Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 88 (24.5.1929)
- Date
- 1929-05-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 88 DIE NEUE WELT gelte if f Prima Bataue m Herren-Kasba-Beoidra M" Hlader-Pylamas I ti'if riatnott ii 14a**nn «IIa______i . i__ dieser Woche * für Damen u. Herren, alle Farben .... . S 3.S0 mit Krawatten . S 8*90 garantiert echtfärbig S 3.00 Menoenabgabe vorbehalten I I., Üabenstelo 3 (Ecke Seltenstetteng.) während ihres dreimonatigen Gastspiels bei Presse und Publikum erworben hat, veranlaßt« die Leitung der „Jüdischen Künstlerspiele", für die Künstlerin eine Festvorstellung zu veranstalten, die Donnerstag, den 30. Mat, 1/29 Uhr abends, stattfindet. Fräulein Perelmänn hat in den Volksstücken und Singspielen eine lange Reihe charmanter Mädchengestalten verkörpert und besonders in Osip Dimows vielgespieltem Märchenstück „Der Sänger seiner Trauer" einen durchschlagenden Erfolg errungen. Als Schauspielerin und Sängerin steht sie in der ersten Reihe der Darstellerinnen auf der jüdischen Bühne. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Esther Perelmann auch in der kommenden Spielzeit an den „Jüdischen Künstlerspielen" wirken wird. Buber-Rosenzweigs Bibelubersetzung. Nun ist der Band IX. „Das Buch Könige" (Verlag Lambert Schneider. Berlin) erschienen. Die bisherigen Bände haben viel Kritik, bewundernde und aberkennende, hervorgerufen. Philologen und Historiker haben sich mit dem Unternehmen von Martin Buber und Franz Rosenzweig auseinandergesetzt und Vorzüge und Fehler zu deuten versucht. Aber wie immer man sich zu diesem großzügigen Versuch stellen mag, eines muß von allen anerkannt werden: der künstlerische und sittliche Wille, den Geist der Bibel in seiner Ursprünglichkeit herauszureißen, unbekümmert um Tradition und deren Widerstand. Schon die sprachschöpferische Leistung muß zu Hochachtung, ja Bewunderung zwingen. Mit Buber-Rosenzweigs Tat beginnt eine neue Epoche biblischer Erkenntnis. Die Europa-Tournee der Habima. Der Einladung,, an den im Juni zu. absolvierenden Festspielen in B e r- 1 i n teilzunehmen, wird die Habima nicht Folge leisten. Soweit die Dispositionen bisher feststehen, wird die Habima im Spätsommer Palästina verlassen und mit ihrer Eüropa-Toürnee im Herbst in Wien beginnen. Neben dem alten Repertoire werden Calderons „Absalons Haar" und Schalom Alejchems „Der Schatz" zur Aufführung gelangen. Es ist übrigens nicht ausgeschlossen* daß die' Habima während des Zionistenkongresses in Zürich (25. Juli bis 4. August 1929) einige Vorstellungen» geben wird. Ein jüdisches Musikzentrum für Ostdeutschland. In Breslau fand am 13. d. die erste Probe der „Vereinigten Jüdischen Chöre, Breslau" statt. Die unerwartet starke Beteiligung (120 feste Mitglieder) ist ein Beweis dafür, mit welchem Interesse die Gründung eines solchen jüdischen Musikzentrums für Ostdeutschland von der gesamten Breslauer Judenheit begrüßt worden äst. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen von Kapellmeister Hans Krieg. Hauptsächlich,soll Chormusik jüdischer Komponisten, Chormusik jüdischen Inhalts und indische Volkhmusik gepflegt werden. Es wird beabsichtigt, in absehbarer Zeit ein jüdisches Orchester anzuschließen,- Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle, Breslau, KaiserwWilhelmstraße 16. Chajes-Realgymnaslum. \AmneMwn&en Jn die erste bis achte Klasse täglich 1£ Ibis 1 'Uhr in der Direktionskanzlei, Wien, IL, Castellezga-sse 35. Jüdische Sport- und i!llllll!l!l!lllllll!lll!l!ll!!!lTurnbe Die