Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 86 (10.5.1929)
- Date
- 1929-05-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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" Nr. 86 DIE NEUE WELT Fakultäten und externe Zuhörer Jeden Mittwoch nm halb 7 Uhr abends Vorträge über „Apokryphen und Pseudepijjraphett" und über .Die Philosophie des Chasdai Crescas". Im Institut, Därwingasse 21. jeden\ Montag, 6 bis 7 Uhr abends,;.MiscB!6". 7 bis 8 Uhr abends ,M«re nebuchim"; jeden Donnerstag, 6 bis 7 Uhr abends, „Mischte"; Jeden Samstag, 4 Uhr nachm., „.Pentateuch . und Sprüche der Väter". Dr N. G o 1 d s t o f n: Jeden Sonntag 6 bis 7 Uhr dbertds. „Mldrasch rabba"; Jeden Donnerstasr, 7 bis 8 Uhr abends, ,,.lüd. Familienrecht". Rabbiner M. Horowitz: Jeden Dienstag, 6 Uhr abends. „Midrasch", 7 Uhr abends „Kusarl". ... - 1 Verein „Schnelle Hille".' Auch In, diesem Jahre konnto eine Pessach-Aktion großen Stils durchgeführt werden. Es wurden über 400 Arme beteilt. Eine besondere Aufmerksamkeit wurde den verborgenen würdigen Baale-Batim unseres Bezirkes zugewendet. Insgesamt gelangten zur Verteilung: 3000 kg Erdäpfel, 150 kg Fe« und 300 kg Fleisch. Außerdem wurden an zwei Abenden Seder für hundefi Personen gegeben sowie an über hundert Bedürftige Btirunterstützurtgett verteilt. Sämtliche Lebensmittel sowie Seder-Speisekarten wurden unentgeltlich verabreicht. Wiener Bet-Homldrasch, II., Tempelgasse 3. Vortragsordnung Im Sommersemester.: Sonntajr, 5 bis 6 Uhr abends Lektor Dr.. S. Rubin: „Pirke Abpth". 6 bis 7 Uhr Lektor Dr. S. Rubin: „Talmud". Montag, 6 bis 8 Uhr nbends Prof. Dr. S. Kraus: „Jüdische Geschichte". Dienstag, 6 bis 7 Uhr abends Rabbiner Dr. M. Rosenmannt „Religlonsphilospphische Literatur der Jüdisch-spanischen Perlode", 7 bis 8 Uhr Ktibb. Dr. J. Taglicht: „En Jakob". Mittwoch, 6 bis 8 Uhr abends Prof. Dr. S. Kraus: „Liturgie". Donnerstag. 6 bis 1 Uhr dbends Rabb. M. Rosenmann: „Religipnsphilosophlsche Literatur der Kldlsch-spantsehen Periode", 7 bis 8 Uhr Lektor Dr. S. Rubin: „Mldrasch''. Samstag,-4 bis £ Uhr Lektor Dr. S. Rubin: „Bibel". Beginn des Sommersemesters Sonntag, den S. d. Öle Chewra Kadlscha Wöhrlng hielt am 28. April Ihre 49. ordentliche Generalversammlung unter Vorsitz des Obmannes lösef Nosslg ab. Der Schriftführer Jacques Katz erstattete den Rechenschaftsbericht, Kassier Leopold S u b a k den Kassenbericht. In den Vorstand wurden die turnusmäßig ausgeschiedenen Herren ' Friedrich G I (1 c k s m a ti n, Gustav Haß. Bernhard K i k e n i s, Gustav Rosenborg und Israel R o $■ n b 8 r g wiedergewählt, ebenso Abraham K'a t z und Josef Klein. Zu Revisoren wurden dlo Hörren Slegmund Salzer und JaköT) Schwarz bestimmt. , . .... Warnung! Das israelitische Bllnden-Instltut Hohe Warte wird vielfach fäls.chllch von Hausierern als Herkurtftsquelle der von ihnen angebotenen Waren bezeichnet. Die Direktion macht daher aufmerksam, daß die Anstalt k e I n e Hausierer 'zum Zwecke des- Verkaufes der Erzeugnisse ihrer Blindenwerkstätten in die Häuser sendet und auch keine Sammler, Agenten oder Inkassanten beschäftigt. Seite 11 Austritte ätis dem Judentum. Konrad Topper, geb. 19. X. 1904 Przemysl, led.,. IX*,, Nuödorfarstraße 68. — Katharina Hahn,, geb. 10. X. 1894 Kll.