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Die neue Welt · 1929-05-24 · Heft 88 (24.5.1929) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 88 (24.5.1929)
Date
1929-05-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Mr. 8S DIE NEUE WELT Seit« » fluß zu britigen und sie in die Arme der konterrevolutionären judischen Finanzbourgeoisie zu treiben . . . Sie trat in Beziehung zu aller Arten reaktionären Mächten, Monarchisten und Pogromistcn der ganzen Welt, beginnend mit Tutunik und Petljura und endend bei den ausländischen reaktionären Verschwörern — Poincare, Lloyd George, dem katholischen Papst . .. Unter den jüdischen Massen nationalistische und chauvinistische Aspirationen erweckend, hat die Fraktion der Zeire-Zion und der anderen Zionismen die Massen von der Erfüllung ihrer Staatspfiichten gegenüber der Republik der Arbeiter und Bauern, die auf der Diktatur des Proletariats basiert, abgehalten; die Fraktion der Zeire-Zion mißbraucht in ehrloser Weise die Freiheiten, die von der Gesellschaft der arbeitenden Klasse in der neuen ökonomischen Politik gewährt sind. Seit diesem Urteil hat die Sowjetregierung keine ordentliche Gerichtsbarkeit gegen Zionisten mehr geübt. Denn der Kiewer Prozeß erregte die Aufmerksamkeit und Sympathie der jüdischen Bevölkerung für den Zionismus, und dieser Umstand band .der Sowietregierung die Hände. Seit damals handhabt sie die Bestrafungen auf administrativem Wege. Die G. P. U. (Staatliche Politische Abteilung), Nachfolgerin der Tsoheka, hat nun die Aufgabe der Verfolgung der Zionisten übernommen, aber jede Form der ö f f e n <t J i c h e n Anklage und Verfolgung aufgegeben. Um einen Zionisten auf mehrere Jahre einzukerkern oder nach Sibirien zu verbannen, braucht die G. P. U. nur den Bericht eines Geheimagenten. Weitere Untersuchungen werden nicht angestellt und es gibt keinerlei Rechtsmittel gegen ihre Entscheidungen. Unter ihrer Leitung begann die schärfste Massenverfoiguug der Zionisten. Am 2. September 1922 wurden, hauptsächlich in der Ukraine, mehr als 2000 Personen aller zionistischen Fraktionen verhaftet. Die G. P. U. hatte zwei Beweggründe zu diesen Verhaftungen. Erstens, sich mit dem Menschenmaterial, das in der zionistischen Bewegung steckt, bekannt zu machen, und zweitens td;ie Judenschaft unter der Motiv je-, rung zionistischer Wühlereien gegen die Staatsmacht zu (terrorisieren. Im Jahre 1923 wurden Lokalverhaftungen vorgenommen, die das Resultat hatten, daß einige Dutzend Zionisten nach viermowaitiger Haft verschickt .wurden:. Russische Kolonisation und Palästina. Im Jahre 1924 drangen zu den Juden Rußlands Nachrichten aus Palästina von großer Bedeutung: das Land entwickelt sich, die Bevölkerung wächst, die Einwanderung ast im Ansteigen. Die Folge hievon war ein Anwachsen der zionistischen Stimmung. Sogleich ergriff die Regierung Maßnahmen, diese Bewegung zu 'brechen. Dieser Versuch leitet eine neue Periode der Zionistenver^ folgung ein, die bis .auf den heutigen Tag anhält. Sie isi verbunden mit der Bewegung der jüdischen Sov/v 1 e t k o 1 on i s a ti o n in Südrußland. Im Jahre 1923 faßte die Jewsekzia den Plan einer jüdischen Kolonisation innerhalb Sowjetrußlands. 100.000 Jüdische Familien sollten durch -rasche Ansiediung dn der Südukraine und .in der Krim eine Territorialgemeinsclraft (bilden; Es bestand sogar die Absicht der Schaffung einer . jüdischen Sowjetrepublik. 