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Die neue Welt · 1929-05-10 · Heft 86 (10.5.1929) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 86 (10.5.1929)
Date
1929-05-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 86 DIE NEUE WELT Seite 7 spielt wurde: „Wanm (baut Mawromaüs?" hfet dw Konaessiioaiär seine Konzession der englischen Firma Ballon r-Beat<ty iiibertiraigen und diese, bat das -Elektrizitätswerk in der Nähe dies Batohofes gebaut umd be'gimi jetzt mit dem Bau dar Leitumig* Die Arbeit äst einem arajblsohen Unternehmer übergeben worden, kein einziger Jude wird beschäftigt, und dite mit dier Firma gepflogenen Besprechungen führten bisher zu keimiemi Ergebnis. In der Jüdischen Oefifenttohikelt droht man damit — eine Drohaimig, deren DuroMührbankeit ums leider zweifelhaft ersdheiet — daß die Juden auf das antisemitische elektrische Licht verzichten umd die Arbeit der Ftirma boykottfetren würden. Der jüdisch« Stadtrat von Jerusalem (Vaad Hair) hat sich t&teigr<ar»hii9Cih an die Generaldlrektion der Gesellschaft nach London gewandt, deren Genemidirektor Haarst ein Jude ist. Di« Gesellschaft ihrerseits» der dii-e Sache unangenehmi zu werden beigiranit, versucht die Öffentlichkeit zu beruhigen, was aber schwerlich durch bloße Worte geschehen kämm. Bs ist Jedenfalls ein starkes Stück, in einer Stadt mit Jüdischer Majorität, wo auch die Bezieher des elektrischen Lichtes zum großen Teil Juden sein werden, keinen jüdischen Arbeiter zu beschäftigen. Die Ironie des Schicksals will es, daß die Firma gerade den Narrten Baltfour ifülhnen muß! Abermals antijüdische Ausschreitungen an der Klagemaüer Jerusalem, 7. Mai. (J. T. A.) Während der jüdischen Gottesdienste an der Kiaigeimau'er zu Jerusalem am Freitagabend und am Sonnabendmorgen wurden die jüdischen Andächtigen von Moslemiten mit Steinen beworfen., von denen mehrere der betenden Juden g>etro#en umd verletzt wurden. Der jüdische Aufeichtsbeamte (Schammes) wurde schwer vernetzt. Die Bauarbeiten der Araber eingestellt. Oberrabbiner Kuk hat bei dem Distriiktsgomverueur von Jerusalem dagegen Protest erhaben, daß die Moslemiten fortdauernd an der Klagemaüer Bauarbeiten durchführen und dadurch den Status quo stören. Der Distriksgouverneur verfügte, daß die Bauarbeiten an der Klagemauer sofort eingestellt werden. Die hebräischen Telegramme. Alis Jerusalem meldet die J. T. A.: Der Oberste palästinensische Gerichtshof hat über die Beschwerde gegen den Generalpostmeister wegen der Nichtannahme von Telegrammen in hebräischen Lettern entschieden, daß die Post nur verpflichtet ist, hebräische Telegramme in lateinischen Buchstaben anzunehmen, weil Hebräisch mit lateinischen Lettern Hebräisch ist. Die jüdische Einwanderung. . Präsident Wei.zmann besuchte am 23. April den Oberkommissär C h a n c e 11 ö r und besprach mit ihm ein« Anzahl den Aufbau Palästinas betreffende Fragen. . Dr. Weizmann richtete an ihn das Ersuchen, die Ein« wandenungsquote für jüdische Arbeiter in Palästina zu e xhöhem, sowie bei den Arbeiten der Regierung jüdische Arbeiter in einer höheren Zahl als bisher zu beschäftigen, Herr Louis Llpsky erklärte in einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter, die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse-in Palästina rechtfertige in vollem Maße die