Spiele der Hakoah. Sieg in der Meisterschaft gegen Ubertas 5:1; gegen Nemzeti 2: 2 unentschieden. Im vorletzten Meisterschaftsspiel konnten die Blau- /w*elßen Sonntag den Bezwinger des Sportklubs, Liberr tasi, 5:11 (4il) überlegen abfertigen. Obwohl die jüdfr siehe Mannschaft mit einigen Ersatzleuten antrat, führte sie elm schönes Spiel vor. Unverwüstlich war Feldmann, aber auch Scheuer und Oppenheim befriedigten vollständig,. Die Deckung spielte schwächer als sonst. Im Angriff (War wieder Neufeld der gefährlichste Mann. Mit jedem seiner raschen und gefährlichen Vorstöße schuf er kritische Situationen und mühelos kam er an dem Gegner vorbei. Neben ihm ist zunächst Mausner zu erwähnen, der nach langer Zeit wieder eine prachtvolle Leistung bot. Stern ttmfHeÖ zeigten wieder einige schöne technische Kunsfr stücke, Uebemaschenderwedse gelangt Ubertas in der 4. Minuta durch Schallmoser zur Führung. Bald darauf gelingt es Neufeld, aus einem schön getretenen Freistoß den 'Ausgleich herzustellen. Hakoah bedrängt und Neufeld sendet M der J3. Minute wieder unhaltbar edn. Derselbe Spieler vergrößert einige Minuten später den Voreprung. Den vierten Treffer bringt Stern knapp vor Seitenwechsel zustande. Nach Seitenwechsel gelingt Mausner das Kunst- Ifittück, den Ball von der Müteluniie bis vors Tor zu führen «ud den schönsten Treffer, zu schießen. Dem Match wohnten 300Q Zuschauer bei, Hakoah stellte folgende Mannschaftj .Oppemlbeto; Scfhemer, FeMmrnnw; iRrfeldi, Löwingea*, Strohs; iBtonlbawm, Mausnar, St&rn, Heß, NeoifeJÜ. rAm Montag kämpfte <tar iÜKÜScJhe Verein gegen "dien «paeteitarfeen ecrst!klassiige<n, Bwd&pester Nemizatt 2:2. Die HäkoalhmeT waren alhirem Gegner teetaiseih überie-geoi und feätten edme-n knappen Sieg verdien*. Die Ungarin spielten aeJtwedsa ttämäw sc&arf. Bei der H-akoalh ragte in der Deckmg Posaner hervor. Dieser Spieker, der sich frtifher im Amigriflf mäclhit düTcteetzen konnte, ihat sich zu eimem. ertstflclassigen HaM ewtwiidcelt ScMedht spielte. Fried, der dujrclh PoMaät ersetzt wurde. Im An'grlflf wahren wie am Vortag! NewteM omid Stenn die Besten. — Bereits in der zehnten Minolta erzielt Stern ein prachtvolles Kopifgoal. EWige Minuten später ffledohen die Uneairn dwclh Resmay 2 aus. Einen deichten FerosdHiß von Resmay 3 läßt Oppen, beton passderen, doch gefegt es Stern, mit placiertem Freistoß den au^letfdhejnid'en Treföer eiirai'sewden. Nach Seiten» wediseJ hat Ha/koaih zeitweise mehr vom SpieJ, doch die Stürmer vergehen die stinstiigstein Torctacen. Aufstellung: appenlbeim; Sohemer, Fekfonann; Fried ÖPoltok), L&winger; Posaner; Neutfeld. Heß, Stern, Mansner, Bfonbaum. Hakoan spielt Samstag in Brünn gegen Zidenice und Sonntag in Wien in der Meisterschaft gegen MoravJa. Beide Kämpfe dürften diie Blau-Weißen gewinnen Klub der Hakoah-Freunde. Vor einigen Tagen wurde ein Klub der Hakoah- Freunde gegründet. Die Vereinigung hat sich mt Aufgabe gemacht, dl« Zdele de« JitöMan. föt&m »tt fttocnw» 4eo fangen Sportsleuten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und durch gesellschaftliche und künstlerische Veranstaltungen der Hakoah auch materielle Hilfe angedeihen zu lassen. Das Proponentenkomitee besteht aus den Herren Max Schiff mann, Dr. Fritz Löhner-Beda und Dezsö Herbst und dem provisorischen Präsidium gehören nachstehende Herren an: Dr. Hugo Benedikt, Dr. Felix Deutsch, Richard Fall, Otto Hein, Doktor Ludwig H i r s c h f e 1 d, Dr. Siegfried Kantor, Emmerich Kaiman, Dr. Felix Mandl, Felix Saiten. jüdisches Amateurteam—Menorah 