Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- Heft 81 (5.4.1929)
- Date
- 1929-04-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 81 iintiiiii uiiiiiimium m STRENG UW SELCHWAREN-FABRIK Wien, XX«, Kloslerneuburgerstraße 60 unter besonderer Aufsicht des Oberhauptes der polnischen Gemeinde Wiens, Sr. Ehrwürden des Rabbiners M. Mayersohn p^aKBVjmms1?? t yrm odtddpi tuon V3i w nw nrovn rinn W no flns mm ts« inwTKD tno Täglich ftische und etstklassige bpezial-Erzeugnisse feinster Wurstu. Selchwaren. — Provinzversand WILHELM PETYAN, SELCHWAREN-FABRIK Wien, XX., Klosterneuburgerstraße 60 Telephon A-43-1-59 11111111 ii i in i iiiiniii mmmm Das Radio im Dienste der jüdischen Ethik. In verschiedenen Ländern wird seit ungefähr einem Jahr durch die jüdischen Presseorgane die Frage diskutiert, auf welche Weise das Radio, das in der Lage ist, den Hörer selbst in den entlegensten Winkeln der Erde zu erfassen, für die Vertiefung des jüdischen Gedankens und der jüdischen Ethik unter den Juden dienstbar gemacht werden kann. In Deutschland wurden auf diesen Gebieten bereits Versuche in religiöser Richtung unternommen, und die Diskussion darüber, wie zum Beispiel bei Vermittlung eines Sabbats- und Feiertagsgottesdienstes durch den Funkspruch auch den Bedenken der konservativen Juden Rechnung getragen werden soll, ist noch nicht abgeschlossen. In Amerika gehört es heute schon zu den Alltäglichkeiten, daß einzelne Sendestationen einige Male in der Woche jüdische Abende veranstalten, an denen ausschließlich jüdische, kulturelle, religiöse oder auch jüdische Kunstthemen behandelt und Festpredigten gesendet werden. In letzter Zeit ist auch in Ungarn eine ähnliche Bewegung im Zuge. In den Ländern, in denen der Funkspruch das Monopol einer Gesellschaft bildet, stoßen solche Bestrebungen auf größere Schwierigkeiten, die sich besonders in den katholischen Ländern als unüberwindlich erweisen. In jenen Ländern jedoch, wo ein solches Monopol nicht besteht, zie zum zum Beispiel in Holland und in Frankreich, werden jetzt ganz ernste Verhandlungen wegen Gründung eigener Radiosendezentralen gepflogen, die ausschließlich ' zur Verder jüdischen Geschichte und Kultur dienen sollen, einen vielverheißenden Verlauf. Aber da ergeben sich Mißhelligkeiten, die in der Verschiedenheit der Richtungen innerhalb des Judentums ihren Ursprung haben. Wie zum Beispiel bei der Ravag f n W i e n, deren Aufsichtsrat aus Vertretern der verschiedenen politischen Parteien zusammengesetzt ist, und wo es daher stets einen Kampf um Richtung und Niveau der Darbietungen gibt, kommt in .HoHand die Angelegenheit des jüdischen Radios nur deshalb schwer vom Fleck, weil es bisher noch nicht gelungen ist, die Einflußsphäre der einzelnen jüdischen religiösen, nationalen und politischen Fraktionen auf die Richtung des Programms des "künftigen Senders genau abzugrenzen. Immerhin besteht die Hoffnung, daß eine Verständigung erzielt und der jüdische Rundfunksender doch geschaffen werden wird. Auch in Frankreich, wo unter gewissen Voraussetzungen gleichfalls private Sendestationen möglich sind, nimmt die Beratungüber die Gründung einer jüdischen Sendestation einen viel verheißenden