Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 94 (5.7.1929)
- Date
- 1929-07-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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r Seite * ME NEUE WEL. Nr. 54 )) SITMAR « Nach ÄGYPTEN und PALÄSTINA mit den Luxusdampfern ........Ii" ■ üKiir Rundfahrten Im MitUlmear Genua — Neapel — Sizilien — Aegypten — Palästina — Syrien — Zypern — Konstantinopel — Athen — Neapel — Marseille — Genua zu besonders ermäßigten Preisen Auskünfte: »Sltmar*, I. Kärntnerring 18 (Ecke Schwarzenbergplatz) Telephon U-45009 U=: im Der sechzehnte Zionistenkongreß. Eine Kundgebung Dr. Weizmanns. Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Welz mann erläßt an die Zionisten der ganzen Welt eine Kundgebung, der wir das Folgende entnehmen: „Zionisten, Gesinnungsgenossen! Die finanzielle Lage der Palästia-Exekutive hat sich wesentlich gebessert und nach den vorliegenden Schätzungen wird die Schuld der Palästina-Exekutive und des Keren Hajessod zusammen an der Zeit der Amtsführung dieser Exekutive, also vom Oktober 1927 bis September 1929, sich um annähernd 150.000 Pfund veringert haben. In Landwirtschaft und Industrie ist eine deutliche Ausdehnung, der jüdischen Tätigkeit in Palästina zu merken. Die Arbeitslosigkeit wurde auf ein völlig bedeutungsloses Maß eingeschränkt. Das Statut der erweiterten Jewlsh Agency wird dem Kongreß zur Bestätigung vorgelegt werden. Unter den Hauptpunkten der Vereinbarung sind folgende hervorzuheben: 1. Der Zweck, der der Vereinbarung zugrunde liegt, ist die Förderung der Errichtung des Jüdischnationalen Heims in Palästina in Uebereinstimmung mit den Bestimmungen der Balfour-Deklaratioh und des Mandates, wobei die im Mandat ausgesprochene Anerkennung der historischen Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina erwähnt wurde. 2. Die Agency bat die Funktionen der Jewish Agency, wie sie im Artikel 4 des Mandates definiert sind, zu erfüllen, und sie hat alle Anstrengungen zu machen, um die folgenden Ziele, die als grundlegend anerkannt-werden, zu-verwirklichen: a) die Ermutigung und Förderung der jüdi.s.chen E i n w a n d e r u n g, wobei -dien -Ansprüche der - Arbeiter ebenso zu berücksichtigen sind, wie die von Personen mit eigenen Mitteln; b) die Förderung der h e b r äi s c h e n Sprache u nd j üd i s c h e n K« 1 tu r.;.. c) die Erwerbung von Boden als N a t i o n a 1 e i g e n t u an des jüdischen Volkes; d) die Verwendung jüdischer Arbeit bei allen unter den Auspizien der Agency durchgeführten Unternehmungen, und das Betreiben einer auf jüdischer Arbeit . beruhenden landwirtschaftlichen Kolonisation, wobei, solange die Erfordernisse der Wirtschaftlichkeit erfüllt werden, die Siedler Freiheit deir Entscheidung. bezüglich willigen Kriegsheitrag im Jahre 1813 diegleiche Summe nebst mehreren anderen Beträgen dargebracht ha!be". Zehn Jahre später, am 7. Novemlber 1827, stirbt Dr. Karl Ritter v. Joelson, scheinbar als sehr glücklicher Mann, der alles, was er sich wünschte,.im Leben erreicht hat. Seine Nachkommen widmeten sich, wohl um dem „alten spanischen Adel" gerecht zu wenden, meistens der Offiiziersiaufbahn. Des ersten jüdischen Advokaten Enkel waren Moritz v. Joelson, Oberst des Infanterieregimentes Nr. 17, Robert v. Joelson, Geheimer Rat und Generalmajor, der dritte Enkel Alired v. Joelson erwarb den Freiherrnstand, wurde Feldmarscha'lleütnant und. Inhaber des Infanterieregimentes Nr. 83. Die Familie v. Joelson verschwägerte sich mit den altchristflichen Familien der Freiherren Dahlen-Orla/burg, Freiiherrn v. Scholley. und den Freiherrn v. Philippovich. Aber auch Rückfälle