Forderung der Zionistischen Exekutive nach Gewährung einer größeren Zahl Einwanderungszertifikate für Chaluzim. Die Zionistische Exekutive fordert 2 00 0 Elnreisezertifikate für jüdische Arbeiter für die Zeit von April bis September dieses Jahres. Vlsumzwang zwischen Deutschland und Palästina. Die Jerusalemer „Official Gazetta" veröffentlicht ein Abkommen zwischen der englischen umd der deutschen Regierung über die' Awfh'ehumg des Vlsuimzwarages. Danach .sind künftighin britische Staatsangehörige sowie Staatsangehörige von Ländern, die unter britischem Schutze stehen, berechtigt, ohne Einreisevisum In 'Deutschland einzureisen, sofern sie über einen ordnungsmäßigen briti-' seihen Paß verfügen. Umgekehrt können deutsche Staatsangehöriige ohne Visa in alle britischen Kolonien, Protektoratsländer und Mandatsgebiete, mit Ausnahme von Malta, Gibraltar, Indien,, Aden, Neu-Gulmea, sowie der Mandatsgeb ii e i e von. P a U s t i< m a> Transjord-anien und Tanganyika einreiisen. Unerreicht! CHEVRfcAUX, grau und beige Größen 19—22 Größen 23—26 ECHT braun» .3.90 ,5.90 Braun Box Größen 19—22 ,4.90 Größen 23—25 .5.90 Moccassin f. Mädchen und Knaben, aus braun Sportleder, mit nicht gleitender Gummisohle Größen 27-30 .10.50 Größen 31—35 .13.50 Größen 36—38 .17.50 Der tschechoslowakische Studentenverband gegen den Numerus clausus. jj Vor kurzem fand In Preßburg die Jahreskonferenz des „Verbandes der tschechoslowakischen Studentenschaft" statt, bei. weicher hauptsächlich über die Frage der Einführung eines Numerus clausus an den Hochschulen verhandelt wurde. Der Laudespräsident für die Slowakei, Drobny, sowie der Rektor der Universität Preßburg, Prof, Dr. Prazak, sprachen sich gegen die Einführung eines Numerus clausus aus. In einer Resolution wurde zum Ausdruck gebracht, daß sich die tschechoslowakHche Studentenschaft mit aller Energie gegen die Einführung des Numerus clausus wehren werde und Versuche in dieser Richtung, wie sie an der P r ag er Hochschule für Elektrotechnik und Maschinenbau unternommen würden, scharf verurteile. Die Juden in der Tschechoslowakei« In der tschechoslowakischen Republik -leben nach amtlichen Angaben 354.342 Personen jüdischer Konfession. Von diesen, sind 336.664 /tschechoslowakischer Strapax-Stlefel, schwarz Box Größen 26-30 * 12.60 Größen 31—35 . 15.60 Braun um S 2.— mehr Spangenschuhe, Lack, braun oder fein' farbig Box Größen 27—30.13.90 Größen 31—35 . 15.90 Größen 36-38 - 18.90 Spangenschuhe» braun oder feinfarbig Boxcalf, rahmengenäht, mit Ia Gummisohlen Größen 31—35 .15.90 Jfa&entä **" TV<^i^s^Mt, Unabhängig jmui ledeht ÜMkaut^ W^WWfWW W P WWW* W9Jr ™V ™- V ■ ~ *J wwwmw WW WWW W99W^WWW m Staatszuigehörigkelt, 17.678 Ausländer. Dem nationalen Bekenntnis nach sind 180.191 Juden, 73.203 Tschechoslowaken, 48.629 Deutsche, 29.061 Ungarn, 3752 Russen (Großrussen, Ukrainer, Kar.pathorussen), 1828 Polen oder Angehörige anderer Nationen. Nach den Mitteilungen des Ministeriums füf 'nationale Verteidigung waren nach dem Stande vom 1. Jänner 1924 in der tschechoslowakischen Armee 43 jüdische Offiziere. Sechs Juden im tschechischen Staatsgerichtshof. Aus Prag wird berichtet: Für die dritte FunktionS" Periode des Obersten Staatsgerichtshofes in der Tscbechaslowakel wurden sechs jüdische Mitglieder ernannt: Dr. A. Rath, Preßburg, Dr. Josef