Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 82 (12.4.1929)
- Date
- 1929-04-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 i r DIE NEUE WELT Nr. 82 Pessach-Sensation erhalten Sl a Ihren Nut gebüaelt und geoutet beim Einkauf i Ine* neuen Hutes - Im altbekannten Huf haus S O BEL, II., Gldckenaasse 10 B Mg a Preise i Loge weiß kein anderes Gegenmittel gegen die Missionspest als die Anwendung der von der Palästinalogc vorgeschlagenen Maßnahmen. Sehr ernst lauten die Logenberichte aus den europäischen Ländern. In Zentral- und Osteuropa }iat das Problem bereits einen gefährlichen, alarmierenden -Charakter angenommen. In Ungarn häufen sich die Tauffälle und die Bewegung trägt bereits alle Symptome eitner Epidemie. Auch hier fällt es auf, daß die Zahl der Kinder, welche die Missionsschulen besuchen jind dann die Taufe nehthen, erschreckend groß ist. In Polen und Rumänien haben die Missionsgesellschaften ihre Tätigkeit auf eine breite und tiefgehende Basis gestellt. Auch hier scheinen die jüdischen Gemeinden die große Gefahr der Missionsarbeit noch nicht ganz erfaßt zu haben. In Deutschland, Oesterreich und der Tschechoslowakei sind de Bedingungen, unter denen die Missionsorganisationen arbeiten, voneinander verschieden. Auch hier ist die Zahl der Judeiitaufen eine verhältnismäßig große, doch kommen in d'eserf Ländern den Seelenfängern politische, soziale und auch wirtschaftliche Verhältnisse zu Hilfe. Sämtliche Logen dieser Länder haben im Anschluß an ihren Bericht ihre Bereitwilligkeit erklärt, an der Bekämpfung der Taufbewegung mitzuarbeiten. .. Sehr beruhigend ist arich das Bild, das die Berichte aus den englisch sprechenden Ländern über die'Taufbewegung entwerfen. In Großbritannien ist ja die .Judenmission zu,Hause. Obgleich die jiddische und englisch-jüdische Presse wiederholt die Aufmerksamkeit des englischen Judentums auf dieses ernste Problem gelenkt hat,; ist, wie Dr. D a i c h e s zugeben muß, bisher zur Verbesserung der Verhältnisse nichts geschehen. Die jüdischen Gemeindeverbände zeigen gar kein Interesse an dieser Frage. Aufsehen erregte die Mitteilung über das' Verhalten des Bnei-Brith-Ordens in den Vereinigten Staaten. Der Generalsekretär der Zentralloge in Cinciimatti; Dr. Bogen, bagatellisierte die ganze Angelegenheit un«jl obgleich auf die beunruhigenden Pressemeldungen und den Bericht des amerikanischen Missionsrates, einer reichen und mächtigen Missionsgesellschaft, hingewiesen wurde,; wonach die Missionsarbeit besonders in N e wy.ork,'- Brooklyn und anderen jüdischen Zentren sehr erfolgreich sei, hat>Dr. Bogen erklärt, daß für die amerikanischen f. 'Log«n ein Grund zum Eingreifen nicht vorliegt. Dr. ' Daiches gibt der Hoffnung Ausdruck, daß Dr. Bogen bloß eine Privatmeinung geäußert habe und die amerikanischen. Logen ihn desavouieren werden. Zum Schluß wurde der" Beschluß gefaßt, außer dem Delegiertenverband dir jüdischen Gemeinden von England (Board of Deputies) der zionistischen Exekutive und der Alliance Israglite auch noch andere wichtige jüdische Organisationen in der .. ganzen Welt einzuladen, gemeinsam mit den Bnei-Brith-Logen an der Aktion zur Bekämpfung der Taufbewegung teilzunehmen. Ein Antrag, sich in diesem Kampfe der Förderung durch bestimmte Parlamentarier zu sichern, wurde abgelehnte Frühlirigsneuheiten! Waschscide-lmprirnd in allen Farben, und Dessins.per Meter nur von S 3.50 aufwärts im „Tuchhaus zum Hirschen", IL, Taborstraßc 17 b. „Karmel-Original" (Friedmanu, Petach Tikwah) < und andere edle Sorten Wein Feierliche Seder-Abeude Anmeldungen erwünscht: Restauration ,Wieiiea* II., Obere DonaustraJe 91 // Tel. 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Auf Grund •dieser Verfüg«mg veranstaltet die Polizei seither eine ununterbrochene Suche nach jüdischen Waisenkindern, um deren zwangsweise Zuführung zum Islam zu bewerkstelligen. Diese Nachforschungen finden unter sehr peinlichen und für die Judenschaift quälenden Umständen statt. Besondere Regierungsbeamte wurden'ernannt, deren Aufgabe es ist, die Kinder und dde Jugendlichen für den Main zu ge- B&.AIMSCHEINS "IM PFLANZEN TEKMCI Unerreicht in Qualität und Preis! . Erzeugt unter streng ritueller. Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners S. Fürst Dar! in keinem jüdischen Haushalf fehlen nee hw •upd Ueberall erhältlich KARL BLAIMSCHEINS Vereinigte Margarine- und Butterfabriken, Wien, XIV., Diefenbachgasse 59 1 Winnen und sie in die Lehren des Koraii einzuweihen. Nach den ersten erfolglosen" Bemühungen wird von Ueberredungsikimst zu Zwang übergegangen. Die Kinder und Jugendlichen werden furchtbaren körperlichen Matern unterzogen und schließlich geiesselt und in tiefe Gefiingniskeller geworfen» Maii droht ihnen für den Fall, daß sie die Bekehrung ablehnen sollten,''4* mit dem .Martertode. Trotz aller dieser drastischen Maßnahmen konnte man seit Mitte Dezember v. J., da der Erlaß des Iman bekanntgegeben-wurde, im ganzen 27 j ü d i s ch e W a i-s e n k i rid e r dem Islam zuführen. Ein besonders tragischer Fall betrifft zwei jüdische Waisenkinder, Bruder und Schwester, die am 23. Jänner nach sechswöchigen furchtbaren Martern in den Schoß des Islam gebracht wurden. Die Bemühungen der Gemeinde, die ein beträchtliches Lösegeld iür Freigabe des Geschwisterpaares angeboten hat, blieben erfolglos, weil der Befehl zur Bekehrung dieser Kinder als unabänderlich hingestellt wurde. Während die Kinder dem Islam zugeführt wurden, waren Hunderte von Juden um das Gebäude versammelt. Trotzdem die Juden des Yemen unter einem furchtbaren Pruck gehalten und bei jeder Gelegenheit schrecklichen Verfolgungen ausgesetz sind, bringen sie den Mut auf, gegen die zwangsweise Bekehrung von Kindern, die an die schlimmsten Taten der spanischen Inquisition er» innern, Protest zu erheben. Das Lebensmittel zum Lebenszweck machen« wird man in Versuchung gebracht, wenn iman bedenkt, welch herrliche Ware die amerikanische Mäzzöthfabrik Mamschewitz in diesem Jahre nach Wien gebracht hat. Manischewitz- Mazzoth. Grieß, Farve! und die über Nacht berühmt gewordenen Manischewitz-Krackers vereinigen in sich die alten Riten mit den modernsten technischen und hygienische!) Errungenschafte-n, vereinigen in sich erlesenste Feinheit des Geschmackes mit einer Frische und Zartheit, die sie selbst für Magenkranke ersehnlich machen. Drei Millionen Juden kaufen Manischewitz - Mazzoth. Das .besagt alles. AUS PALÄSTINA. Die Klagemauer. Am vergangenen Samstag -morgen, während die Juden an der Klagemauer ihre Morgenandacht verrichteten, drangen Araber bis zur Mauer vor und entfernten verschiedene Gegenstände, die gewöhnlich von den betenden Juden benutzt werden. Die Juden versuchten, die Araber an ihrem Zerstörungswenk zu verhindern, wobei es zu einer Schlägerei kam. Der Polizeiposten vor der Mauer zeigte sich der Situation nicht gewachsen. Der stellvertretende Di'S'triktsikomjmissär, der von dem neuen Zwischenfall benachrichtigt .wurde, sandte den Distriktsoffizier zur Klagemauer und rüg ihm auf, jeden Versuch einer Störung des Status quo unmöglich zu machen. Der Offizier veranlaßte;; daß die weggenommenen Gegenstände zurückgegeben werden. Colonel Kish. Colone! F. H. K i s h, Vorsitzender der Zionistischen Exekutive Palästinas, der seit Jänner d. J. In den" 'Vereinigten Staaten geweilt und für den United Palestine 'Appeal gewirkt hat, hat an Bord der „Berengaria"' die ^Rückreise nach Palästina über London, angetreten. Eine Fabrik der „Widzewer Manufaktur" in Haifa. Der Inhaber der berühmten „Widzewer Manufaktur"' in Lodz, Herr Oskar (Ascher) Ko'hn, der gegenwärtig in' Palästina weilt, besuchte das Haifaer Technikum und die großen Industrieanlagen Palästinas und erklärte bei' dem Empfang, den die aus Polen stammenden Hörer'des Technikums ihm zu Ehren veranstaltet haben, er habe: tiefe Eindrücke von der industriellen Entwicklung Palästinas empfangen und habe beschlossen, eine große- Textilfabrük in Haifa zum Andenken an seinen, vor kurz e ni von ' einem 'entlassenen christlichen Ang.e-, s t eilte>n in Lodz ermordeten Sohn zu" begründen. Ein Sohn Oskar Kahns, Direktor Max K o h n, ist soeben zum schwedischen Vizekonsul für Polen ernannt worden. Der Luftpostdienst London—Palästina. Das Postölugzeug „City of Jerusalem", das am 3. April nachmittag in Abukir die von dem britischen Flugpostdienst überbrachte Post übernahm, traf am 3. April,; 7 Uhr abends, jn Gaza, der palästinensischen Luftpostsation, ein. Nach Abgabe der für Palästina bestimmten Post setzte die „City of Jerusalem" den Flug nach Kar ach i in Indien fort. Jüdische Frauen! Das Osterfest naht! Kluge Hausfrauen verwenden zum Kochen aus hygienischen Gründen nur Atominiumgeschirre, die in bester Qualität und billigst bei Leopold Heine A. G., Wien, VI., Gu<m>pendorferstraße 11,' zu haben sind. Die akademische Verbindung „Kadimah" zu Wien giot hiemit allen Bb. Bb. und Freunden bekannt, daß ihr lieber A. H. Dr. Arnold Brod praktls: her Arzt In Wien in der Nacht vom 9. auf den 10. April 1929 plötzlich verschieden ist Er war uns stets ein lieber und treuer Bundesbruder, sein Andenken wird in uns fortleben. Wir geleiten unseren teuren Verstorbenen Freitag, den 12. April 1929 um halb 11 Uhr vormittags am Neuen israelitischen Friedhof zur letzten Ruhe F i d u c i t! Leopold Sitzmann J. U. Dr. Felix Klug, stui j dzt. Präses d. A.H.'Verbandes dzt. X % * 1