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Die neue Welt · 1929-06-13 · Heft 91 (13.6.1929) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 91 (13.6.1929)
Date
1929-06-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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-Nr, 9t DIE NEUE WELT Seite 11 Bevor Sie reisen — I LAHftlMAIft Clj% ■§■■ ■ llfttf I Badeanzüge, Frottiermäntel, Pyjamas, Damen-, Herren- und Kinder-Wäsche, Strumpf- und ■FT-TjT!" 'T~T+Z TTTT"___| s^äwaren «t* " En jpos - en detail VMM BERGMANN KOmfnen JieZU UllS« infolge kleiner Regien $pottbllllgl ltRabenttelg3 ger. gesch.,- Iii., Radetzkystraße 10. — Roth Israel, geb. 10. 1. 1901, Czortkaw, led., II., Liläenlbtninnigasse 18. — , Weinberg Friederike, geb. 28. X. 1903, Plauen, ted., I., Stogwstraße 13. — Gruder Cöcllle, 22. I. 1879, Tarnopoi, venh., 1., Niibelumgenigiasse 1. — Kurz Ernst, 3. I. 1891, Budapest, verh., XIX., Gyimn'asiiutnst'naß-e 56, und dessen Kind Bernhard, 19. VII. 1923. — Fajud Alexander, 21. VI. 1897, Beigraid, led., II., Springengasse 28. — Zallud Henriette geb. Dasnlör, 30. IX., 1888, Paris, verlh., XH., Tivolifiiasse 72. — Hollo Emilie göb. Göbzlhof, geb. 17. X. 1886, Alexandrien, venw., XII., Hafhauerga'sse 1. — Guttmann Erna, geb. Becher, .1. I. 1899, Hall«, verh., III., Am Heuraankt 7, — Rawner Heinz Viktor, 30. I., 1923, Wien», led., III., Zwengigasse 1. — WohlheJm Irene, geb. Wiener, 21. XI. 1888, Wien, verh., XVI., Brunnengasse 72 und deren Kind Maria Pauline, 13. 1.. 1923. — Auspitz Felicitas Elisa- ' beth Therese, geb. 23. X. 1902, Wien, led., I., Sohwarzenberg-straße 1. — Rutf Othmar, 6. VII.. 1873, Wien, gesch., III., Barichgasse 29. — Hoffmann Robert, 7. VIII. 1889, Wien, led., III., Dapanteg. 13. — Müller Stefanie, geb. Poi- . gardl, .26. Ml 1885, Wien, ger. gesch., IL, Rotensterng. 22. — Wohiheim Arnold, 24. II. 1893, Wien, verh.. XVI., ,Br.unnenigass.e 72. — Rothmann Margarete, 20. XII., 1897, W5«n, ted., V., Mangaretemtraße 80. — Adler Em«, 15. IX. 1901, Wien, led., I., Salzgries 16. — Morawetz Elsa, geb. Ranzenhofer* 1. II. 1903, Wien, verh., I., Morzinplatz 1. — Horn Robert, 17. IV., 1913, Wien, led., VII., MarkMlfer- ' Straße 52. — Großmann Oskar (Grünwald), 20. VI. 1909, Wien, |ed., XHI., Läwzer Straße 105. — Tramer Moritz, 5. VIII., 1877, Bielitz, verh., XVII., Herma'Iser Gürtel 11. — Vogel Adele, geb. Krabec, ger. gesch. Hollusteiner, 3. IV. 1892, Böfom.-Leiipa. ger. getr., XJFI., Hüttelbengistr-aße 49. — Frau Töpller Friederike, geb. Bernstein, geboren 29. VII. 1885 in Wien, und Kind Töpfler Heinrich Ernst, geb. 1. XI. 1922. — Heller Grete, geb. 26. III. 1909 Wien,' verlh., X., Belgradplatz 3» — Janowitzer Lotte, geb. 20. I. 1908 Wien, led., XVIII., Sternwartestraße 72. — Schwarz Hilde, geb. 9. V. 1907 Wien, led., IX., Rote Löwengasse 17. — GrUnwald Margarete, get>. 6. X. 1905 Lugos, .led., IX., Nußdorferstraße 4. Vereinsnachrichten. /■ •-• Lag-Baomer-Fest. Am 1. Juni fand im Caie Collonnaden ein .PÄ«ltcr-ReSt def akademischen . VereiniRunK Bar-Kochba statt. Herr .§?