1924 begann die faktische Ansiedhing in der Krim, in der Ukraine and in Weißrußland. Obwohl diese Kolonisation ursprünglich •als reine Hilfsaktion gedacht war, gab ihr die Regierung später den Charakter der Rivalität gegen die palästinensische Kolonisation, ändeT HoiSfnutng, die Anerkennungen des russischen und des Weltjudentums .zu erlangen und gleichzeitig die Paläs-tina-iArbeit zu diskreditieren. Der Vorsitzende des Zentral-Exekutlv-Komitees der Sowjetrepubliken Kalinin hielt die berühmte Brandrede gegen die Palästina-Kolonisation als den Juden nicht entsprechend, Indem er ihr die Möglichkeit eines unabhängigen jüdischen politischen Gemeinwesens Innerhalb der Sowjetrepubliken entgegenstellte. Diese Bemühungen der Jewsekzia, das ganze Judentum Rußlands für ihren Plan zu gewinnen und es so in den Kreis ihres ideologischen Einflusses zu bringen, stießen auf den hartnäckigsten Widerstand. Obwohl die zionistischen Gruppen seit mehreren Jahren nur eine unterirdische Existenz führen konnten und gegen Regierung und Jewsekzia und deren gewaltigen Apparat ihren Kampf um die Idee führen mußten, hatten sie dennoch einen unerhörten Einfluß auf die jüdischen Massen. Sie kritisierten scharf die Methoden der. Jewsekzia, die die Kolonisationsversuche für die Juden unter Ihren politischen Terror gebracht hatte, sie reduzierten die Kolonisationsmöglichkeiten In Rußland auf das bescheidene Maß, das die Erfahrung seither bestätigt hat, und deckten den ganzen Kolonisationsschwindel auf. Die Wut der Jewsekzia und der Regierung kannte .nun keine Grenzen. Eine unendliche Zahl von Meetings .wurde abgehalten, um die Palästinastimmung zu paraly- Bad Talsmannsdorf im Burgenlond Natürliche Kohlensäure- und Moorbäder. In der Vorsaison bis 15. Juni und Nachsaison ab 25. August bis Ende Oktober volle Pension für S 17.—; inbegriffen sind: Wohnung (in den Hotels der Kurbad-A.-G.), orth. koschere Verpflegung (Rest. Stern) mit vier Mahlzeiten, Bäder (nur bei Moorbäder S 1.50 Aufschlag am Gebrauchstage), normale kurärztl. Behandlung, Bedienung, Beleuchtung, Fremdenzimmerabgabe, Wust. — Auskünfte und Prospekte Kwbad~A,'G, Bad Taizmannsdorf. CAFfi PRÜGKEL DAS ELEGANTESTE WIENER FAMILIEN-RINGSTRASSEN-CAFfi ABENDS: ANERKANNT GUTE WARME KÜ'CHE sieren, eine systematische Verleumdungskampagne gegen die Palästina-Kolonisation wurde in die Massen getragen und gleichzeitig eihe Veffolgungsaktion eingesetzt. Herausgegriffen seien hier nur einzelne Fälle: März 1-9 24. Mehr als 50 Mitglieder des Zentralkomitees der zionistischen Parteien wurden in Moskau verhaftet, eingekerkert und dann aus Rußland ausgewiesen. April 19 24. Verhaftungen von Mitgliedern der zionistischen Jugendorganisation „Kadimah" in Minsk und in ganz Weißrußland. Einige Monate Kerker und Verbannung. September 1924. Eine Unzahl Verhaftungen in der ganzen Ukraine. Einkerkerungen und Verbannungen hauptsächlich einiger hundert Jugendlichen, Verschickung in die berüchtigte Leidensinsel Solowetz auf drei Jahre. Jänner 1 925. 