Verlauf. Flegenheimer baut den Völkerbundpalast Der bekannte schweizerische jüdische Architekt F1 egenheimer ist einer der fünf Architekten, die das Hausi des. Völkerbundes bauen sollen. Der Generalsekretär des Völkerbundes Sir Eric Drummond hat soeben den Kontrakt mit den fünf Architekten unterzeichnet. Herr Flegenheimer hat zusammen mit seinem Lehrer, dem französischen Architekten Menot, beim Wettbewerb um einen Entwurf für das Gebäude und die Versammlungshalle den ersten Preis gewonnen. Es wurde aber ein Arrangement getroffen, daß beim Bau einige Ideen dreier anderer Architekten, Broggi (Italien), Lefevre (Frankreich) und Vamo (Ungarn), mit verwendet werden sollen. Der Bau des Palais, das im Genfer Ariana-Park errichtet wird, wird rund eine Million Pfund (20 Millionen Mark) kosten. j E Die Direktion der bekannten Autofahrschule Ruraoler, Wien. III.. Marxergasse 30, gibt zur Vermeidung von Irreführungen bekannt, daß sie nur etote einzige Filiale: Wien, VI.. Mariahilferstraße 49. besitzt und mit der unter dem Namen „Rumpier" in der österreichischen Provinz neueröffneten Autofahrschule in keinerlei Verbindung steht. | Verband demokratischer Zionisten j § Mittwoch, den 10. April 1929, um halb 9Uhr abends im 1! Cafe Produktenbörse II., Taborstr. 10 (Klublokal) | I VORTRAG [ | des Herrn Hans Kandl j | Thema: | | Die Möglichkeiten einer natio-1 I nalen Politik in Oesterreich, i | Freje Aussprache! Gäste herzlich willkommen! s MANISCHEWITZ Die weltberühmten und bevorzugtesten Amerikanischen i Gries I ntto7»nwwitö i Farve! sind bereits eingetroffen und In allen besseren Lebensmittelgeschäften erhältlich Eine Spezialität sind die neu eingeführten Malso-Crackers» eine besondere Freude für die Kinder Manischewitz Mafzos Vertrieb Wien, Ii., Fugbachgasse 24 Tel. Nr. R 25 9 32 u. R-48-0-82 Filiale: Ig. Frost, II., Haidgasse 9, Tel. A-41-8-64 Theater und Kunst. Gelesene jüdische Dichtungen. Zum drittenmal erschien heuer Jehuda Ehrenkranz am Vortragspult, um jüdische Dichtungen zu sprechen, sie durch die Melodik des gesprochenen Wortes lebendig zu machen. Sein Wirken bedeutet zunächst den Endpunkt eines mehr als zwanzig Jahre dauernden Versuches, die ostjüdische Literatur dem Westen verständlich zu machen, des weiteren den Beginn der Epoche, die jene Dichtungen als wertvollen Niederschlag der jüdischen Seele in der ihr gemäßen Form, ansieht. In diesem Sinn muß man Ehrenkranz als Neuschöpfer, nicht bloß als Interpreten werten. Sein Programm umfaßt die unendlidie Breite und Tiefe des jüdischen Wesens. Die Dichtungen, die er spricht, die er werden läßt, bergen in sich die vielfältigsten Nuancen menschlicher Gefühle, die reidi- BLAIMSCHEINS Unerreicht in Qualität und Preis! Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners S. F ü r s t Dar! in keinem Jüdischen Haushalt fehlen ncD Ueberallerhältlich KARL BLAIMSCHEINS Vereinigte Margarine- und Butterfabriken, Wien, XIV., Diefenbachgasse 59 sten Möglichkeiten des dichterischen Ausdrucks. Das Lied des Gefangenen (Änski), die Phantasien des Chederjungen Chajiml (Asch), der Sehnsuchtsdrang nach dem Licht (Kazisne), der Messiasglaube des LamedwQwnik (Berkovitsch), die irrende Seele des Batlen und