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Die neue Welt · 1929-04-12 · Heft 82 (12.4.1929) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
3 (1929)
Issue
Heft 82 (12.4.1929)
Date
1929-04-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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r Seife 3 DIE NEUE WELT Nr 82 «dlibe j&frotfÄJ! es*!;! Afrika, i : U^£cYv**J M iAsi^!!Ufrika!*tt*i*ji«i* vc*f<k A«i enü! ^-^;^^^feet^ i-t^^^^S^ V^^hmIJ ^^o^a-^fnAsi^n!?<^{ y <\!? Verband demokratischer Die. Berichte über die Palästina-Exkursion. Wie schon berichtet, findet am 13. d. M. um halb 9 Uhr abends Im Festsaal des Hotel Continental (II., Taborstraße 4) eine große Versammlung statt, die vom Verband demokratischer Zlonisten veranstaltet wird, lieber die Eindrücke und Erfahrungen der Palästina- Exkursion werden Oberbaurat Stricker, Dr. David Tauber, Dr. Israel Waldmann und Frau Dr. Perle Wechsler berichten. Eine staatswissensdhaftlicfoe Arbeitsgemeinschaft. Von Dr. Leo K Ö p p c 1. In der vor kurzem stattgehabten Eröfifnungssitz'ung der zionistischen staatswissenschattlichen. Arbeitsgemeinschaft er- ■ ., . örterte der Autor, die Ziele dieser Vereinigung. Seine Ausführungen lassen war hier folgen: Der Versuch, eine, staatswissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft in unserem Kreise ins. Leben zu rufen, bedarf -T-. anläßlich, ähnlicher mißlungener ^Bemühungen — einer Rechtfertigung, die in diesem Falle'in'der Aufzeigung der Notwendigkeit solcher InstUmipnen~.üb-erhaupt und. dieser Institution im. besonderen besteht. Wenn wir die Notwendigkeit dieser Institutionen für die zionistische Bewegung der Gegenwart überhaupt und unter den 'in Oesterreichjherrsc'henden Parteiverhältnissen im besonderen dargetan haben, so haben wir zugleich deren Rechtfertigung gegeben. Wir legen uns daher, die Frage vor: Welche Bedeutung können st a a t s wi s s e n s c h af t- Iiiclie Ar b e i t s<g e m e i n s cji a f t e n f ü r die zionistische Bewegung d e r/G e ge n w a r t überhau p t 5i a b e n und we'lche Bedeutung kann unsere Arbeitsgemeinschaft für die österreichische Landesorganisation am besonderen erlangen? Eine ivide .politische Bewegung sucht die Wege auf, die.zur Realisierung der von ihr gesetzten-Ziele begangen wenden sollen. Von den vielen gangbaren Wegen sucht sie diejenigen zu finden, die unter dwi gegebenen Umständen am rationellsten sind. Denn das Prinzip: mit den gegebenen' Mitteln das Maximum an Erfolg zu erzielen, ist nicht, nur eine Annahme , der theoretischen Nationalökonomie oder das. Postulat der wirtschaftlichen Tätigkeit, sondern ebensosehr eine Richtschnur des politischen Handelns. Oder, um aus -der Sprache des Bildes in diejenige des Begniffes überzugehen:: Jede politische' Bewegung sucht diejenigen Ursächlichkeiten zu finden und auszulösen, deren Wirkung dem Inhalte der gesetzten und somit vorausgesetzten-Ziele -mit Notwendigkeit einspricht. Eine politische Bewegung bedarf also einer denkenden Betrachtung der Dinge, sie bedarf einer Theorie, einer Deutung der Erscheinungen. Denn nicht Tatsachen an und für sich sind es, die die Menschen zu einem bestimmten Verhalten bewegen,. sondern deren Deutung. Die politische Bewegung benötigt also einer theoretischen Durchdringung der Tatsachen, einer' großangelegten Deutung der Erscheinungskomplexe und-, ihrer Zusammenhänge. Je umfassender und je tiefer die Deutung der Erscheinungen ist, je größer die gedeuteten Erscheinungskomplexe und je tiefer in deren Zusammenhänge eingedrungen wird, um die hier obwaltenden Gesetzmäßigkeiten aufzudecken, desto stärker, wird die motivierende Kraft dieser Theorie, desto mehr wirkt sie bestimmend auf das Verhalten der Menschen; : - Die theoretische Durchdringung der Tatsachen hat HLMAPXERGAS.SE «30-32 Te lepho ti : 9Ö-5-6 7 u ivel 95>-9-38 Vl.MARIAH I LFE R STR. 4 9 '-Te.L^ p,rypft : * 12 1, i .., •*,' V e rlanq-ei» s'ie P r o s p e k le! aber noch eine wichtige Funktion in der politischen Bewegung: Sie ersetzt d a 's E x p c r i fn.e h t. Wenn der Physiker oder Chemiker sich des Experiments bedienen' darf, um den auf seinem Forschungsgebiete