Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 84-85 (24.4.1929)
- Date
- 1929-04-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 84/85 DIE NEUE WELT Seite % Das Sieh Hon „Sarino gegenüber" htm 220 Satyrs alten $ölnt?cf?n>affer SKeleS g.rfcfc% dö§ bäum »ttb 4t?an» $edexttt<Mtt gut foaucr}ert fattit. Sflbex itoentg ift ifjm ütetäet ■ 8Bfö „Marina fleflctttt&ct". „Qfcgettiifet"! Sffiiimbexgafce! llrtbe^kic^Ii^ füge Safte! Mim deinen Rauftet iuiffeit, gMen mrrnn>ex did) denwiffett! „<$kg€ttiifttt"? fragt *&t. „8teif/ex, (Et, toas iif± öa«: ^.QVe^^ttiii&er*? ^f/Ie tt'iä)t§ mind füge <wt, SSJaS dcnrtiit jwwt ntadjen fa-nttt!" •r.-v-::S^> t*"-''"^'.',.\> * III, I t » Stowt, fo ptt, fo)'ü§ töj exfaF/ren: S3*px uumelr/r ^et^iumfeext ftcbrert $tom ein flJknwt dm§ betttfebe Samd, S>6u jjatitta fid) gewinnt. l&tes fand »on'den tSiiäfeien dien (Ix pmeifi an Äit (^efuto, llnb gumal geg'nübex bem SÄ^Mß^fc fdjten'S itfjm gercefem. ©einen /U'itter^aiJt $u finden, SSa* et ehr <&efdjäft dort ©tänden, Utt$> drumt tf)k$ ex nnb bxum iw er »Sforina gegcttiifceV'. Kräuter tofyt* et aller Sötten Uefberm gener in Retorten, fiBraatte £xänKein und SRiriiuxen, OM^end alten Reiftet ©Imsen. Und an einem: fcfjänen QJloxgen flfcief er: Storn feid ofjne borgen! ®emt idj (hab', ih>a3 lunbebiatgt ©uren Seiden Smd'xung bringt. üSehter OBinfifn^ af/negilercrjett 9Jht|} der äxgfte $0ib|fd)mex3 toeidjen. $ft'§ im ©ommeic fcfjtoüX umb tbeijj, Mp<wtb ftäxfi'S nnb ftÜCCfc ben ©ctyrue'ijj. Ob daheim, ab auf der Steife — i! iföuxs und gatt, a-uf lr>elä)e SBeife Und iman« immer ntan c§ n«n«nttf $ölniifä) Sapfex >Pf<t Beftimmt! Sftux bä§ eine mmjj man achten: SGßßnn mau'§ teuft, r/eifrt'g tooftf i&etxadjtien, D'b* denn <au<f) ba§ ^aibrifot öanj teftimmte 3ctc^cn lj<rt. ©rpßtts j&itnöi für feine (Öftre (gine cot<jej<Klfe Slütev <s$cpn getrieften que^^räiSex;:./.;•,»■•., <Ste!^t „götma $t$enw$i". grödteitg: bei der eckten <®ottt " iJJhtfj mau üdjten autf) der SBoxte. JEemt e§ Reifet der koa^ce <S^a^ „©«öcttifö« bem Süli^Ss^ta^'. drittens ift in ein'§, i^r Öie^en, „<^eöenitberdem" ßef^rieben, ,^eigcniüiber" in Öatein Uni) ein beutfc^eS... ü 'barein. Viertens: 2lm§ beS ^^nöxMS «Schlingen ®ei^t ein MeeMatt t^x entfpiriinöett Umb drei fßtmfte, too die i&etben Qibgc fi§ inmitten ^neiden. , föäimfienS, ii^r'§ nitd^t bexge&t, Äuif den ^iaif^en einöe)3re&t Äiönnt ifyc ISIar «nd deul'I'id; feigen „(Steflenübct" no^m<it3 fte^en. ' QBenn iljr ocfjtet diefex 3;ei^en, Äönnt tl)r o^ne 9Jlü^' erretten, 5>o§, tt>ag il^t da Haatift jux $»ift, ®^te§ „©egenü^s" ilft. U'ttb 'dann n>enbet ftetd toon nwem $fjr euc^ feines SJatft'ä exfeeuen, (Ind; ön feiner Jhwft erfto&en Xtotö eg .tciglid^ I'ieljer gerben. . Und der $an8, der %t<m%, die ^ri^i, 5ße^i, Htm, 2W<ij und ^i^i, SRtufen dXe 'Ir-ie im Rieben „§o^ garina gefl€ttttber!w Zehn Jahre jüdisches Martyrium. Die russischen Juden werden auoh iheuer keine Freude am PessacMest tiaben. Die Schwierigkeiten, die ihnen bei der Mazzofchversorgung gemacht werden, sind ein Symptom dafür, dn welöher Weise sie in ihrer religiösen Lebensführung durah Gesetz und Terror eingeschränkt, von ihren Traditionen gewaltsam albgebracht, dem Judentum der übrigem Welt entfremdet werden. Es