«Grürtl)er£ trug. Variationen jüdischer Volkslieder vor. der bekannte Tenor Segal-Rosenbach brachte jüdische und hebräische Lieder. Herr •Samuel Schwager las einiges aus Schatom Alechems Schriften. Verein zionistischer Hochschiller „Theodor Herzt". Am 15. d., 8 Uhr. IX., Glasergasse 4, Vortrag des A. H. Dr. Schmitz: „Einiges zur Geschichte des jüdischen Theaters." (H. Abend.) Jüdische Hochschüler als Gäste willkommen. . Der JUdische Wanderbund „Blau-WelB" veranstaltet auch heuer wieder sein Hüttenlager in Auen bei Velden am Wörthersee (Kärnten), das aas 28 Hütten besteht und 112 Leute faßt. Die Erfahrung vom Vorjahre, die Nähe des Wörthersees und die schöne Umgebung versprechen auch dieses Jahr einen guten Erfolg. Einige Burschen und Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren finden nach vorheriger Anmeldung noch Aufnahme. Der Preis für das Lager, welches vom 1. bis 31. Juli dauert, beträgt einschließlich der Fahrt S 110 per Kopf. Anmeldungen bis spätestens 21. Juni Dienstag. Mittwoch und Donnerstag von 6 bis 9 Uhr abends im „Blau-Weiß"-Heim, IX., WühringerstraBe 15, A. Stock. Gartenfest der Z. M. V. Miriam. Am 15. d. findet am Konstantinhügel (Prater) ein Gartenfest der Z. M. V. Miriam mit Programm, Musik und Tanz statt. Garteneröffnung 6 Uhr, Programnabeginn 8 Uhr. Jüdische Jugendgruppen Marlahllf-Nenbau. Wir treffen uns am 16. d. um 8 Uhr Kreuzung Mariahilferstraße-GUrtel (Cafe Westend) zu einem Badeausfluge. Burschen und Mädchen im Alter von IÖ bis 20 Jahren herzlich willkommen. Wir verfügen weiters Aber eine Tennissektion, Leichtathletiksektion und Schwimmsektion. — Anmeldungen für unser Sommerlager .Velden am Wörthersee bis 28. Juni bei cand. Jur. Walter Eckstein, Wien, VI.. Hugo-Wolfgasse 1, Telephon B-26-6-78. Max Appenzeller, Wien, VI., Brückengasse 4. Telephon B-22-7-96. Jüdischer Angestelltenverband „Eannaa". Wien. Am 16. d„ um 11 Uhr vormittags. Besichtigung des Jüdischen Museums. Treffpunkt II., . Malzgasse .16. Gäste willkommen. Am 17. d. im Saale der Volksbibliothek , ,,Zfon". 11-, Kleine Mohrengasse 3b, Monatsversammlung mit Vorlesung des Herrn Grttnhpt: „Aus H e r z I s"T a r e bfl ch e rn". Beginn 8 Uhr abends Gäste willkommen. Die Mlsrachl-Jugendzentrale, Wien, II., Praterstraße 11. hat beschlossen, für den 23. Juni I. J. nachmittags im großen Saale ihres neuen Heimes die erste W e* i d a h der Misrachi-Jutendgruppen Wiens einzuberufen Zeire Mlsrachl, Wien, II.. Praterstraße 11-6. Am 13. d. Sehewuoth, halb 10 Uhr abends „Tikun Schewuoth". Für gutes Büfett ist bestens gesorgt. Am 17. d. halb 9 Uhr abends in unserem Helme Mitgliederversammlung. Thema: Unsere 1. We'idah. Referent: Herr Koppel Blum. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. faMIHHra^^ Soeben erschienen: F. Bernstain: Der zionistische Gedanke auf Irrwegen II Ein Mahnruf zu zionistischer Selbst- I besinnung. Das Judenproblem. Kon- I 8tellationa- oder Qualitätsproblem? I Palästina als Laboratorium. Bedingter I oder bedingungsloser Zionismus. Aus- I Strahlung und Qaluth-Natlonalismus. I Der Sinn der Majorität Das jüdische I Staatsbedürfnis.Zionismus oderStaats- I bürgertreue. Der binationale Staat I Palfistina oder judisches Volk? BetteNuitgeii an den Verlag „Pia Messe Welt1* Wien, IX. Beslrk, IJitfversitttsalraMe i-t Preis Mk. I.SO, för Oesterreich S 9.20 m Brith hanoar Hamlsrachl, Wien, II.. PraterstraD. H-6.v Jeden Montag. 