30 Personen in Leningrad verhaftet. Februar 1 925. Eine Unzahl Verhaftungen in ganz Westrußland. Juli 1 925. Verhaftungen in Moskau, Odessa, Charkow und Jekaterinoslaw. Februar 1926. Die Delegierten der Konferenz des unterirdischen Hechaluz in der Krim verhaftet. März 192 6. Zwanzig Verhaftungen auf einer Jugend-Konferenz in Leningrad. Verhaftungen von zionistischen Jugendlichen in Moskau. November 1 926. Verhaftungen in ganz Rußland. Februar, April und November 1927. Verhaftungen in ganz Rußland. Februar 1 9 2 8. Verhaftungen der Mitglieder des unterirdischen Hechaluz in Moskau. Im Juli 1928 Verhaftungen in ganz Rußland. Kürz,■' Innerhalb^diaservJahJe-'''wurden 'tausende Zionisten verhaftet, «ach einigen* Monaten Kerker nach Sibirien und -arideren; Geg^deÖ^iMr.dref* it-nd ' mehr Jahre Zwangsarbeit verschickt '' (Ein zweiter Artikel folgt.) Jetzt kommt das Kuban-Gebiet daran. Aus 'Moskau, 13.,.Mai,;. meldet die J. T. A.: Der Volkskommissar L a r i n >ver$ffen!t'liicht in der Presse einen Aufsatz über die Lage derf!v:-j ü d i s c ih e n L a n 33 w i r ts c haift in der Sowjetunion.' u<iidteilt mit, daß die Sowjet •regicrung die Vei^breMcrung irMäes* Netzes der jüdischen Siedluugenin der Nordkrim Umd deren Ausdehnung auf das Geib-iet von K u b ä n' piant. Der Hauptort dieser jüdischen Siedlungen,' die zu einem autonomen jüdischen Verwa'ltungsrayon zusammenigesohiossen werden sollen, CENTRAL II., TaborstraßeS : Tel. R-42-3-41 Auf allgemeines V e Hängen!! Nur noch wenige Tage! Der Großfilm der Erlch-Pommer-Produktlon der UFA 1 Hl 1» Regie: Hanns Schwarz mit LH Dagover, Willy Frltsch, Rita Park» Original-Zigeuner-Kapelle CZIC30! Beginn: wochentags 6, Vs8 und 9 Uhr. Sonntags ab 7*5 Uhr. i;i. wird die Stadt Kertscb sein, die g'lei'o'h'zeitig zu; einem Zentrum jüdischer Industrie uimgestaMet werden soll. * Die Kolonisation in der. Krim ist zusammengebrochen, in der Mandschurei flüchten die jüdischen Siedler vor dem Hunger und der Nässe. Larin, ein hervorragendes Mitglied der Jewsekzia, propagiert jetzt das Kubangebiet, ein Kosakenterrain, und 'schafft so \emen •neuen antisemitischen Konfliktstoff. Eine Synagoge als Museum für proletarische Kunst. Die Synagoge in Chabarowsk im Fernen Osten, die 1904 von jüdischen Soldaten des russischjapanischen Krieges erbaut wunde, ist in ein Museum für proletarische Kunst umgewandeilt worden. Die Rote Armee. Die in S m o 3 e n s k erscheinende ÄrmeezeitU'ijg „Krasna Arniejskaija Prawda" klagt über das Anwachsen des Antisemitismus in der Roten Armee. Das Schimpfwort „Zsid" kommt immer mehr in Brauch. An Kaserneri^vänden prangt die Aufschrift „Schlagt die Juden und rettet Rußland!" Jüdische Soldaten werden schikaniert, und (mißhandelt, Besonders zeichnet sich darin das Smolensker 99. Regiment aus. In Taschkent wurden vier Studenten wegen Terrorisienwig und Mißhandlung ihres jüdischen Kollegen Jehuda Mojssejew verhaftet. Alle Klagen der y.erfaJ'gten. bei der vorgesetzten Behörde blieben erfolglos, erst als die Antisemiten dem jüdischen Studenten im ScMafraum aufgelauert u,nd ihm sein Hemd auf d em Leibe angezündet haben, schritten die Behörden ein. Verfolgung der Juden in Daghestan. Das Organ der russisch-jüdischen Kolotiisationsgesellschaft Ozet, „Die Tribüne", veröffentlicht Dokumente und Mitteilungen, aus denen zu ersehen ist, daß die Sowjetregierung in Daghestan eine ausgesprochen antisemitische Politik gegenüber den 13.000 Juden, die in Dagihestan wohnen, betreibt, die au einer vollständigen Verarmung der Judenscnaft geführt hat. Tausenide Bergjuden wurden dermaßen terrorisiert, daß sie aus dem Lande wegziehen und ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen mußten. Die wiederholten Anweisungen der zentralen Regierung wegen Unterstützung der Bergjuden 'in ihrem Aufbau wurden von den Sowjets in Daghestan vollkommen ignoriert. Als das Exekutlv-Komitee der Saw« jets in Daghestan sich dennoch entschließen mußte, den Bergjuden 500 