die demütig gottergebene des Lastträgers (Perez), die groteske Welt von Kasriliwke (Schalom A1 e j c h e m) schließen sich zu einern Bild zusammen, das alle Fragen und Rätsel, alle Freuten und Ekstasen, -ajle Glaub,ens- und Erlösungsgedankeu des ostjüdischen Menschen in sich birgt. Jehuda Ehrenkrariz^ läßt sie durdi seine Kunst neu erstehen. Darin liegt seine Wirkung, darin seihe Berufung, darin die ge? spannte Ergriffenheit, der die Zuhörer erliegen. o. r. Alexis Granowsky. Der Leiter des Moskauer Ju* discheri Akademischen Theaters Alexis Granows.ky, der nach Absolvierung seiner mitteleuropäischen Tournee nicht mehr nach Moskau zurückgekehrt ist, hat sich seit seiner mißglückten Inszenierung des Toller-Hasencleverschen , Bourgeois" in Berlin niedergelassen und wird weiterhin in Berlin als Regisseur tätig sein. Für die nächste. Raison hat ihm Max Reinhardt beinahe unumschränkte Voll-' machten zur Verfügung gestellt, auf Grund deren er mehrere dramatische Werke im Sinne seiner bisherigen Kollektivarbeit inszenieren wird. Dazu gehört auch Osip Dymows „Sänger seiner Trauer", dessen deutsche Bearbeitung vqn einem Berliner Dramaturgen durchgeführt wurde, Schalom Asch bei Reinhardt. Das soziale Drama „Kohle" von Schalom Asch, das vor kurzem in einern New Yorker jüdischen Verlag erschienen ist, wurdet soeben von Prqf Max Reinhardt für das Berliner Deutsch.? Theater erworben, wo es im kommenden Herbst zur Aufführung gelangen wird. '; i Hervorragender |f M MT AD l%H 11 I %s? W% musikalisch ausgebildete Tenorstimmj,/beste* Zeugnisse und Referenzen 1 SUCHT POSTEN Aeußerst bescheidene Ansprüche. Zuschriften an Israel Deutsch, II,, Gr. Mohreng. 24/10 Ben Zwf-Baratoff in New York. Dieser Tage fand, wie •uns aus New York geschrieben wird, in Morris Schwarz* Kunsttheater New York ein Ehrenabend für Ben Zwi- Baratoff statt. Zur Aufführung gelangte (zum ersten Mal auf einer jüdischen Bühne Amerikas) das Schauspiel „Israel" von Henri Bernstein. Baratoff hat eine äußerst reiche Theatersaison hinter sich. Er spielte in allen Stücken, die das Kunsttheater zur Aufführung brachte, u. a. in Tschechows „Kirschgarten", in Shakespeares „Othello", in Sattlers „Major Noach" und in Schalom Alejchems „Stempenju", worin er den Schejke verkörperte. Heute hat sich Baratoff an der jüdischen Bühne vollständig durchgesetzt. Neues Jüdisches Theater (II.. Praterstra3e 60). Wochenspielplan: Von Ficiiag den 5. April, bis Montag* „Die S e d e r - N a c h t", Schauspiel in vier Akten von J.' Latainer Musik von A. Golomb. Dienstag: „Starker als die Liebe". Mittwoch: „M o 1 s c h e, wie krichste?" Donnerstag: „K r e u t z e r-S o n a t e", Lebensbild in drei Akten von J. Gordin. " Jüdische Klinstlersplelo (Cafe Reklame, II.. PraterstraSe 34). Am 5.. 