8 bis 9 Uhr, Mittwoch, halb 8 bis halb 9 Uhr, und Samatal. * bis 4 Uhr, Gemarrahkurs. Traktat Pesachlm. Am 16. d. Zenlralwanderung. Triffpunkt; 8 Uhr 30 Minuten vormittags und 2 Uhr nachmittags Stadtbahnstation Schottenring. Ziel: Sulzwiese. Alte Mitglieder haben In der Tracht zu erscheinen. Zelre Mlsrachl, Wien, Sektion XX., Jftgerstraße 30. Alle Mitglieder beteiligen sich am Sonntar an dem Ausflug der Gruppe II. Treffpunkt: Stadtb&hnstation Schottenring, halb 9 Uhr vormittags und 2 Uhr nachmittags Am 17. d.. halb 9 Uhr abends, Plenarversammlung. Thema: Unsere l. We'idah. Referent: Herr Isak Teitelbaum. Erscheinen Pflicht! Taluudtaomehule Im 18. Bezirk. Die SchiuBprufung und Zeugnis- Verteilung fand am 5. d. in feierlicher Weise statt. Die Schule war im abgelaufenen Jahre von 80 Kindern. Knaben und Mädchen, besucht, die in vier Kurse eingeteilt waren. Als Vertreter der Kultusgemeinde wohnte Herr Inspektor Witsner der Feier bei. Zum Schluß dankte er sowohl der Vereinsleitung als auch den beiden Lehrern Antscherl und Gollerstepper für ihre aufopfernde Tfltllkeit. insbesondere aber dem Leiter der Schule. Herrn Rabbiner Dr. David Feuchtwang. Der Obmann des Vereines Herr Medizinal rat Dr. Ignaz Winter, versprach, auch künftighin Im Interesse dieser eminent wichtiien Sache titig zu sein. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwing richtete einige herzliche Worte an die Anwesenden. Den Kindern dankte er für den braven Schulbesuch, der gerade im letzten Winter große Anforderungen an ihre Energie stellte, den Eltern sprach er den Dank dafür aus. da» sie ihre Kinder in judischem Geiste erziehen Vortrag des Oberrabbiners Prof. Dr. J. L. Landau. Im Rahmen des Jüdischen Hochschulausschusses, Wien, wird Montag den 17. d. M., um hall) 8 Uhr abends, im Festsaale des Handelsmuseums. Wien, IX., Berggasse Nv. 16, Herr Prof. Dr. J. L. Landau, Oberrabbiner aus Johannisburg, einen Vortrag über „Die jüdisch-nationalen Aufgaben der jüdischen Hochschiiler" halten und bei dieser Gelegenheit auch über „Die Lage der Juden in Südafrika" beriditen. Es wird um zahlreiches Erscheinen gebeten, Gäste willkommen, Eintritt frei. DIE MÜTTER Roman von Schalom Asch. Copyright by Dr, Präger-Pressedienst. Wien. t57. Foitsetzung) „Wenn dem so ist, so setz' dich wieder in deinen Winkel und rauche deine Pfeife. Nadel wird schon für uns alle die Fröhlichkeit besorgen. Ich habe liier noch etwas mit dem kleinen Spitzbuben zu besprechen" — sie deutet auf Dwojre. — „Wenn es Zeit ist, werde ich dich rufen." Sie setzte ihr vertrauliches Gespräch mit Dwojre fort. Nadel stellte .inzwischen, die Welt auf den Kopf. Nachdem er alle Frauen äbgeküßt hatte, brachte er es so weit, daß die anderen. Männer dasselbe taten. Er vermengte die Paare so untereinander, daß sie sich selbst nicht auskanjitfip^ und nicht wußten, wer zum andern gehörte. Doch, Buchholz bra^lte -^arauf, die ganze Gesellschaft so schnell wie möglich in sein Atelier zu bringen. Noch nie in seinem Leben hätte er Lust, so unbändige Lust, seine Arbeiten jemandem zu zeigen, wie jetzt Miß Forster. Er wollte in ihren Augen gewinnen, wollte sich mit etwas vor ihr hervortun, hervortun mit dem Besten* w>as er hatte — mit seiner Kunst. Als es zu dämmern begann, schleppte er die ganze Gesellschaft in sein Atelier. Er riß die Tücher, die als Vorhänge dienten» vom Fenster. Durch das Fenster drang ein eigenartiges Licht, aus Tag und Nacht gemischt. Buchholz stellte seine Fteuren auf. Rechts den „Simson", links den .