-Wlesendorf, kd., XIII., HoMergasse 43.— Ruth Zerner, geb. 23. II. 1915 Brünn, ledig, XIM., Auhofs traß e 226. - Marie Berdach geh. Schäfer, geb. 11. II/L 1881 Ziegelschütten, verw., IV., Karolinengasse 4. — Berthold Weiß, getb. 12. XII. 1882 .Bosikowitz,;verw., XVM., Geiblergasse. 28; —. Flora Alschech geb. Wallersdorf, gelb. 30. XW. 1874 Wien, verw., XIX., BiWrothstraße 6 a. — Alexander Szurän, geb. 12. XII. 1886 Wien, verh., XII., Wieneribergstraße 16. — Rudolf Adler, geb. 5. VI. 1906 Wien, ledfg, V., Arbeltergasse 13. — Nelly Reisz, geb. 22. IX. 1911 Wien, ledig, V., Siehenbrannengasse 40. — Alice Brückner, geh; 14; VII. 1899 Baden, ledig, XVI., Seeböcikgasse 18. —-Dr. Karl König, geb. 25. IX. 1902 Wien, tedig, HI.,- Glockengasse 1. — Leopold Landesmann, geb. 12. II. 1900 Wien, ledig, VM., Zieglergasse Nr. .6. — Otto . Schein, geb. .28. VI. 1888 Ung.-Qsträ, vejIH;, IX., Giigegasse 16. — Hermine Hamburger, gelb. Kohn, gelb. 26. IM. i862 Ung.-ßrod, verw., IX., Prairiieirga<ss>e 3. ~ AIfrem Drucker, gelb. 14. XI. 1897 Wien, yerih?, XJV., Rettndonfgasse 42. —' Edith Bäsch, gelb. 1. VII. 1905 Wien; led„ X'JV^' Wrr&nmkafte-. -".Maximilian Birnbaum, ge'b. 20. VII. 1887 Wien, led., XIV., BrannMrschengasse 50. :- Cäcilie Schechter, geh; Fleischer, geb. 2. VIH. 18& Wien, verth., XIV., Märzstraße 96, und i'hr Gatte Michael Schechter, geb. 21; I; 1877 Garstel-e.- ±- Paüllrie Blödy, geb. 5. VII. 187? Wien, led., XX., Jä'gersitraße 35, und Sohn Franz Blöd& geh. 18. VII. 1892. — Hedwig Elisabeth Pollitzer, geb. 21. IX. 1906 Wien, «ed.-, I., Opernrlng 8. ~ Allred Schneider, geb. 26. VM. 1897 Wien, verh., XXI.," Smolegasse .13; Rosa Glbian, geb. Lederer, geb. 15. IX. 1963 Horasclidowiitz, verw.; I., Wiipplinger Straße 31. — Martha Schneider, geb. Goldschmidt, geb. 14. Hh 1902 Brünn, verh., XXL, Smolegasse 13. — Maria Edlta Primost, geb. 12. iV. 1923 Wien, led., VII., Döblergasse 1. — Armin Weiß, geb. 23. III. 1889 Wien, verh,, IX., PorzdiäÄgä«se 49 a. ■ ±. Ida Judith Banelli, geb. Nossa!, geb. 15.. VII. ,1889 Pola,. verh., IX.,, Lieditenstöinstraße 121. ~ Alexander Rosdol, geb. 4. X. 1887 Kalkutta, verh., XVII., Hading&rgasse 47. — Helene Viola, geb. 1. Ml 1899 Wien, led., XVIII., Sohöffelg. 16. — Rosa Sprinzl, geb. 26. X. 1906 Wien, led., XV., Tanmenigasse 7. — Fried* rieh Jelletz, geb. 2. XI. 1884, ted., VII., Wlmbergergasse 38. — Stephanie Leöpoldlne Kraus» geb. 7. X. 1905, led., XIV, Rawchfangikebrergasse 29, — Jetti Brecher, richtig Israel, geb. 31. XII. 1900 Suczawa, XII., Kernsbraße 7. — Rosa Eltschka, geb. WallHsch, geb. 14. I. 1892 Brünn, ger. gesch., XII., Schällergasse 39. — Helene Beral, geb. Demant, geb. 8. VM. 1894 Braila, verh., IV., Wah'llebengasse 18. — Susänne Marlon Beral, geb. 26. V. 1924 Wien, selbe Adresse. — Dr. Bruno Beral, geb. 22. II. 1888 Sereth, Rumänien, Reohtsanwait, verh., selbe Adresse. — Margit Wasservogel, geb. 17. Vlli. 1904 Budapest, led., VI., Shimipergasse 5. — Anna Pollak, geb. Bösze, göb. 10. VI. 1901 Wiien, gesoh., XVII., Lacknergasse 8. — Emil Lempert, geb. 27. VIII. 1898 Wien, gef. gesch., V„ Nevillegas-se 2. — Rudolf Sonnenschein, geb. 22. XII. 1875 Wien, verh., VI., Scbmdülholgasse 26. Musik ist das geeignetste Mittel, um den- Anforderungen, die der Kaimpf um den Lebensunterhalt