durch Allianzen mit getauften Judenfamilien weisen die Joels nun auf; des Adelserwerbers Enkelin Franziska v. Bouvier (Tochter der in der Judenkonskription von 1797 erwähnten Cäcilie) heiratet den sächsisch-weimarischen Konsul Leonhard Hermann v. Kraft. Dieser ist aber, was sein christlich-germanischer Name nicht vermuten läßt, ein Enkel des Jüdischen Händlers Michael Kohn aus Markt Erlbach. Dr. Felix Joel, der Bruder von Dr. Karl Ritter von Joelson und von Ludwig Joelsdortf, stirbt ungetauft und unbeweibt im Jaihre 1856. Er spielt eine wichtige Rolle bei einer der größten Finanztransaktionen des alten Oesterreich. Er vermittelte, wie behauptet wird,, zwischen dem Hause Rothschild und dem Finan^minfeter Grafen Stadion, als die Oesterreichische Nationalbank im .Jahre 1819 die große Losanleihe von 55 Millionen Gulden aufnahm. Sein Verdienst bei diesem Geschäft wird verschieden zwischen 100.000 und 400.000 Gulden geschätzt Wahrlich, merkwürdig sind die Wege, die aus der WoHiner Judenigasse zu Kaiser Franz, den Schlachtfeldern der österreichischen Armee und in die Ministerkabinette führen. der sozialen Form der Siedlung Haben sollen. 3. In den leitenden. Körperschaften der Agency hat die Zionistische Organisation 50 Prozent der Sitze zu ihrer Verfügung. Der Präsident der Zionistischen Organisation wird Präsident der Agency sein, außer wenn ein ausdrücklicher gegenteiliger Beschluß mit einer Dreiviertel-Mehrheit vom Agency-Council gefaßt wird,. dessen eine Hälfte aus Vertretern der Zionistischen Organisation besteht. 4. Die Einnahmen des Keren Hajessod werden zur Verfügung der Agency gestellt werden. Der Keren Hajessod wird seine gegenwärtige Rechtsform beibehalten, aber seine Direktoren werden auf Grund des Vorschlages des Agency-Council ernannt werden. Der Keren Kajemeth wird weiter seine .Sonderexistenz führen und seine Beziehungen zur Zionistischen Organisation bleiben unverändert. Die Vereinbarung legt den Grundsatz fest, daß Böden, die mit Geldern der Agency erworben werden, als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes auf den Namen des Keren Kajemeth eingetraen werden. Es sei noch hinzugefügt, daß von einer Aenderung des Textes des Mandates nicht die Rede sein kann, und daß int Zusammenhang mit der Erweiterung der Agency Vorsorge getroffen! wird, daß die Zionistische Organisation als Agency gemäß dem Mandat wieder eingesetzt wird, falls unvorhergesehene Umstünde jemals die Auflösung der erweiterten Agency herbeiführen sollten. In dem zukünftigen Arbeitsprogramm müssen drei Aufgaben einen hervorragenden Platz einnehmen, welche unmittelbare Aufmerksamkeit beanspruchen und während der nächsten Jahre energisch , in Angriff genommen werden müssen: Die erste Ausgabe ist die Schaffung einer Bodenreserve, die groß, genug ist, um eine systematische und ungestörte Fortsetzung unserer Koionisationstätigkeit zu sichern. Eine zweite Ausgabe ist die Konsolidierung jener Kolonien, welche noch ungenügend ausgestattet sind: Die dritte wichtige Aufgabeist, die jüdischen Arbeiter auf eine festere Grundlage zu stellen. Jede Anstrengung muß gemacht werden, um die ökonomische Lage des jüdischen Arbeiters zu verbessern, und ihm einen gesicherten Arbeitsmarkt in Landwirtschaft und Industrie zu verschaffen. Besondere Aufmerksamkeit muß einem der wichrSAJLBl toFCHEf* wmjs^mm&wm-isjmom-io tigsten Probleme der nächsten Zukunft zugewandt werden:: den jüdischen Arbjej.te'i;n> m .