♦Adam" und in der Miftte im Vordergrund.. sein jüngstes Werk. „Die Mutter". In dem grauen Licht der Morgendämmerung bekamen die Figuren etwas Phantastisches. Nadel erklärte mit einem Faustsehl&g auf den Tisch: „Das sind die größten Werke des zwanzigsten Jahrhunderts und sie werden eine Revolution in der bildenden Kunst hervorrufen," Der kühle Amerikaner sprach kein Wort. Er fragte bloß Buchholz: „Was ist da* für eine Schule? klassisch oder modern?" Darauf konnte ihm Buchholz nicht antworten. Doosh Miß Forster, welche die Bildwerke lange, schweigend, mit enthusiastisch flammendem Gesicht betrachtet hatte, ging auf Buchholz au, faßte seine beiden Hände und drückte sie fest: „Du bist ein großer Künstler, du hast die primitive Urkraft tines Gottes.'* Buchholz schwieg. Er sah ihr zum erstenmal in die Augen. Seihe Unterlippe bebte vor Erregung. „Geben Sie Ann einen Kuß. Sie müssen ihn dafür küssen. Er hat es verdient. Er ist ein großer Ktinst ler", wandte sich Nadel an Miß Forster. Miß Forster wurde. rot wie ein Schulmädchen und sagte lachend: „loh weiß gar nicht, ob er es will."* „Sie sehen doch, daß er darnach brennt." - Nadel neigte ihre beiden Kopfe gegeneinander und sprach auf sie ein: „jKüssen Sie ihn, Sie. müssen ihn küssen. Er hat es verdient." Buchholz trank gierig den Nelkenduft ihres Körpers und wurde berauscht. Miß Forster entzog sich Buchholz' Armen, ging auf Gregory zu und umarmte iShn: „Dear Gregory, du mußt es tan. Du mußt es für mich tun. Du wirst damit etwas Gutes .und Nütz Ijghff tWLM „Allright, Isabel," — sagt Gregory gelassen und zieht sein Notizbuch heraus. „Isabel, du kennst den Stoff nicht, den ich brauche. Gib mir Tatsachen. Wie alt Ist er?" — Gregory deutet auf Buchholz. — „Was hat er bisher getan?" „Der junge Mann hier" — Moscovici nimmt das Wort — „hat, obwohl er kein Stückchen Brot im Hause hatte, dennoch einen Mäzen von allen Treppen hinuntergeworfen, weil der ihm vorschlug, für Geld ein Kompromiß mit seiner Kunst zu schließen und Werke zu schaffen, die ihm, nicht gefielen." „Das ist der Stoff. Eine erstklassige Geschichte für die erste Seite meiner Zeitung" — ruft der Amerikaner aus und macht fieberhaft Notizen ... XIV. « ■ ■ Das große Los. Ein paar Tage später erschien In der Sonntagsnummer einer der größten New Yorker Zeitungen ein Artikel über Buchholz. Er handelte mehr von Buchholz' Leben als von seiner Kufist und trug einen. Titel, der über die ganze Seite lief: „New Yorks größter Künstler lebt unbekannt in einer Dachstube." In dem Artikel war erzählt, wie Buchholz lebt und wie er seinen Lebensunterhalt erwirbt. Bei Tag steht er an einer Wäscherolle auf East-Side und arbeitet für das trockene Brot, bei Nacht formt er aus dem Ton seine großen Meisterwerke. Seine junge, schöne Frau arbeitet in einem Shop — so hieß es.