6. und 7. April „Der jüdischer Matrose", Lebensbild in drei Akten von Zalaterewshj, Musik von Olischanezki. Am 8. April „Der Sänger seiner Trauer" von Ossip Dymow. Am 9. d. M. „Jankele". am 10. d. M. Sondervorstellung zu Ehren S. Iris und J. Reismann. Am II. d. -M. „Ewige Narren". In allen Vorstellunsen wirken die Gäste Esther Perial mann, j. Deutsch und Max Zelniker mit. Max Zelniker ist Von seinem Londoner Gastspiel zurückgekehrt und wird ab 5. April in de» Jüdischen Künstlerspielcn ein kurzes Gastspiel absolvieren. \' Jiddischer Klub. Vor kurzem wurde hier ein jiddischer Klub gegründet, der sich zur. Aufgabe gestellt hat, die Freunde der modernen jiddischen Kultur zusammenzufassen und von Zeit zu Zeit mit literarischen Veranstaltungen im Rahmen des Klubs, sowie für weir tere Kreise des an der jiddischen Kultur interessierten Publikums hervorzutreten. Die erste Veranstaltung findet am 14. d. um 10 Uhr vormittags im Cafe Arkade,« statt. Schriftsteller A. M. Fuchs wird über Zalman Schneurs jüngste Prosadichtungen sprechen, aus denen der Schauspieler Dr. N. Brind vorlesen wird. Die nächste Veranstaltung wird am 28. d. um halb 11 Uhr vorm. im Theatersaal der „Jüdischen Künstlerspiele" stattfinden. Die Veranstaltung ist den modernen jiddischen Prosaikern D. Bergelson, A. M. Fuchs, I. Opatoschu, I. I. Singer und E. Warschawski gewidmet, über die M. Groß ein einleitendes Referat halten wird. Mitglieder der „Künstlerspiele" werden aus den Schrifr ten dieser Autoreu Vorlesen und einen modernen Ein: akter aufführen. Ueberdies wird Isaak Deutsch sein neues Repertoire jüdischer Volkslieder zum Vortrag bringen. Weitere literarisdie Veranstaltungen werden folgen. Purlm-Feler des Verbandes der demokratischen Zionisten. Am 25. März fand im Cafe Produktenbörse die Purim-Feier des Verbandes der demokratischen Zionisten Oesterreichs statt, Detn sehr zahlreich erschienenen Publikum wurde ein ausgezeichnetes Programm geboten. Besonders zu erwähnen sind die Darbietungen der Frau Kreitler ti^d der Herren Gärtner, Samuel Schwager. Sokal etc. Den Höhepunkt des Abends bildeten die Klaviervorträge des jungen, talentvollen Künstlers Samuel Grünberg der durch seine Variationen jüdischer Volkslieder das Publikum bezauberte. Kinderpurlmfest. Am 28. März fand im großen Saale des Cafe" City, IX,. Porzellangasse 1. ein vpm Jüdischen Elternverein des IX. Bezirkes veranstaltetes Rinderpurirnfest statt. Herr Leo Strauß eröffnete die Feier im Narrien des abwesenden Obmannes Herrn Ministerialrat M. W.e>in e r. Er ermahnte die Kinder, überall und bei jeder Gei legewheit für das Judentum einzutreten, Es folgte da/rin ein von der Religionslehrerin Frl. Intrater verfaßtes Furimspiel. das. obwohl es sich möglichst genau an Hie biblische Erzählung hielt, freien Aufbau und poetischen Schwung zeigte. Die Kleinen boten Gesangs*. Musik- und Tanzvorführungen. Der jüdische Jugendverein „G^iil Zirim" hatte seine Sänger entsendet, welche -die kleinen Hörer mit jüdischen Liedern erfreuten. Mit der Absin'gujig der „Hatikwah", welche stehend angehört wurde, endig/e das Fest, welches sich als gelungene Propaganda für den jüdischen Elternvereinsgedanken erwies. Besonderen Dank für das Gelingen des Festes gebühren außer Fräulein Intrater noch den Frl. Religionslehrerinnen Rosenblünv Kaiman. Gollerstepper und Morgenstern, ebenso gebührt Erstklassiger noD iwa rann u>* ntwö sowie Wachs liefert zu besonders billigen Preisen 1 der Selbsterzeuger J. J. STAHL, Wien, II., Schiffamf»gaste 5,1 I Korrespondenzkarte genügt. Jedes Quantum wird auf I Wunsch ins Haus geliefert, iiiiiiuiimuiiiiiiiiiiiDiiiiiiiiiiymin