an die angegriffenen Nerven stellt, zu entsprechen. Ein geeignetes Mittel ist die Anschauung einer Sprechmaschine, die es mit Hilfe, der neuesten elektrisch aufgenommenen Schallplätten ermöglicht, zu Hause jederzeit geseilschaftliiclie Unterhaltungen zu finden. Das Musikhaus „Exzelsior,\'Wien, I., Adlergasse 5; Telephon R-23-4-90; II., Kleine Pfarrgasse 28, Tel. A-41-6-24, utid Taborstraße 48, hat in seinen Schaufenstern und im Lokal, I., Adlergasse 5, eine für jedermann ohne Kaufzwang frei zugängliche Schaustellung von nur erstklassigen Apparaten (jedes Stück mit' dem Kässapreis gezeichnet) ' arrangiert. Zahiungserleichterungen von 12 bis 18 Monatsraten selbstverständlich. Wir sind fest überzeugt, daß die Freude, die jeder Famiiie durch dieses Wunder menschlicher Erfindung bereitet werden kann;' den geringen Betrag voll aufwiegt. •-■ , E JSin Sommerkleid umsonst erhält-'jede Dame'beim Einkauf' eines Mantels während 'der Wurbewoche Iii der'Damenkonfektronsabtellung der Moden- Häuser Brüder SchlHmann* 2. Bez., Taborstraße 48. Die kutidenbewerbühg Erfolgt durbh Ansetzung verblüffend niedriger ElnfUhrungepreistt. Nachstehende Beispiele beweisen : Das karin; hur ScHiHmann: Waschkleider ^•1i-7'(^:»liaa''-a«N8fi^1ll^ stickten Emblemen und farbigem Aufputz —1 unser Schlager, 'S 5.90, Prima Ripsleinen-Kleider, fesche Karos, S 6*90, ScMairöcke, prima Wasch-Majpcain, S 6.90, Kleider aus gut. ■ k.-Seid.enrSchotten. sehr aparte Fasson, S 8.90, Mfintei aus Modekarostoffen S 9.80, Covercoat-Mäntel,, schicke Fasson, S 12.50, Schlafröcke aus feinstem Brokat, alle Größen, auch für sehr stärktDaniel wur S 18.50, Schlagier-Crepe .dtt^lijlne^Kfelcler, Ä^teigen Aermeln S 19,50, ln{|l. Sportmantel, neueste Modelle, S 19.80, Engl. Trenchcoat aus gutem Modestöffi mit tederknÖpFerij S 39.^, 29.—, 823.—, Hübiertiifimllntei, wette'rfesti aus gutem Loden S 35.—, 29.—, S aa.-, OMonian-ieldeiirtiäntel S 69.—, 49.—, S 29.-, Ünfll. SportmSntel, Seide, halb gef.j S 29.50, Flotte Foulard«KI«ider, sehr reich mit Volants- S 34.50, Trenchcoat aus engl. Sportstoffen, neueste Fasson, S 39.50, Prima MSntef aus neuesten Modestoffen S 49.—, Rips-Seiden mäntel elegante Fasson, gefuttert, S 69.—, der feine engl. Mantel,, ganz, gef., aus prima engl. Stoff, S ß9.—, Mäntel für sehr starke Frauen aus Ia Stoff, ganz auf Seide gearb. S 79.—, Elegantes Komplet, Kleid u. Jacke, S 89.—, Seidenmäntel, nach orig, franz, Modellen S 98.—, Ia Cover* coat-Mäntel,. ganz mit Crepe-derChine gefüttert, S 99.^-« fährtspesen tour-retour werden jeder Kunde vergütet. (Entgeltlich.) ■n Bnnque des Pnys öb l'Europe Centrale - Zentral-EuropflUclie Lflnderfiank. ■■ Alk-tiengeiseUBClhiaft. — Geseltecliaiftislkaipi'tail .100 MÜllönen. Franken. Sitz dar Geseisöhait: Paris, Rue de Castigü'one No. 12. KUNDMACHUNG. Die Herren AJkttonäire werden ihlemlt für Freitag, den 31. Mai 1929, vormittags 11. Uhr, zu der Im Saaüe der So* dete" des Ingenieurs Qfvls.de France in Paris, Rue Bliancihe No. 19, stattfindenden ordentlichen Generalversammlung ednberuifen. 1. Beridh-t des Verwailtungsrates und dar Zensoren, Geäielhimiiguwg der iBdianz u.nd des Reühnulnlgs;alb»clh^l!^sÄelS, für das am 31. Oezemibeir 1928 albgelauiiene Gescihiäftsla'hr, Fesitseteun^ der Dividende. . 