1:1 (1:1). Vor dem Match Hakoah—Llbertas spielte Menorah gegen ein Jüdisches Team. Der driflklasslge Amateurverein hielt sich ausgezeichnet und erreichte ein ehrenvolles Resultat. Aufstellung* Jüdisches Amateurteam: Mtlnzer (Kadimah); Voftl (Hakoah), Weidmann' (Hakoah); Adlerblum (Hakoah), Sclteps (Hakoah), Eislcr (Menorah); Grtlnberg (Hagibor- Makkabl), Quastner (Hasmonea), Berson, Neufeld II, Schwarz (Hakoah). Menorah: F. Elsler; Schwamm, Apter; Neustadl, Tabak, D. Weltzmann; Spindler, Kastner, W. Eisler, Defrles, E. Eisler. Die Tore erzielten für Menorah Defrles und für das Team Ouastner. Menorah unterlag gegen den zweitklassigen Professionalverein Simmering 0:6. Die Hakoah-Jungmnnnschalt siegte gegen Viktoria Ii 4:1. Kadimah gewann in der Meisterschaft gegen White Star 2 : l und verlor das Freundschaftspiel gegen W. A. F. 3 : A. Die Hakoah-Handballer spielen kommenden Sonntag in der Meisterschaft gegen W. B. C. Dr. Danner ging als Sieger Im Tennisturnier um den Dr. Körner- Pokal hervor. Hasmonea unterlag In Mälirisch-Ostrau gegen Slovan 1 : 6. Touristik- und Ski-Klub „Hakoah". Tourenprogramm für den 26. d. Fußtouren: Feuerstein (8 Uhr 30 Minuten, Stadtbahn Hütfeldort). Unterberg. K 1 e 11 e r k ti r s: Raxalpe. Nilheres und Auskünfte Freitag von 20 bis 22 Uhr im Klubheim, I.. WipplingerstraQe 24 (Durchgang Cafe" Altes Raihaus). Güste willkommen! .1 u « e n d g r u » p e: Gießhllbler Heide. Nilheres Donnerstag Von 19 bis 21 Uhr im Gruppen* heim, VIII., Bennoplatz lb (Jüdisches Vereinshelm). Staatswlssenschaftllche Arbeitsgemeinschaft des Verbandes der zionistisch-akademischen Verbindungen und Vereine Oesterreichs. Die nüchste Zusammenkunft der soziologischen Arbeltsgenicinscha't findet am 28. d., 8 Uhr abends. IX., Tllrkenstrafle 9, statt. Vortrag von Herrn Karl Liebstein: „Zur-Krise des Zionismus;" Gäste willkommen. Ausflug, des jüdischen Hochsohulausschusses nach Elsenstadt. Zusammenkunft Sonntag, den 26. d„ punkt 7 Uhr früh, in der Halle des Slidbahnhofes. Der Reisebeitrag von S 4.90 ist ehestens im H. A. In der Zelt von J bis 2 Uhr mittags einzuzahlen. . ' Verein zionistischer Hochschliler „Theodor Hcrzl", Am 25. d., 8 Uhr abends, im Heime, IX., Glasergasse 4, Vortrag des A. H. Dr. Siegfried Schmitz: Einiges zur Geschichte des „Jüdischen Theaters". Jüdische Hochschiller als Gäste willkommen. Jiid. Akad. Verein „Tlieologln". Bei der am '15. d. stattgefundenen Generalversammlung wurden, folgende Herren in den AusschuB gewählt: Isak Glicensteln, cancl. tfliil. u. theol., Pröses und Kulturreferent; Dr. Aron Eisenstein, cand. theol., I. Vizepräses; David. Kahnue, cand. phil. u. theol., II. Vizepräses: Israel Heitner, cand. phil. u. thebl., Schriftführer; Mendel Bergenbaum; cand. phil. n. theol., Hochschulreferent; Osias Landau, stud. phil. u., theol.. Kassier und Hochschulreferent. .. . Faralllen-Gartenlest. Am 9: Juni veranstaltet die zionistische Bezirkssektion Wieden-Margareten ein Familien-Gartenfest im Gartenrestaurant - „Zur Weintraube", Mauer, Hauptplatz 2. Beginn 2 Uhr nachmittags, Ende 11 Uhr. Stlmmifngslazz, Tanz Im Garten Belustigungen aller Art: Jüdisches Schallplattenkonzert, Juxpost. Tombola mit lebenden Gewinnen,' Topfschlagen, Sacklaufen für1 Kinder'etc. Das Reinerträgnis fließt dem Fonds zur Errichtung eines Jüdischen' Heims und Kindergartens zu. Vorverkaufskarten im zionistischen Büro und bei den Ausschußmitglledern. Einzelkosten; 1.50, tFamilienkarten (zwei Erwachsene mit zwei Kindern S 3.50). Das Zentralbüro der