Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 84-85 (24.4.1929)
- Date
- 1929-04-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Df£ NEW? WELT Nr. 84/8S e r Richard Herzog I«, Adlftrgatse 3 Tel. «-23-4-90 Kl. Pfarrg. 28 Toi. A-41-6-24 Sprechapparate _ Jeder Art, fern?!» ..... 1 Jüdische und hebräische Schallplatten m sowie alle modernsten Tanz- und Gesangsschlager H in reichster Auswahl auf Lagerl H Auch Teilzahlungen! Provinzversand! steh in das spätere Schrifttum der Juden mir ein wenig vertieft, um die hohe Ethik; des Judentums zu begreifen. Sie hätten dann ohne viel Mühe im, Midrasch jene Stelle gefunden, die, in deutlicher Polemik gegen den Bibeitext, der von Jubellted ern wegen der im Roten Meer zugrunde gehenden ägyptischen Peiniger erzählt, den Weltenschöpfer die zornigen Worte sprechen läßt: „Werke meiner Hände gehen im Meer zugrunde und ihr wollet Jubeilieder singen?" Gibt uns das Pessachfest auch Mahnung für die Gegenwart und Trost für die Zukunft? Ueberlebt hat unser Volk die ägyptischen Pharaonen, römischen "Cäsaren, byzantinischen Autökratoren und nun'auch die deutschen Kaiser.. Unser ^Volkstiun konnten sie nicht aus der Welt schaffen, unsere zahlreichen Feinde vön Pharao und Antiochus bis Titus und Torquemeda, aber den Staat, das Gefüge und den Rahmen jedes normalen Volkes, haben wir zweimal verloren. Aber diesem Judenvolk ohne Judenstaat drohen gerade jetzt in der Zeit, da es sich zum dritten Maie anschickt, seinen Staat zu .zimmern, neue- Gefahren, gefährlicher denn je. Einerseits mißverstandener Liberalismus 'und' fälsch' angewendeter1 Sozialismus, andererseits in der. nationalen Bewegung selbst lähmende Zaghaftigkeit in der- Zielsetzung. Es ist, als ob zwei Gestalten der Hagadah "zum" Leben erwacht wären, der Böse, der sein Volk verläßt und verrät, aber auch der, der nicht z u »f ras e.n und nicht zu:,fordern y erste,h:t,.für.d|?».es.-'^eine.^PjdoJblej^e;■ und keine Hochz-lele gibt. 'Mogeh^diese unsere.1 irren- ' den Brüder, die zwar tr i c h t 2 i o ti — \v'ie iPseudö- , liberale und Pseudosozialis'ten ■^ W'o h 1 ab e r 'd e n J u d e n s't a a t vergessen haberiy bald wieder den rechten Weg zurückfinden. Mit ' allen Kräften müssen wir den Geist des Bösen bekämpfen, der teils die fremdnationale und teils die. internationale Assimilation erstrebt. Keinem .anderen Volk ■ und keiner Klasse zuliebe wollen... wir, unser Volkstum ". aufgeben: Du r.c.h? difr '.J Ü d e n s't a a t führt uttser Wegzum W e 1tb.fi r ge r tu m - und zum sozialen E r i e'de.n. Dies" ist die Lehre des Pessachfestes, dies ist der Geist der .Pessachagadah. Brief aus Palästina. Das transjordanische Parlament. — Einheitsfront in Palästina. Vpn, Dt. Fritz Loewenstejn, Jerusalem. In dieser Woche ist in Amman, dem alten Rabbath Ammon; das erste PaTlament' unseres transjordamischen i,N a c h b a r s t a a t e s" eröffnet worden; Das Ereignis geht uns noch mehr an als alle anderen Vorgänge des arabischen Orients, denn Transjordanien ist ein Teil Palästinas und die Aufhebung der auf das jüdische Nationalheim bezüglichen Artikel des Mandats für Transjordanien vermag an unseren historlsobeii Rechten auf dieses Land nichts zu ändern. Nach Aegypten,, dem Irak und Syrien hat'nun also auch Transjord.ari.ien sei« Parlament erhalten, und damit bleibt Westiordanieu, das eigentliche Palästina, als einziger'- Staat ohne eine Volksvertretung, ein Moment, das für uns die schwere Sorge erweckt, wie lange ein derartiger Zustand noch aufrecht erhalten werden wird. Das Parlament Transjardaniens ist nur mit größten Schwierigkeiten zustande gekommen. Die Bevölkerung protestierte aufs heftigste gegen diese Volksvertretung, bei der fünfzehn von dreißig Mitgliedern von der Regierung ernannt würden, während'die anderen fünfzehn gewählten Vertreter Ihre Wähl großenteils den skrupellosen Methoden verdanken, mit denen die Regierung ihren WaftKerror ausgeübt hat. Das Parlament, wenn man im Ernst diese Bezeichnung anwenden will, ist in der HaupUsachc zu dem Zwecke 'geschaffen "worden, um den Vertrag zwischen Gr'ö.