Pick, Prag, Dr. Emil Meißner, Deutsch-Brod, Dr. M. Mandel, Pilsen, Dr, M. Ecksteift, Pilsen, Dr. H. S.i n g e r, Prag. Die Funktions- Periode 'läuft Ende 1931 ab. Ein Zionlst Im griechischen Senat Aus Saloniki meldet die J, T. A.: Bei den eben Im Griechenland durchgeführten Senatswahlen wurde im jüdischen Wahlkataster in Saloniki Herr Ascher Mal Iah, der Präsident der Zionistischen Vereinigung von Saloniki, mit 5201 Stimmen in den griechischen Senat gewählt. Sein Gegenkandidat, der jüdische Kommunist Cohen, blieb mit 2980 Stimmen in der Minderheit. Die Friedhofschändungen. Die „Osnabrücker Volkszeltung'V meldet aus Aschen? dort: „Wir halben schon von dem Unfuig berichtet, den Bubenhände auf dem jüdischen Friedhof .zwischen hier und Tunxdorf verübt haben. Bekanntlich hat man dort mehrere Grabdenkmäler nicht nur umgeworfen, sondern sie auch völlig zerschlagen. Jetzt haben ruchlos» Suche für meine Schwester Toilhaborln «ine« gutgehenden Geschäftes mit 3 10.000 Barvermtigan passenden Bewerber nicht unt.30Jahre. Witwer mitKind nicht ausgeschlossen _Zuschriften unter „B. K." an die Exp. d. Bl. Menschen aoermals ihre Visitenkarte auf dem Gottesacker aibgegeben, indem sie aus . Teilen eines »erschlager^m Grabsteines auf.dem Grabe eines eben erst bei erdigten Kindes ein. Kreuz errichtet halben." Josef Boxenbaum gestorben* Montag,, den 29. April wurde Josef Boxenbaum, einer der ältesten Wiener Zionisten, Vizedirektor der Versicherungsgesellschaft Phönix, zu Grabe getragen, Um den Toten zu ehren, hatte sich eine zahlreiche Trauergesellschaft, bestehend aus Freunden und Bekannten des Verstorbenen, eingefunden. Außerdem waren Vertreter des zionistischen Landeskomitees, des Vereins Nord-Ost, der Jüdischen Kinderfreunde, der jüdischen Presse und der Jüdischen' Künstlerspiele erschienen, die in ihren Gedenkreden den vornehmen Charakter des Verblichenen und seine unermüdliche Teilnahrae an der zionistischen Arbeit hervorhoben. Die zeremoniellen Funktionen übte Oberkentor Fränkel. Es war eine imposante, den Toten ehrende Trauerfeiefti Die Prügelstrafe an Jack Natt« vollzogen, Auls J oÜianjii>stmrtg, 2. Mali, meldet die J. T, A.t Nachdem der General&otivemeuir die B^gneid'lgung dtos wegen Bnmordung elwes KadUeirn sau sieben Jahren Ge* fatigmls umd zehin Peitschenhieben vwurleiten Jüdischen Farmers J«ak Nafte ahgellelhiiit hat, ist dile Mgetotpale aav Naite nmnimehr voH-zoigen worden. Die Franlilln^Metlaille an Emil Berliner. Das Franklin-instltut in Philadelphia hait .die Franklin-Medaille, die höchste Auszeichnung üür wissenschaftliche Leistumgen in Amerika, dem betonten Erftn^ef des Telephon- und Radio-Mikrophons Bmii Ber-Uner verliehen. Emil Berliner kam vor 59 Jahren als amier Junge nach den Vereinigten Staaten, wandte sich hier technischen Studien zw umd hat eine Reihe Erfindungen gemacht, die seinen Namen in der «ansuen Welt berühmt machten. Btoe seiner ersten Erfindungen war die des akustischen Zylinders zur Verbesserung der Akustik in Sälen und Gebäuden. Emil Berliner ist Jude und lebt in Washington, Tltelverlelhuns. Der UnterrichtOTinister hat Herfli Oberrabbiner Dir, S c h ä c h t e r in St, Polten im Würdligni»« seiner hervorragenden Verdienste als Lehrer und r^rsaJeher den Titel „Prcxfeasar" verlitihen.

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