ZlonIs.ten-R,ev!sl< nisten für die Kongreß- Wahlen befindet sich Im Caf6 Metropol, IX., B'erggasse 33. Amtsstiindcn an Wochentagen, mit Ausnahme von Freitag, von 8 bis 10 Uhr abends. Zionistisch-revisionistische Jugendgruppe Häblkwah. Montag, den 27. d„ im Cafö Metropol, IX., Berggasse 33. um 8 Uhr abends, Lag- Bomer-Feier. JUdlsch-akademlscher Juristenverein. Am 25. d. um 4 Uhr nachmittags, findet in der Rede- und »Lesehalle jüdischer Hochschüler, IX., TürkenstraOe 9, die ordentliche Generalversammlung für das Sommersemester 1929 statt. Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. MIsrachl-Jugendzentrale. Die für den 25. d. angekündigten Vortrage und Veranstaltungen entfallen Der Vortrag des Herrn Ludwig Bäto über „Geschichte der Wiener Juden" findet erst am 1. Juni im großen Vortragssaale des neuen Heimes, IL, Praterstraße 11 (Mezzanin) statt. Gäste herzlichst willkommen. Gdud Zolrlm (jadisches Zentrum), IL, Untere Aucartenstraße 35. Am 25. d. um 8 Uhr abends in unserem Heime Vortrag Sch. Scheuermann über „T h o r a w a'A w o d a h" Anschließend Diskussion. Jugendgottesdienst. Am 25. d,, 3 Uhr nachmittags, Jugendgottesdienst in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Abverkauf der Lagerbestände in Mänteln, Kleidern etc. zu tief reduzierten Preisen in der Damenkonfektion Schiff mann, II., Taborstrasse 48. Watdikl«id«r S 1.70, das schön« Ripsteinen-Tannls- M*M, mit gestickten Emblemen und farbigem Aufputz S 4.90, Prima Rfpsleinen Kleider, fesche Karos, S 6.90, Schlafröcke, prima Wasch-Marocain, S 0.00, Kleider aus gut. K.-Seiden-Schotten, sehr aparte Fasson, S 8.90, Mäntel aus Modekarostoffen S 9*80, ferner wird geboten: Covercoat-Mäntel, schicke Fasson, S 12.80, Schlafröcke aus feinstem Brokat, alle Größen < auch für sehr starke Damen, nur S 18.50, Schlager Crepede*Chlne-Kleld«r mit langen Aermeln S 19.80, Engl. Sporfmüntel, neueste Modelle, S 19.80, engl. Trenchcoat aus gutem Müdestoff, mit Uderknöpfen, S39.—,29.—, SÄ3,-, Hubortutmänfel, wetterfest, aus gutem Loden S 35.—, 29.—, S 28.—, Ottoman-SeldanmHntol S 69.—, 49.—, S 29.—, Ingl. Sportm8ntal, Seide, halb gef, S 29.50, Plolle foulard-Klelder, sehr reich mit Volants S 34.30, Trenchcoat aus engl. Sportstoffen, neueste Fasson, S 39.90» Prima Mantal aus neuesten. Modestoffen S 49*—, Rlps-Seldenaitfntot elegante Fasson, gefuttert, S 89.—, der feine engl. Mantel, ganz gef., aus prima engl. Stoff, S 89.—, Mäntel für sehr Marke Frauen aus Ia Stoff, ganz auf Seidegoarb. S 79.—, filegantee KompM, Kleid u. Jacke, S 89.-, Seldenmttntel, nach orig. franz. Modellen S 98.—, Ia Cover- Coat-Mäntet, ganz mit Crepe-de-Chine gefüttert, S 98.—« ein Sommerkleid grollt bei Ilnkaul «Ines Mantels. |Fahrtspesen tour-retour werden jeder Kunde vergütet. DIE MUTTER Roman von Schalom Asch. Copyright by Dr. Präger-Pressedienst, Wien. LI (5i. Fortsetzung) In diesem Keller kam . man am Samstagabend zur Feier der Vollendung von Buchholz' „Mutter" zusammen. Etwas Geld war vorhanden. Dwoire hatte ihren Woöhenlohn heimgebracht. Freier hätte versprochen, sein eigenes Geld mitzubringen, und Moscovici erklärte, er bringe bestimmt den Direktor der flämischen Kunstgälerien hin, . der alle Werke Buchholz' auf einmal erwerben und für alle zahlen wird. Als Buchholz mit seiner Gesellschaft in den Keller,, kam, wurden sie zu einer . Gruppe von Künstlern, Schriftstellern und Dichtem aus der East- Side gerufen, die sich schon bei einem Ecktisch versammelt hatte. Der Führer dieser Gruppe war der jüdische .Schriftsteller Nadel