^n^tchpri^n. ä)leh_.Kolonien iiMl Pflanaungen^^Vcnäiffigu^' m '* w£ailten> wo eine Näch- ^r^e^Vn^|i^^i^%Kal^ftS'«-'' -^^haSafiöt.'4it/ Uük$& Ziel muß .sein, "e i ne gerechte Höhe der L öh n e u >nd g er e> h f e .Arbeits h;e d i n g u n*g e h aufrecht zu erhalten . und ..gleichzeitigceine _ Maschinarie;; zu schaffen; Reiche in K o h i'l i kle fi zwischen" Arbeitgebern' und''' Arbeitnehmern von beiden Teilen für eine friedliche Beilegung akzeptiert werden kounen. . .. Erziehung. Wir haben stets mit Recht unserem Erziehungswerk in Paläst'ia als einem wesentlichen Bestandteil zur Errichtung des Jüdischen Nationalheims die größte Bedeutung beigelegt. Die Kindergärten, Volksschulen und Mittelschulen, die vom Waad' Hachinuch verwaltet werden, das Technikum in Haifa und die Hebräische Universität, all diese zusammen, bilden ein Netz hebräischer Bildungs'anstalten, das zu unseren kostbarsten Besitztümern in Palästina gehört. Es gereicht uns zu tiefer Befriedigung, daß es möglich war,- die bestehenden ■Verpflichtungen gegenüber den Lehrern zu bereinigen. Der Kongreß wird klar zum Ausdruck bringen müssen, daß -;.' y . die Einheit und Einheitlichkeit des jüdischen Schulsystems i in Palästina nicht beeinträchtigt /werden soll. Ebenso muß das Prinzip feststehen, daß jedes Kind, soweit möglich, die Art Erziehung erhalten soll, 'die seine Eltern wünschen. Der Kongreß wird die Aufgabe haben, das Budget zu beraten, welches die Zionistische Organisation der erweiterten Jewish Agency 'vorlegen wird;' Vorausgesetzt, daß der Kongreß die Vereinbarung' über die Erweiterung der Agency ratifiziert, wird ihm' ein Minimalbudget von 750.000 Pfund jährlich für die zwei nächsten Jahre vorgeschlagen werden. Dies bedeutet etwa.eine Steigerung von 50 .Prozent über die. Budgets von 1927-28 und 1928-29, Der Voranschlag von 750.000 Pfund wird Posten für vergrößerte Einwanderung und Kolonisation enthalten. Nicht enthalten sind darin die Sammelergebnisse des Keren Kajemeth, welche in derselben Weise wie.bisher behandelt werden. . Der. Ausgangspunkt unserer politischen Arbeit muß auch in Zukunft wie in der- Vergangenheit die Aufrecht* erhaltung freundlicher Beziehungen mit der Mandatarmacht und mit deren Vertretern in Palästina sein. Wir haben es stets als unerschütterlichen Grundsatz betrachtet, daß. diese Beziehungen von gegenseitigem Vertrauen und Verständnis erfüllt sein müssen; zugleich haben wir alle gesetzlichen Mittel angewandt, um die Rechte des Jischuw und der Judenhek überhaupt in Bezug auf das Jüdische Nationalheim wahrzunehmen und die aktive" Mitarbeit der Mandatarmacht, auf die wir dem Mandate gemäß ein Anrecht haben, in Anspruch zu nehmen. Was die Beziehungen zu den Arabern In Palästina betrifft, begnügen wir uns mit der Erklärung daß wir fest entschlossen sind, alles was in unserer Macht liegt, zu tun, um freundliche und gutnachbarliche Beziehungen zwischen dem jüdischen Volk in Palästina und seinen arabischen Mitbürgern auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und gegenseitigen Verständnisses zu schaffen. Vorübergehende Schwierigkeiten werden dieses grundlegende Ziel unserer Politik nicht erschüttern. Wenn ein Wort der Mahnung gestattet ist, so sei betont, daß die Zionisten es sich selbst schuldig sind, unüberlegte Abenteuer und unautorisierte Intervention auf politischem Gebiet zu vermelden. Selbstverständlich soll die völlige Freiheit aller Zionisten, ihre Anschauungen auszusprechen und zu propagieren, in keiner Weise angefochten werden; doch sollte der Kongreß einen Weg finden, um die Pflicht der Disziplin und Loyalität festzulegen. Es kann nicht erlaubt sein, daß irgend eine Gruppe der Zionistischen Organisation oder eine Einzelperson durch unverantwortliche politische Manöver in Jerusalem, London oder anderwärts unsere ganze Sache aufs Spiel