ist der Leidensweg, der mit der Verfolgamg jeder nationalen Regung, mit der Unterdrückung der Gefühlsäußerungen iür Palästina, mit der Ausrottung des Hebräischen, mit der Umwandlung der Synagogen an kommunistische Klubs, mit der Absohiebung tausender Zioniis ten in die sibirischen Steppen-'mit der Ansiedlung in den Sümpfen Bir-Bidschans begann und nun bis ins Herz der Familie führt, die in ihrem eigenen Hause ihr Judentum nicht leben kann. Den russischen Juden wird heuer wieder, wenn auch ohne Mazzoth, der Sinn des Pess'adifestes — die Erinnerung an die Sklaverei und an die Befreiung — tiefer als den anderen zum Bewußtsein kommen. Ihres zehnjährigen Martyriums wird seitens der Judenheit der ganzen .Welt am Sederaibend gedacht werden. Der Kampf um die Synagoge in Rußland. Die J, T. A. meldet aus Riga: -Dais in Minsk erscheinende jiddische kommunistische Organ „Oktiabr" berächtet, daß in der Stadt Send in, Distrikt Minsk in Weißrußland, eine zahlreiche Gruppe religiöser Juden du eine Versammlung kommunißtischer jüdischer Arbeiter eindrang, in der eine Resolution für die Beschlagnahme der Stadtsynagogen gefaßt werden sollte, und den Versammelten zurief: „W i r werden unsere Synagogenicht hergeben, auch wenn Blut i n d e n Straßen fließen wir d!" Es entstand ein ungeheurer Tumult, der in eine Schlägerei ausartete, wobei, laut dem Bericht der kommunistischen Zeitung, die religiösen Juden wie;Wild um sich schlugen und mehrere Koramunjisten verletzten. „Oktiabr" nennt als die Rädelsführer der Attacke gegen die kommunistische Versammlung die Brüder Ben-Zion, Boruch Minkow, Salman ÜClianski, Mendel Gharik, Moses Reines und Samuel Horner. Alle diese Personen wurden verhaftet und sollen vor Gericht gestellt werden. „Oktiabr" berichtet weiter, daß die Sowjetbehörden In Mihilew, Weißrußland, zwei jüdische Bethäuser, und die Behörden in Witebsk die dortige große Synagoge und acht kleinere jüdische Bethäuser beschlagnahmt h«bens / Wiener zionistischer Delegiertentag. Sonntag am 21. April wurde der Delegiertentag der österreichischen Zionisten abgehalten. Er wickelte sich unter völliger Teilnahmslosigkeit:der zionistischen Oeffentliohkeit ab und trug den Charakter eines Rumpfparlaments. Die Vorschläge der demokratischen Zionisten aui Herstellung der Einheit der Organisation durch Einführung ehrlicher Wahlen im Einheitswählikreis Wien oder Bildung einer paritätischen Leitung nach dem Muster Polens waren schon vorher abgelehnt worden. Infolgedessen blieben die demokratischen Zionisten, unter ihnen die treuesten und bewährtesten Parteimänner, dem Parteitage, der ganz willkürlich zusammengesteHt war, fern. Als es zur Wahl der neuen Leitung kam, erklärten auch die Revisionisten und die Arbeitspartei Hithachduth, an dieser Wahl n i c h t teilnehmen zu wollen. Der auf dem Parteitage von diesen beiden Gruppen aufgenommene Antrag der demokratischen Zionisten auf Einführung des Einheitswahlkreisös als einzige Gewähr für reine Wahlen wurde mit 22 gegen 14 Stimmen abgelehnt. Ein Resultat, welches in Anbetracht des Umstandes, daß der künstlich konstituierte Delegiertentag nicht weniger als 12 nicht gewählte, aber stimmberechtigte Virilisten zählte, zu denken gibt. Ueber die wichtigsten