mit seinem wunderbar edlen Kopf, der aus Elfenbein geschnitzt schien. Nadel wart bereits in bester Stimmung, das bezeugten die leeren Flaschen, die auf dem Tisch standen, und seine leeren Taschen, die er umkehrte, um ein. Trinkgeld für die Kellner und die Musiker zusammenzubringen. Sein Herz begehrte Frauen und Liebe, und schon am frühen Abend hatte er laut, die Entdeckung proklamiert: „Ohne Frauen ist die Welt öde, selbst mit Wein und Poesie;" Als er Dwojre mit Buchholz eintreten sah, rief er sie noch von weitem an den Tisch und nötigte Dwojre, sich neben ihn zu setzen, um dann, wie er sagte, den Geschäftsleuten zu beweisen, daß 'die schönste Fraii bei den Schriftstellern sitzt, nicht bei ihnen... Man erging sich in allerlei alten und neuen Definitionen des Begriffes. „Ewigkeit"';.doch Nadel wurde das Gespräch, zu ernst und er zog.es .ins Komische. „Ewigkeit oder nicht Ewigkeit" . — eines " ist sicher: eine Frau ist. ewig. — „Seht euch sie ari"-^- er deutete auf Dwojre, die neben ihm saß — „ist-sie nicht ewig? Buch'holz, erlaube, daß ich sie küsse, ich will die Ewigkeit' im Augenblick-fühlen, in der'Tat des Augenblicks, oder besser — in ■der.*aügenibBcik- Üchen Tat." . ." . Alle wurden von der heiteren Stimmung angesteckt, in die sie Nadel gebracht hatte.' „Verwehre ich dir denn,, sie m \ Kösseln? Ich habe doch da nichts zu sagen" — ruft" Buchhöiz.. . „Ja, die Philosophen haben recht,'".'—, 'ruft Nariel, nachdem er Dwojre geküßt hat — „es gibt wirklich eine Ewigkeit im Augenblick, das habe ich jetzt'selbst gefühlt." L „Sehen Sie. Ünd 'Buchholz hat' jetzt ein. Werk geschaffen,, in dem liegt wirklich E-wigkeit" —' wirft ganz unvermittelt Moscovici ein.' . 1 „Wirklich?" — fragt Nadel verwundert. „So wahr ich lebe! Ich schwöre es bei; der Ewigkeit!" — sagt Freier — „Ich habe es' gesehen, es ist ein ewiges Werk" — fügte er iri überzeugtem Ton hinzu. „Wirklich?"- -—' sagt Nadel ' mit gemachtem Staunen. — „Büchhölz, wie macht man das? Wie erwischt man die Ewigkeit? Lehren Sie mich das, ich bitte Sie." „Durch sie!" — Freier deutet auf Dwojre. „Durchi sie?" — fragt Nadel verwundert. ' „Es ist das größte, und modernste Werk, das in der Bildhauerei s*it Rodin geschaffen wurde" — Moscovici vergißt plötzlich ganz seine frühere Kritik. „Wenn es von ihr kommt," — Nadel deutet auf Dwojre — „so bin ich überzeugt, daß es ein großes Werk ist, ein'großes Werk. Dafür muß ich sie noch einmal küssen" — Nadel setzt seine Worte sofort in die Tat um. Es war schon spät und gewöhnlichen Besucher, die Geschäftsleute, die im Keller das Abendessen nahmen, waren schon fortgegangen. Uebrig geblieben waren i)ur die Gruppe an Nadeis Tisch und vereinzelte Pärchen, die in den Ecken herumsaßen. Die. Stimmung Im Keller wurde anheimelnd und.ein Gefühl des Fremd- und Nah&seins zugleich umfaßte alle Gäste, die noch im Keller saßen .Alle waren gut gelaunt, die einen vom Wein, dte anderen von der Musik. Und wie es in solchen Lokalen zu vorgerückter ßtunde der Fall ist, alle -fühlten sich vereinigt, bekannt und vertraut, als' gehörten sie einer Familie an. „Tschort poberij!*) Ewig oder nicht ewig, es ist eine Freude, zu leben... Buohholz, laß mich noch einmal deine kleine Frau küssen, ich bitte dich!" — ruft Nadel zu Buchholz hinüber. XII. Miß Forster. / Plötzlich öffnet sich die Tür und es tritt 'i- Miß Forster ein; hinter ihr ein baumlanger 'Amerikaner, Sie wollen bei einemleeren Tischchen Platz nehmen* doch da bemerkt Miß porster Bucbholz und Dwojrö *fe De* Teuftet fatal ifoeslkxftfei