2. WdederwaM und NeMwaflil von VerwaJ>tmflgsräten. . 3. Ertöi'luing der Ermächtigung an die Verwaitungsräte gemäß Art. 40, Ges. vom 24. Juli 186.7, 4. Waihl der Zenspren' für das Geschäftsjahr 1929 und Festsetzung der ihnen ziuikoramenden EntsdhädigUing. 7" I . ■ 11 Gemäß Artikel 37 der Statuten wird die ordentliohe Geneffal'versam'mlun« duröh jene Aktionäre gebildet, die Eigentümer von mindestens 50 Vorzugs- oder Stammaktien sind. Aktionäre, welche wenliger . als 50" Vorzugs- oder Stamwaiktlen besitzen, können sich jedoch vereinigen, um diese Zahl m erreichen, und sich duroh einen unter ihnen oder durch e&n Miitglied der Versiamtnllung vertreten lassen, •falls sie Hfure Voilljniaohtserlkläruaigen drei Tage vor der' Generalversamm'lung heim Sitz der Gesellschaft.hinterlegen. ' Zur Teilnahme m der Veirsammlung vom 31. Mai 1929 sind herech'tigt: 1. Alte Eiigentttmer von auf Naniien la-uitendien Vor- ^»s- oder Stammaktien, deren Aktien' spätestens am 25. Mai 1929 eingetragen sein werden. Paris, am 7. Mai 1929. . Tagesordnung: 2. Alle Bügenitümeir von au* den Inhaber laufenden Vorzugs- oder Staimmaktlen, deren Aktien spätestens am 25. Mai 1929 hei d&r Zentrale der Gesellschaft, Paris, Rue de Casti- (gllone Na 12, bei der Zentral-EuropÖlschen Lflnderbank, Niederlassung Wien, L. Hphenstauferi'ga'Sse Nr. 3, sowie tel den österreicWscheiri Zweignlededässungen dieser Anstalt, hei der Bank für Handel und Industrie, ehemals „Länderbank" in Prä« sowie bei den Zweigniederlassungen 'dieser Anstalt, . bei der Rumänischen Kreditbank in Bukarest sowie bei den Zweigniederlassungen dieser Anstalt erlegt sein werden.. . Legi'timatjonskarten .^ur Ceneralversammlnng werden Überdies auf Grnnd von Deppthestätigungen der Ba'nque de France, des Cr&l'it Foncler 'de Fränce, der Compagnie des Agents de Ohaitge de PaTis •und der bedeutendsten Pariser Ban'kinstituite ausgefc|gt. , . f Die- L^g'ltlma'tlonskä'rten können vön' heilte an behoben werden. Jeder Aktionär, welcher, an d&r Generailiversammilung teilzoinehmen befugt ist, hat das Recht, sich van einem gleichfalls wir Teilnahme, a'n. de^ .Generalversammlung berechtigten Bevollmächtigten vertreten zu lassen. Der Verwaltungsrat. 'ONftjcjbdrjUck. Wird nicht honoriert.) DIE MUTTER Roman von Sehalom Asch. Copyright by Dr« Präger-Pressedienst. Wden, (52. Fortsetzung) IX. Das Werk. Zum erstenmal spürte Buchholz im Ton lebendes Fleisch aus Blut und pulsenden Adern und formte den belebten Ton auf dem Drahtskelett mit dem Willen eines Meisters, der weiß, was er will. Die Stunden des Tageslichtes reichten ihm nicht aus. Der Shop nahm ihm Dwojre bei Tag. Doch konnte man nur ein paar Stunden Tageslicht, dem Shop stehlen, so tat man es mit Vergnügen. Er arbeitete intensiv und angestrengt. Manchmal mußte ihm Dwojre drei bis vier Stunden ohne Pause nackt in dem schlecht geheizten Atelier stehen. Sie ertrug alles, nahm es auf sich wie einen Fasttag, wie ein Gebet, wie eine heilige Handlung. Mitten in die Arbeit fiel die Miete. Zwei große Sorgen hatte Dwojre, seit sie ihren eigenea Weg ging, die gleichen Sorgen, die ihre Mutter bei Nacht nicht hatten schlafen lassen. Die Sorgen um die Miete und um die Kohlen waren offenbar als Erbe von der Mutter auf die Tochter übergegangen. Diesmal erledigte