Dcsjatiu Boden zu -überlassen, wurden die Bewässerungsanilagen dieser Felder durch die lokalen Sowjets zerstört, das Getreide wurde requiriert, so daß die jüdischen Bauern vollkommen ruiniert wurden. Die von der Komzet für das jüdische Siedlungs-werk ausgegebenen 80.000. Dollar sowie 13.000 Rubel, die die Ozet ausgegeben hat, gingen verloren. SoM'icßiich wurde diese Frage im Präsidium des allrussischen Zentralexekutivkomitees behandelt, wobei den Sowjetbehörden von Daghestan der Tadel ausgesprochen und der Regierung von Daghestan Auftrag gegelben wurde, 4en Borgjuden Boden und Finanzmittel zur Anlage eines Bewä'sserungsnc'tzes zur Verfügung zu stellen, sowie diejenigen, die das jüdische Aufbauwerk aus antisemitischer Tendenz verschleppten und sabotierten, ährer Aemter zu ent-heiben. Binnen sechs Monaten ist dem Präsidium des Zentraiiexekutiv'komitees über den Vollzug dieser Maßnahmen Bericht zu erstatten. Straßer muß vor Gericht. Die Immunität aufgehoben. Die deutschen Hakenkreuzler .halben seit je eine deutlich ausgesprochene Angst vor dem Gerichtssaail. Die täglichen Lügen ihrer Presse werden diurch die immunen Abgeordneten gedeckt, und es ist in den -meisten Fällen unmöglich, die Leute vor den Richter zu bekommen. Der Abgeordnete S t r a ß e r zum Beispiel ist einer der tüchtigsten Kneifer. Im „Völkischen Beobachter" kämpft er für deutschen Mannesmut und verteidigt die Kinder gegen den jüdischen Ribualmord. Wie der Kerl aber Rede und Antwort stehen soll, ist er nicht zu fassen. Jetzt ist alber doch seine Immunität yom deutschen Reichstag ausgehoben worden. Die Mitlügner Straßers, die national'sozia'Msti&chen Abgeordneten F r ick, Göbbe! und Stoiber, machten einen heillosen Lärm umd mußten aus dem Saal gewiesen werden. Für Straßer stimmten die Dcutsohinationailen um'd natürlich die Kommunisten. Einstein verzichtet. . Professor Einstein fluat das Grundstück in Caputh, das der Magistrat Berlin ihm zur Verfügung stellen wollte, jetzt für eigene Rechnung gekaui't, um sich dort ein Sommerhaus erbauen zu lassen. Damit ist. die Affäre des Geburtstagsgeschenkes der Stadt Berlin für den 50jä'hrigen Gelehrten beendet, nachdem die Deutsctoatlonaflen die Bhrung sabotiert hatten. Dr. Edmund Kohn gestorben. Am 12. Mai verstarb in Wien Herr Dr. Edmund Kohn, Großpräsident der österreic'bisc>hen Logen des Unabhängigen Orldens Bnei Britto. Die Bestattung tfamd am 14.'Mai unter großer Beteiligung der jüdischen und nic'htjüdisohen Gesellschaft,Wiens statt. 'Die Jsraelitiscihe Kultusgemeinde widmete Dr. Edmund Kohn ein Bhrerigrab. Das Budget der Bukarester jüdischen Gemeinde. Das Au'sgaben'budget der Bukares'ter Jüdischen Ge-. meinde betrug im Jahre 1928 mehr als 27 Millionen Lei. In den Jahren* 1921 bis 1928 hat die Gemeinde insgesamt 143 Millionen Lei ausgegeben. Fast die Hälfte der Gesamt«* ausgaben wird für Schulen, ungefähr ein Drittel für soziale Institutionen verwendet. Die Beiträge der Gemeindemitglieder sind f reiwi'Hig, eine Zwangsbesteue«! rung wird erst nach Inkrafttreten des neuen Kuttusgesetzes eingetühr-t werden können. Pension,Au Stria4 Kinderheim Vöslau (OLGA KADISCH) J&germayeratrafte 15 - Telephon 89 Stelle & Für Dauer' und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentliche Schulen besuchende Kinder. - Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. - Erstklassige Verkostigung. - Mütterliche Pflege. - H«0lg« Preis«

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