herrschenden Gesetzmäßigkeiten auf die Spur zu kommen, so darf das eine politische Bewegung Und vor allem unsere Bewegung nicht tun. Es gilt für sie das Sprichwort nicht: „Probieren geht über studieren"; das Gegenteil ist für eine politische Bewegung vielmehr richtig: Studieren geht dem Probieren voran. Es ist uncfhi'sch' und auch zweckwidrig,'wenn die; politische Bewegung dem Experimente einen breiten Platz einräumt, was in unserer Bewegung aus begreiflichen Gründen sich geradezu katastrophal auswirken könnte. Gerade wir haben alles Interesse " daran, daß eingesetzte Kräfte nicht als Experimentalkräfte betrachtet werden, sondern daß die Kenntnis, von dem Wirkungen dar ausgelösten oder auflösbaren Ursächlichkeiten von vornherein im großen und gianizen feststeht. Daß solche Erkenntnissefür 4k z-kmistlsolie Bewegung gelten, ja daß sie im besonderen, bei keiner anderen Bewegung zu findenden Maße gelten, ist jedem Einsichtigen Mar. Notfh mehr: Daß sie für die zionistische Bewegung der Gegenwart eine Schicksalsfrage bedeutet, scheint ebenfalls unzweifelhaft zu sein. Positive, schöpferische Arbeit tut not. Daß die Lage ungünstig ist, wissen wir, daß sie besser werden soll, das müssen wir anstreben. Wenn also gedankliche Durchdringung der Erscheinungskomplcxe. und ihrer Zusammenhänge nottut, wenn die Theorie das Experiment ersetzen muß und wenn die Deutung der Tatsachen erst das Verhalten, der Menschen motiviert und nicht die Tatsachen an und für sich, so ist es klar, daß Menschen da sein müssen, welche diese Funktion ausüben. Und da in der zionistischen Bewegung diese Menschen dünn gesät sind, so folgt daraus, daß solche Menschen herangezogen, vor allem aber erzogen werden müssen. Das setzt voraus, daß sich, um die .zionistischen Theoretiker, um die Männer reichen Wissens und reinem Wollens chsfe."HD Abende nDD Feiertage inBaden b. Wien f i n cl e n S i e n u r '. 1 rn Antonsgasse 13,, Franxerasring 3Ä Ttf D .Plön» OTEtyr- Telephon, 1154/8 •. Anerkannt beste jüdische; 'Kti£hef •:.;Külanteste Bedienung .jrlerrlichste'Lök'alit^t^l^i'^Z.lviif Preise"> ,; ' s Voranmeldungen erwünscht 1' ■ •'»: :; *>•• eine Jüngerschar bildet, -die von ihnen angeleitet und beeinflußt für die besprochenen-Funktionen sich ausbildet. Und damit haben, wir/bereits, die Frage der B ede u t u n g der s t a a t s w i s<s e n s c h a f 11 i c Ire n Arbeitsgemeinschaftenfür die zionistische Bewegung' überhaupt und über, der Bedeutung unserer Arbeitsgemeinschaft für die öst&rr.eichi'sohe Landesorganisa-, tion der Gegenwart" beantwortet. Die staatswissewsebaftlich'en Arbeitsgemeinschaften/' können aus ihrer Mitte die bezeichneten Menschen an'di^'-zionistische Bewegung abgeben, sie können den Rabrnen •lieferii» innerhalb dessen sich eine Jungerschar um ihre Meister versammelt, um sich für die genannten Funktionen vorzubereiten. Hier könnten sich auch alle diejenigen Zionisten treffen, bei denen S a"c h 1 d c hik e i t das oberste-Prinzip ihres Denkens, das Wohl unseres Volkes, das oberste Prinzip ihres Wollens und die Achtung vor der Meinung des anderen das oberste Prinzip ihres wisseniscbaft'lichen Verhaltens ist.. Die Einstein-^eier in Wien, Veranstaltet vom jüd. akad. Philosoplienvereh. Zur Feier des 50. Geburtstages des Physikers Professor Albert Einstein veranstaltete der jüdische akademische Philosophenverein einen' Festakt in der Wiener Universität Der Obmann Herr phil. Pick holz schür der'fce Einstein als nationalen Juden, der sich um den Aiiff bau, Palästinas bemüht und jder. auch dem jüdischen Studenten ein Lehrer^ und Beschützer ist. Der Professor Dr. Philipp Frank von der Prager deutschen Universität hielt dann einen Vortrag über ,die Stellung der Einsteinschen Relativitätstheorie in der £nt<: Wicklung unserer Naturerkenntnis. Er entwarf ein 'tesselrides . .Bild von der Persön^hkeit Einstems^ ,der . .'er Sachlichkeit und Unbefangenheit 'nachrühmt. Eine" in Amerika vorgenommene Rundfrage Hat ergeben, daß" Einstein und Edison '^ls die berühmtesten Männer, gelten. $te arbeiten beide an den Enden der exakten Wissenschaft, der'/eihe am praktischen Leoerii. der andere iw der altgehicinen Erkenntnis der Welt. Einsteins' Lehre' führt im letzten Grunde zu der alten Erkenntnis, daß die f Mensch das Maß a 11 er Ding e ist.' Er lehrt, (laß alle Wissenschaft, die wir haben, immer nur von ■dtri"' menschlichen Eindrücken handeln .kann. Deshalb hat Einsteins Theorie eine gewisse Beziehung zu ganz allgemeinen philosophischen Gedanken.