zionistischen Probleme, Kongreß, Kultusgemeinde, Politik usw., wurde überhaupt nicht debattiert. Alles lief darauf hinaus, rasch irgend eine Leitung zusammenzustellen. Die neue Leitung besteht aus folgenden Herreu und Damen: Dr. L. Goldhammer, Präsident, Adolf Böhm, Sophie Löwenherz, Direktor Viktor Kdlner, Dr. Georg Weiner, Dr. Finkelstein, Dr. Karplus, Dr. Kobler. Gegen die Wahl des Herrn Dr. Kobler erhob Herr Dr. Georg Weiner mit der Begründung Einspruch, daß Dr. Kobler dem Vorstande einer fremden, gegnerischen politischen Partei angehöre. Der Parteitag ging bezeichnenderweise über diesen Einwand hinweg. Er hielt es für richtig, daß ein Führer der politischen österreichischen Zionistenorganisation aui zwei politischen Sesseln sitzen kann. Ob die soziaildemökratische Partei, welcher Herr Dr. Kobler nach Aussage des Herrn jlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllW | C1LLI NEUBERGEK ISAK POPPER 1! empfehlen sich als Verlobte I Im April 1929 bwiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiyiiiiiiw Dr. Georg Weiner als Funktionär angehört, derselben Meinung sein wird, ist fraglich. Jedenfalls hat durch diesen Umstand die neue Leitung ihren Anspruch auf politische Gefolgschaft seitens au!irichtiger und politisch anständig denkender Menschen nicht gestärkt. Das „Siebente Dominium", Lord Melchett und Baron Rothschild angeblich für Wedgwoods Vorschlag. Nach einem Bericht des New Yorker „Tog" untenstützen Lord Melchett und Baron James de Rothschild den Vorschlag Wedgwoods betreffs des „Siebenten Dominions". Dem Vorschlag komme deshalb große Bedeutung zu, weil Wedgwood der zukünftige Koloniale minister einer Labour-Regierung sein werde. So; behauptet das New Yorker Blatt. Dr. Weizmann wiederhergestellt. Wie die J. T. A. erfährt, ist der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Ghaim Weizmann, von seinem Halsleiden wiedergenesen und wird sieh, in einigen Tagen nach Palästina begeben; Dr. Weizmann hat sich zur Zeit seiner Rekonr valeszen?r in einem südfranzösischen Kurort aufgehalten.* H. C. Luke über die Lage in Palästina. Ein Mitarbeiter der Jüdischen Telegraphen-Agentur hatte in T r i e s t Gelegenheit, mit dem Chefsekretär und stellvertretenden Oberkommissär der Palästina-Regierung, Herrn H. C. Luke, der sich auf dem Wege nach London befand, über die Lage in Palästina zu sprechen. Herr Luke erklärte, die Juden in Palästina seien tief ver|- wurzelt mit dem Boden. Es wäre zu wünschen, da3 die jüdischen Kolonisten unabhängig von Organisationen* Herren auf ihrem eigenen.Boden sein würden; jede Familie oder auch eine Familiengruppe sollte über eigenes La|nd und eigene Häuser verfügen. Eine solche Wirtschaftsform würde eine Krise hintanhalten, wie sie durch die unproportionierte Einwanderung von Personen ohne Mittel verursacht worden war. Ich bin überzeugt, fuhr Herr Luke fort, daß.1 das jüdische Volk der Landarbeit physisch vollkommen ge« wachsen ist. Während meiner häufigen Reisen durch die Kolonien, habe ich feststellen können, daß eine neue Generation im Entstehen begriffen ist, die sich kräftigt entwickelt. i Die Palästina-Regierung wird ihr Aeußerstes tun, um die ihr aus dem Mandat erwachsenden Pflichten voll zu erfüllen,