Dwojre diese ihre Sorgen um den Mietzins in aller Stille, ohne daß Buchholz etwas davon wüßte, damit sie, wenn er sich an die Miete erinnerte, ihm sagen könnte, es sei schon alles erledigt.'Doch diese ihre Vorsicht war unnötig — Buchhok erinnerte sich gar nicht daran. . Die Gestalt' wuchs unter seinen Händen und eines Tages stand! sie mitten im Zimmer wie leine Erscheinung..... Es war Dwojre und war, doch nicht I}wojre. Es war irgend eine andere Dwojre, die irgendwo in unbekannten Welten lebte, und Buchholz hatte sie aus diesen Welten hervorgezaubert. Als Buchholz fertig war, war er der Ansicht,; er habe das größte Werk der Welt, geschaffen. Er raste vor Freude und rief immer wieder, die Figur von allen Seiten betrachtend: „Ja, eben das habe ich wollen. Wie ein Vogel, verstehst du? Die Mutter der Mütter, etwas was noch nicht da ist und doch da ist." Daß es ihm gelungen war, sie so m schaffen, daß sie wie eine Erscheinung aussah, machte ihn besonders stolz: „Es i£t meine Schöpfung. So wollte ich, daß sie aussieht und so sieht sie aus, möge man mir tun, was man will. So sieht sie aus, die »Mutter*, meine Mutter, aller Mutter." Dann kamen die Kenner. „Diesmal ist es dir nicht gelungen Die Sache steht nicht auf der,Höhe" — sagte Freier — „sie isti mir zu lyrisch und* daß du lyrisch wirst, BudhhoÜz, ist nicht gut." — Freier schüttelte den Kopf. , Und Moscovici sagte: .„tfach der Theorie der Komposition ist. das Werk nicht harmonisch, die Komposition muß angelegt sein wie ein griechischer Tempel, von unten hinauf." . . Buchholz ärgerte sich sehr, daß sein Werk nicht „kompositorisch" sei, wie sich Moscovici ausdrückte; doch in seinem Innern, in seinem innersten Innern fühlte er, daß es so sein mußte und erklärte eigensinnig: 4 .; „So ist es und so muß es sein." Dwojre stand dabei und hörte, wie man Buchholz' Werk beleidigte und davon in einer Weise sprach, die ihr wehtat. Sie fühlte sich mit dem Werk verbunden. Zuviel Eigenes, zuviel Persönliches und Intimes ihres Lebens hatte es in sich. So ging sie zur Figur hin, deckte das feuchte Tuch darüber unef sagte lachend: „Das hat Chaskel für uns allein geschaffen, sonst für niemanden, nur für uns, nicht wahr, Chaskel?" Buchholz dachte über ihre Worte nach; ei schien ihrn sonderbar, daß er das nicht gewußt und nicht daran gedacht hatte. Zum erstenmal trat Ihm selbst die Idee seines Werkes klar vor die Augen. X. Sure Rifke wacht. Zwei Pakete Üiber die Schulter geworfen, das eine vorne, das andere rückwärts im Gleichgewicht, hahnte sich Moses Ztotnlk mühsam den Wag duröh das weiße Schneenetz, das den ganzen Raum zwischen Erde und Himmel 'umspannt. Moses machte sich keine Sorfien; es war noch früh arni Taige und den Weg kannte er gut. Er ging zu einem deutschen Farmer, einem seiner Kunden, dessen Rate fällig war. So schritt er gegen den Wind dahin, wie um ihm 2u trotzen, und. beschäftigte sich in Gedanken mit den großen Püänen, die ihm schon lange 4m Kopf lagen. In der Barak hatte er auf Buch 380 Dollar (baf, die er jederzeit beheben konnte. Seine Außenstände betragen mehr als 300 Dollar, sie sind so gut wie bares Geld, gut wie Gold. Seine Ware ist etwa 130 bis 160 Dollar wert. Die Gegend ist gut, die Kunden sind hauptsächlich Deutsche, die pünktlich zahlen —