— - •' ■; '" ,' Professor Dr. Guido Be;ck sprach sodann i^tjeif „Einstein und die Quantentheorie"; 5 Den Vorträgen t\v?obnte. .ein zahlreiches Publikum aus den intellektuellen' Schichten bei, mnMimi»«»«M«"»»»»»»i»»"»i ~" Das 1 mm .wann des Ersten allgemeinen Beamtenvereines Wien erteilt an ftffentliohe u. Bundesangestellte allei* Kategorien sowie an Pensionisten zu den günstigsten Bedingung n und gegen höchst annehmbare RUüikzahlungsmodalitSten langfristige Perfonalkredite ohne LebensversIcherungspolflzzQ Die monatlichen Rückzahlungen werden bei der Zinsenberechnung berücksichtigt Die monatliche Rate beträgt für ein Darlehen von S1000..- $25.» Die Erteilung von Auskünften über Spareinlagen und Entgegennahme von Därlehensansuchen ertolgt vorspesenfrei durch die Zentrale: Wien XVIII, Welmarerstr. 28 und durch die Stadtbüros: Wien I, Kärntnerstr. 26 (Eingang Schwangasse 1) I, Uraniastr. 2 ^! Antisemitische Freimaurerlogen Reden im Tannenberg-Bund. Iii der „Vossischen Zeitung" teilt Dr. S. Fürth- Wands'beck mit: Der, T annenher g-^B und (die Ludendorff-Gesellschaft) hielt Anfang dieses Monats eine Versammlung in Wandsbek ^b. Er,ergoß In dieser Versammlung Küibel des Unrats über die Juden, Jesuiten und Freimaurer unter dem Titel:, „Die Teufeleien der überstaatlichen Mächte, Juden, Freimaurer und Jesuiten." Die Freimaurer von Wandsbek luden hierauf am 11. März zu einem öffentlichen Vortrag über „Die Wahrheit über die Freimaurerei" ein.. , , . , . ., Es, ist doe'h wohl., anzunehmen, daß die maßgebenden Freimaurer einen Jür diesen Vortrag besonders geeigneten und ihre Meinung wiedergebenden Vertreter entsandt nähen Dieser stellte sich in der, Person eines L e'h rers aus Husum dar und führte unter anderem aus: „Der Tannenberg-Bujnd wirft uns. vor, wir seien verjudet» Demgegenüber stelle ich .ifest, daß wir, die drei altpreußischen Logen, völlig . ju^ejir$in.vsin^^^ , humanitären .Fred- ^aö?Äfi95tn^?,^e.%?^w^idrelr.,y. H... jüdische).Mitglieder. bin-kein radikaler •Antisemit. Es gibt unter den J'uden axicli einige anständige Menschen. Allerdings steht auch für mich fest, daß wir von der internationalen jüdischen Hochfinanz, dieser Pestbeule am Vol'k&körper, umklammert sind. Ueberall, nicht nur Im Handel, auch in Kunst und Gewerbe und in anderen Berufen, üben die Juden einen verderblichen Einfluß aus, doch ich bin überzeugt, daß unser deutsches Volk den verderblichen Einfluß der Juden brechen wird. Im ganzen in Preußen habe es ja, Gott sei Dank, vor dem Kriege keine jüdischen Offiziere gegeben. Nur in einem RiegAmenit sei ein getaufter Jiude Offizier ..geworden. Deswegen sei dieses Regiment auch „Regiment Cohn" genannt worden. Bei der Aufnahme in unseren Orden haben wir bisher nur die religiöse Sekte beachtet und daher auch getaufte Juden aufgenommen. Nunmehr aber 'haben wir uns auch der rasserimäßigen Betrachtung zugewandt. Wir legen daher jetzt jedem Aufzunehmenden die Frage vor: „Stammen Sie wissentlich von Juden ab?" Im Verlaufe der weiteren Ausführu'nge'n meinte der Lehrer ans Husum: „Unser Ritual ist nicht jüdisch, sondern •alftestamentarisch." Die Rituälmord-Agitation. Die Hitler-Hetze in Bayern. ' , , Wie kürzlich in Wien gelegentlich der Bluttat des perversen Singer an einem Mädchen ist auch in Deutschland die Hitler-Presse an der. Arbeit, ein Ritualmordmärchen zu konstruieren. Die J. T. A. berichtet darüber aus München: . ' Am 24. März wurde in Hanau bei Hofheim in Bayern ein fünfjähriges Kind vermißt, das man spät abends in einem. Wald mit durchschnittener Kehle auffand. Die Polizei nahm sich sofort der Sache an und leitete eine energische Untersuchung WIEN VII., KAISERSTRASSE 123 IX., ALS ERSTRASSE 6 FERNSPRECHER S.38-0-34

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