Nur S155.— ab Fabrik Linz od. Niederlassung Wien, einschließlich Anschlußdose, Stecker, Litze und Verpackung. „ÄHJbuxJUimpe —Quartal 26mau — bu7 Schnelle Schmerzlinderung auch bei I Drüsenu. Mandelentzündungen, bei Bronchial -Asthma, bei Gicht, Rheuma und Qeslchtsneuralgien, bei Halzentzündung (Angina) und Luft-1 röhrenentzündung, bei Brandwunden, Eiterungen u.Insektenstlchen.Furunkel erweichen schneller und entleeren sich [ schmerzlos, b. sog. Hexenschuß! (Lumbago), steifem Nacken, Sehnenzerrungen (auch überspielte Klavierhand) bei Sportverletzungen, Prellungen, I Quetschungen, versteiften Gelenken, Verstauchungen, bei Gelenksentzündungen, Blutergüssen In Bindegewebe und Gelenke (sog. blaue Flecke), bei Zahnschmerzen | aller Art: z. B. Wurzelhaut-, Knochenhaut - Entzündung (Dicke Backe), Nachschnierzen nach Operationen, bei [ Kleferklemme, bei Hämorrhoiden u. (als besonders segensreich vorzumerken) bei Menstrua-| tlonsschmerzen, Verantwortung tragen. Sie sind hierin bolschewistischer als die Bolschewismen. Daraus ersieht man, fügte Rabbi Hertz ironisch hinzu, was für eifrige Patrioten .die Jiuden ■überall sind. In Italien, fuhr Chief Rabbi Hertz fort, haben die kürzlichen politischen Ereignisse die Position der Juden sehr beeinträchtigt.'Die St ausschulen werden mehr und mehr vom Katholizismus erobert und* die diese Schulen besuchenden jüdischen Kinder sind der Gefahr ausgesetzt, mm Uebertrltt zum Christentuim verleitet zu werden. Da die jüdische Gemeinschaft in Italien gering an Zahl ist, ist die Frage, wie, man diesen Gefahren bo-. gegnet — ob durch Gesetze oder durch Enzuehung f-h von größter Wichtigkeit. In Deutschiland wurden 68 Fälble von Friedhof ssc'h ä ndun gen registriert — ein er- Wochen-Kal ender Juli 1929 ' nt?n B"Blh . Tamus 5689 26 Freitag 18-ro Sabbateingang 7.10 27 Samstag Sabbatausgang 8.24 iw nan mtsen .owg 28 Sonntag 20-2) 29 Montag 21-JO 30 Dienstag 22-33 31 Mittwoch 23-» 1 Donnerstag 24-13 UfICCAM CIA llffitt IhnAM fiAt^ilf Ein ordentliches Bett. Auch aus Ihrem schlechten mach« W19iM3ll WCV9 lliliVn l^Blilll ich Ihnen ein gutes. Lassen Sie sich von mir berate* BettWareilhaUS BERTHOLD SAMEKf Wien, VM., Lerehenfelderstraße Nr, 30* Tftaphoti A-StW-W Ilgens W9rkstfitt9. Individuelle Bedienung. Keine Filiale.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.