ß- .b'r i t a nlc-ji und .dam Emir. A'bd a 11 ah zu bestätigen, " aber, es is-t noch keineswegs ausgemacht, ob selbst dies ..aiVf diese Weise zustande gekommene Parlament daau bereH stin wird., Wie weiVig England selbst mit diesem neuen: „Status des-Landes -zai rechnen gedankt, kann man aus der Tatsache ersehen, däß Herr-Chance Hör, der ja auch ypberkommissär füir:'^ra.n'sjqr^ahienv ist, es nicht.'für nötig ■hielt, zur 'Eröffnung des "ParfanleirtS-tiach* Amman an - fahren,' "/sondern sich rcifc eirjerh, Briefe begnügte, in welchem' er •dem ■Parlament versicherte', daß» wenn es das Abkommen mit Größbritannien ratifizierte, Traiiisjordaiiien dann bild zum Range eines wirklich ,u nabjbängi gen Staat es aairsteigen würde. Die Thronrede des Emir, die von der Lieberer Bevölkerung zum .angestammten Herrscherhaus redet,'Wirkt grotesk, wenn marr .weiß, welcher Unbeliebtheit sich der Emir erfreut und mjt welchem Mißerfolg alle seine Versuche bisher geendet .'haben, mit guten Worteit, mit Versprechungen oder Drohungen die Opposition seiner Untertanen, vor allem der großen Bediuinenschcichs, zu besänftigen. Die Situation ist ähnlich wie in allen arabischen Staaten: Das Volk stehlt in ' G e g cn s a tz zur Mandats macht und den von dieser protegierten Fürsten. Bisher führte das fast überall zium selben Ergebnis: Das Parlament, das die Wünsche des Landes "zu vertreten suchte, wurde nach' Hause geschickt uind statt dessen ein -mehr oder weniger verhüllt diktatorisches Regime geführt. Die Zeit wird lehren; ob auch in Transjordam'en die Entwicklung in die-sen Bahnen' einlenken wird, oder ob vielleicht das Parlament durch seine eigenartige Zusammensetzung gefügig geniug .sein wird, zu beschließen, was England und der Emir verlangen. Vielleicht werden aus diesen Versuchen auch die palästinensischen Araber lernen, wie wenig ihren wirklichen Interessen mit einem Parlament'gedient ist und daß die mechanische Üebcrnabme demokratischer Formen" aus Europa jedenfalls in Mamdatsläudern ihre bedenklichen'Seiten hat Die Tatsache, daß es'im jiidisQhei; .Palästina Parteien gibt, daß die Ansichten häufig genug aufeinanderplatzen.und die palästinensischen Delegierten, des Kongresses den yer- SPE9HBB9B9I e 1 nli all» e hat die Woche auf dem Gebiete der zionistischen Außenpolitik beobachten. Man empfindet in Palästina täglich und stündlich* ml d^eu Zweigen unseres weiten Arbeitsgebietes, daß die Palästinaregierung eine Politik treibt, die schlechterdings mit dem Mandat und der Balfour-ErfclfirttJig nicht zu vereinigen ist. Was in Europa rielfaoh als die Ansicht der extremen Qpiposi'tionsgmppen erscheint, ist in Palästina selbstverständliche gemeinsame Ueberzetugiing aller Gruppen, Man verfolge etwa im „H a t o r", dem in Jerusalem ersoheihenden Zen'tfiaiorgan des. Weltverbaindes Misraohi, die Aufsätze und Bemerkungen zur Außenpolitik; man ziehe den „K u n.t r e s" heran, xias Organ der Achduth Haawodah, d.k palästinensischen '' sozkidemokratisöhen Poale Zion, wtjd wird dort dieselbe scharfe Ablehnung der Haltung, der Palästlnaragierung in allen wesentlichen Fragen finden.. Von den Tageszeitungen gilt vom „Dawar", was wir vom „Kumitres" sagten und über den „Doar Bajom", das revifsionistteohe Organ, braucht in diesem Zusammenhange gewiß lüicht gesprochen zu werden. Aber auch diejenigen Blätter, die wie der „Haaretz" und der „Haipoel Bazair" mit Dreieckmarke sind „SANiTAS- Fußhellbehelfe" echt iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini Beratung unverbindlich und kostenlos beim Spezialisten: Institut Mir Fußheilbehelfe und Bandagen Anton Bständig, Sanitätshaus ,Sanitas',Wien,l.Jeinfaltstr.nupNr. 