— nur deshalb, weil die erwähnten Vorschläge gegen seine künstlerische Ueberzeugung waren. Dem Artikel waren Bilder von Buchholz selbst, seinem Atelier und seinen Werken beigegeben, die Miß Forster für ihren Freund Gregory besorgt hatte. Noch am selben Tage bekam Buchholz den Besuch des Direktors der Flämischen Kunstgalerien, Mister Davidson, dessen Besuch Moscovici .so lang« angekündigt hatte, ohne daß er eingetroffen wäre. Davidson war ein kleiner, magerer, beweglicher Jude, mit* einer großen Brillantnadel in der Krawatte. Es bewahrheitete sich, was Moscovici gesagt hatte: Davidson wollte „in Bausch und Bogen" sämtlich« Werke Buchholz' erwerben, nicht nur. die. die er bereits geschaffen hätte, sondern auch die, welche er in den nächsten zehn Jahren schaffen würdei. Er sprach von Zehrttausenden von Dollars und sagte?ihm zu, ihn im Weißen Hause einzuführen und den Präsidenten der Vereinigten Staaten für eine Büste zu gewinnen. Etin paar Wochen später kam Miß Forster,ins Atelier; sie brachte eine „Lady" und zwei Amerikaner mit. Der eine davon war. Mister Gregory, derden ganzen Rummel gemacht hatte; er und der andere Amerikaner betrachteten sehr ernsthaft Buchholz* Skulpturen. Der fremde Amerikaner war ein berühmter Kunstkritiker Miß Forster hatte Buchholz zugeflüstert, das sei der berüfomte Mister Davis. Er war ebenso schweigsam wie Mister Gregory. Lange betrachtete er Buchholz' Bildwerke, ohne ein Wort zu sprechen; doch als er die „Mutter" sah, kam ein wenig Wärme in sein Gesicht und seine Augen begannen zu leuchten. „Ohne Zweifel halben wir es hier mit einem originellen und starken Talent zu tun, von eigenartiger primitiver Kraft, starkem, tiefem Empfinden und Intuition, jedoch unkultiviert und roh. Dadurch wird oftmals die Kraft in Brutalität verwandelt.4' Hierauf zog er Buchholz ins Gespräch und fragte ihn, wo er zeichnen gelernt hatte. Als er erfuhr, daß Buchholz bisher eigentlich keine Kunstschule besucht hatte, wandte sich Mister Davis an die fremde Dame: „Alles, was der junge Mann braucht, ist ein bißchen Europa, Rom und Paris, damit er sieht, was andere vor ihm geschaffen haben." „Und wie denken Sie über eine Ausstellung seiner bisherigen Arbeiten?" fragte Miß Forster den Mister Davis in einem Ton, wie man einen Arzt über einen Kranken befragt. „Gewiß, die Sachen sind Kunstwerke, besonders dfe Mädchentfigur, — allerdings, Mut.und Selbstvertrauen fehlen ihm nicht, im Gegenteil, er hat etwas zu viel davon. Ein wenig mehr Zweifel, junger Mann," wandte er sich an.Buchholz, „daß lihjie.n die Ausstellung am Ende nicht den Kopf verdreht!" ermahnte er Buchholz gutmütig. Der Besuch verabschiedete sich von Buihhotz und Dwojre sehr herzlich. Mister Davis drückte ihm warm dfe Hand mit den Worten: „Amerika ist bereits entdeckt. Das werden Sie in Rom. in Florenz, in Paris sehen/* Als Miß Forstier sich von Dwoire verabschiedete, umarmte sie sie sehr herzlich und flüsterte ihr freudic zu: „Die sieben magere*! Jahre sind vorüber, klein« Dwojre, jetzt beginnen die sieben fetten Jahre . . (FoiteeUiuig folgt.)

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