setzt. Kommunistenshirm auf eine jüdische Versammlung. In einer Kongreßwahlversammlung der allgemeinen Zionisten in Antwerpen, in der der Präsident der belgischen zionistischen Vereinigung eine Rede hielt, drangen Kommunisten ein und versuchten die Versamm* lung durch Lärm zu stören. Es kam zu einem s c h w e* ren Zusammenstoß zwischen Zionisten und Kom« munisten, wobei mehrere Personen Verletzungen davon« trugen. Der bekannte Antwerpener Zionistenführer Nahum Torczyner erhielt, wie die J. T. A. meldet, Stichwunden im Gesicht. Absetzung des Oberrabbiners des Irak. Der religiöse Rat der Juden des Irak teilt, wie die J. T. A. aus Bagdad meldet, mit, daß er beschlossen habe, den Oberrabbiner des Irak. Sasson Kaduri Yehezkiel Ezra, seines Amtes zu entheben, für das er sich als ungeeignet erwies, und ihn für nicht befugt zu erklären, in religiösen Dingen Entscheidungen zu treffen. Joseph Prag gestorben. Im Alter von 70 Jahren verstarb in London Herr Joseph Prag, eiimer der Führer dier englischen Judemheit, Viziepr ästeten t des Jewish Board of Deputies und der Angfto Jewish Association. Joseph Prag, der in Liverton geboren wurde, hat noch vor dem Auftreten Theodor Herzte die Ghöwewje .Zian-BiewegiUing . in England roithegrünidet. Er gelhörte nliöfrt dier Mohisfiischeri' Organisation am, a'bier er war ein eifriger Förderer des Keren Hajessod und anderer Institutionen zur Verwirklichung des Aufbaues des jüdischen Natto^^^ Palästina. Er war zu einem der Delegierten der englischen Jiudenheit im Rate der Jewish Agency ausersehen. Joseph Prag war 1901 Delegierter der in Berlin stattgefundenen internationalen Konferenz zur Lösung der Frage der 'rumänischen Juden. Er war auch Mitglied der Jüdischen Delegation bei den Pariser Fraedensverlhandlun/gen. Lebensversicherungsgesellschaft Phönix. Heute ist die 46. ordentliche Generalversammlung der Gesellschaft unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten, Herrn Generaldirektor Fritz Bauer, abgehalten worden. Irn Jahre, 19 2 8 wurden neue Lebensversicherungen über S 5 5 7,5 6 6.0 4 8.— abgeschlossen. Der Versicherungs best and hat Ende 1928 S 1,7,8 7.9 3 5.7 1 5.— betragen und am heutigen Tage die Ziffer von 2 Milliarden Schilling bereits überschritten. Die Prämieneinnahme im Jahre 1928 hat S 8 5,4 7 7.q 2 6.4 7 betragen. An Versicherte oder deren Hinterbliebenen wurden S 2 6,5 13.5 3 8.— ausgezahlt; die technischen Reserven haben sich um S 5 0,2 2 7.8 3 0.2 4, das ist auf S 215,9 7 3.0 9 6.06 erhöht. Die gesamten Garantiemittel der Gesellschaft haben zu Ende des Jahres 1928 den Beitrag von S 24 2,1 1 1.2 7 1.9 7 erreicht. Der Immobilie nb es itz der Gesellschaft im Gesamtbetrage von S 44,914.333.85 besteht aus 64 Realitäten, von denen sich 30 in Oesterreich, 16 in der Tschechoslowakischen Republik, 3 in Polen, 5 in Ungarn, 3 im Deutschen Reiche, je 2 in Jugoslawien und in Italien und je 1 in Frankreich, in Belgien und in Bulgarien befinden. Der Wer tpapier besitz der Gesellschaft, der sich zum überwiegenden Teile aus internationalen An.lagewerten zusammensetzt, ' beträgt S 1 2 7,80 0.9 4 0.8 7. Die Hypothekardarlehen haben sich auf S 14,7 7 4.8 80.— und die Polizzendarlehen auf S 10,9 6 2.8 4 6.— erhöht. Die Gesellschaft ist an 22 in- und ausländischen Versicherungsanstalten 'beteiligt. Aus dem Ueberschuß der Jahresrechnung im Betrage von S 7 2 8.5 15.0 3 werden S 340.000__ zur Ausschüttung einer Dividende von 8,5 Pro* z e n t (im Vorjahre 7,5 Prozent) nach dem volleingezahlten Aktienkapitale von S 4,000.000.— verwendet und S 200.000.-» der Kapitalreserve zugeführt, die sich hiedurch auf S 2,000.000 erhöht. E