7 Bei Berufung auf das Insterat 10% Rabatt ischiedettsteri ^Kongreßto^ pflegen, täuscht häufig über ein Faktum von großem Interesse? und nicht, geringer.,praktische Eszeigt sich nämlich, daß es . bezüglich -.einer,Reihe;wichtiger. Probleme des Zionismus und d®s Palästlnaaufbaues eine geschlossene pailästinensische Front .gibt oder jedenfalls die abweichenden Meinungen ziemlich bedeutiu-ngslos, sind. In aü'len diesen Fällen .wirkt der Einfluß. Palästinas: .die Probleme .sind näher, -werden unmittelbarer : empfunden, Schreibtäsalikonstruktiorien lassen ^sich -niclit aufrechterhalten,... auf der anderen Seite •.beengt dleizü: ^lbßeC-Näihe. vielfac'H ^eiiNGe-' sichtskreis uwd:. die*;-} Probien^», .^dteVjatfßerhailib Palästinas ihren Scfo.werpjü.nik>..h^ ihrer iBedeu'iinig leicht unterschätzt. ... - ' ';• -; <">'• Diese Ein.heiitlic,itkeit.der,fMei^pg . läßt ,sich zunächst ällülllllllllllllllllllllllilillllllllllllllliilliliiillllllilllllllllllllje Die Wiener weltbekannten E Talare u. Barette! in den mannigfalfiqsien Formen erhalten - Sie fettig und nach MaB in bester Qualltat zu den billigsten Preiseßl f nur in der altbekannten . s Unitormlerüngsu.MäBsämelderei i im WienJI.IaWranßtlr.U | (Achtung auf Hausnummer!) "» Tel. R 4S-6-29 Oegr. 1866 S Zahlreiche belobende E Aherkennuog88cbrelben S Vartand nach allen Walttsllen s S HaUb illutiierteKatalog« gratis — E Feinste Herren garderoban nach Mass | EReichhaltiges Stoftlager. Zivile Preise. Zahlungserleichterungens TtllMIIIIIIIIIIIIIIIIIIillllllllllllMMUlHIlUlllllllllllllHIIIUIIlire zur Vqrsichit und, zu atlrüdkihaltender ForOTuldenung neigen» die lesi^rsa^en^-aii^dfie, Sdhwid der Judenj wo sie vor« .handefi;: ist, nicht zu verschweigen, wird fn^-,.^xGi^4* dieselbe Einstellung..finden. Und man \jf4rd -^entj 'koigjm dürfen, daß schließlich über die Politik der Mäisttoäreg|e<- runig der Jisohuw a-ra besten, urteilen kann und daß ^681113111^ die Tatsache der Uebereinstimmung aller Parteien in der Veratrtei'liunig der Politik der Pa'lästinare®i-erung ein entscheidendes M o m e ni t für die Beuirteitog die*ei Polit-ik M. ' / ■' ' '; - '?; i 'Ist. in dieserr.Fpa«p der Standpuglct. des,;; 2^^: oppositionell. —i :• ii-m- -Sinne des Kongreßzipnismus gesprochen — so 13st; das;;:Gesenteil Sn der Frage der jöwish A genc y zu bemerkeh. Fast'die ganze öffehtlichö lilei-. nung Palästinas, fast alle Parteien omd Gruppen und ihr« Organe sind für die Erweiterung der Agency und waren es in den ganzen Jahren. Freilich gab es in Palästina wohl niemals bedingungslose Anhänger der Erweiterang: nie» mand wollte die nationalen Grundlagen des Aufbanes. gefährden. Nachdem aber die Entwicklung des letzten halben Jahres dahin geführt hat, daß eine Gefährdung dieser Prinzipien nicht mehr dn Frage steht, ist die' positive Stellung zur Agency vorherrschend. Dazu führen zwei Momente. Der Jischuw empfindet, daß Stagnation •■<' und Stillstand den Tod unseres Werkes bedeuten, daß - jedes Jahr, das ungenützt verstreicht, uns die Erreichung deis Ziels erschwert, daß eine jährliche Einwanderung von 20.000 das Minimum ist, um dein Ziel der Mä'jorität-nä'her zu kommen und daß das leidige Firianzproblem nur durch Heranziehung' neuer Kräfte gelöst, werden, kann.' Da^u kommt das zweite Moment: Der Jischitw vertraut heute mit gutem Rechte seiner eigenen inneren Stärke und weiß, daß eine Administration im Sinne der des Barons Rothschild, daß ein Sprachenkampf wie der mit dem Hilisvereiu heute nicht mehr in Betracht kommen könne. Schwierigkeiten und Kämpfe mögen nicht ausbleiben, aber der Jischuw ist-van ihrem günstigen Ausgange für umsere Sache überzeugt. Gemeinsam ist auch dem ganzen Jischuw eine nicht zu leugnende Entfremdung gegenüber der Zionistischen Organisation, ihren Bedürfnissen und Notwendigkeiten, ihrer Entwicklung und Noubelebiing. Vom palästinensischen Gesichtspunkt au« ist die Zionistische Organisation im Grunde der Geldaufbringungs- $=<l£s Hört und staunt MHjWHM^^ Wie schon und billig Ueberzeugt euch von der besonders günstigen, Gelegenheit die jetzt bei Sommerfreitnil, SBien, VHL, Josefstädterstraße 35 / Telephon a-22-1-87 in Perser- und chinesischen Teppichen geboten Ist Lasset die Gelegenheit nicht ohne ßeslchtlgung vorbeigehen / Nach TwnUchkeit Zahlungserleicnterungen!